Lange bevor die Waffengewalt in der Ukraine einsetzte, gab es einen Krieg des „Wortzündelns“, eine Kriegspropaganda, die die militärischen Operationen ideologisch vorbereitete – und sie dauert an. Dass Religion und Theologie dabei nicht nur passiv instrumentalisiert werden, sondern eine aktive Rolle übernehmen, zeigt Friedrich Erich Dobberahn am aktuellen Beispiel der Russisch-Orthodoxen Kirche und mittels Parallelen zur Kriegstheologie zwischen 1914 und 1945.

 

Ursprungsmythik und romantische Gegenideologie

Schon lange bevor Putin die Ukraine überfiel, setzte der Krieg ein: der Krieg des „Wortzündelns“, des „World­makings1 durch die „Sprache der Grüfte, die Grüfte füllen“.2 Yuval Noah Harari warnte in seinen 21 Lektionen für das 21. Jh. vor den Pfeilerworten der Kriegsästhetik – „sacrifice, eternity, purity, redemption3 –, mit denen die Ethik, den Weltfrieden zu bewahren, ausgehebelt wird und die ästhetisch klingenden Schmuck- und Ornamentwörter dazu dienen, die Barbarei des Krieges heiligzusprechen. „Gäb’s die Ornamente nicht mehr, deren Beibehaltung die wahre Kriegslist der Macht gegen die Menschheit bedeutet“, schrieb bereits Karl Kraus 1917 in der „Fackel“, „so wäre alles klar, nüchtern, ungefährlich.“4

Diese von Putin „beibehaltenen“ und in dem von ihm angezettelten Krieg wiederum eingesetzten „Ornamente“ beschwören – so Michel Eltchaninoff, Katja Gloger, Manfred Quiring, Claus Leggewie u.v.a. – den „Traum der Restauration des Zarenreiches“, sie rufen die Idee „Neurusslands“ („Novorossiya“) ab, sie bestreiten der Ukraine den völkerrechtlichen Status, betreiben glorifizierende Geschichtsklitterung und umkleiden diese mit christianisierter „faschistischer, neonationalsozialistischer Mystik“. Sie propagieren die identitäre „Erhebung“ und verstärken die in Russland zweifellos vorhandenen Ressentiments gegen die liberale, freiheitlich-demokratische westliche Kultur.5 Dieses heutige Beispiel von kriegerisch aufgeladener Ur­sprungs­mythik6 erinnert an unsere damalige „Ur-Renitenz“: an die „ewige Halsstarrigkeit wider den mittelmeerländischen Universalismus“, gegen die „galloromanischen Freiheitsideen des achtzehnten Jahrhunderts“, wovon 1938 Thomas Mann in Bezug auf die deutsche Gegenideologie sprach: das romantische, antiliberalistische Kontrastprogramm der deutschen Nationalphilosophie und -theologie bei Hegel, Fichte und Arndt.7

Im Deutschland des 19. und 20. Jh. entwickelte sich aus den Mythen der Stauferzeit8, dem Gedanken der Weltherrschaft, der translatio imperii, des Erbübergangs des römischen Kaisertums von Byzanz auf die Franken9, der Reformation, der Freiheits- und Einigungskriege, der ethnischen Urvolktheorien und Reinheits- sowie darwinistischen Auserwähltheitsphantasien heraus ein gleichartiges irreversibles Rutschbahngefälle bis hin zum Holocaust.10

