Am 25. Januar 2024 wurde in Hannover der Abschlussbericht des Forschungsverbundes Forum M „Forschung und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evang. Kirche und Diakonie in Deutschland“ veröffentlicht. Die Ergebnisse können kaum überraschend genannt werden, denn die Problematik ist lange bekannt, beschämend sind sie allemal. Ihre Aufarbeitung wird Zeit brauchen, die Sensibilisierung für die darin sich zeigenden Formen von Machtmissbrauch duldet allerdings keinen Aufschub, wie Andreas Smidt-Schellong in einer prophetisch-kritischen Bibelarbeit zeigt.*

 

Die Vorgeschichte

David bekommt vom Propheten Natan sein Königtum zugesagt, für sich und für seine Nachfahren. Von dieser Verheißung überwältigt fragt David Gott, womit er das verdient hat: „Wer bin ich und was ist mein Haus (sc. meine Familie; alle, die zu mir gehören und was ich besitze), dass du mich bis hierher gebracht hast?“ (2. Sam. 7,18) In den anschließenden Kap. 8-10 wird von Davids Kriegen und Siegen erzählt. Sein Aufstieg wird allgemein als Erfolgsgeschichte bezeichnet. Doch dann geschieht der biografische Knick.

 

David und Batseba

Die Episode in 2. Sam. 11,1-27 enthält Täterstrukturen, die in heute erlebten Geschichten von Opfern sexueller Gewalt und Betroffenen durch Übergriffe in der sexuellen Selbstbestimmung wiedererkennbar sind:

1 Und als das Jahr um war, zur Zeit, da die Könige ins Feld zu ziehen pflegen, sandte David Joab und seine Knechte mit ihm und ganz Israel, damit sie das Land der Ammoniter verheerten und Rabba belagerten. David aber blieb in Jerusalem. 2 Und es begab sich, dass David um den Abend aufstand von seinem Lager und sich auf dem Dach des Königshauses erging; da sah er vom Dach aus eine Frau sich waschen; und die Frau war von sehr schöner Gestalt. 3 Und David sandte hin und ließ nach der Frau fragen und sagte: Ist das nicht Batseba, die Tochter Eliams, die Frau Urias, des Hetiters? 4 Und David sandte Boten hin und ließ sie holen. Und als sie zu ihm kam, schlief er bei ihr; sie aber hatte sich gerade gereinigt von ihrer Unreinheit. Und sie kehrte in ihr Haus zurück. 5 Und die Frau ward schwanger und sandte hin und ließ David sagen: Ich bin schwanger. 6 David aber sandte zu Joab: Sende zu mir Uria, den Hetiter. Und Joab sandte Uria zu David. 7 Und als Uria zu ihm kam, fragte David, ob es mit Joab und mit dem Volk und mit dem Krieg gut stünde. 8 Und David sprach zu Uria: Geh hinab in dein Haus und wasch deine Füße. Und als Uria aus des Königs Haus hinausging, wurde ihm ein Geschenk des Königs nachgetragen. 9 Aber Uria legte sich schlafen vor der Tür des Königshauses, wo alle Knechte seines Herrn lagen, und ging nicht hinab in sein Haus. 10 Als man aber David ansagte: Uria ist nicht hinab in sein Haus gegangen, sprach David zu Uria: Bist du nicht von weit her gekommen? Warum bist du nicht hinab in dein Haus gegangen? 11 Uria aber sprach zu David: Die Lade und Israel und Juda wohnen in Zelten und Joab, mein Herr, und meines Herrn Knechte liegen auf freiem Felde, und ich sollte in mein Haus gehen, um zu essen und zu trinken und bei meiner Frau zu liegen? So wahr du lebst und deine Seele lebt: Das werde ich nicht tun! 12 David sprach zu Uria: Bleib heute hier, morgen will ich dich gehen lassen. So blieb Uria in Jerusalem an diesem Tage und auch am nächsten. 13 Und David lud ihn ein, dass er bei ihm aß und trank, und machte ihn trunken. Aber am Abend ging er hinaus, dass er sich schlafen legte auf sein Lager bei den Knechten seines Herrn, und ging nicht hinab in sein Haus. 14 Am Morgen schrieb David einen Brief an Joab und sandte ihn durch Uria. 15 Er schrieb aber in dem Brief: Stellt Uria vornehin, wo der Kampf am härtesten ist, und zieht euch hinter ihm zurück, dass er erschlagen werde und sterbe. 16 Als nun Joab die Stadt belagerte, stellte er Uria an den Ort, von dem er wusste, dass dort streitbare Männer standen. 17 Und als die Männer der Stadt einen Ausfall machten und mit Joab kämpften, fielen etliche vom Volk, von den Knechten Davids, und Uria, der Hetiter, starb auch. 18 Da sandte Joab hin und ließ David alles sagen, was sich bei dem Kampf begeben hatte, 19 und gebot dem Boten und sprach: Wenn du dem König alles bis zu Ende gesagt hast, was sich bei dem Kampf begeben hat, 20 und siehst, dass der König zornig wird und zu dir spricht: Warum seid ihr so nahe an die Stadt herangerückt im Kampf? Wisst ihr nicht, dass sie von der Mauer schießen? 21 Wer erschlug Abimelech, den Sohn Jerubbaals? Warf nicht eine Frau einen Mühlstein auf ihn von der Mauer, sodass er in Tebez starb? Warum seid ihr so nahe an die Mauer herangerückt?, – so sollst du sagen: Auch dein Knecht Uria, der Hetiter, ist tot. 22 Der Bote ging hin und kam und sagte David alles, was Joab ihm aufgetragen hatte. 23 Und der Bote sprach zu David: Die Männer waren uns überlegen und zogen heraus aufs Feld gegen uns; wir aber drängten sie bis an den Eingang des Tores. 24 Und die Schützen schossen von der Mauer auf deine Knechte und töteten etliche von den Knechten des Königs, und auch Uria, dein Knecht, der Hetiter, ist tot. 25 David sprach zum Boten: So sollst du zu Joab sagen: „Lass dir das nicht leid sein, denn das Schwert frisst bald diesen, bald jenen. Fahre fort mit dem Kampf gegen die Stadt und zerstöre sie.“ So sollst du ihm Mut zusprechen. 26 Und als Urias Frau hörte, dass ihr Mann Uria tot war, hielt sie die Totenklage um ihren Eheherrn. 27 Sobald sie aber ausgetrauert hatte, sandte David hin und ließ sie in sein Haus holen, und sie wurde seine Frau und gebar ihm einen Sohn. Aber dem Herrn missfiel die Tat, die David getan hatte.

