In den vergangenen zwei Jahren hat sich Hongkong politisch sehr verändert. Dies hat Auswirkungen sowohl auf die Gesellschaft im Allgemeinen als auch auf die Kirchen im Besonderen. Bianca Breunig geht den Herausforderungen nach, vor denen die Kirchen vor Ort durch die historisch bedingten Umbrüche jetzt stehen.1

 

Schon seit Monaten kann man in den Medien verfolgen, wie die Volksrepublik China in Hongkongs Politik und Gesellschaft Einfluss nimmt. Sichtbar werden die Auswirkungen an den anhaltenden prodemokratischen Protesten. Diese politischen Veränderungen stellen die Kirchen vor neue Herausforderungen in ihrem Denken und Handeln. Nach einem Rückblick zu meinem Auslandsjahr in Hongkong, werde ich einen Einblick in die Religionskultur und den Einfluss der Kirchen vor Ort geben. Dass Hongkong heute inmitten dieser Umbrüche steht, liegt in der langen und bewegten Geschichte Hongkongs, die es zu dem macht, was es heute ist. Ich werde die aktuellen politischen Umbrüche beleuchten und abschließend einen Eindruck von den Herausforderungen für die Kirchen geben.

 

Interkulturelles Lernen in Hongkong

Hongkong ist eine große Stadt, in der es einiges zu entdecken gibt. Diese Stadt ist nicht nur von einer großen kulturellen und religiösen Vielfalt geprägt, sondern vereinigt auch unterschiedlichste Landschaften auf engem Raum. Dazu gehören Berge zum Wandern, Strände und Inseln zum Entspannen und eine Großstadt mit Wolkenkratzern, die zum Leben und Erleben einlädt. Wunderbare Voraussetzungen für ein studentisches Auslandsjahr.

So habe ich mich 2017 aus Erlangen aufgemacht, um am ökumenisch und interkonfessionell ausgerichteten LTS (Lutheran Theological Seminary) einen „One Year Master of Arts in Lutheran Studies“ zu machen. Das LTS ist eng mit der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen und mit Mission „EineWelt“ verbunden. Dadurch wird ein Austausch von Studierenden und Lehrenden gewährleistet. Am LTS studieren Menschen aus der ganzen Welt. Viele kommen aus Süd-Ost-Asien, z.B. aus Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam oder Malaysia. Aber es gibt auch viele Studierende aus China, Taiwan und Macao, die am LTS leben und lernen. Aus Europa und den USA kommen nur wenige Studierende, allerdings gibt es eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Dozentinnen und Dozenten aus diesen Regionen. Das alles macht das Leben und Lernen am LTS spannend und vor allem sehr ökumenisch und interkulturell. Die Studierenden und Lehrenden sind keineswegs alle Lutheranerinnen und Lutheraner. Nicht nur die Kulturen, auch die Konfessionen bilden ein buntes Bild.

Im Gespräch mit anderen Studierenden und Lehrenden konnte ich erfahren, wie christlicher Glaube in unterschiedlichen Konfessionen und Kulturen gelebt und ausgeübt wird, wo theologische Schwerpunkte gesetzt werden und wie sich christliche Religion in den unterschiedlichen Kulturen verankert. Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken, nachfragen, zuhören, Altes hinterfragen, Neues lernen, das alles gehört am LTS wie selbstverständlich dazu. Genau das hat für mich den Charme interkulturellen Lernens ausgemacht. Während meines Studiums am LTS konnte ich auch einen guten Einblick in Hongkongs diverse Kirchenlandschaft gewinnen. Die Kirchen haben, wie alle Religionsgemeinschaft in Hongkong, einen hohen kulturellen Einfluss auf die Gesellschaft, der auf unterschiedliche Art und Weise sichtbar wird.

 

Die christlichen Kirchen in Hongkong

Religionsfreiheit ist eines der Grundrechte der Einwohner von Hongkong. In Artikel 141 der „Basic Law of HKSAR“ ist festgesetzt, dass die Regierung Hongkongs die Religionsfreiheit nicht einschränken und sich nicht in die inneren Angelegenheiten religiöser Organisationen einmischen darf.2 Aufgrund dessen gibt es eine Vielzahl von Religionen, darunter der Buddhismus, der Taoismus, der Konfuzianismus, das Christentum, der Islam, der Hinduismus, der Sikhismus und das Judentum. Alle haben eine beträchtliche Anzahl von Anhängern. Neben religiös spirituellen Angeboten stellen viele größere Religionsgemeinschaften auch Schulen, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen bereit.