Voraufklärerisch, darwinistisch und vor allem metaphysisch unterbaute Slogans und Mantras wie: „Wir müssen siegen, denn sonst hätte die Weltgeschichte ihren Sinn verloren“11 / „Der deutsche ‚Reinwuchs‘ muss sich zur Erlösung der Welt gegen den ‚Misswuchs‘ durchsetzen“ / „Die Deutschen müssen für das Herz der Weltgeschichte kämpfen“ / „Die welterlösende Kulturmission Deutschlands geht wider Tod und Teufel“ / „Die Deutschen sind nach Gottes Willen die Erfüller der Heilsgeschichte“12 sind 1914-1945 die hauptsächlichen deutschen kriegstheologischen Überzeugungen im Horizont von Drachen-Apokalyptik und Heils-Eschatologie gewesen13 – „alte, böse Erbschaften“14, die sich ähnlich nun auch in Putins Kriegspropaganda widerspiegeln. Michel Eltchaninoff verweist u.a. zum christianisierten Faschismus Putins auf Dostojewskijs „Dämonen“, wo es heißt: „Je stärker und größer aber ein Volk ist, desto eigener gehört ihm auch sein Gott an.“15 Ein gewisser Iwan Pawlowitsch Schatow behauptet in den „Dämonen“, dass einzig dem russischen Reich die „Gottesträgerschaft“ und damit auch die Erlöserschaft in der Geschichte zukämen.16 Die Orthodoxie, seit 2012 wiederentdeckt und systematisch instrumentalisiert, ist eine „Säule der russischen Welt“, zumal die „Grundlagen der orthodoxen Kultur“ mittlerweile Pflichtfach an allen russischen Grundschulen geworden sind.17

 

Der „Zungentotschlag“ der Theologie

Für die Ästhetisierung des Krieges erweist sich, weil deren Aprioris per se unhinterfragbar erscheinen, am gefährlichsten und folgereichsten immer der kriegstreiberische Missbrauch der Metaphysik, der Menschenleben kostet, der „Zungentotschlag“18 der Theologie, das „heidnische Beten“19, der an die Waffen und Fahnen geheftete Namenszug Christi. So wie es seit geraumer Zeit im Russland Putins einen Schulterschluss zwischen Staat und Kirche20 gibt, verhielt es sich auch im Ersten und Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Dieser drückt sich heute wie damals darin aus, dass die Predigt die theologische Ursünde begeht, die universale Heilsbotschaft Christi an die Machtinteressen eines Nationalstaats zu verraten (s. Abb. 1).21

Patriarch Kyrill I., Primas von Moskau und ganz Russland (bürgerlicher Name: Wladimir Michailowitsch Gundjajew, vormals ein aktiver Mitarbeiter des KGB), hatte bereits Putins verwüstenden Syrieneinsatz als „heiligen Kampf“ bezeichnet (es ging angeblich auch um den historischen Wert Antiochias für die orthodoxe Kirche!).22 Derselbe Patriarch hielt am 6. März 2022 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale eine politische Predigt. Kyrill hatte in der vorangehenden Liturgie dem Chef der in der Ukraine kriegführenden russischen Nationalgarde, Wiktor Solotow, eine Marienikone mit den Worten überreicht: „Möge dieses Bild junge Soldaten inspirieren, die den Eid ablegen und den Weg der Verteidigung des Vaterlandes einschlagen.“ Solotow erwiderte, die Ikone werde „die russische Streitmacht schützen und unseren Sieg beschleunigen.“23 In der daran anschließenden Ansprache24 verlautbarte der Primas zum Krieg Putins gegen die Ukraine: „All’ das Gesagte ist ein Zeugnis dafür, dass wir [= Russland] in einen Kampf eingetreten sind, der keine physische, sondern metaphysische Bedeutung hat.“25 – „Russia’s Orthodox Church paints the conflict in Ukraine as a holy war“, kommentierte daher „The Economist” am 21. März 2022. „In a unholy alliance, it is helping Vladimir Putin to justify his war at home.26 (Es ist übrigens nicht zu übersehen, dass es respektable Widerstände, auch in der russisch-orthodoxen Priesterschaft selbst27 gegen die alte, nun erneut missbrauchte symphonia von Zar, Staat und Kirche gibt.)28

 

Der verdummende und menschenverderbende Unsinn der Kriegstheologie

Der Hinweis auf die Metaphysik wird zwar in der Predigt von Kyrill I. nicht weiter ausgeführt; doch muss man den Vollsinn des Begriffs in dreierlei Hinsicht beachten:

Den russischen Soldaten wird – erstens – von kirchlicher Seite her der tiefere Sinn des Krieges erklärt: Das augenblickliche Kriegsgeschehen ist Ausläufer des im Himmel ausgefochtenen Kampfes der guten gegen die bösen Mächte. Kyrill I. verlegt – wie die deutschen Kriegsprediger29 – den Äon der Welterlösung in die eigene Nationalgeschichte. Erweckt und aufgeladen von der Heilskraft Gottes, die sich schon im österlichen Sieg Christi über den Tod (1. Kor. 15,57f spricht vom „Sieg“) geoffenbart hat, tritt die Erlösernation, Russland, treten Putin, seine Generäle wie Soldaten in den Dienst der universalen Heilsmacht Gottes. Sie streiten als auserkorene Werkzeuge des göttlichen Sieges über den Aufruhr der „Mächte des Bösen“. Schon 1914-1945 wurde deutschen Soldaten dieser selbe theologische Unsinn eingeredet, dass sie, wenn sie auf die Feinde Deutschlands schössen, Jesus Christus bei der Erlösung der Welt helfen würden.30 Das ertönt jetzt in der Moskauer Erlöserkirche genauso: Die russischen Truppen verrichten ihren Waffendienst im überirdischen Auftrag. Im Nachvollzug des überirdischen Heilsgeschehens, schaffen sie das „gerechte Gericht“ über Tod und Teufel herbei (Offb. 17-20), indem sie auf Befehl Putins – Kyrill I. hatte ihn als „Wunder Gottes“ und „Gesandter Gottes“ aus­ge­rufen31 – in der Ukraine ihre „heilige Spezialoperation“ durchführen. So dichtete man schon 1815 mitten im Freiheitskrieg:

„Denn dieser Krieg, er ist gewiß
Kein Krieg wie andre Kriege,
Hie streitet Licht und Finsterniß,
Die Wahrheit mit der Lüge,
Hie tritt Gott selber auf den Plan,
Und bindet mit dem Teufel an,

Das will der Krieg bedeuten,
Darin wir jetzo streiten.“32

Putin, kann daher, aus der Perspektive solcher den Krieg ästhetisierenden Metaphysik heraus, d.h. aufgrund der bereits im Himmel unabänderlich bereiteten Heilszukunft, den irdischen Krieg gegen die Ukraine und die westliche Welt gar nicht mehr verlieren. Freilich muss sich, da Gott, die Vorsehung oder die Geschichte keine Fehler machen, das in den Krieg geschickte Gottesvolk für seinen feststehenden Sieg bewähren. Hier ist nur noch die gnadenlose Eskalation möglich, nicht aber mehr der Rückzug aus dieser fanatischen, axiomatischen Position, die Gottes Ehre wahren muss.33 Die Regel eines Joseph Goebbels, der bis zuletzt das in Hitler wirkende göttliche Walten und die Vorsehung bemühte und anrief34, lautete daher im November 1939: „totale Aktion zu einem totalen Ziel und unter Ansatz totaler Mittel“.35

 

Die radikale Amoralität der Kriegstheologie

Höchst grauenvoll sind daher – zweitens – die Auswirkungen solcher „Metaphysik“ auf die Ethik. Das gesamte theologische Konstrukt bedeutet im Klartext, dass die Teleologie der irdischen Geschichte, in der ihr Heilsende schon endgültig feststeht, jede kritische Bewertung der Einzelumstände wie Nutzen, Kosten, Risiken, Verluste, Sanktionen, internationale Isolation und Ächtung, Spaltungen im Inneren dispensiert. Irrelevant, belanglos werden damit auch ethische Erwägungen, weil ebenso Tatsachen wie die der grauenhaften Menschheitsverbrechen in Bucha, Borodjanka, Kramatorsk, Mariupol und in vielen anderen ukrainischen Städten nur als Schritte, Etappen angesehen werden können, die nötig sind, um zur irdischen Verwirklichung des bereits vom Himmel herab vorherbestimmten Heils vorzudringen.

