Vielleicht ist es Ihnen auf der Titelseite schon aufgefallen: Mit dem neuen Jahr hat nicht nur die Einbandfarbe gewechselt (das ist ja bereits lange Usus), sondern auch der Titel hat sich verändert. 120 Jahrgänge lang hieß dieses Blatt „Deutsches Pfarrerblatt“, nun hat es einen neuen Namen: „Deutsches Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt“. Die Umbenennung war für den Verband überfällig – schließlich repräsentieren längst Pfarrer und Pfarrerinnen diesen Berufsstand; und das Geschlechterverhältnis hat sich seit den 1970er Jahren zunehmend in Richtung Parität gewandelt, ja, die Prognosen deuten darauf hin, dass aus dem ehemals rein „männlichen Beruf“ künftig ein Berufsstand mit einem überwiegenden weiblichen Anteil wird.

Als das „Deutsche Pfarrerblatt“ vor 120 Jahren gegründet wurde, gab es noch keine Pfarrerinnen oder Pastorinnen in Deutschland. Die Frauenordination wurde in den unterschiedlichen Landeskirchen sukzessive vor rund 50 Jahren eingeführt. Eben dieser stetige Wandel warf aber verstärkt die Frage auf, ob nicht berechtigterweise auch von Pfarrerinnen und Pfarrern gesprochen werden sollte – z.B. wenn es um die Arbeit von Pfarrvereinen und Pfarrvertretungen geht. Auch der übergeordnete Verband heißt schon lange „Verband evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland“. Und nun wird auch das „Deutsche Pfarrerblatt“ diesem Sprachgebrauch und der dahinter liegenden sozialen Realität gerecht.

Da das „Deutsche Pfarrerblatt“ ein Organ des Verbandes ist, musste die Delegiertenversammlung den Beschluss zur Umbenennung fällen. Dabei hat es sich das Gremium nicht leicht gemacht: Soll, kann man die eingeführte Marke verändern? Ja, aber wie? Eine Anpassung sollte geschehen, aber in welche Richtung? Lange Zeit schien in den Debatten die Bezeichnung „Deutsches Pfarrblatt“ favorisiert. Doch am Ende wurde der Vorschlag verworfen, vor allem aus zwei Gründen: Die Silbe „Pfarr-“ erinnert mehr an die Pfarrei und verbirgt die konkreten Personen, um die es hier als Berufsträger geht. Außerdem gibt es bereits „Pfarrblätter“, und zwar überwiegend in katholischen Gemeinden. Auch die Version mit Gendersternchen („Deutsches Pfarrer*innenblatt“) setzte sich nicht durch. Dafür konnte der Untertitel der Zeitschrift (bislang: „Die Zeitschrift für evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland“) ersetzt und geöffnet werden: „Die Zeitschrift für Menschen im Pfarrdienst“.

Eine ausdrückliche Bitte verknüpfe ich persönlich mit der Umbenennung: Die soziale Realität, dass Pfarrerinnen und Pfarrer diesen Beruf gemeinsam repräsentieren, sollte sich auch in der Beteiligung von Autorinnen (!) und Autoren in den einzelnen Ausgaben niederschlagen. Bislang gibt es (leider!) zu viele Beiträge von Kollegen und viel zu wenige von Kolleginnen. Wir haben für das „Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt“ keine Redaktion. Deshalb ist die Akquise von Beiträgen nur sehr bedingt möglich. Stattdessen sind wir angewiesen auf Zuträgerinnen und Zuträger. Lediglich bei den Predigtimpulsen arbeiten wir mit einem angefragten „Stammpersonal“, und dort ist die Balance von Autorinnen und Autoren mittlerweile gut geglückt.

Darum meine Bitte an die Kolleginnen: Schreiben Sie mir, wenn Sie einen Text zur Veröffentlichung haben, bzw. vermitteln Sie mir Kontakte zu Autorinnen, die Sie sich für unsere Zeitschrift vorstellen können.

Herzliche Grüße und ein gesegnetes neues Jahr

Peter Haigis

 

PS: Bitte beachten Sie den Hinweis von Schriftleitung und Herausgeber auf S. 65.

 

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 1/2021

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