Im Jahr 2004 entstand im Rahmen der „FreshX“-Bewegung der anglikanischen Church of England das Konzept der sogenannten „Messy Church“. Dabei handelt es sich um einen zwei- bis dreistündigen Gottesdienst in besonderer Form für Familien mit Kindern. Mittlerweile ist dieses Konzept unter der Bezeichnung „Kirche Kunterbunt“ auch im deutschen Sprachraum angekommen. Ende 2019 wurde die „Kirche Kunterbunt Coburg“ (kurz „KiKuCo“) ins Leben gerufen – als Kooperationsprojekt zwischen einer Kirchengemeinde und der örtlichen CVJM-Gruppe. Mittlerweile gilt die KiKuCo als einer der bekanntesten deutschsprachigen Ableger dieses modernen Formats. Im Blick auf den Prozess „Profil und Konzentration“, den die bayerische Landeskirche seit 2017 beschreitet, ist die KiKuCo ein beispielhaftes Projekt. Sascha Ebner stellt es vor.

 

Das Konzept der „Kirche Kunterbunt“

Das Konzept der „Kirche Kunterbunt“ kommt aus der „FreshX“-Bewegung der anglikanischen Church of England und ist dort als „Messy Church“ bekannt. Im Rahmen der „Kirche Kunterbunt“ erleben Kinder mit ihren Begleitpersonen ein Programm, das sich von einem klassischen Gottesdienst deutlich unterscheidet. Ein Event der „Kirche Kunterbunt“ gliedert sich in eine „Willkommenszeit“ am Anfang, eine Phase mit „Kreativstationen“ zum spielerischen Erschließen einer biblischen Erzählung, eine „Feierzeit“ mit kindgerechter geistlicher Musik zum Singen und Tanzen sowie eine „Essenszeit“, während derer alle Teilnehmenden an ­einer gemeinsamen Tafel sitzen.1

Die Bezeichnung „Kirche Kunterbunt“ geht zurück auf die „Villa Kunterbunt“, den Ort, an dem Pippi Langstrumpf aus dem gleichnamigen Werk Astrid Lindgrens zu Hause ist. Eine „Kirche Kunterbunt“ soll nach dem Willen ihrer Schöpfer*innen genauso „frech und wild und wundervoll“ sein wie das rothaarige schwedische Mädchen.2 Durch das niedrigschwellige Format entsteht ein geistliches Angebot, das auch für eher kirchenferne Menschen interessant ist. Ganz bewusst wird deshalb in der Öffentlichkeitsarbeit meist auf die Bezeichnung „Gottesdienst“ verzichtet und stattdessen von einem „Event“ o.ä. gesprochen. Die Idee der „Kirche Kunterbunt“ erfreut sich im deutschen Sprachraum immer größerer Beliebtheit: Mehr als 100 Gemeinden und Gruppierungen, die das Konzept aufgreifen, haben sich dem stetig wachsenden „Kirche-Kunterbunt-Netzwerk“ bereits angeschlossen.3

Grundlinien der Entwicklung

Im Herbst 2019 unterhielten sich der Sprecher der Coburger CVJM-Gruppe und der Vikar der Coburger Kirchengemeinde St. Moriz über die Möglichkeit, in Coburg eine „Kirche Kunterbunt“ aufzubauen. Beide hatten erkannt, dass das kirchliche Angebot für Familien mit kleinen Kindern in der Vestestadt ausbaufähig war und dass zahlreiche Familien durch die traditionellen kirchlichen Veranstaltungen in Coburg kaum erreicht wurden. Schnell hatten sie sich darauf geeinigt, die ­„KiKuCo“ als gemeinsames Projekt von Kirchengemeinde und CVJM-Gruppe zu starten.