 

Bemerkenswert an dieser Episode ist dreierlei:

1. Die atl. Erzähler*innen haben die Größe, dass sie diese königskritische Geschichte trotz ihrer Abgründigkeit überliefern und in den atl. Kanon integrieren.
2. Batseba wird in 1. Chr. 3,5 bei der Wiederholung von Daten aus der Geschichte Israels noch einmal genannt, allerdings als Bat-Shua.
3. Ihr Name wird weiterhin in Ehren gehalten und Mt. 1,6 im Stammbaum Jesu erwähnt, wenigstens indirekt als „Frau des Uria“.

 

David und Natan

Die Erzählung von David und Batseba 2. Sam. 11 endet mit der Bemerkung, dass es Gott missfiel, was David getan hatte. Daran knüpft das Kap. 12 an mit dem nochmaligen Auftreten des Propheten Natan, der bereits aus Kap. 7 bekannt ist:

1 Und der Herr sandte Natan zu David. Als der zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. 2 Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; 3 aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte. Und er nährte es, dass es groß wurde bei ihm zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt’s wie eine Tochter. 4 Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er’s nicht über sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas zuzurichten, der zu ihm gekommen war. Und er nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war. 5 Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der Herr lebt: Der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat! 6 Dazu soll er das Schaf vierfach bezahlen, weil er das getan und sein eigenes geschont hat. 7 Da sprach Natan zu David: Du bist der Mann! So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls 8 und habe dir deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen in deinen Schoß, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun. 9 Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel? Uria, den Hetiter, hast du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn aber hast du umgebracht durch das Schwert der Ammoniter. 10 Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei. 11 So spricht der Herr: Siehe, ich will Unheil über dich kommen lassen aus deinem eigenen Hause und will deine Frauen nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nächsten geben, dass er bei deinen Frauen schlafen soll an der lichten Sonne. 12 Denn du hast’s heimlich getan, ich aber will dies tun vor ganz Israel und im Licht der Sonne. 13 Da sprach David zu Natan: Ich habe gesündigt gegen den Herrn. Nathan sprach zu David: So hat auch der Herr deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben. 14 Aber weil du die Feinde des Herrn durch diese Sache zum Lästern ­gebracht hast, wird der Sohn, der dir geboren ist, des ­Todes sterben. 15a Und Natan ging heim.

