Für Christoph, dem Freund auf dem Wege

 

I. Leben in der Zwischenwelt

Ich begegne einer Altenheimmitarbeiterin im Eingangsbereich eines Heimes, um alt gewordene Menschen zu besuchen: mit Alltagsmaske und dem gebotenen Abstand, als Altenheimseelsorger. Wie schon in der Vor-Corona-Zeit habe ich am Eingang meine Hände mit dem Strahl aus dem Spender desinfiziert, was nun zum „H“ als dritte der AHA-Regeln geworden ist.

Wir kommen ins Gespräch: der übliche Smalltalk über die aktuelle Situation in dieser Pandemiezeit. Und dann wird sie temperamentvoll und sagt über Frau K., die mit ihrem Rollator den Fahrstuhl benutzt, dass diese sich aufrege, wenn noch eine weitere Person im Fahrstuhl mitfahren will, weil es da doch eine Ansteckungsgefahr gäbe. „Dabei kommen doch sowieso alle hier nur tot heraus!“ Ich war verblüfft. Warum eigentlich? Meinte sie sich selbst auch? War es eine inklusive Aussage, die sie machte? Denn „heraus“, aus diesem Leben, würde auch sie nur tot kommen, nebenbei bemerkt: ich auch. Oder war ich darüber verblüfft, dass zwei Menschen so völlig aneinander vorbei reden können: die eine hat Angst vor einem jämmerlichen Sterben an Covid-19 und will ihr mit einer praktischen Schutzmaßnahme begegnen. Und die andere wird grundsätzlich und charakterisiert eine Senioreneinrichtung überhaupt als letzte Station vor dem Tod. Oder lag meine Verblüffung schließlich daran, dass sie nur deutlich aussprach, was auch ich hin und wieder denke, wenn ich zu Besuchen aufbreche: bei denen, die exklusiv in einer Altenpflegeeinrichtung, oder auch in einer Seniorenresidenz leben. Separiert von ihren bisherigen Wohn- und Lebensverhältnissen und von den anderen werden sie dorthin nicht wieder „hinein“, sondern kurz-, mittel-, und manchmal sogar langfristig nur noch ganz „heraus“ aus diesem Leben gehen, dem Tode mehr oder weniger nah.

Erst in dieser Zwischenwelt, diesem transitorischen Zwischenraum eines Altenheimes, lerne ich nahezu alle Menschen, die ich besuche, kennen: das war in der Vor-Corona-Zeit so, das ist – mit einer noch stärkeren Abschottung während Lockdown-Zeiten1 und erstaunlicherweise punktuellen Durchbrechung zur Zeit dieser Isolation – auch während dieser Pandemie teilweise möglich. Aber natürlich macht mich nach wie vor betroffen, dass ein hoher Anteil der in der Bundesrepublik an oder mit Covid-19 Verstorbenen in einer Altenpflegeeinrichtung lebte: viele darunter, die noch nicht hätten sterben müssen …

Unzählige Male ist der Buchtitel „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“2 des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Márquez bemüht worden, um die Spannung einer bestimmten Situation auf eine einprägsame, wiedererkennbare Formel zu bringen. In jener Erzählung ist es eine Liebe, die in einer einschränkenden und bedrohlichen Umgebung zunächst nicht verwirklicht werden kann; erst im Alter der beiden Protagonisten findet sie ihre Erfüllung.

Sehr viel weniger spektakulär, aber mindestens genauso bedeutsam stellt sich die Situation für die in den Jahren 2020 und 2021 (Stand: April) von der SARS-CoV-2-Pandemie Betroffenen dar. Das sind unter anderem: Altenheimbewohnerinnen und -bewohner, diejenigen, die in Altenpflegeeinrichtungen arbeiten, die Angehörigen der alten Frauen und Männer und nicht zuletzt die Seelsorgerinnen und Seelsorger.