Wir kennen diese radikale Amoralität, wie sie ebenfalls in den offiziellen Anweisungen für den deutschen Vernichtungskrieg im Osten vom 22. Juni 1941 und 16. Dezember 1942 nachzulesen sind.37 Alle Kriegsverbrechen werden als notwendige Durchgangsphasen zum Sieg verstanden und gelten als heilsgeschichtlich oder von der Vorsehung her gedeckt.38 Daher bieten ebenso militärische Rückschläge – wie 1943 Stalingrad39 – keinen Anlass zum Umdenken, sondern werden als Prüfungen Gottes, der Vorsehung oder der Geschichte gedeutet: als Buß- und Mahnrufe zur Läuterung, noch fester zu glauben und die Kriegsanstrengungen bis zum „Endsieg“ immer weiter zu verdoppeln.40

Auch Generäle dürfen daher ihre Truppen ohne Gewissensbisse unbegrenzt in den „Paternoster des Todes“41 schicken, denn „niemand hat größere Liebe denn der, welcher sein Leben lässt für seine Freunde!“ Mit solchem Bibelwort aus Joh. 15,13 schmückte Putin bei dem Propaganda-Konzert „Krimfrühling“ in Moskau den 8. Jahrestag der Krim-Annexion.42 Und ebenso der Soldat, der die Zivilbevölkerung bekriegt, braucht, weil er auftragsgemäß unter der Oberhoheit eines edleren und besseren Prinzips handelt, bei größten Unmenschlichkeiten kein schlechtes Gewissen zu haben. Dasselbe gilt, wenn Putin und seine Gehilfen modernste Hyperschallraketen und „Weltuntergangsflugzeuge“ auf friedliche Wohnviertel und Schulen in Marsch setzen, Kindergärten und Krankenhäuser zerbomben, Zivilpersonen und Fluchtkolonnen beschießen, Hilfsgüterkorridore blockieren, ukrainische Kinder nach Sibirien deportieren lassen. Die transzendentale Abkunft dieser heilsgewissen Aprioris43 lässt das System in den Freiraum einer Ideologie eintreten, dem kein innerweltlich-säkulares Kalkül mehr entgegensteht.44 Genau das drückte sich im Ersten Weltkrieg etwa im deutschen „Schwertsegen“ aus, mit welchem man Rekruten in „Schwertleite“-Gottesdiensten zu Kreuzfahrern ordinierte und im Vorhinein als „heilig, unsterblich, unsträflich’ Geschlecht“ absolvierte: „Rüste dich und rase und richte!“45

Weil sich – gemäß Kyrill I. – der apokalyptische Endkampf des Guten gegen die „Mächte des Bösen“ nicht vom Irdischen, sondern überirdisch, vom Jenseits her vollzieht, gibt sie dem Kriegführenden und seinen Truppen freie Hand für die Umwertung aller diesseitigen ethischen Werte.46 Die Vertikale der Metaphysik streicht alle Ebenen der irdischen Ethik durch. Gleichfalls ist jede Regelung und Lenkung der Wahrheit, mit der man sich über die Sprache hermacht47, erlaubt. Auch solches Lügenvokabular wie „Friedenstruppe“, „militärische Spezialoperation“ (das klingt wie „Sonderbehandlung“48), „Kommunikationsaufsicht“ und „Befreiung vom Militarismus und Nazismus“ ist dann fromm nachzubeten.49 Goebbels ließ im Februar 1942 sogar die Wörterbücher, die in den von Hitlers Truppen besetzten Gebieten benutzt wurden, umschreiben.50

Auch erscheint jetzt jede Gräuelpropaganda gegen die Ukraine, jede Negation ihrer Staatlichkeit und Kultur51, jede absurde Anschuldigung, die Ukraine wolle die russischen Lebensgrundlagen und kulturellen Werte zerstören – verbale Vorwegnahmen eigener Absichten52 (man vergleiche den Tagesbefehl Hitlers vom 10. Mai 1940 an die Soldaten der Westfront53) – als heilsgeschichtlich gebotenes Kampfmittel54, da nun ebenso die offenbare Unwahrheit im Dienst einer höheren Wahrheit und in göttlicher Heilsabsicht steht.55 Das ist auch der Grund dafür, warum – wie im Hitlerismus – genauso im Putinismus facts und fiction so durcheinandergehen, wenn jetzt durch Maxar-Bilder leicht zu enttarnende Lügen, Unberechenbarkeit, Täuschung durch Desinformation, Beschuldigung und Dementi umstandslos verbreitet werden können.56

 