 

Rhetorisch und pädagogisch geschickt verpackt Natan seine Botschaft. Er konfrontiert David mit einer Alltagsgeschichte vom Unrecht. Dieser identifiziert sich sogleich damit – an Empathie mangelt es ihm nicht –, er ist leidenschaftlich parteiisch und solidarisch für das Recht des Opfers, des armen Mannes (V. 5-6). Natan hält ihm einen Spiegel vor: „Du bist der Mann!“ ­Dadurch realisiert David seine Schuld. Er hat sich bereits selber gerichtet, was Natan ihm jetzt nicht mehr sagen muss.

Immerhin beweist David Aufrichtigkeit, dass er sich stellt und sich nicht aus der Affäre zieht. Anders war es bei der Begegnung mit Uria, dem Mann der Batseba (Kap. 11), den er aus dem Weg räumte und an dem er sich nach seiner Vergewaltigung Batsebas erneut schuldig machte. David bekennt: „Ich habe gesündigt vor dem Herrn!“ – Was er nicht sagt: Und an Batseba und Uria.

 

Drei Kernaussagen

Die hebräische Erzählweise bündelt die Botschaft auf den Punkt. Die drei Kernaussagen in 2. Sam. 11 und 12 (oben kursiv gedruckt) werden im hebräischen Text in prägnanten, einprägsamen Zweiwortsätzen zur Sprache gebracht. Nacheinander gelesen ergeben sie einen Dreischritt im Handlungsverlauf:

1. Schritt: 2. Sam. 11,5:  (hara anochi: „Ich bin schwanger!“) Schuldkomplex: Batseba legt Davids Vergehen und ihre Schmach offen.
2. Schritt: 2. Sam. 12,7:  (atta ha'isch: „Du bist der Mann!“) Natan konfrontiert David mit seiner Schuld.
3. Schritt: 2. Sam. 12,13:  (hatatti leadonaj: „Ich habe gesündigt vor Adonaj.“) David bekennt seine Schuld.

In den drei Schritten Offenlegung der Schuld, Konfrontation mit der Schuld und Schuldbekenntnis werden Elemente eines Schuldkomplexes erzählerisch komprimiert. Sie bilden den roten Faden der Episode und sind konstitutiv für den Prozess der Auseinandersetzung ­damit.

Nachdem David seine Sünde bekannt hat, sagt Natan: „So hat auch der Herr deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben. Aber weil du die Feinde des Herrn durch diese Sache zum Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der dir geboren ist, des Todes sterben.“ (V. 13f) – Was kann das Kind für die Schuld seines Vaters? Wie wird es Batseba damit ergangen sein? Sowohl ihr Empfinden als auch die Perspektive des Kindes werden verschwiegen. Die Theologin Klara Butting bemerkt dazu: „Die Erzählung spiegelt sehr realistisch die Brutalität androzentrisch organisierter gesellschaftlicher Macht.“1 Butting versteht den angesagten Tod dieses Kindes „nicht als historischen Bericht über einen gestorbenen Säugling, sondern als Symbol dafür, dass männliche Gewalt und ihre Folgen ohne Rücksicht und Einspruchmöglichkeiten Betroffener die kommenden Generationen in den Untergang reißen.“2

Trotz der Vergebung „haben Davids Taten Folgen, denen er nicht ausweichen kann. Dafür steht in der Erzählung der Tod des neugeborenen Sohnes. Im Kontext der biblischen Erzähltradition verkörpert dieser potenzielle Thronfolger Davids Zukunft, die Zukunft des maroden, gewalttätigen Königtums. Sein Tod ist in der Erzählung das Symbol dafür, dass ein Staat, in dem Recht hat, wer Macht hat, zugrunde geht. Auch nach der Vergebung ist also von unheilvollen Konsequenzen der Taten Davids die Rede. (…) Die Gewalt, die David geübt hat, hat politische Unruhe zur Folge, die bis in seine eigene Familie hineinreicht. Einer seiner Söhne, Absalom, wird einen Aufstand gegen David anstiften und ihn zu stürzen versuchen. Auch das ist David als eine Folge der von ihm in Gang gesetzten Verrohung der gesellschaftlichen Verhältnisse angekündigt worden.“3 „Urias Frau hast du dir zur Frau genommen … Nun, so will ich Unheil über dich kommen lassen aus deinem eigenen Hause.“ (2. Sam. 12,9.11)

„Beides geschieht: David wird frei von seiner Tat – und er wird mit den Folgen seiner Tat konfrontiert. Denn nur durch diese doppelte Bewegung kann es gelingen, dass in dieser Welt Wege aus Schuldverstrickung und Gewalt gefunden werden! Vergebung ist Gottes neuschöpferische Investition in den Täter/die Täterin, damit er/sie den Opfern gegenüber von neuem handlungsfähig wird und in der Schuldsituation die Verantwortung für wiedergutmachende Schritte übernehmen kann. Mit dem Zuspruch der Vergebung werden also nicht Verbrechen an Menschen mit Gott abgemacht. Im Gegenteil: Wenn Gott David seine Sünde vergibt, befähigt er ihn dazu, mit der Zerstörung von Gemeinschaft, die seine Untaten bewirkt haben, als seiner Schuld verantwortlich umzugehen.“4