 

II. Zugang

Ich will am zweiten Tag des ersten Lockdowns im März 2020 ein Heim für Besuche betreten, die Glastüren gleiten nicht wie üblich zur Seite, ich klingle, ein Pfleger erscheint, und dann sagt er kurz angebunden, direkt und unmissverständlich: „Sie können hier nicht herein!“ Das war mir noch nie passiert, und viele andere können von derselben ernüchternden, fast demütigenden Erfahrung berichten: nicht aus einer mehr oder weniger intensiven Liebe heraus ihre Angehörigen besuchen zu können, als Seelsorger nicht wie gewohnt seiner Arbeit nachgehen zu können, die ohne eine andere Form von Liebe auf Dauer nicht möglich wäre; und natürlich standen auch beispielsweise Lieferanten vor einer völlig neuen Situation. Andererseits hat auch schon bisher der Ausbruch beispielsweise eines Norovirus, also einer hochinfektiösen Durchfallerkrankung, zu temporären drastischen Maßnahmen wie einem Betretungsverbot eines Heimes geführt. „Heraus“ und „herein“ war und ist nie eine Selbstverständlichkeit.

Im Lauf des Jahres 2020 erlebe ich dann, dass dieselben behördlichen Vorgaben zur Eindämmung der gegenwärtigen Pandemie von den Leitungen der jeweiligen Häuser, für die ich zuständig bin, unterschiedlich aufgefasst werden: hier werde ich schon bald zur Sterbebegleitung gerufen, da bleibt mir der Zutritt lange verwehrt und dort gibt es eine vorsichtige und abgesicherte Öffnungsstrategie. Das ist die Realität3, und das ist es, was ich auf Dauer als anstrengend und mühsam empfinde: die bisherigen Routinen sind weggebrochen, Planungen, die über die nächste, höchstens übernächste Woche hinausgehen, nicht möglich; in jeder Einrichtung herrschen andere Zugangskriterien, die sich auch noch ständig ­ändern.

Einmal sitze ich, als Veranstaltungen wieder möglich sind, mit Visier und FFP-2 Maske da und versuche unter Aufbietung meiner stimmlich-physischen Kräfte diesen Nachmittag zu gestalten: für und mit Altgewordenen, die in diesem großen Raum an einer langen Tafel auf Abstand platziert worden sind und die mir nach wenigen Monaten der Pandemie vorkommen, als wären sie starrer und steifer geworden. Auf meine Frage zu Beginn, wie es ihnen gehe, antwortet die Erste: „Ach, Herr Pastor, wir haben schon Schlimmeres erlebt“, woraufhin andere beifällig nicken. Das führt mir einmal mehr die resiliente Kraft Altgewordener4 vor Augen. Trotzdem bin ich froh, merke ich an mir selbst, als ich nach der körperlichen Kraftanstrengung dieses Nachmittags wieder herausgehen und draußen sein kann – auch wenn sich die acht alten Frauen und zwei Männer am Ende bei mir bedankt haben.

Natürlich betrifft „herein“ und „heraus“ – wie schon kurz gestreift – auch das ganze Leben als dieses „Dazwischen“, in das man hineingekommen ist und aus dem man wieder herausgehen wird. Ich muss in dieser Corona-Zeit manchmal an jene Worte denken, die mir nicht aus dem Sinn gehen und sich hin und wieder melden: „Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. Doch du – Gott – tust deine Augen über einem solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer! Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut“ (Hiob 14,1-6). Nach den Empfindungen, Gedanken und Worten Hiobs blickt Gott aktuell nicht weg. Eine Zeitgenossin, ein Zeitgenosse würde sich kaum so äußern, aber auf die täglichen Zahlen starren und sich von ihnen in den Bann ziehen lassen5: Neuinfektionen, Belegung der Intensivbetten, Todesfälle (an oder mit einer Corona-Infektion Verstorbene), Inzidenzwerte. Wann werden wir von diesen zu Kurven verbundenen Zahlen der vergangenen Tage, Wochen, Monate wieder weg und woanders hin schauen können?6

 

III. Erfahrungen

Das eine sind die Welt der Zahlen bis hin zu den mathematischen Modellierungen als Annäherung ein eine Wirklichkeit, die nicht zuletzt durch eine unheimliche Unbekannte geprägt ist: die Dunkelziffer der Infizierten. Ist sie hoch, ist sie niedrig …? Das andere sind konkrete Situationen und Schicksale. Anhand ihrer – und anhand der Abstands-Regel und Nähe-Erfahrungen – will ich deutlich machen, was mich in dieser bedrohlichen, befremdlichen und teilweise schwer fassbaren Zeit dieser Corona-Pandemie beschäftigt hat und mir immer noch nachgeht.

