Pastor Andreas Kahnt
Standpunkt

Soeben haben sich wieder die Mächtigen aus Politik und Wirtschaft in Davos getroffen. Sie sind aber nicht unter sich geblieben. Längst werden zu den informellen Treffen Interessenverbände und unabhängige Organisationen eingeladen. Der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Prof. Klaus Schwab, hat erkannt, dass Politik und Unternehmen den Blickwinkel derer brauchen, die die Folgen politischer Entscheidungen und wirtschaftlichen Handelns erkennen und sich für die einsetzen, die sie tragen. Das wäre auch ein gutes Modell für die, die in den Kirchen das Sagen haben. 

Nicht unter sich bleiben, keine Hierarchien pflegen, Überlegungen und Entscheidungen transparent entwickeln und kommunizieren. Auch die Kirchen brauchen den Blickwinkel derer, die die Folgen kirchenamtlicher und synodaler Beschlüsse erkennen und sich für die einsetzen, die sie tragen.
Entsprechend sind Interessenvertreter und unabhängige Organisationen einzuladen und zu hören. Bisher ist es überwiegend allerdings so, dass zum Beispiel Pfarrvertretungen und Pfarrvereine sich dauernd selbst in Erinnerung bringen müssen, um nicht übergangen oder missachtet zu werden, nicht selten sogar gegen geltendes Recht.

Man mag vom Weltwirtschaftsforum halten, was man will. An dieser Stelle gehen die Veranstalter verantwortlich mit ihrem Vorsatz um, Menschen mit Einfluss und Kompetenz zusammenzubringen, um den eigenen Blick zu schärfen. Das stünde auch den Kirchen gut an.

Pastor Andreas Kahnt