 

Einschub: Davids „Bußpsalm“ (Ps. 51)

Die Geschichte von David und Batseba und die anschließende Konfrontation durch den Propheten Natan mit ihrer nachhaltigen Wirkung wird im Ps. 51, dem sog. vierten Bußpsalm, der König David zugeschrieben wird, aufgegriffen. Dort werden auch die Schuldfrage und Gottes Handeln reflektiert – ein Indiz, dass dieses Thema seinen Sitz im Leben auch im Gottesdienst entfaltet.

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, 2 als der Prophet Natan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war. 3 Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 4 Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; 5 denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. 6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest. 7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen. 8 Siehe, du liebst Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund. 9 Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee. 10 Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat. 12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. 13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. 15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. 16 Errette mich von Blutschuld, / Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 17 Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. 18 Denn Schlachtopfer willst du nicht, / ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. 19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. 20 Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. 21 Dann werden dir gefallen rechte Opfer, / Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.

 

Wie es weitergeht: 2. Sam. 13,1-22 – „So tut man nicht in Israel!

Ab Kap. 13 hat man die Hoffnung, dass aus Fehlern gelernt wird und sich jetzt etwas ändert. Doch die Gewalt- und Schuldgeschichte in Davids Familie geht ohne Unterbrechung weiter. Die nun folgende Tamar5-Geschichte handelt von Tamar, der Tochter Davids, die von ihrem Halbbruder Amnon, dem ältesten Sohn Davids, unter dem Vorwand, er sei krank, in sein Zimmer gelockt und vergewaltigt wird.6 Absalom, der leibliche Bruder Tamars, rächt sie, indem er Amnon tötet, was David in Loyalitätsnot gegenüber seinem geliebten Erstgeborenen bringt (2. Sam. 13,32; vgl. 1. Chr. 3,9):

1 Und es begab sich danach: Absalom, der Sohn Davids, hatte eine schöne Schwester, die hieß Tamar; und Amnon, der Sohn Davids, gewann sie lieb. 2 Und Amnon grämte sich, sodass er fast krank wurde, um seiner Schwester Tamar willen; denn sie war eine Jungfrau, und es schien Amnon unmöglich, ihr etwas anzutun. 3 Amnon aber hatte einen Freund, der hieß Jonadab, ein Sohn von Davids Bruder Schima, und dieser Jonadab war ein sehr kluger Mann. 4 Der sprach zu ihm: Warum bist du so elend von Tag zu Tag, du Königssohn? Willst du mir’s nicht sagen? Da sprach Amnon zu ihm: Ich habe Tamar, die Schwester meines Bruders Absalom, lieb gewonnen. 5 Jonadab sprach zu ihm: Lege dich auf dein Bett und stelle dich krank. Wenn dann dein Vater kommt, dich zu besuchen, so sprich zu ihm: Lass doch meine Schwester Tamar kommen, damit sie mir Krankenspeise gebe und vor meinen Augen das Essen bereite, dass ich zusehe und von ihrer Hand esse. 6 So legte sich Amnon hin und stellte sich krank. Als nun der König kam, ihn zu besuchen, sprach Amnon zum König: Lass doch meine Schwester Tamar kommen, dass sie vor meinen Augen zwei Kuchen mache und ich von ihrer Hand esse. 7 Da sandte David zu Tamar ins Haus und ließ ihr sagen: Geh hin ins Haus deines Bruders Amnon und mache ihm eine Krankenspeise. 8 Tamar ging hin ins Haus ihres Bruders Amnon; er aber lag zu Bett. Und sie nahm den Teig und knetete ihn und bereitete ihn vor seinen Augen und backte die Kuchen. 9 Und sie nahm die Pfanne und schüttete sie vor ihm aus; aber er weigerte sich zu essen. Und Amnon sprach: Lasst jedermann von mir hinausgehen. Und es ging jedermann von ihm hinaus. 10 Da sprach Amnon zu Tamar: Bringe die Krankenspeise in die Kammer, dass ich von deiner Hand esse. Da nahm Tamar die Kuchen, die sie gemacht hatte, und brachte sie zu Amnon, ihrem Bruder, in die Kammer. 11 Und als sie diese zu ihm brachte, damit er esse, ergriff er Tamar und sprach zu ihr: Komm, meine Schwester, schlaf bei mir! 12 Sie aber sprach zu ihm: Nicht doch, mein Bruder, schände mich nicht; denn so tut man nicht in Israel. Tu nicht solch eine Schandtat! 13 Wo soll ich mit meiner Schande hin? Und du wirst in Israel sein wie ein Ruchloser. Rede aber mit dem König, der wird mich dir nicht versagen. 14 Aber er wollte nicht auf sie hören und ergriff sie und tat ihr Gewalt an und schlief bei ihr. 15 Und Amnon wurde ihrer überdrüssig, sodass sein Hass größer war als vorher seine Liebe. Und Amnon sprach zu ihr: Steh auf, geh! 16 Sie aber sprach zu ihm: Dass du mich von dir stößt, dies Unrecht ist größer als das andere, das du an mir getan hast. Aber er wollte nicht auf sie hören, 17 sondern rief den Knaben, der ihm diente, und sprach: Treibe diese von mir hinaus und schließ die Tür hinter ihr zu! 18 Und sie hatte ein Ärmelkleid an; denn solche Kleider trugen des Königs Töchter, solange sie Jungfrauen waren. Und als sein Diener sie hinausgetrieben und die Tür hinter ihr zugeschlossen hatte, 19 warf Tamar Asche auf ihr Haupt und zerriss das Ärmelkleid, das sie anhatte, und legte ihre Hand auf das Haupt und ging schreiend davon. 20 Und ihr Bruder Absalom sprach zu ihr: Ist dein Bruder Amnon bei dir gewesen? Nun, meine Schwester, schweig still; es ist dein Bruder, nimm dir die Sache nicht so zu Herzen. So blieb Tamar einsam im Hause ihres Bruders Absalom. 21 Und als der König David dies alles hörte, wurde er sehr zornig. Aber er tat seinem Sohn Amnon nichts zuleide, denn er liebte ihn, weil er sein Erstgeborener war. 22 Doch Absalom redete nicht mit Amnon, weder Böses noch Gutes. Denn Absalom hasste Amnon, weil er seine Schwester Tamar geschändet hatte.