Anfang 2020 hatte sich für die KiKuCo bereits ein Team von etwa 20 Ehrenamtlichen gebildet. Diese kamen sowohl aus den verschiedenen Gruppen und Kreisen der beteiligten Kirchengemeinde als auch aus der örtlichen CVJM-Gruppe. Der einzige Hauptamtliche im Team war der Vikar der beteiligten Kirchengemeinde, der sich mit dem bereits erwähnten Verantwortlichen des CVJM die Leitungsaufgaben teilte. Bei einem ersten Treffen im Plenum wurde zunächst festgesetzt, dass ab Oktober 2020 alle zwei Monate ein Kirche-Kunterbunt-Event in der Coburger Morizkirche stattfinden solle. Die genauere Planung und Vorbereitung der Events sollten durch monatliche Treffen des gesamten Teams sowie im Rahmen diverser Treffen der verschiedenen Arbeitsgruppen erfolgen.

Online in Corona-Zeiten

Leider konnten die geplanten Events aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen zunächst nicht in der ursprünglich vorgesehenen Form durchgeführt werden. Anstatt aber das Projekt auf Eis zu legen, wurden die geplanten Veranstaltungen kurzerhand ins Internet verlegt. Die drei Events unter den Titeln „Arche Noah“, ­„Zachäus“ und „Nehemia“ konnten – in leicht abgewandelter Form – über die Plattform Zoom stattfinden. Das Team erhielt auf diese drei Veranstaltungen, an denen jeweils etwa 200 Personen teilnahmen, ein starkes und positives Echo.4 Darüber hinaus wurde im Dezember 2020 eine Adventsaktion durchgeführt, bei der mehr als 300 kunterbunte Tüten mit Süßigkeiten, einigen Dingen zum Basteln und einer Weihnachtsgeschichte verteilt werden konnten.

Nachdem die gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf Corona im Frühjahr 2021 wieder gelockert worden waren, organisierte das Team zunächst zwei Schnitzeljagden für Familien. Auf diese Weise konnten Kinder mit ihren Eltern an verschiedenen Stationen in der Coburger Innenstadt sich spielerisch Ps. 23 bzw. Ps. 139 erschließen, Fotos vom Spaziergang in eine eigens eingerichtete Gruppe posten und an einem Gewinnspiel teilnehmen. Durch die große Zahl der teilnehmenden Familien und die weiterhin wohlwollende mediale Berichterstattung5 wurden in der Folge auch andere Coburger Kirchengemeinden auf das Potenzial der örtlichen ­Kirche Kunterbunt aufmerksam.

Nach einem intensiven Gespräch wurde bald darauf entschieden, dass sich mit der Johanneskirche Coburg eine weitere Gemeinde offiziell der KiKuCo anschließen würde. In der Folge wurde das Projekt also von zwei Kirchengemeinden und der örtlichen CVJM-Gruppe im Dreiergespann verantwortet. Durch die Beteiligung einer Pfarrerin der hinzugekommenen Gemeinde waren von diesem Zeitpunkt an zwei Hauptamtliche im Team der KiKuCo vertreten, denen aber weiterhin eine große (und sogar wachsende) Zahl von mittlerweile 25 Ehrenamtlichen gegenüberstand.

 

Kirche als Ort des Lobpreises und der Kreativität

Im Juli 2021 konnte endlich das erste gemeinschaftliche Event in analoger Form veranstaltet werden: Auf dem Vorplatz der Coburger Johanneskirche versammelten sich – unter Einhaltung der weiterhin bestehenden Hygieneregeln – etwa 150 jüngere und ältere Menschen, um unter freiem Himmel miteinander zu singen, zu beten, zu feiern und zu essen.6 Begünstigt durch die zuvor erfolgten Lockerungen in Bezug auf die Corona-Regeln war es dann im Oktober 2021 soweit: Das Team der ­KiKuCo konnte endlich die Tore der Coburger Morizkirche öffnen, um Familien mit Kindern an genau dem Ort zu begrüßen, wo das ganze Projekt seinen Anfang genommen hatte. Unter dem Motto „Ich bin das Licht der Welt“ wurde die altehrwürdige Coburger Stadtkirche erstmals in einen Ort des Lobpreises und der Kreativität verwandelt.7