Davor will ich eine Erfahrung benennen, die mich durch eine Abwesenheit irritiert und beschäftigt hat: Ich hatte im großstädtischen Raum so wenige Beerdigungen wie sonst nie! Über längere Zeiten rief kein einziger Bestatter an. Irgendwann fragte ich mich: Wie haben die Verstorbenen, die es ja gab, ihre letzte Ruhe gefunden? Wie haben die Trauernden Trost gefunden? Wie haben die Angehörigen den letzten Abschied gestaltet: still, stumm, gar nicht, weil die behördlich vorgegebenen Hürden immer höher wurden … Schließlich hat man wohl in vielen Fällen ganz auf ein Ritual verzichtet. Inzwischen kann ich mir sagen: Natürlich wird man oft auch so Frieden gefunden haben, während in der Vor-Corona-Zeit auch nach einer rituell gestalteten Beerdigung nicht immer Frieden eingekehrt ist. „Was meinen Sie, was es hier manchmal für Streit gibt“, sagte mir einmal die Betreiberin eines ­Cafés gegenüber einem Friedhof.

„Heraus“ aus diesem Leben und „hinein“ in einen anderen Zustand ist – und war – eine unheimliche Angelegenheit: aktuell kann die Macht der Trauer durch einen Todesfall Menschen während dieser Corona-Pandemie wohl doch so sehr schwächen, dass es nicht mehr zu der Kraft reicht, die nötig ist, um einen Abschied mit gestaltenden Elementen in Gang zu setzen. Das würde vor allem zweierlei erleichtern: zunehmende Distanzierung von der lähmenden Todesmacht, die gegenwärtig mehr als sonst viele erfasst, und Rückkehr zu Lebensmut und Lebenszuversicht durch zurückgewonnene Lebenskraft – selbst wenn man sich schon während des Kaffees nach der Beerdigung ums Erbe streitet. Schließlich kann aber vielleicht doch Frieden einkehren: die eine Partei geht in die eine Richtung und die andere in die andere Richtung.

 

IV. Abstand

Immer wieder zurückgekehrt zum Heim, in dem ihr dement gewordener Mann inzwischen lebt, ist Frau S. Wir kennen uns seit einiger Zeit. Ich rufe sie im ersten Lockdown an: Wie es ihr gehe. Sie fängt gleich an zu weinen: Sie könne ihren Mann ja nur von draußen sehen; sie stünde da draußen, auf der Wiese vor dem Haus und er drinnen am geöffneten Fenster. Er erkenne sie, noch. Aber den Abschied könne er überhaupt nicht verstehen: sie winke, er winke zurück, und wenn sie sich nach ein paar Schritten noch einmal umblicken würde, würde er immer noch so dastehen. Sie weint noch einmal. Natürlich äußere ich Verständnis; natürlich empfinde ich die wiederkehrende Situation selbst als bitter: ein altgewordenes Ehepaar, dass sowohl der Demenz als auch diesem eigenartigen Getrennt-Sein ausgeliefert ist. Schnelltests sind zu jenem Zeitpunkt noch nicht verfügbar, der Beginn der Impfkampagne noch nicht in Sicht. Mit zunehmender Gesprächsdauer wird Frau S. ruhiger. Sie sagt selbst, dass es ihr gut tue, mit mir, der ich nicht Familienmitglied bin, darüber zu reden. Vielleicht spürt sie mein Mitempfinden. Auch der sachliche Hinweis, dass für ihren Mann die Situation des Abschiednehmens vielleicht gar nicht so belastend sei, hilft ihr weiter: in seiner fortgeschrittenen Demenz breche die Situation ab und ohne eine kurzzeitige Erinnerung an den Abschied von eben beginne für ihn gleich darauf eine neue Situation. Sie habe selbst schon gedacht, dass er von den Abschieden gar nicht so viel mitbekomme. Einige Wochen später rufe ich sie erneut an: dieses Mal um ihr zu kondolieren. Von der Pflegedienstleitung hatte ich erfahren, dass ihr Mann verstorben ist. Es sei jetzt doch eine Erlösung für ihn gewesen, sagt sie schon bald, und es schwingt mit, dass sie selbst erleichtert ist.

