Die Grenzen des Möglichen, die das Unverfügbare der Welt setzt, werden in der Corona-Krise eklatant sichtbar. Das ist eine der zentralen Thesen, mit denen der Soziologe Hartmut Rosa die gesellschaftlichen Herausforderungen der Corona-Pandemie beschreibt. Das Virus führt dem Menschen in aller Radikalität die begrenzte Reichweite seiner Wirksamkeit vor Augen. Jörg Hübner nimmt Harmut Rosas Überlegungen für eine christlich orientierte Ethik auf.

 

I  Hartmut Rosa als Gesprächspartner von Theologie und Kirche in der Corona-Krise

„Corona ist die Manifestation des Albtraums der Moderne. Es symbolisiert und manifestiert das radikale Unverfügbarwerden der Welt.“1 Mit diesem markanten Satz beschreibt der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa die aktuelle Situation in der Corona-Krise. Dabei verbindet Rosa diese Einsicht in einem Artikel in der „ZEIT“ nicht mit einer pessimistischen oder gar apokalyptischen Weltsicht, sondern mit der Überschrift: „Wir können die Welt verändern“. Und der Artikel schließt mit dem ­motivierenden Aufruf: „Lasst uns die Moderne neu erfinden!“

Rosa ist zusammen mit Zukunftsforschern wie Matthias Horx oder dem Nachhaltigkeitsexperten Uwe Schneidewind2 zu einem Sprecher der eher akademischen Kreise geworden, die die Corona-Krise als Chance zu einem radikalen gesellschaftlichen Pfadwechsel zu begreifen versuchen. Gerade in kirchennahen Netzwerken und Einrichtungen, die in theologischer Perspektive großes Verständnis für eine „Bekehrung der Strukturen“ mitbringen, stoßen solche Ansätze und damit auch Rosa auf große Sympathie. Dies betrifft auch die weitere Argumentation Rosas: Die gegenwärtige Situation sei einer der „seltenen historischen Momente, in denen die sozialen Akteure Geschichte wirklich machen können, in denen es stärker als zu anderen Zeiten auf ihr Handeln ankommt, weil sie Momente geschichtlicher Unentschiedenheit und Offenheit sind.“3

Dies erinnert sehr an die theologische Rede vom „Kairos“. Der Modus der Aggression, so Rosa weiter, in dem die Menschheit bisher mit der Unverfügbarkeit von Welt umgegangen sei, könne überwunden werden. Vom Ziel her könnte dies dazu führen, „das Los der Armen, Unterdrückten und Entrechteten, die unter der Krise am meisten leiden, zu verbessern und sie wirkmächtige politische Subjekte werden zu lassen“.4 Biblische Verheißungen und visionäre Aussichten im ökumenisch-konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung klingen in solchen Formulierungen geradezu an.

Ohne Zweifel ist Rosa damit und mit seinem Resonanzkonzept zu einem gewichtigen Gesprächspartner für Theologie und Kirche5 geworden – und das nicht nur in der Corona-Krise. Seine Theorie strahlt in Krisenzeiten Hoffnung aus, wählt dazu bewusst religiöse Bezüge und kommt durch seine relationale Anthropologie zu Aussagen und Urteilen, die gerade in reformatorischer Tradition auf große Aufmerksamkeit stoßen.6

 

II  Resonanz und Unverfügbarkeit als zentrale Elemente eines umfassenden Systemprogramms der Hoffnung

Der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa ist spätestens mit seinem 2016 veröffentlichten Werk „Resonanz“7 sowie mit der 2018 erschienenen Studie „Unverfügbarkeit“ zum bedeutendsten Vertreter der vierten Generation der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule nach Adorno, Habermas und Honneth geworden.8

Rosas Werk ist Phänomenologie, Gesellschaftskritik und normative Theorie in einem. „Resonanz“ ist für ihn nämlich das „Metakriterium des gelingenden Lebens“9 schlechthin. Dieser Begriff entschlüsselt phänomenologisch die historische Entwicklung der Gesellschaft bis heute, ermöglicht einen kritischen Umgang mit der ­gegenwärtigen Wachstumsorientierung und ist normativer Maßstab für zukünftige, hoffnungsvolle Entwicklungen.

II.1 Dialog statt Herrschaft

Rosa geht von einer relationalen Ontologie aus: Der Mensch wie auch das, was uns als Welt erscheint, ist aus einer Beziehung hervorgegangen und auch nur darin gut. Am Anfang der Moderne stand mit der Aufklärung jedoch, so Rosa, eine „spirituelle Unabhängigkeitserklärung“10: Der Mensch macht sich frei von der Natur, der Geschichte, der Politik und der sozialen Mitwelt. Diese Autonomie des Menschen wurde in der beschleunigten, spätkapitalistischen Gesellschaft krankhaft auf die Spitze getrieben; Folge ist eine „im globalen Rahmen beobachtbare kulturelle und psychische Burnout-Krise“11. Der Mensch ist in seiner Weltbeziehung zutiefst unfrei und selbstunwirksam geworden. Die ­Corona-Krise ist für Rosa der Beleg: Das Virus hat die Autonomie und Selbstwirksamkeit des Menschen ­radikal untergraben.