In den darauffolgenden Monaten fanden noch zahlreiche weitere Events der KiKuCo statt. In deren Rahmen wurde das Team dann noch von Ehrenamtlichen der Coburger Katharina-von-Bora-Gemeinde unterstützt, sodass die KiKuCo nun offiziell von der CVJM-Gruppe und drei Kirchengemeinden als Vierergespann getragen wird. Aufgrund des anhaltenden Erfolgs wurde auch das Leitungsteam der Initiative „MUT“ auf das laufende Projekt aufmerksam. „MUT“ (Abkürzung für „MISSIONAL – UNKONVENTIONELL – TANDEM“) ist ein Projekt der bayerischen Landeskirche, durch das neue, zukunftsfähige und auf Kooperation basierende Formen von Kirche personell und finanziell gefördert werden sollen.8 Und tatsächlich wurde im Februar 2022 vom „MUT“-Leitungsteam die Entscheidung getroffen, die Kirche Kunterbunt Coburg für die nächsten zwei Jahre in das laufende Förderprogramm aufzunehmen.9 Es ist davon auszugehen, dass die positive Entwicklung der KiKuCo dadurch noch einmal verstärkt wird.

 

Kirche Kunterbunt Coburg als praktisches Beispiel für „Profil und Konzentration“

Im Jahr 2017 startete innerhalb der Evang.-Luth. Kirche in Bayern der breit angelegte Zukunftsprozess „Profil und Konzentration“ (kurz „PuK“); vergleichbare Programme existieren seit geraumer Zeit auch in anderen deutschen Landeskirchen. Grundlage für die bayerischen Reformvorhaben sind sechs sog. „strategische Leitsätze“. Diese widmen sich den Themen „Kirche im Raum“ (A), „Gemeinde im Raum“ (B), „Geistliche Profilierung“ (C), „Kirche und Diakonie“ (D), „Vernetztes ­Arbeiten“ (E) und „Digitaler Raum“ (F).10

Die „Kirche Kunterbunt Coburg“ versteht sich als ein Versuch, die theoretischen Überlegungen des PuK-Prozesses in die Praxis umzusetzen. Mindestens vier der sechs Anliegen, die in den Leitsätzen von PuK explizit ausgeführt werden, werden von der KiKuCo realisiert. Wie dies im Einzelnen geschieht, soll nun genauer dargelegt werden. Der erste Absatz der folgenden Aufzählungspunkte zitiert jeweils eine Passage aus den PuK-Leitsätzen; der zweite Absatz zeigt anschließend auf, inwiefern die KiKuCo diesen Anspruch zu verwirklichen versucht.

Kirche im Raum“

„Die ELKB hat die Mission, das Evangelium von Jesus Christus in das Leben der Menschen hier und jetzt zu tragen. Sie nimmt dazu sorgfältig die realen und virtuellen, die lokalen, regionalen und weltweiten Lebensräume von Menschen wahr, organisiert ihre Arbeit auf der Grundlage ihres Auftrags passend zu diesen Lebensräumen in Handlungsräumen und ist in diesen gut vernetzt und gut erreichbar […].“11

Coburg gilt traditionell als eher unkirchlich. Dazu hat in der Vergangenheit auch die geographische Nähe des nördlichen Oberfranken zu Thüringen und der kirchenkritischen DDR beigetragen.12 Die Hemmschwelle zahlreicher Menschen, zum Gottesdienst zu gehen bzw. sich auf kirchliche Angebote einzulassen, ist in Coburg und Umgebung relativ hoch. Die KiKuCo hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, den hier lebenden Menschen Angebote zu machen, die zwar hinsichtlich des Inhalts christlich durchdrungen sind, aber bezüglich des Formats eine Alternative zu klassischen kirchlichen Aktivitäten darstellen. Dies versucht die KiKuCo, neben dem bereits erwähnten Verzicht auf den Begriff „Gottesdienst“, durch farbenfrohe und kindgerechte Werbung sowie durch die ausgeprägte Erlebnisorientierung ihrer Veranstaltungen.