 

Tamar steht im Zuständigkeitsbereich Davids unter dem Schutz ihres Bruders Absalom. Während die männlichen Hauptakteure der Geschichte durch den Hinweis auf ihr Verwandtschaftsverhältnis zu David mit dem Zentrum der Macht in Verbindung gebracht werden, wird Tamar nirgendwo als Königstochter bezeichnet. Offen­bar hat sie keinen Anteil an Davids Macht.

Für Amnon wird die Spannung seiner zuerst fast krankhaften Zuneigung zu Tamar zu einer Zerreißprobe. Sein Cousin Jonadab spricht ihn durch seine Anrede „Königssohn“ (V. 4) auf seine Machtposition an und empfiehlt, sich diese Vorzugsstellung zu Nutze zu machen. Der Reiz liegt für Amnon in Tamars Status als Jungfrau, in ihrer Unberührbarkeit. „Die Erzählung spricht diese Lust an der Bewältigung des Verbotenen an, wenn Tamars Unerreichbarkeit mit einem (hebräischen) Verb benannt wird, das sowohl „unmöglich sein“ als auch „wunderbar sein“ bedeutet. Tamars Zugehörigkeit zum Bereich Davids macht es (…) für Amnon zugleich schwierig und begehrenswert, Tamar etwas anzutun.“7

In Sorge um den vermeintlich kranken Sohn Amnon besucht David ihn, wobei die Sorge um die Kontinuität und Stabilität seiner eigenen Macht durchschimmert. Tamar wird diesen Interessen untergeordnet, indem David sie Amnon ausliefert durch den Auftrag, ihm als „Kranken“pflegerin zu dienen. Tamar kommt und verköstigt ihn. Als sie Amnon das Essen reicht, schickt er alle Anwesenden hinaus und ergreift sie. Tamar wehrt sich gegen die Schandtat: „So tut man nicht in Israel!“ (V. 12)8. – Außer der Moral hat ihre Bemerkung auch diesen Aspekt: So nimmt die Schuldgeschichte des Zufügens von Leid kein Ende, dadurch gehen Menschen und Land und Königtum zugrunde!

Doch Amnon hört nicht auf Tamar. Stattdessen wird er ihrer überdrüssig, „sodass sein Hass größer war als vorher seine Liebe. Und Amnon sprach zu ihr: Steh auf, geh! Sie aber sprach zu ihm: Dass du mich von dir stößt, dies Unrecht ist größer als das andere, das du an mir getan hast.“ (V. 15f) Wieder hört er nicht auf sie, sondern beauftragt seinen Diener, Tamar hinauszutreiben und die Tür zu verschließen. Sein Verhalten macht deutlich: Es geht bei der Vergewaltigung weder um Liebe geschweige denn um das Schöne an erfüllter Sexualität, sondern es geht allein um Macht und Lust an Überwältigung, um Beherrschung und Erniedrigung, um Überlegenheit und Unterwerfung.