Was jetzt notwendig ist, das sei nicht eine Rückkehr zum Status quo ante, sondern ein „Abschied vom Souveränitätsparadigma“12 und eine neue Form der Weltbeziehung, und diese transformierte Weltbeziehung trägt den Namen „Resonanz“. Die Menschen werden in solch einer Weltbeziehung wieder selbstwirksam, hören sensibel auf den Anderen, können sich aus der rein passiven Objekt-Beziehung lösen und befinden sich im Modus wechselseitiger Responsibilität mit dem Gegenüber. Resonanz ist ein „In-Beziehung-Treten zweier Seiten […], die mit je eigener Stimme sprechen.“13

Die in der Corona-Krise faktisch erlebte Entschleunigung der Terminkalender, der Mobilität oder der auf Wachstum ausgerichteten Produktion, also die massenhaft erlebte „Zwangs-Entschleunigung“ erinnert den Menschen kollektiv und global an eine andere Art des Verständnisses von Zeit, Kommunikation, Natur und Welt. Aus dem verstummenden Herrschen oder Beherrscht-Werden wird dann Dialog: Alle gesellschaftspolitischen Aktivitäten und Institutionen sind – auch nach Corona – um der Überwindung von Leid willen deswegen gerade nach Corona so auszurichten, dass sie resonanzsensible Rahmenbedingungen schaffen helfen.

II.2 Anverwandlung statt Unterwerfung

Dort, wo resonanzsensible Bedingungen entstanden sind, besteht dann auch Hoffnung auf positive Weltveränderung – und gerade hier hat sich nach Rosa mit der Corona-Krise „ein Fenster der Gelegenheit für einen kollektiven Pfadwechsel“14 aufgetan. Wo das geschieht, da wird der „Eigensinn“ der jeweilig anderen Seite dynamisch in der Begegnung transformiert.15 Rosa spricht in diesem Zusammenhang von einer „wechselseitigen ­Anverwandlung“ – nicht im Sinne einer Einverleibung, Beherrschung, Unterwerfung oder verdinglichten Aneignung von Welt, sondern im Sinne einer „Selbst-Transformation“ in ein neues sich eröffnendes Gemeinsames ­hinein.16

Nach Rosa gibt es keine wissenschaftlichen Modelle, die vorhersagen könnten, wie es nach der Corona-Krise weitergeht. Der Fortgang der Geschichte ist offen. Eine seriöse Prognose auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnis ist ausgeschlossen. Es kommt auf das Handeln in diesem „Kairos“ der Weltgeschichte an. Es besteht jedenfalls, so Rosa, die Chance, die geltenden Reaktionsweisen und Handlungsketten außer Kraft zu setzen, den Modus der Unterwerfung von Welt aufzugeben und ­etwas genuin Neues hervorzubringen.

II.3 Unverfügbarkeit statt zwanghafte Steigerungsleistung

Eine resonante, Subjekt und Objekt dynamisierende Weltbeziehung ist jedoch auch nach der Corona-Krise „unverfügbar“: Sie lässt sich nicht erzwingen, nicht festhalten, nicht gezielt steigern und auch nicht auf Dauer stellen. „Unter den Bedingungen eines nicht erlösten Daseins ist Resonanz nur das Aufblitzen der Hoffnung auf Anverwandlung und Antwort in einer schweigenden Welt.“17

Resonanz ist quasi ein Akt von Gnade in einer ungnädigen Welt. Wo sie sich ereignet, dort geschieht: Das Verfügbarmachen von Welt, die Unterwerfung der Welt, die aggressive Beherrschung von Natur, die Ausbeutung aller personellen Ressourcen, das zwanghafte Kontrollieren aller Aneignungsstrategien, der über Jahrhunderte hinweg wirkende Zwang zu Wachstum, Beschleunigung und Innovation werden überwunden. Und – das ist die entscheidende Botschaft – ein solches, neues, zukunftsfähiges Weltverhältnis ist durchaus machbar und ­möglich. Hartmut Rosas Konzept ist ein umfassendes Systemprogramm der Hoffnung in krisengeschüttelten Zeiten.