Der unübertroffene Zynismus der Kriegstheologie

Unübertroffen widerwärtig und unerträglich ist – drittens – jedesmal auch der Zynismus der theologischen Ursünde. Wenn Kyrill I. am 6. März 2022, dem „Sonntag des adamischen Exils“, der ein „Vergebungssonntag“ war, zur Verzeihung aufrief – Generäle und der einfache Soldat hätten im Krieg keine persönliche Rache zu üben, sondern zu vergeben –, so heißt das nicht, dass die Grausamkeiten des Krieges zurückzunehmen wären. Im Auftrag Gottes geführte Kriege sind per definitionem immer ein „Werk der Liebe“, da sie der universalen Weltrettung und ihrer Erlösung dienen.57 Genau so klang es auch schon im Ersten Weltkrieg, als aus dem Schießen von Gewehrkugeln das „Streuen von Weihwasser“ wurde, Granaten „Weihrauch qualmten“, Patronengürtel als „Rosenkränze“ galten58 und man sang:

Es lenkt die Hand der Liebe auch die mordenden Rohre …
Engel des Sieges seid ihr von mir [= Christus] geheißen.

Deutschland muss lieben, muss lieben selbst mit dem Schwerte;
Und die mordende Hand betet, indem sie zerstört.
59

Die metaphysische Verklärung des Putin’schen System durch Kyrill I. erläutert uns somit in dreierlei Hinsicht hautnah auch die deutsche Theologie im Dienst der Kriegspropaganda.60 Was Putins kriegstheologischer Trompeter uns heute aufspielt, sind dieselben Priesterkunststücke, mit denen man auch 1914-1945 die Ursünde der Theologie beging. Ein schauerliches Déjà vu! Es ermahnt uns, frühzeitig etwas gegen die permanent fortschwelenden identitären Mythen, Theologien und Ideologien zu unternehmen, die zur Kriegsmobilisation der Bevölkerung eingesetzt werden. Wann immer die Waffen ergriffen werden, ist es bereits zu spät.61

 

Anmerkungen

1 Friedrich Erich Dobberahn (2021), Deutsche Theologie im Dienste der Kriegspropaganda – Umdeutung von Bibel, Gesangbuch und Liturgie 1914-1918, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 30f.

2 Karl Kraus (1918), Die Fackel, Jg. XX, Nr. 499-500, Wien, 5 („Weltgericht“).

3 Harari (2018), 21 Lessons for the 21th Century, London, 358.

4 Dobberahn (2021), op. cit., 8.

5 Zu dieser rezeptionsästhetischen Vorgehensweise s. Ders., op. cit., 38ff; vgl. Ramon Weisskopf (2016), Die vorkommunistische Philosophie von Iwan A. Iljin und ihr Einfluss auf Wladimir Putin, Norderstedt, 11.13ff.25.28ff.31f.34, passim.

6 Paul Tillich (1978), Die sozialistische Entscheidung, Berlin, 19f u.ö.

7 Dobberahn (2021), op. cit., 265.

8 Ders., op. cit., 262.523f.

9 Ders., op. cit., 262ff.

10 Ders., op. cit., 249ff.

11 So noch 1945 Joseph Goebbels; Helmut Heiber (1965), Joseph Goebbels, dtv 271/272, München, 326.

12 Dobberahn (2021), op. cit., 278ff.

13 Ders., op. cit., 467ff.

14 Ders., op. cit., 30f.287-312.

15 Dostojewskij (1975), 285 („Die Dämonen“, Zweiter Teil, Kap. I, 7).

16 Ders., ebd., 281ff (Zweiter Teil, Kap. I, 7); ob das dann wirklich auch immer die Meinung Dostojewskijs selbst war, steht dahin; Michel Eltchaninoff (2022), Dans la Tête de Vladimir Poutine – Édition augmentée (Mars 2022), Arles, 119ff, relativiert das.

17 Katja Gloger (2016), Putins Welt – Das neue Russland, die Ukraine und der Westen, Berlin, 3. Aufl., 80ff.84ff; Manfred Quiring (2017), Putins russische Welt – Wie der Kreml Europa spaltet, Berlin, 163f.

18 Dobberahn (2021), op. cit., 685; der Ausdruck „Zungentotschlag“ bei Jean Paul (1862), Sämmtliche Schriften, Bd. XXV, Berlin, 11.