 

Ein Seitenblick: Not-wendige Schutzmaßnahmen gegen sexuellen Missbrauch

In der EKD sind Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen seit mehreren Jahren verpflichtet, Schutzkonzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche für sich zu verfassen und verbindlich umzusetzen. Im Schutzkonzept der Evang. Ichthys-Kirchengemeinde Köln beginnt das Vorwort mit diesem Absatz: „Sexualität ist eine gute Gabe Gottes! Sie zu würdigen bedeutet für unsere Kirchengemeinde, in besonderem Maße dafür Sorge zu tragen, dass junge Menschen ihre Sexualität als eine einmalige, positive Lebenskraft erkennen und auch in dieser Hinsicht selbstbestimmt und geschützt leben können.“9

Die Mitarbeitenden am Schutzkonzept intendieren, etwas Positives und Heiles als Prämisse voranzustellen. Ich kann die Absicht nachvollziehen. Dieser Einstieg suggeriert jedoch, als hätten sexuelle Übergriffe etwas mit Liebe und gottgewollter Sexualität zu tun. Der Grund für die Notwendigkeit von Schutzkonzepten und für die vorliegende Aufgabe ist jedoch gerade nicht, das für diesen Zusammenhang idealisiert anmutende Schöne an Sexualität als guter Gabe Gottes zu loben, sondern das eigentliche Thema heißt Machtmissbrauch und Entwürdigung. Also anders herum: Weil es Opfer durch sexuelle Übergriffe gibt, darum sind kirchliche Einrichtungen gefordert, dies allem voran wahrzunehmen, es zu benennen und darauf zu reagieren. Auch auf Stimmen von Betroffenen zu reagieren, die Sexualität von ihrer negativsten Seite als Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen, Machtmissbrauch und schlechte Gabe Gottes kennengelernt haben.

Darum halte ich es für geboten, dass sich Verfasser*innen von Schutzkonzepten mit diesem Befund eindeutig auf der Seite der Betroffenen positionieren. Diese solidarische Grundhaltung steht am Anfang. Aus ihr folgen Handlungsschritte, die die Resilienz der heranwachsenden Persönlichkeit namentlich von Kindern und Jugendlichen stärken und analog zum christlichen Menschenbild beitragen, Sexualität als positive Lebenskraft zu entfalten. Betroffenenberichte hier und wissenschaftliche Studien dort bestätigen sich gegenseitig: Jede Vergewaltigung hat beim Opfer eine schwere Traumatisierung und vielfältige psychische Verletzungen zur Folge. Das gewalttätige Eindringen in den Körper ist der denkbar schwerste Angriff auf das intime Selbst und die Würde des Menschen.10

Petra Heilig bezeichnet Vergewaltigungsopfer als psychisch und physisch „verwüstet, zerrissen, zerfleischt“11 und konkludiert, dass auch Tamar infolge ihrer Vergewaltigung an einer schweren posttraumatischen Störung leidet: Das Zerreißen ihres Gewandes als Ausdruck der innerlichen Zerrissenheit (V. 18-19) weist darauf hin.12 Ein weiteres Kennzeichen für ihren seelischen Zustand ist die Formulierung „So blieb Tamar einsam“ (V. 20, Lutherübersetzung). Im hebräischen Text steht an dieser Stelle das Wort schamam, veröden / verwüsten; ein Ausdruck, der an vielen Stellen im AT die Verwüstung von Land und Menschen nach der Zerstörung Jerusalems beschreibt und der konnotiert ist mit: Hier kann nichts wachsen und blühen, was Zukunft hätte. Vor diesem Hintergrund wird die Übersetzung von V. 20 von Buber/Rosenzweig anschaulich: „Tamar weilte, eine Verödende, im Haus ihres Bruders Absalom.“

Klara Butting folgert daraus: „… als wollten die biblischen Erzähler*innen auf diesen Ausgang der Geschichte hindeuten: Unter der politischen Führung der Männer aus dem Hause Davids und ihrer vorrangigen Sorge um die eigene Macht gehen die Frauen und Männer Israels einer Katastrophe entgegen.“13

 