Geistliche Profilierung“

„Die ELKB lebt aus der Gegenwart des gekreuzigten und auferstandenen Christus in Wort und Sakrament. Sie öffnet aus einer hörenden Grundhaltung heraus geistliche Erfahrungsräume, die Menschen mit Christus und untereinander in Gemeinschaft bringen […].“13

Kirche Kunterbunt versteht sich – trotz des Verzichts auf die Bezeichnung „Gottesdienst“ für ihre Events – als Erscheinungsform von Kirche. Das Team organisiert kein profanes Zusammensein mit geistlichem Anstrich, sondern vertritt den Anspruch, im feiernden Miteinander eine konkrete Ausprägung der Gemeinde Jesu Christi zu sein. Als roter Faden eines KiKuCo-Events dient stets ein biblisches Wort oder eine biblische Erzählung. „Mission“ ist für Mitarbeitende der Kirche Kunterbunt kein rotes Tuch, sondern ein Beweggrund für das persönliche Engagement. Im Rahmen der Kirche Kunterbunt erfolgt christliche Mission allerdings, wie im PuK-Leitsatz formuliert, im Rahmen „geistliche[r] Erfahrungsräume“, die sich Kinder und Eltern spielerisch erschließen können. Die inhaltliche Klarheit verbindet sich demnach mit methodischer und zwischenmenschlicher Offenheit. Auf „Katechese“ oder „Unterweisung“ in klassischer Form wird im Rahmen der Kirche Kunterbunt hingegen weitgehend verzichtet.

 

Vernetztes Arbeiten“

„Die ELKB lebt aus der Vielfalt der Gaben, die Gott schenkt. Indem Auftrag und Aufgaben klar für die verschiedenen Handlungsräume definiert sind, wird für einen guten Einsatz dieser Gaben in Haupt- und Ehrenamt gesorgt. Auftrag und Aufgaben werden mit verschiedenen Kompetenzen, Teams und mit klarer Leitung und Zuständigkeit erfüllt […].“14

Die klassische Parochialgemeinde, die – unter Führung einer starken Pfarrperson – für sämtliche geistliche Angebote auf ihrem Gebiet allein verantwortlich ist, stellt ein kirchliches Auslaufmodell dar. Die Parochie als solche soll auch nach PuK nicht abgeschafft werden, muss sich jedoch hinsichtlich ihres Aufgabenfeldes und ihrer Funktion verändern.15 Im Falle der ­KiKuCo hieß das anfangs konkret: Die Kirchengemeinde St. Moriz verfügt zwar über einen passenden Kirchenraum, ein großes Gemeindehaus und die für ein solches Projekt notwendigen kirchlichen Strukturen; sie hat allerdings nicht genügend ehrenamtliche Mitarbeitende, um das Projekt alleine zu stemmen. Der Coburger CVJM hingegen hat zwar zahlreiche engagierte Mitarbeitende aus verschiedenen Gemeinden und Konfessionen, verfügt aber nicht über die logistischen Voraussetzungen, um eine Kirche Kunterbunt im Alleingang auf die Beine zu stellen. Auf dieser Grundlage konnte sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickeln: Die Gesamtleitung konnte gleichberechtigt beim Vikar der Kirchengemeinde und beim Leiter der örtlichen CVJM-Gruppe liegen; die administrativen und logistischen Tätigkeiten wurden eher von der Kirchengemeinde wahrgenommen, die kreativen und tatkräftigen Aufgaben hingegen in größerem Ausmaß von der CVJM-Gruppe.

Digitaler Raum“

„Die ELKB ist im digitalen Raum präsent. Sie öffnet vielfältige Formen der Begegnung mit dem Evangelium. Sie lässt sich auf die hohe Innovationsfreudigkeit der digitalen Welt ein und entwickelt vielfältige Formate kirchlicher digitaler Arbeit […].“16