19 Georg Denzler/Volker Fabricius (1988, I-II, Fischer 4320/4321), Die Kirchen im Dritten Reich – Christen und Nazis Hand in Hand?, hier: Bd. I (Darstellung), Frankfurt/M., 172: „Heidnisch beten heißt: Gott da, wo der Mensch nicht weiterweiß, zu Hilfe rufen für die eigenen menschlichen Pläne und Wünsche, so wie man einen irdischen Bundesgenossen in den Dienst stellt. Heidnisch beten heißt selbstsicher beten ohne Buße.“ (Martin Niemöller am 3.9.1939 in Bezug auf das „Gott mit uns!“). Dobberahn (2021), op. cit., 687-696.

20 Gloger (2016), op. cit., 46.80f.84f.93f; Quiring (2017), op. cit., 164ff.233.

21 Dobberahn (2021), op. cit., 85ff.95ff.

22 Weisskopf (2016), op. cit., 34; Friedrich Schmidt (2022), Putins heilige Spezialoperation, in: F.A.Z. vom Donnerstag, 31. März 2022, Nr. 76, Zeitgeschehen, S. 8e.

23 Schmidt (2022), op. cit., S. 8b.

24 htpp://www.patriarchia.ru/db/text/5906442.html.

25 „Все сказанное свидетельствует о том, что мы вступили в борьбу, которая имеет не физическое, а метафизическое значение“; htpp://www.patriarchia.ru/db/text/5906442.html; zu dieser traditionellen Formel und ihrer Deutung s. Philippe Buc (2015), Heiliger Krieg – Gewalt im Namen des Christentums, Darmstadt, 98ff.

26 The Economist (March 2022), op. cit., vom 21.03.2022.

27 Schmidt (2022), op. cit., S. 8d-e.

28 Manfred Hildermeier (2013), Geschichte Russlands – Vom Mittelalter bis zur Oktoberrevolution, München, 387.674.829.1279.1330.

29 Vgl. Dobberahn (2021), op. cit., 455.

30 Ders., op. cit., 94.97f.549f.

31 Gloger (2016), op. cit., 85.93f.309, Anm. 27; Quiring (2017), op. cit., 164ff.233; s.a. The Economist (2022), op. cit., vom 21.03.2022: „In 2012, he [= Kyrill I.] described his [Putin’s] presidency as a ‚miracle of God‘“.

32 Dobberahn (2021), op. cit., 127; zu dem unausgeglichenen Verhältnis von partieller und vollkommener Erfüllung des eschatologischen Weltgerichts innerhalb der Weltgeschichte s. Philippe Buc (2015), Heiliger Krieg – Gewalt im Namen des Christentums, Darmstadt, 2015, 84ff.97f.290ff.297f.

33 Buc (2015), op. cit., 253ff.285ff.

34 Ralf Georg Reuth (1995), Goebbels – Eine Biographie, 3. Aufl., München, 426.433.480.515.519.556f.592.597.

35 Vgl. Heiber (1965), op. cit., 288.

36 Näheres s. unter „What matters“, AdK Work Presentation, Junge Akademie, 17.03.2022 (Internetquelle); Ingeborg Ruthe, „Putins Popen“, in: Berliner Zeitung vom Freitag, 18.03.2022, Nr. 64 HA, 78. Jg.

37 Ernst Klee / Willi Dressen / Volker Riess, „Gott mit uns“ – Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten, Frankfurt a.M., 1989. – op. cit., 7.237 (Anm. 5 und 6): „Der Kampf Deutschlands gegen Moskau wird zum Kreuzzug Europas gegen den Bolschewismus […]. Die Truppe ist […] berechtigt und verpflichtet, in diesem Kampf ohne Einschränkung auch gegen Frauen und Kinder jedes Mittel anzuwenden, wenn es nur zum Erfolg führt.“ S.a. Dies., ebd., 7f.237-244, Anm. 7 bis 15; ebenso die übrigen Teile des Buches. S.a. Laurenz Rees (2010), Auschwitz – Geschichte eines Verbrechens, Augsburg, 301ff („Hemmungsloses Morden“).