Ein Mustervergleich mit einem Beispiel von heute

Ende Januar 2022: Im Erzbistum München und Freising gibt es einen Skandal wegen der sexuellen Missbräuche an Minderjährigen durch Priester und kirchliche Mitarbeitende in der Vergangenheit. Der Damm des Schweigens ist gebrochen, täglich kommen neue schmutzige Details zum Vorschein. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hatte sich im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Gutachtens über Missbrauchsfälle in seinem Bistum entschuldigt und sagte im Gespräch mit der Betroffenen-Initiative „Eckiger Tisch“ am 27.1.2022 sinngemäß: Ich entschuldige mich, dass wir uns als verantwortliche Geistliche bisher nicht für Ihre Geschichten interessiert haben. Wir haben Ihre Stimmen als Rufschädigung, als Nestbeschmutzung der katholischen Kirche betrachtet und Sie darum ignoriert. Die Aufrechterhaltung der Institution Kirche war uns wichtiger als Ihr persönliches Ergehen durch die erlittene Gewalt. Dafür bitte ich alle Opfer sexueller Übergriffe um Entschudigung.

Einen Tag danach wollte ich (A. Smidt-Schellong) den genauen Wortlaut von Kardinal Marx’ Stellungnahme im Internet recherchieren, doch sie war nirgendwo mehr auffindbar. Am 17.1.2023, ein knappes Jahr später, äußerte sich Kardinal Marx erneut zu den Betroffenen: „Für das damit verbundene Leid werde ich immer in der Verantwortung stehen und bitte darum nochmals um Entschuldigung. Ich kann Geschehenes nicht rückgängig machen, aber jetzt und zukünftig anders handeln. Und das tue ich.“14 Auch ein Jahr nach dem Gutachten sei das Entsetzen über die Fälle groß: „Der Schrecken ist geblieben. Missbrauch ist und bleibt eine Katastrophe.“

Zum Umgang mit Schuld und zur Motivation ihrer Verdrängung sagt Marx diesen m.E. wichtigen, enthüllenden Satz über die Konsolidierung des Machtsystems: „Die Aufrechterhaltung der Institution Kirche war uns wichtiger als Ihr persönliches Ergehen durch die erlittene Gewalt.“ (!) Demnach ist der Schutz und die Sicherung des Machtapparates wichtiger als den Opfern sexueller Gewalt schützend zur Seite zu stehen. Das nenne ich menschenverachtend! Dies ist strukturelle Sünde, die tief im System steckt, binnenkirchlich.

Dasselbe Muster erkennen wir in der Tamargeschichte. Noch einmal 2. Sam. 13, der Wortwechsel zwischen Absalom und Tamar, der keiner ist: „Absalom sprach zu ihr: Ist dein Bruder Amnon bei dir gewesen?“ (V. 20) Er lässt ihr noch nicht einmal Zeit zum Antworten, sondern unterbricht sie: „Nun, meine Schwester, schweig still; es ist dein Bruder, nimm dir die Sache nicht so zu Herzen.“ (V. 20f) Er sagt das, um Amnon zu schützen, den er eigentlich hasst (V. 22); um die Institution notdürftig zu rehabilitieren; um das Königtum und ihre Protagonisten nicht zu gefährden. Die Machterhaltung der Institution ist ihm wichtiger als die Misshandlung des Opfers, seiner eigenen Schwester. Er interessiert sich nicht für Tamar, weder für das Vergewaltigungsverbrechen noch für ihren Gefühlszustand. Stattdessen unterbricht er sie, unterdrückt ihren Widerstand und bagatellisiert die Sache. „Absalom behält Tamars Geschichte (zwar) im Gedächtnis, er gibt der eigenen Tochter den Namen Tamar in Erinnerung an die Tante.[15] Doch handlungsleitend ist für ihn nicht das Interesse an Wiedergutmachung für Tamar, sondern der Kampf um die Thronnachfolge. Im Verborgenen schmiedet er fortan Rachepläne gegen Amnon und auch gegen David. Auch für David ist die Stabilität der eigenen Macht wichtiger als das Schicksal seiner Tochter. Er wird ‚sehr zornig‘ (13,21). Doch auch er schweigt und tut nichts. Der Schutz des Thronfolgers hat für ihn mehr Gewicht als das Leben Tamars. Nur die Erzähler*innen durchbrechen das Tamar verordnete und von den Männern eingehaltene Stillschweigen. Sie erzählen Tamars Geschichte. Sie beschönigen nichts, wenn es am Ende heißt: ‚Tamar blieb, eine Verödete, im Haus ihres Bruders Absalom‘ (13,20)“.16

Die Hoffnung, dass die vorangegangene Konfrontation zwischen Natan und David eine nachhaltige Veränderung von Davids Politik im Interesse der Opfer zur Folge hat, bleibt unerfüllt. Trotz dieser enttäuschenden Bilanz haben wir es dem Mut der biblischen Erzähler*innen zu verdanken, dass die Vision von einem gerechten, gewaltfreien Zusammenleben durch ihr Tradieren lebendig bleibt.