Für mich ist das Medium des Telefons das wichtigste Instrument in der Zeit dieser Pandemie geworden: für Gespräche mit Bewohnern und Bewohnerinnen, mit Angehörigen, mit den Frauen und Männern der Pflegedienstleitungen und den weiteren Pflegenden in den Wohnbereichen und denjenigen, die die jeweiligen Häuser leiten. Nicht zu vergessen: die Alltagsbegleiterinnen und -begleiter. Der physische Abstand bleibt gewahrt. Und gleichzeitig kommt es in der Distanz zu einer Nähe, die bei einem seelsorglichen Zusammensein im Zimmer eines Altenheims nicht ohne weiteres möglich wäre: im Hören, Reden, Schweigen, Atmen, Trösten und manchmal auch im gemeinsamen Lachen. Kurz: in einer besonderen Intensität des Einander-Gegenüber-Seins. Ich bin immer noch erleichtert, dass dieser telefonische Draht nie abgerissen ist.

 

V. Nähe

Herausgegangen aus der Welt derer, die mit einem Bewusstsein leben, und hineingekommen in die Welt des Daseins ohne Bewusstsein7 ist Frau D. Zusammen mit Frau O. ging sie und geht sie auch jetzt auf dem Gang ihres Wohnbereichs auf und ab: völlig unberührt von dieser Pandemie-Krise. Als ich das erste Mal das Heim wieder betrete, lässt sie ihre sonst eingehakte Partnerin los, breitet – wie schon früher – ihre Arme weit aus, nimmt mich in den Arm und drückt mich an sich. Soll ich mich – Abstand hin oder her – wehren? Was für eine Frage! Soll ich mich vorsichtig aus der Umarmung, die sehr fest ist, lösen und sagen: „Das geht leider im Moment nicht…“ Sie würde mich völlig verständnislos anschauen, verärgert und verletzt sein. Man kann nur – auch und erst recht in dieser Pandemie-Zeit – entweder vorbehaltlos bereit sein, seelsorglich in eine Altenpflegeeinrichtung hineinzugehen und sich der Welt der Menschen mit und ohne Demenz zu stellen, oder man muss es lassen.

Natürlich sind „Face-to-Face-Begegnungen … unverzichtbar und auch möglich“8. Andererseits kann ich Kolleginnen und Kollegen verstehen, die ihre seelsorglichen Aufgaben auf andere Art und Weise wahrnehmen, zumal wenn sie zu einer Risikogruppe gehören und berechtigte Angst vor einer Ansteckung mit dem SARS-CoV-2 Virus und einem womöglich tödlichen Ausgang haben.

 

VI. Liebe

Zu einem gnädigen Tod am Ende eines langen Lebenslaufs ist es bei Frau T. gekommen. Eben lag sie noch ruhig, fast unmerklich atmend in ihrem Bett. Die Kinder von ihr, die mich gerufen hatten, und ich sitzen noch eine Weile zusammen; eine besondere Atmosphäre ist spürbar. Was wir noch nicht wissen, ist, dass Frau T. wohl während der Zeitspanne von Gebet, Vaterunser und Segen gestorben ist. Das Ritual der Segnung wurde zur Aussegnung: für den Weg heraus aus diesem Leben. Wo hinein wird sie nun gehen …?

Ein biblischer Vers lässt vor allem zurückblicken; er deutet aber auch eine Antwort an: „Aus seiner Fülle haben wir alle genommen: und zwar Gnade um Gnade“9 (Joh. 1,16). Noch zu seinen Lebzeiten hatte der Ehemann der Verstorbenen für seine Frau diesen Vers ausgesucht, der über ihrer Trauerfeier stehen sollte. In der Friedhofskapelle kommt es jetzt noch einmal zu einer liebevollen Zuwendung eines längst Verstorbenen für seine nun ebenfalls verstorbene, geliebte Frau durch jene Worte, die wir Lebenden hören: „Aus seiner Fülle haben wir alle genommen: und zwar Gnade um Gnade“.