38 Vgl. Buc (2015), op. cit., 276ff.285ff.

39 Vgl. die heilsgeschichtliche Deutung Goebbels zu Stalingrad bei Reuth (1995), op. cit., 519.

40 Dobberahn (2021), op. cit., 144ff.415f.457ff.468.595.

41 Ders. (2021), op. cit., 427. Man spricht Ende Mai 2022 von bereits 20.000 gefallenen russischen Soldaten.

42 Vgl. Ders. (2021), op. cit., 94; dieses Bibelzitat war auch in deutschen Weltkriegspredigten üblich; vgl. Georg Goens (1916), „Gott mit uns!“ – Feldpredigten im Großen Hauptquartier gehalten, Dritte Reihe, Berlin, 44.

43 Vgl. Dobberahn (2021), op. cit., 468f die „Summa summarum“ der deutschen Kriegstheologie.

44 Herfried Münkler (2002), Die neuen Kriege, Reinbek bei Hamburg, 184f.200f.

45 Dobberahn (2021), op. cit., 118ff.148f; das Zitat auf S. 119.

46 Ders. (2021), op. cit., 295.

47 Vgl. Ders. (2021), op. cit., 680; Cornelia Berning (1962), Die Sprache des Nationalsozialismus, Zeitschrift für deutsche Wortforschung (NF), Bd. 18, 160ff.

48 Dies. (1961, Bd. 17), 101; vgl. Dies. (1962, Bd. 18), 113ff.

49 Vgl. den Aktenvermerk Martin Bormanns vom 16.07.1941 aus dem Führerhauptquartier; Klee/Dreßen/Rieß (1989), op., cit., 22f.244: „Wir betonen, daß wir die Bringer der Freiheit wären“.

50 Heinrich Fraenkel/Roger Manvell (1960), Joseph Goebbels – Eine Biographie, Köln/Berlin, 268f.

51 Vgl. Dobberahn (2021), op. cit., 239ff.

52 Vgl. Karl Schlögel (2022), Entscheidung in Kiew – Ukrainische Lektionen, München, 2. Aufl. (1. Aufl. 2015), 43.

53 Die Wehrmacht (1940), Der Freiheitskampf des großdeutschen Volkes, hg. v. OKW, Berlin, 202f (Kap. V).

54 Dobberahn (2021), op. cit., 207.216f.885, Anm. 198.

55 Vgl. z.B. Ders. (2021), op. cit., 677; vgl. etwa Gen. 27,6-29.

56 Schlögel (2022), op. cit., 40.74f.81.

57 Dobberahn (2021), op. cit., 273.418.

58 Ders. (2021), op. cit., 60.98f.117.

59 Ders. (2021), op. cit., 545.987 (Anm. 284).

60 Vgl. bei Klee/Dreßen/Rieß (1989), op. cit., 43.245 das Telegramm des Geistlichen Vertrauensrats der Deutschen Evangelischen Kirche an den Führer vom 30.6.1941, unterzeichnet von August Marahrens (Ev. Landesbischof von Hannover), Walter Schultz (Ev. Landesbischof von Schwerin) und Friedrich Hymmen (Vizepräsident des Ev. Oberkirchenrats in Berlin); s.a. Denzler/Fabricius (1988, I), op. cit., 171f.

61 Vgl. Dobberahn (2021), op. cit., z.B. 645.767ff.

 

Über die Autorin / den Autor:

Pfarrer em. Dr. theol. Dr. phil. Friedrich Erich Dobberahn, Theologiestudium in Bonn und Münster, Pfarramt in Wuppertal, 1985-1993 Professur (AT) in São Leopoldo-RS, Brasilien, 2001-2005 Mitglied im Vorstand des Hermannsburger Missionswerkes und Mitglied der Theol. Kammer in Braunschweig, Dozenturen für AT, Islamkunde und Allg. Religionswissenschaft in Hermannsburg (1997-2005) und Kassel (2007-2015); seit 2013 Lehrer i.A. im Gymnasium Ernestinum (Celle) für Hebräisch und Arabisch; jüngste Veröffentlichung: Deutsche Theologie im Dienste der Kriegspropaganda 1914-1918 (Vandenhoeck & Ruprecht, ­Göttingen 2021).

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 7/2022

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