Heute flattere ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einmal mit einer vergleichsweise persönlichen Mitteilung ins Haus. Viele von Ihnen werden möglicherweise nicht wissen, dass die Aufgabe des Schriftleiters des „Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrerblatts“ im Umfang von einer halben Pfarrstelle durch den Pfarrverband, und mithin durch die Pfarrvereine und ihre Mitglieder, finanziert wird. Seit Januar 2007 versehe ich diese Aufgabe – und tue dies bis heute ausgesprochen gerne. Es ist ein Arbeitsfeld, in dem ich in den zurückliegenden Jahren viel dazulernen konnte.

Als württembergischer Pfarrer habe ich seither – parallel dazu – die zweite Hälfte meines Dienstauftrags in einer Kirchengemeinde in der Nähe von Stuttgart wahrgenommen: als Gemeindepfarrer in einem kleinen Weinort im Speckgürtel einer Großstadt. Diese Verbindung – hier 50% für eine publizistische Aufgabe, die mich Monat für Monat mit einer Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen in ganz Deutschland verbindet, dort die Basics einer ganz normalen Landgemeindearbeit von Gottesdiensten und Seelsorge über Kasualien und Konfirmandenarbeit bis hin zu Religionsunterricht an einer Grundschule und Kinderkirche – empfand ich immer als sehr stimmig und sich gegenseitig bereichernd. Vielleicht erklärt die Konstruktion auch, warum ich nicht immer meine ungeteilte Aufmerksamkeit der Redaktionsarbeit und der vielfältigen Leser*innenkorrespondenz widmen konnte, und manche von Ihnen bisweilen etwas länger auf eine Reaktion meinerseits warten mussten. Aus der Perspektive des einen Arbeitsfeldes lief das andere eben immer „so nebenbei“. Aber es war aufs Ganze gesehen für mich gut organisierbar und es hat mir Freude bereitet.

Im Blick auf meine letzten Jahre im aktiven Dienst hat sich jetzt aber eine Weichenstellung und Veränderung ergeben: Die halbe Gemeindestelle habe ich gegen eine halbe Stelle im Kloster Wülfinghausen bei Hannover eingetauscht. Nun stehe ich also als württembergischer Pfarrer zu 50% im Dienst des Pfarrverbandes und zu 50% bin ich als Pastor der Hannoverschen Landeskirche tätig. Im Kloster Wülfinghausen lebt eine evangelische Kommunität, und dort betreibe ich mit vier Schwestern eine Tagungs- und Kursarbeit, die sich den Schwerpunkten Exerzitienarbeit und Geistliche ­Begleitung sowie Einkehrtagen, Retraiten und Kursen zum breiten Themenfeld „Christliche Spiritualität“ widmet. Seit 1. September 2020 arbeite ich hier. Der anhaltende Corona-Lockdown lässt im ­Moment nur wenig Präsenzarbeit zu und fordert auch uns schwer heraus.

Ab dem 1. Mai hat dann – mit meinem privaten Umzug – auch das „Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt“ eine neue Redaktionsadresse (s. Impressum), doch der Mail-Kontakt bleibt, und damit ändert sich für die meisten von Ihnen spürbar nichts. Und ich freue mich und bin gespannt auf neue „Synergieeffekte“, wie man so schön sagt, zwischen Publizistik und Kloster.

Herzlich grüßt Sie Ihr

Peter Haigis.


 

PS: Gerne gebe ich an dieser Stelle noch die Anregung eines Lesers weiter: Er schlug vor, man könne sich doch im „Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt“ auch mal über „Best Practice“-Erfahrungen austauschen oder so manches aus der persönlichen Schatzkiste des Berufs präsentieren. Im Heftbereich „Impulse und Anregungen“ ist dafür Raum. Freilich, man muss immer an die Übertragbarkeit bei sehr unterschiedlichen Verhältnissen vor Ort denken – aber vielleicht hätten Sie ja Lust, etwas mit anderen Leserinnen und Lesern zu teilen. Schreiben Sie mir!


 

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 4/2021

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