 

Anmerkungen

* Diese Bibelarbeit wurde 2023 im Herforder Pfarrer*innen-Konvent gehalten mit der Option, die Erarbeitung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt im Evang. Kirchenkreis Herford nicht nur pragmatisch anzugehen, sondern auch biblisch-theologisch zu flankieren.

1 Klara Butting/Gerard Minnaard/Rainer Kessler (Hg.), Die Bibel erzählt … 2. Samuel, Wittingen 2009, 39.

2 Ebd., 39.

3 Ebd., 39 und 41.

4 Ebd., 41f.

5 Tamar ist nicht zu verwechseln mit der Tamar aus 1. Mos. 38, der Geschichte von Juda und Tamar. Jene findet ebenso wie Batseba Eingang in den Stammbaum Jesu (Mt. 1,3), nicht jedoch diese Tamar aus 2. Sam. 13.

6 Amnons vorgetäuschte Krankheit deute ich als Täterstrategie, die sich auch in heutigen Missbrauchsfällen ereignet: Als Täter erregt Amnon durch seine simulierte Hilfsbedürftigkeit moralisch Mitleid in der Absicht, als sekundären Gewinn Zuwendung und Nähe und zumindest keine Gegenwehr zu erhalten. Mit Erfolg.

7 Klara Butting u.a., a.a.O., 44. Der letzte Satz ist ein Zitat von Ilse Müllner, Die Samuelbücher, in: Kompendium Feministische Theologie, Gütersloh 1999, 121.

8 Tamars Ausruf „So tut man nicht in Israel!“ umfasst im Hebräischen vier Worte, im Unterschied zu den o.g. drei Zweiwortsätzen beim komprimierten Schuldkomplex-Ablauf.

9 https://evkirche-ichthys.de/wp-content/uploads/2021/07/Schutzkonzept-Ichthys.pdf ; 2. überarbeitete Version aufgrund landeskirchlicher Vorgaben im April/Mai 2021; Stand: 28.5.2021.

10 Vgl. Ilse Müllner, Gewalt im Hause Davids. Die Erzählung von Tamar und Amnon (2 Sam 13,1-22), Freiburg, Basel, Wien 1997, 12.

11 Petra Heilig, „Und ich, wohin sollte ich meine Schande tragen?” Tamar (2 Samuel 13). In: Angelika Meissner (Hrsg.), Und sie tanzen aus der Reihe. Frauen im Alten Testament. Stuttgart 1992, 129-144, hier 137.

12 Vgl. Thomas Griebel, Sexuelle Gewalt als Thema der Erzählung von Tamar und Amnon (2 Sam 13,1-22) aus feministisch-exegetischer Perspektive, Dresden 2005, 12.

13 Klara Butting u.a., a.a.O., 47.

14 Der Münchener Kardinal Reinhard Marx in den ZDF-Nachrichten am 17.1.2023, abgerufen am 18.11.2023: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/missbrauch-gutachten-kardinal-marx-opfer-100.html.

15 In 2. Sam. 14,27 wird Absaloms Tochter Tamar namentlich genannt und gegenüber seinen drei Söhnen hervorgehoben, die anonym bleiben.

16 Klara Butting u.a., a.a.O., 46f.

 

Über die Autorin / den Autor:

Pfarrer Andreas Smidt-Schellong, Jahrgang 1962, Studium der Evang. Theologie in Wuppertal, Heidelberg, Amsterdam und Göttingen, Vikariat in Bremen, Pfarrer in Recklinghausen, Bielefeld und seit 2019 in der Kirchengemeinde Herford-Mitte; verheiratet, zwei Kinder.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 2/2024

1 Kommentar zu diesem Artikel
23.02.2024 Ein Kommentar von Michael Häußler Die Geschichte von David und Batseba wie im vorliegenden Beitrag gegen den Strich zu lesen, eröffnet einen erweiterten wenn nicht gar neuen Blick auf den Text und seine Intention. ‚Geschichte der Thronnachfolge‘ stand für mich bis dato als Überschrift. Man kann auch sagen: ‚Geschichte der Konstitution der davidischen Dynastie.‘ In der neuen Perspektive gelesen wird es zur ‚Geschichte der > Zukunft des maroden, gewalttätigen Königtums
Kommentieren Sie diesen Artikel
Pflichtfelder sind mit * markiert.
Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.
Spamschutz: dieses Feld bitte nicht ausfüllen.