II.4 Hoffnung statt „Ende der Geschichte“

In der Gegenwart beobachtet Rosa – gerade in der Corona-Krise – ein wachsendes Verlangen des Menschen nach resonanzsensiblen Verhaltensweisen, ein Bewusstsein des Wahren im Falschen. Rosa erkennt an allen Orten Anknüpfungspunkte für eine gesamtgesellschaftliche Transformationsbewegung. Dass der Nationalstaat in der Corona-Krise sich nicht dem Verlangen der Finanzindustrie und der Wirtschaft gebeugt hat, sondern das biologische und soziale Leben als systemrelevant bezeichnet hat, ist für Rosa ein starkes Signal: „Was hier aufscheint oder aufschien, das ist die Priorität der ­Reproduktionslogik vor der Produktionslogik.“18

Es geht Rosa in einer auf Wachstum getrimmten Gesellschaft der Moderne um ein positiv-kritisches, hoffnungsvolles Verstehen der Welt in einer anderen Sprache, um einen aus der Zurücknahme von Autonomie sich ergebenden Prozess der Bekehrung hin zu einer „besseren Welt“19. Um eine Rekonstruktion von Sinn, von zukunftsfähiger Sinnhaftigkeit des Handelns oder des Daseins überhaupt.

 

III  Ansatz bei einer Theologie der Auferstehungs-Resonanz

Der vorangegangene Abschnitt konnte zeigen: Resonanz, dieser andere, bessere Lebensmodus ist für Rosa das „Dennoch“20 im Heute; die Resonanztheorie ist, wie sich zeigte, ein soziologisches Systemprogramm der Hoffnung – und diese gilt es gerade in Folge der ­Corona-Krise in die Tat umzusetzen.

Die „Materie“ dieser Hoffnung auf einen „Pfadwechsel“ ist für Rosa der wahrnehmbare Schmerz der teilweise unfassbaren menschlichen Entfremdung und die „Natalität des Menschen“21, wie er in Anlehnung an Hannah Arendt sagt. „Nicht auf das Wissen, sondern auf das Handeln kommt es jetzt an.“22 Die aggressiven Auswüchse der spätkapitalistischen Welt sind für ihn also „innerweltlich“ durch freie Zurücknahme der auf die Spitze getriebenen Autonomie zu überwinden. „Die kontingente historische Formation der Moderne zeitigt durchaus apokalyptische Züge, aber historische Formen sind überwindbar und vergehen“23 – und die Corona-Krise bzw. die Reaktion der Politik auf diese Krise zeigt für Rosa: Der Mensch stellt inmitten der bisher gemachten Ohnmachtserfahrung gegenüber der Steigerungslogik überraschend fest, dass er doch noch handlungsfähig ist. Denn: Nicht das Virus holte die Flugzeuge vom Himmel, „es waren die Menschen selbst, die den Bremshebel zogen, mit den Mitteln politischen Entscheidens. Das Abbremsen war eine Folge kollektiven politischen Handelns durch überwiegend demokratisch gewählte Regierungen.“24 Der Mensch findet inmitten der Corona-Krise zur Erfahrung der Selbstwirksamkeit zurück, so Rosa, und genau diese Erfahrung ist nun auf Zukunft hin zu nutzen, um einen Pfadwechsel z.B. auch in der Klima- oder in der Wirtschaftspolitik einzuläuten.

III.1 Skeptische Rückfragen und theologische Weiterentwicklung

Skeptische Fragen stellen sich in theologischer Perspektive ein: Was verhindert, dass wir alle „nach Corona“ wieder in den „aggressiven Modus“ der Weltbeziehung zurückfallen? Mehr noch: Haben wir diesen Modus überhaupt in der Corona-Krise je verlassen? Wie lässt sich die Moderne „neu erfinden“, solange das Unrecht sowie das Böse selbst im politischen Umfeld gegenwärtig ist und selbst die Corona-Krise dazu genutzt wird, aus der Krise noch Gewinne zu erzielen?

Und dennoch: Könnte Rosas Konzept der Unverfügbarkeit gerade wegen des Plädoyers für die Zurücknahme des Souveränitätsparadigmas, für eine Gegenbewegung und für ein neues Weltverhältnis nach der Corona-Krise nicht auch Theologie und Kirche dazu anspornen, in theologischer Perspektive als naheliegendes Korrelat dazu die Hoffnung auf das kommende Reich Gottes in Krisenzeiten neu auszusagen? Wäre es nicht sogar möglich, dieses – allerdings manchmal unklare – Zentrum christlicher Hoffnung mit Hilfe des Resonanz-Konzepts öffentlich kommunikabel zu entfalten? Könnten sich aus solch einer Theologie der Hoffnung in christlicher Perspektive in sich konsistentere Formen für eine transformative Ethik in Krisenzeiten ergeben?