Eine eigene Internetadresse, unter der die KiKuCo unkompliziert auffindbar ist, erwies sich von Anfang an als nützliche Einrichtung. Unter www.kikuco.de war der Werdegang des Projekts stets mitzuverfolgen; der eingängige Titel war überdies unter PR-Gesichtspunkten ein Glücksfall. Der Web-Auftritt der KiKuCo wurde in die Homepage der Coburger CVJM-Gruppe integriert.17 Auf diese Weise konnte sich das Team das Einrichten einer eigenen Homepage sparen und dennoch mit einer eigenen Internetadresse werben. Darüber hinaus erwies sich auch ein eigener Facebook-Account als nützlich. Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen zwischen 30 und 40 Jahren nach wie vor auf diesem sozialen Netzwerk präsent sind – auch wenn es unter jüngeren Leuten mittlerweile als veraltet gilt.18 Viele Eltern, die mit Werbung erreichen werden sollten, fielen in die Altersgruppe der 30-40jährigen. Durch regelmäßiges Posten und Teilen war es möglich, unter diesen eine hohe Reichweite zu erzielen. Aufgrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie war die starke digitale Präsenz der KiKuCo noch wichtiger als unter gewöhnlichen Bedingungen. Herkömmliche Werbemaßnahmen im Vorfeld der Events (wie z.B. das Verteilen von Flyern) waren bisweilen nahezu unmöglich. Durch die digitale Flexibilität fiel es dem Team außerdem verhältnismäßig leicht, die ersten Events der KiKuCo vom analogen Kirchenraum auf die Plattform Zoom zu verlegen.

 

Wertvolle Erfahrungswerte

Kirche Kunterbunt ist ein Konzept mit Zukunft. Die Zahl der Gemeinden und Gruppierungen, die darauf zurückgreifen, steigt stetig. Sicherlich kann „Kirche Kunterbunt“ auch ohne eine offizielle Kooperation verwirklicht werden. Außerdem sind bei der Suche nach einem passenden Konzept jeweils die geographischen und sozialen Bedingungen vor Ort zu berücksichtigen. Das Coburger Modell mag für manche Interessierte eine Inspiration darstellen, für andere hingegen unbrauchbar sein. Es kann daher nicht darum gehen, ohne weiteres zu seiner Nachahmung aufzurufen. Dennoch haben sich im Rahmen der Vorbereitung, der Durchführung und der Nachbereitung bisheriger KiKuCo-Events manche Erfahrungswerte ergeben, die abschließend noch aufgeführt werden sollen. Womöglich sind sie auch beim Aufbau einer Kirche Kunterbunt unter ganz anderen Bedingungen hilfreich.

♦ Einbindung von Kirchenvorstand und Personen aus der Kerngemeinde

Idealerweise sollten Personen aus dem Kirchenvorstand und weitere Leute aus der sog. „Kerngemeinde“ für das Projekt gewonnen werden. Dadurch erhöht sich in der Gemeinde die Identifikation mit den (für viele erst einmal ungewohnten) Events. Es sollte verhindert werden, dass die Kirche Kunterbunt zwar von zahlreichen Menschen am Ort gut angenommen wird, für die Hauptverantwortlichen der beteiligten Kirchengemeinde allerdings wie ein störender Fremdkörper im Gemeindeleben wirkt.

♦ Offene Kommunikation bezüglich der Chancen und Risiken einer Zusammenarbeit

Bei manchen Gemeindegliedern kann im Rahmen einer Kooperation mit anderen kirchlichen Trägern – bei aller Freude über die Anwesenheit neuer ehrenamtlicher Mitarbeitender – die Furcht auftreten, durch diese vereinnahmt zu werden. Diese Furcht kann sowohl in der personellen Stärke der Partnerorganisation begründet liegen als auch in deren spirituellem Profil. Derartige Bedenken sind durchaus ernst zu nehmen. Es bedarf in solchen Fällen bei allen Beteiligten eines gewissen Fingerspitzengefühls sowie einer klaren Bereitschaft zum offenen Gespräch.