Coronabedingt ist eine begrenzte Anzahl an Verwandten und Trauergästen zusammengekommen. Die Verstorbene wird gewürdigt. Es geht um die Vergegenwärtigung eines Lebenslaufs, auf den das Licht der Fülle und der Gnade Gottes fällt: als bewahrender Schutz im Krieg und danach als Lebenschancen durch Möglichkeiten, die sie ergriffen hat. „Gnade um Gnade“ wird im Erzählen und Staunen deutlich. Für vieles können wir dankbar sein, nicht zuletzt für Liebe in unterschiedlicher Art und Weise. Am Ende wird klarer: auch sie geht in die Fülle Gottes zurück. Die Bitte: „Dein Reich komme“ hat sich erfüllt. Es kommt zu einer ganz anderen „Face-to-Face“-Begegnung, einem ganz anderen Erkennen „von Angesicht zu Angesicht“10.

Gar nicht so wenige andere, höre ich immer wieder, haben ebenfalls die Hoffnung, dass sie aus einer oft auch gnadenlosen Welt heraus- und kraft jener Gnade in das Reich Gottes hineingehen werden: die Fülle der himm­lischen Welten.

 

Anmerkungen

1 K. Lammer/A. Jensen in: Face-to-Face-Begegnungen sind unverzichtbar und auch möglich, DPfBl 8/2020, 473-477, bleiben bedauerlicherweise eine Definition dessen, was sie unter „Face-to-Face“ verstehen schuldig: Soll es bei ihnen bedeuten: „von Angesicht zu Angesicht“, oder „Auge in Auge“ – was bei ausreichender Selbstbeobachtung nur kurz zu ertragen ist (vgl. auch Hiob 14,6) – und bspw. Blinde oder Seheingeschränkte nicht mit einschließen würde? Auch „persönlich“ oder als „einander gegenüber sein“ sind angemessene Übersetzungen dieser englischen Phrase ins Deutsche und ermöglichen einen deutlich weiteren Spielraum der Begegnungsmöglichkeiten.

2 G.G. Márquez, Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Frankfurt/M. 2007.

3 A.a.O., 475, Lammer/Jensen berücksichtigen in ihrem technokratischen Beitrag, jedenfalls was die Situation der Altenheime und die der Altenheimseelsorge betrifft, nicht die Bandbreite der tatsächlichen Realität.

4 B. Pechmann, Im Alter frei werden. Seelsorge im Alter und zum Älterwerden, Norderstedt 2017, 50-86.

5 Das kommt einer individuellen und umfassenden Machterfahrung gleich.

6 Ganz anders wurde in der Zeit der Pest 1347/1348 bspw. in Florenz verfahren, als die „öffentlichen Verlautbarungen der Totenzahlen verboten [waren]“, mit der Begründung, dass „es die Kranken hassten, davon zu erfahren, und weil es die Gesunden entmutigte“, so Marchionne di Coppo Stefani in: V. Reinhardt, Die Macht der Seuche. Wie die große Pest die Welt veränderte, München 2021, 72. – Reinhardt stellt allerdings auch grundsätzlich klar: „In den Zeiten der Pest gab es an Medien nur das gesprochene Wort, von der Kanzel und innerhalb der Nachbarschaft, die auf Papier geschriebene und auf dem Kurierweg verbreitete Nachricht sowie einige wenige nicht-verbale Signale, unter denen das Glockenläuten das wichtigste war … 2020 war es umgekehrt. Der Fülle von ‚Informationen‘ zu allen nur erdenklichen Aspekten der ‚Corona-Krise‘ konnte sich niemand entziehen.“ A.a.O., 12.

7 M. Josuttis, Dasein ohne Bewusstsein, in DPfBl 12/2011, 633-636.

8 A.a.O., s. Anm. 1.

9 Natürlich darf man das griechische („und“) in diesem Fall als hervorhebende Konjunktion nicht ignorieren und wegfallen lassen (wie in manchen Übersetzungen), sondern muss es mitübersetzen, hier als „und zwar“, „nämlich“.

10 1. Kor. 13,12.

 

Über die Autorin / den Autor:

Pfarrer Burkhard Pechmann, Jahrgang 1957, seit 2003 Altenheimseelsorger in Hannover; Veröffentlichungen: "Altenheimseelsorge. Gemeinden begleiten Menschen im Alter und mit Demenz" (Göttingen 2011), Co-Autor in "Die Frucht der Jahre. Spiritualität im Älterwerden" (Stuttgart 2013), "Freiwerden im Alter" (2016).

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 9/2021

Kommentieren Sie diesen Artikel
Pflichtfelder sind mit * markiert.
Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.
Spamschutz: dieses Feld bitte nicht ausfüllen.