III.2 Christliche Reich-Gottes-Hoffnung

Christliche Hoffnung ist Reich-Gottes-Hoffnung, und damit reflektiert sie, um es mit Dietrich Bonhoeffer25 zu sagen, das Kommen seines Reiches von der Basileia-Verkündigung Jesu sowie insbesondere von der Auferweckung des Gekreuzigten her. „Gottes Reich ist das Reich der Auferstehung auf Erden.“26 Auf dem „verfluchten Acker“ stand sein Kreuz; das Gesetz des Bösen, der Gewalt und des Todes wird auf der mit Kreuz und Auferweckung Christi gewürdigten Erde gebrochen. Aber: Das alles ist „Gottes Reich, sein Tun, sein Wort, sein Auferstehen“.27

Diesem Ethos Gottes entspricht an erster Stelle in der menschlichen Praxis das Bitten um das Kommen seines Reiches auf Erden. „Dein Reich komme“ – das ist die Bitte der „Gemeinde der Kinder der Erde“28, nicht die Weltbeziehung des frommen Erdflüchtlings und auch nicht die Weltbeziehung des erdverliebten, utopischen Weltverbesserers. Sie ist als andere Weltbeziehung die wartende, ausharrende Bitte der leidenden und kämpfenden Gemeinde für diese Erde, für die Menschheit und für die Vollendung der Ehre Gottes an ihr, für eine sich an dieser Erde vollziehende rettende Transformation von alter zur neuen Schöpfung (Christoph Blumhardt)29.

III.3 Ethik des Wartens und Vertrauens

Von dieser Erwartung des Kommen seines Reiches wird auch die Weltbeziehung des Menschen qualifiziert: Beschreiben lässt sie sich am besten mit biblischen Begriffen, die in eschatologischen Abschnitten mit ethischem Bezug eine Rolle spielen: „Harren“ (Jak. 5,7) und „Ausharren“ (Hebr. 6,12) nämlich. Es ist die Geduld der Hoffnung, die damit leben kann, dass Unkraut und Weizen nicht immer geschieden werden müssen (Mt. 13,3ff) und das Kommen von Gottes Reich unverfügbar ist (Mk. 4,26-29).

Diese biblischen Begriffe und Bilder sind ein theologisches Korrelat für das, was Rosas „Resonanz-Sensibilität“ oder „adaptive Stabilität“ meint. Nicht eine Steigerungsdynamik bestimmt dann die Weltbeziehung, sondern das harrende Warten, das beharrliche, resonante Erproben neuer Lebensweisen, aber auch das geduldige Stillstehen, das Lassen, das Vertrauen auf Unerwartetes oder die in brennender Geduld sich vollziehende Metanoia.

Die Gabe von neuer Erden-Zeit, nicht die beschleunigte, verbrauchende Lebensweise in einer ablaufenden Zeit, prägt dann die Weltbeziehung. Kurz: Es geht um eine Theologie der Auferstehungs-Resonanz im Angesicht des Kommens seines Reiches. Sie ist im besten Fall ein belebender und zugleich Orientierung gebender Faktor einer dann leidenschaftlichen und zugleich geduldigen Suche nach einer tragenden Vision für eine Gesellschaft von morgen – und besonders für die Zeit „nach Corona“.

 

IV  Aufbruch in eine Postwachstums­gesellschaft für die Zeit nach Corona? Drei Perspektiven Hartmut Rosas

Die beiden zentralen Begriffe, „Resonanz“ und „Unverfügbarkeit“, sind für Rosa ein normatives Metakriterium der Weltgestaltung. Deswegen erarbeitet Rosa auch Konturen und Ansätze einer anderen, besseren Gesellschaft. Seine Sympathien für eine Postwachstumsgesellschaft für eine Zeit nach der Corona-Krise sind dabei unverkennbar.

IV.1 Grundeinkommen als Schlüssel für einen Übergang in eine neue Gesellschaft? (2016)

Schon in seinem Werk „Resonanz“ (2016) drängt Rosa auf grundlegende institutionelle Reformen: Denn die ökonomisch angeregte Beschleunigung aller Lebensverhältnisse als Kern der Moderne verunmöglichen Resonanz und Unverfügbarkeit. Im Konkurrenzkampf kapitalistischer Wirtschaft sind instrumentelle Beziehungen bestimmend. Alles ist auf Gewinn bzw. Rendite und damit auf Wachstum ausgerichtet. Eine solche Lebensform ist auf Dauer nicht überlebensfähig, so Rosa. Sie erzeugt dramatisch sich zuspitzende Phänomene von Burnout, kollektiv ist der Krankheitszustand ablesbar in einer sich gegenseitig verstärkenden Öko- und Demokratiekrise. Ein „Weiter-so“ darf es nicht geben – gerade nach der Corona-Krise.30

Wie jedoch entkommt der Mensch der Moderne dem beschriebenen Teufelskreis? Welche institutionellen und kulturellen Veränderungen bewirken eine Transition? Für Rosa ist es im Werk „Resonanz“ die Idee des garantierten, voraussetzungslosen Grundeinkommens, dem er das Potenzial zuschreibt, eine „Pazifizierung der Existenz unter spätmodernen Bedingungen“, eine Zurücknahme des „Souveränitätsparadigmas“ auf den Weg zu bringen. „Dieses erscheint mir als das plausibelste sozialstaatliche Korrelat zu einer ökonomischen Postwachstumsgesellschaft“31. Ein solches Grundeinkommen nähme jedem Menschen die existentielle Angst vor dem sozialen Tod und erlaube zugleich innovatives Handeln. Es lasse also Wachstum zu, mache die Steigerungslogik jedoch nicht zum Zwang des Handelns.