♦ Keine falsche Scheu vor der Annahme von Spenden

Wer ein größeres Projekt verwirklichen will, benötigt dafür Geld. Anstatt ausschließlich (Gesamt-)Kirchengemeinden um finanzielle Unterstützung zu bitten, kann es auch eine Option sein, Drittmittel einzuwerben. Die Bereitschaft, für gute kirchliche Projekte Geld zu spenden, ist bei vielen Stiftungen, Unternehmen und auch Banken oftmals größer als allgemein angenommen. Zweifelsohne muss im Einzelfall stets geprüft werden, ob Wesen und Wirken eines Spenders mit dem kirchlichen Auftrag vereinbar sind. Aber eine allzu große Scheu vor der Annahme von Spendengeldern aus außerkirchlichen Quellen ist m.E. durch das Evangelium nicht geboten (vgl. Mk. 9,40: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns!“).

 

Anmerkungen

1 Vgl. https://www.kirche-kunterbunt.de/verstehen/was-ist-kirche-kunterbunt/ (aufgerufen am 26.4.2022).

2 Vgl. https://www.kirche-kunterbunt.de/verstehen/was-ist-kirche-kunterbunt/ (aufgerufen am 26.4.2022).

3 Vgl. https://www.kirche-kunterbunt.de/finden/regional-landkarte/ (aufgerufen am 26.4.2022).

4 Vgl. https://www.np-coburg.de/inhalt.hoffnungsbotschaft-fuer-familien-kirche-kunterbunt-geht-online.0d941233-dd3e-4549-adba-c1dd3d41dd73.html (aufgerufen am 12.4.2022).

5 Vgl. https://www.wiesentbote.de/2021/06/03/coburger-kirche-kunterbunt-veranstaltet-stadtrallye-zum-psalm-23/ (aufgerufen am 12.4.2022).

6 Vgl. https://www.cvjm-coburg.de/website/de/v/coburg/events-und-gruppen/kirche-kunterbunt/schatzsuche (aufgerufen am 26.4.2022).

7 Vgl. https://www.cvjm-coburg.de/website/de/v/coburg/events-und-gruppen/kirche-kunterbunt/licht (aufgerufen am 26.4.2022).

8 Vgl. https://mut-elkb.de/was-ist-m-u-t/ (aufgerufen am 26.4.2022).

9 Vgl. https://mut-elkb.de/startup-uebersicht/ (aufgerufen am 26.4.2022).

10 Vgl. https://puk.bayern-evangelisch.de/strategische-leitsaetze.php (aufgerufen am 12.4.2022).

11 Vgl. https://puk.bayern-evangelisch.de/strategische-leitsaetze.php (aufgerufen am 12.4.2022).

12 Vgl. https://www.evangelisch.de/inhalte/184779/11-04-2021/wie-coburger-heiden-nach-bayern-kamen-vor-100-jahren-traten-sie-evangel-landeskirche-bei (aufgerufen am 12.4.2022).

13 Vgl. https://puk.bayern-evangelisch.de/strategische-leitsaetze.php (aufgerufen am 12.4.2022).

14 Vgl. https://puk.bayern-evangelisch.de/strategische-leitsaetze.php (aufgerufen am 12.4.2022).

15 Vgl. https://puk.bayern-evangelisch.de/downloads/puk_synodecoburg_beschluss_intranet.pdf (aufgerufen am 12.4.2022).

16 Vgl. https://puk.bayern-evangelisch.de/strategische-leitsaetze.php (aufgerufen am 12.4.2022).

17 Vgl. https://www.cvjm-coburg.de/website/de/v/coburg/events-und-gruppen/kirche-kunterbunt (aufgerufen am 26.4.2022).

18  Vgl. https://www.impulse.de/management/marketing/social-media-nutzung-altersgruppe/3654830.html (aufgerufen am 12.4.2022).

 

Über die Autorin / den Autor:

Pfarrer Sascha Ebner, Jahrgang 1993, Pfarrer der bayerischen Landeskirche, 2012-2018 Theologiestudium in Erlangen und Halle (Saale), Vikar in der Gemeinde St. Moriz in Coburg, seit September 2021 Vertretung einer halben Pfarrstelle in der Gemeinde Scheuerfeld-Weidach (Dekanatsbezirk Coburg), daneben Promotion in Prakt. Theologie an der Universität Leipzig.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 7/2022

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