Jedoch bleiben die Ausführungen hierzu sehr vage. Die schwierigen Fragen nach einer Finanzierung und politischen Durchsetzbarkeit eines solchen Konzepts, das in sehr verschiedenen Modellen begegnet,32 werden bedauerlicherweise vollkommen ausgeblendet33; die Auseinandersetzung mit den Kritikern des Modells eines Grundeinkommens unterbleibt vollständig.

IV.2 Übergang in ein „mediopassives Weltverhältnis“? (2019)

Schon 2019 erklärt Rosa, dass er mit seinen Ausführungen im Werk „Resonanz“ „radikal gescheitert“ sei.34 „Die ‚Konturen‘ einer überzeugenden Alternative werden gerade nicht sichtbar.“ Stattdessen plädiert Rosa nun dafür, das Problem an der Wurzel anzupacken und eine „Transformation ums Ganze“ anzustreben: einen fundamentalen Bewusstseinswechsel nämlich. Es geht ihm nun um einen radikalen „Abschied vom Souveränitätsparadigma“ der Moderne, um den „Übergang in ein mediopassives Weltverhältnis, das ebenso gut ein medioaktives genannt werden kann“35 – eben um eine neue Haltung des Menschen. Wie diese „Gegenbewegung“ entsteht, wie sie sich durchsetzen kann, wer Treiber dieses neuen Weltverhältnisses ist und wie sie sich in konkrete Lebensformen so übersetzen kann, dass sie auch ökonomisch von Bedeutung werden könnte, bleibt auch 2019 in Rosas Ausführungen in Andeutungen nicht erkennbar.

IV.3 Der Nationalstaat als Akteur lebensdienlicher Sinnhaftigkeit? (2020)

Mit der Corona-Krise verändert sich die Antwort Rosas insofern, als ein entscheidender Akteur der „Gegenbewegung“ benannt wird: der Nationalstaat nämlich. Die Gesellschaft habe, so Rosa, eine „spektakuläre politische Selbstwirksamkeitserfahrung“ gemacht; der Staat habe sich als „überaus wirkmächtiger zentraler Akteur“ erwiesen, indem er die Erwartungen der Finanzmärkte und der Wirtschaft zurückgedrängt habe und zum zentralen Garanten von Sinnhaftigkeit zurückfindet. „Die Vorstellung, die Politik bilde einfach nur ein System neben allen anderen, erweist sich im Frühjahr 2020 insofern als eine kategoriale Fehleinschätzung.“36 Das gesellschaftliche Primat der Politik gegenüber den Grundprinzipien einer unbegrenzten Kapitalakkumulation sei wieder erkennbar geworden; diesen „Pfadwechsel“ gilt es, so Rosa in seinen Ausführungen während des Corona-Jahres 2020, zu nutzen. So könnten in wirtschaftsethischer Perspektive „neue Routinen“ entstehen, die anderen „Tugenden und Haltungen“ vergleichbar seien: „Die Corona-Krise hat auf den Wert der Tugenden der Vorsorge (die panikartige Hamsterkäufe verhindert), der Resilienz (angesichts der Abhängigkeit von Lieferketten und Monopolisten), der Mäßigung und der Solidarität aufmerksam gemacht – Tugenden, die nicht nur für Individuen, sondern auch für Unternehmen und ganze Gesellschaften eine neue Bedeutung gewinnen könnten.“37

Ob der Verweis auf den Nationalstaat oder die tugendethisch orientierte Antwort mehr überzeugen kann als der Verweis auf die „Konturen einer Postwachstumsgesellschaft“, ist m.E. sehr kritisch infrage zu stellen. Stellen Tugenden und Haltungen, wie wohl sie der kulturelle Motor der Transformation darstellen, wirklich tragfähige Anreizstrukturen für eine andere Ökonomie zur Verfügung? Setzen sie sich gegenüber finanziell fokussierten Strukturen wirklich entscheidend durch? Behaupten sie sich, wenn es um Machtverhältnisse und Transformationsprozesse geht? Oder sind nicht auch gegenüber dem nationalstaatlichen Handeln Zweifel angebracht – gerade dann, wenn er unkritisch als Garant von lebensdienlicher Sinnhaftigkeit in Haftung genommen wird?

Der von Rosa beschriebene Transformationsprozess weist eine Fülle von Schwachstellen auf, und Rosa scheint dies auch zu ahnen, da seine auf das ökonomische System bezogene Handlungsperspektive sehr volatil ist. Verschiedene Antworten konkurrieren miteinander bzw. lösen einander ab. Rosas Systemprogramm der Hoffnung ist gerade dann, wenn es um eine Konkretisierung mit wirtschaftspolitischem und -ethischem Bezug geht, nicht überzeugend. Damit stellt sich abschließend die Frage, ob sich aus dem theologischen Korrelat einer Auferstehungs-Resonanz konsistentere Schlussfolgerungen für eine transformative Ethik ziehen lassen.

 

V  Eine Langfrist-Perspektive: Transformative Ethik als Konsequenz aus der Reich-Gottes-Hoffnung

Christliche Eschatologie artikuliert, dass Gott handelt und sich zur „verfluchten Erde“ bekennt: Christus, in dessen Verkündigung das Reich Gottes im Zentrum stand und der den „Tod der Natur“ (Jürgen Moltmann) starb, wurde auferweckt. Im Kommen von Gottes Reich ist die Auferweckung des Gekreuzigten Gottes unüberbietbarer Protest gegen und „Sieg“ (Christoph Blumhardt) über die Mächte der Lebenszerstörung. Die Auferweckung könnte deswegen, um es korrespondierend zu Rosa auszudrücken, als das weltverändernde, Resonanz schaffende, das Kommen seines Reiches unwiderruflich einleitende Ereignis und die Hoffnung auf das Reich Gottes als Resonanz-Raum beschrieben werden. Dies ist – in Kurzform zusammengefasst – Zentrum einer hier präferierten Theologie der Auferstehungs-Resonanz.

V.1 Theologie der Auferstehungs-Resonanz

Die Erde, an der Gott wunderhaft, unverfügbar handelt, ist dabei – noch einmal mit Rosa – die verstummende, verdinglichte und auf Verwertung ausgerichtete Welt.38 Die Basileia-Gleichnisse Jesu und die biblischen Osterberichte bezeugen: Gott handelt schöpferisch an der und für die Erde.39 Am Ort des Verstummens von Welt ist er die Lebensgabe (z.B. Röm. 8,38f). In der verdinglichten, resonanzlosen Welt wird seine unerschöpfliche, schöpferische, unverfügbare Liebe sichtbar (z.B. Lk. 6,20ff). In der auf Verwertung ausgerichteten Welt schafft er Raum für resonante, hoffnungsgeladene und nach vorne weisende Begegnungen (z.B. Mk. 10,13ff).

Die Erde, zu der sich Gott in der Auferweckung des Gekreuzigten bekennt, ist die verfluchte Erde, die er zurechtbringt und bis zur Vollendung erhält – und zwar dadurch, dass er mittels der befreiten Vernunft dem Menschen das Potenzial und die Würde zuschreibt, die verstummende, verdinglichte und auf Verwertung ausgerichtete Welt bis zu ihrem Neuwerden explorativ und vorbereitend zu transformieren. In der Perspektive der Auferstehungs-Resonanz bedeutet dies, das ethische Urteil stetig an Gottes Zusagen auszurichten, im Sinne von Barmen V zusammen mit Zeitgenossen, die notwendende Transformationsprozesse anzudenken und einen auf Veränderung ausgerichteten Beitrag zum Erhalt der Erde zu leisten. Eine Theologie der Auferstehungs-Resonanz sucht so nach institutionellen Möglichkeiten, von der „Zukunft des Gekommenen“ (Walter Kreck) her zu einem anderen, die überkommene Lebensweise inspirierenden, transformierenden Geist beizutragen.

V.2 Der Kairos christlicher Sozialethik

Die Corona-Krise verstärkt lediglich die Notwendigkeit dieser gemeinsamen Suche, aber sie ist in der Perspektive einer Theologie der Auferstehungs-Resonanz keineswegs der historische Moment, an dem alles zur Entscheidung drängt. Der „Kairos“ der Weltgeschichte ist vielmehr die Auferweckung des Gekreuzigten; diese Fixierung befreit davon, historische Ereignisse wie z.B. das aktuelle Handeln des Nationalstaates in der Corona-Krise oder das gewachsene „neue“ Bewusstsein vieler Zeitgenossen zu überhöhen und als Fluchtpunkt der Rettung zu verstehen. Vielmehr gilt es, in Orientierung an Gottes Tat in der Auferweckung des Gekreuzigten und im Kommen seines Reiches visionär und transformativ zu denken – insbesondere, wenn es um eine Transformation der Wirtschaftsgesellschaft geht.

In den gegenwärtigen Herausforderungen steht exploratives Handeln angesichts des explikativ erfassten Ortes der christlichen Hoffnung dann z.B. in der Wirtschaftspolitik vor folgenden Fragen: Wie lassen sich in einer verstummenden, spätkapitalistischen Welt bisher nicht berechnete Externalitäten so darstellen, dass sie Leben erhalten? Was geschieht mit dem gesellschaftlichen Nutzen der vernetzten Interaktionen, den die marktwirtschaftliche Wirtschaftsrechnung in ihrer Verwertungs-Perspektive nicht erfasst? Wie lässt sich der hohe Wert vernetzter Begegnungen in einer verdinglichten Welt messen?

Es entsteht so ein neuer Geist, der Raum dafür schafft, im vernünftigen Diskurs – möglicherweise verstärk angeregt durch die Corona-Krise – nach Kriterien sowie nach neuen institutionellen Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Lebensweise zu suchen und dabei die in der Corona-Krise gewachsene Sensibilität für digitale Lösungen zu berücksichtigen: Dazu könnte z.B. gehören, den Aufbau digital vernetzter, lokaler Energiesysteme steuerlich zu fördern, den Zentralbanken den ­Auftrag zuzuschreiben, die Auswirkungen sämtlicher finanzieller Entscheidungen auf Klima und soziale Gerechtigkeit zu berücksichtigen, genossenschaftliche ­Projekte zu begünstigen oder in digitalen Netzwerken im Crowd-Working entstandene Open-Source-Produkte in öffentlichen Ausschreibungen besonders zu bevorzugen.40 Im digitalen Zeitalter mit seinen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt kann dann auch eine Form des Grundeinkommens diskutiert und erprobt werden – allerdings nur im Geflecht mit diesen oben beschriebenen Maßnahmen.

Vorbereitende, diese Erde erhaltende, resonanz-sensible Räume angesichts seines Kommens zu explorieren – das ist die Aufgabe einer christlichen Sozialethik in Krisenzeiten. Christliche Ethik, die den Gehalt seines Kommens explikativ entfaltet und sich durch Zeitgenossen wie Rosa angesprochen weiß, trägt zu einem „radikalen, inkrementellen Wandel“ (Maja Göpel)41 bei und festigt damit – durchaus in Erinnerung an Theologen wie Christoph Blumhardt oder Leonhard Ragaz – die Grundlagen für den Geist eines Postkapitalismus, nicht für ein System, wohl aber für eine transformative Perspektive, die sich am vernetzten, fürsorglichen und koopera­tiven Handeln orientiert.

 

VI  Fazit

Ohne Zweifel ist Rosa ein interessanter Gesprächspartner für Theologie und Kirche; sein Konzept von Resonanz und Unverfügbarkeit regt dazu an, eine Theologie der Hoffnung neu zu formulieren. Rosas Konzept ist dabei für eine öffentliche Theologie Explikations-, im ethischen Erkunden von gesellschaftlicher Hoffnung auch Explorationshilfe. Die aus einer Theologie der Auferstehungs-Resonanz erwachsende transformative Ethik trägt zu einer „Transformationskunst“ (Uwe Schneidewind)42 bei. Sie kann so im besten Fall verhindern, dass engagierte Zeitgenossen angesichts eines „Corona-Katers“ nach Ende der aktuellen Krise sich verzweifelt und enttäuscht abwenden, weil sich – der Zeit nach der Finanzkrise 2007/2008 durchaus vergleichbar – im alltäglichen Verhalten wenig bzw. nichts verändert hat. Eine Theologie der Auferstehungs-Resonanz erklärt in der Erwartung des Kommens seines Reiches die Corona-Krise keineswegs zum Punkt, an dem sich die Transformation des Kapitalismus ereignet, sondern bindet sich an die Zentralwirklichkeit von Gottes Reich und exploriert damit einen in sich konsistenten Rahmen für einen langfristigen Wandel, der nach Corona allenfalls noch entschiedener fortzusetzen ist.

 

Anmerkungen

1 Hartmut Rosa, Wir können die Welt verändern, in: Die ZEIT, Beilage Christ und Welt, 28.4.2020, 2.

2 Vgl. z.B. Matthias Horx, Die Zukunft nach Corona. Wie eine Krise die Gesellschaft, unser Denken und unser Handeln verändert, 4. Aufl. Berlin 2020.

3 Hartmut Rosa, Pfadabhängigkeit, Bifurkationspunkte und die Rolle der Soziologie. Ein soziologischer Deutungsversuch der Corona-Krise, in: Berliner Journal für Soziologie 2020, 30, 191-213, dort 204.

4 Ebd., 211.

5 Vgl. das Themenheft September 2018 der PTh 107 (2018): Theologische Blicke auf Hartmut Rosas Soziologie der Resonanz.

6 Vgl. dazu ausführlicher und mit einem anderen Fokus meinen Beitrag in EvTh 81 (2021), 222-235: „Reich-Gottes-Hoffnung als Auferstehungs-Resonanz. Hartmut Rosas Resonanzkonzept ins Gespräch gebracht: ein theologisches Experiment“.

7 Hartmut Rosa, Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung, Berlin 2016.

8 Zur Auseinandersetzung mit Hartmut Rosa vgl. Jean-Pierre Wils (Hg.), Resonanz. Im interdisziplinären Gespräch mit Hartmut Rosa, Baden-Baden 2019; Christian Helge Peters/Peter Schulz (Hg.), Resonanzen und Dissonanzen. Hartmut Rosas kritische Theorie in der Diskussion, Bielefeld 2017.

9 Hartmut Rosa, Resonanz, 749.

10 Hartmut Rosa, „Spirituelle Unabhängigkeitserklärung“, in: Klaus Dörre/Hartmut Rosa u.a. (Hg.), Große Transformation? Zur Zukunft moderner Gesellschaften, Wiesbaden 2019, 35-55.

11 Ebd., 53.

12 Ebd.

13 Hartmut Rosa, Resonanz als Schlüsselbegriff der Sozialtheorie. In: Jean-Pierre Wils (Hg.), Resonanz. Im interdisziplinären Gespräch mit Hartmut Rosa, Baden-Baden 2019, 11-32, dort 21.

14 Hartmut Rosa, Pfadabhängigkeit, 211.

15 Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit, Wien 2018, 58.

16 Hartmut Rosa, „Für eine affirmative Revolution – Eine Antwort auf meine Kritiker_innen“. In: Christian Helge Peters/Peter Schulz (Hg.), Resonanzen und Dissonanzen. Hartmut Rosas kritische Theorie in der Diskussion, Bielefeld 2017, 311-330, dort 315f.

17 Hartmut Rosa, Resonanz, 750.

18 Hartmut Rosa, Pfadabhängigkeit, 201.

19 Hartmut Rosa, Resonanz, 762.

20 Ebd., 322.

21 Bettina Hollstein/Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit als soziale Erfahrung, in: zfwu Sonderband Lehren aus Corona, 2020, 22-33, dort, 29.

22 Hartmut Rosa, Pfadabhängigkeit, 204.

23 Ebd.

24 Bettina Hollstein/Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit, 22.

25 Dietrich Bonhoeffer, Dein Reich komme! Das Gebet der Gemeinde um Gottes Reich auf Erden, in: DBW 12, Gütersloh 1997, 264-278.

26 Ebd., 271.

27 Ebd.

28 Ebd., 270.

29 Zu Christoph Blumhardt vgl. Jörg Hübner, Christoph Blumhardt. Prediger. Politiker, Pazifist. Eine Biografie, Leipzig 2019.

30 Hartmut Rosa, Pfadabhängigkeit, 210.

31 Hartmut Rosa, Resonanz, 729.

32 Zur kritischen Diskussion der Institutionalisierung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Zeiten der digitalen Transformation vgl. u.a. Traugott Jähnichen/Joachim Wiemeyer, Wirtschaftsethik 4.0. Der digitale Wandel als wirtschaftsethische Herausforderung, Stuttgart 2020, 210ff.

33 „Hinsichtlich der Frage, auf welche Weise ein ressourcensicherndes Grundeinkommen zu finanzieren wäre, gibt es eine Vielzahl von Vorstellungen und Vorschlägen, zwischen denen zu entscheiden hier nicht der Ort ist“ (Hartmut Rosa, Resonanz, 731).

34 Hartmut Rosa, Abhängigkeitserklärung, 39.

35 Ebd., 53.

36 Hartmut Rosa, Pfadabhängigkeit, 199.

37 Bettina Hollstein/Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit, 32.

38 Dietrich Bonhoeffer spricht in seinem Aufsatz von der „sterbenden, zerrissenen, durstenden Welt“ (Dietrich Bonhoeffer, Dein Reich, 270). Die hier vorliegende Bestimmung der verstummenden, verdinglichten und auf Verwertung ausgerichteten Welt greift den Dreiklang Bonhoeffers von der Sache her auf, um ihn in Anlehnung an die Soziologie Rosas weiterzuführen und zu aktualisieren.

39 Ingo U. Dalferth, Der auferweckte Gekreuzigte, Tübingen 1994, 54ff.

40 Paul Mason, Postkapitalismus. Grundrisse einer kommenden Ökonomie, Berlin 2016, beschreibt Projekte, in denen solche Wirtschaftsformen funktionieren und was sie für eine zukünftige Lebensweise bedeuten könnten.

41 Maja Göpel, Unsere Welt neu denken. Eine Einladung, 8. Aufl. Berlin 2020.

42 Uwe Schneidewind, Die Große Transformation. Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels, 4. Aufl. Frankfurt/M. 2019.

 

Über die Autorin / den Autor:

Prof. Dr. Jörg Hübner, Jahrgang 1962, Studium der Evang. Theologie und der Philosophie in Bonn, 1992 Promotion, 1992-2013 Pfarrdienst im Rheinland, 2003 Habilitation (Syst. Theologie und Sozialethik) an der Evang.-Theol. Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, 2010 Ernennung zum apl. Professor, seit 2013 Geschäftsführender Direktor der Evang. Akademie Bad Boll; Forschungsschwerpunkte: Wirtschaftsethik, Finanzethik, Globalisierung und Nachhaltigkeit; Veröffentlichungen u.a.: "Ethik der Freiheit. Grundlegung und Handlungsfelder einer globalen Ethik in christlicher Perspektive" (2011), "Christoph Blumhardt. Prediger. Politiker, Pazifist. Eine Biografie" (Leipzig 2019), Hauptherausgeber des "Evangelischen Soziallexikons" (9. Aufl. 2016).

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 10/2021

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