In Hongkong gehören etwa 1,2 Mio. Menschen einer christlichen Kirche an, das sind ca. 16% der Bevölkerung.3 Es gibt eine beachtliche Anzahl an unterschiedlichen christlichen Gemeinschaften. Nach meinen Erfahrungen ist die Verbundenheit zur Gemeinde sehr hoch. Die Menschen nehmen regelmäßig an den Veranstaltungen ihrer Gemeinden teil. Auch sind die Kirchen in Hongkong zum größten Teil gut vernetzt und leben die Ökumene. Mission „EineWelt“ pflegt eine Partnerschaft zur ELCHK (Evangelical Lutheran Church of Hong Kong), welche Mitglied im Lutherischen Weltbund und „Hong Kong Christian Council“ ist. Außerdem arbeitet Mission „EineWelt“ im Bereich der theologischen Ausbildung eng mit dem LTS zusammen und entsendet deutsche Pfarrerinnen und Pfarrer, um am LTS zu unterrichten.4

Durch die vielen christlichen Einrichtungen sind die Kirchen in ihrer diakonischen Ausrichtung sehr präsent und spielen eine beachtliche kulturelle Rolle. Es gibt an die 400 Schulen, 250 Kindergärten, einige Krankenhäuser und über 100 Wohlfahrtsorganisationen. Die Kirchen waren in der Geschichte Hongkongs in ihrem diakonischen Profil häufig sehr präsent. Gerade nach dem Zweiten Weltkrieg kümmerten sie sich um die medizinische Versorgung und unterstützten die Menschen in der Stadt. Hinter jeder Gesellschaft und hinter jeder Kultur steckt eine lange Geschichte und Entwicklung. Um die Umbrüche, die Proteste und die Herausforderungen, vor denen die Kirchen in Hongkong jetzt stehen, zu verstehen, hilft ein Blick in die Vergangenheit der Sonderverwaltungszone.

 

Hongkongs Erbe

Hongkong hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich, die es zu dem macht was es heute ist, der „Hong Kong Special Administrative Region (HKSAR)“. Dies hängt primär mit der wechselnden Abhängigkeit zu Großbritannien und China zusammen. Häufig wird die „HKSAR“ mit „Ein Land, zwei Systeme“ betitelt.

Dieses System wurde Ende des letzten Jahrhunderts eingeführt. 1976 war die Volksrepublik China in einer Phase der erneuten Staatsbildung und administrativen Restrukturierung. Diskutiert wurde dabei unter anderem auch die Frage, inwiefern die damals noch unter britischer bzw. portugiesischer Verwaltung stehenden Gebiete Hongkongs und Macaos in Zukunft in die sozialistischen Strukturen der Volksrepublik China integriert werden können. Durch den Opiumhandel der Briten und die daraus resultierenden Opiumkriege war Hongkong seit 1843 eine Britische Kolonie und etablierte nach europäischem Vorbild kapitalistische Wirtschaftsstrukturen. Im Jahr 1997 erfolgte die Übergabe der Staatshoheit an die Volksrepublik China. Seitdem ist Hongkong eine chinesische Sonderverwaltungszone unter Beibehaltung einer freien Marktwirtschaft und hoher innerer Autonomie. Die Zauberformel „Ein Land, zwei Systeme“ ermöglichte einen Übergangskompromiss, bei dem sich die chinesische Seite verpflichtete, den Fortbestand der liberalen und kapitalistischen Systemstrukturen für eine Dauer von 50 Jahren ab dem Zeitpunkt der Rückübertragung zu garantieren. Diese Regelung wurde auch im „Hong Kong Basic Law“ (Hongkonger Grundgesetz) verankert.5 Artikel 5 bekräftigt, dass das sozialistische System in Hongkong nicht praktiziert werden darf. Abschnitt 3 (Art. 24-42) des „Basic Law“ regelt die „fundamental rights and duties of the residents“. Demnach werden beispielsweise die Meinungs- und Pressefreiheit, die Versammlungsfreiheit (Art. 27), die Freiheit der Person (Art. 28) und die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz (Art. 25) garantiert.6

2047 würde der Sonderstatus Hongkongs den Vereinbarungen nach enden. Wie die Strukturen danach gestaltet werden, ist offen. Wenn man heute durch Hongkong geht, kann man den Einfluss der Briten sehen, spüren und erleben. Hongkong hat im Vergleich zu China eine ganz eigene Kultur entwickelt. In Hongkong können fast alle Menschen sehr gut Englisch sprechen. Die technischen Standards und Normen der Sonderverwaltungszone sind weiterhin an das britische System angelehnt, wie der Linksverkehr exemplarisch illustriert. Durch die freie Wirtschaft sind viele ausländische Unternehmen mit ihren „Expats“ in Hongkong angesiedelt. Diese externen Fachkräfte leben vorübergehend in Hongkong und bringen kulturelle Einflüsse mit, die zur Gestaltung der dortigen Kultur beitragen. Hongkongs Einwohner sind chinesische Staatsbürger, besitzen jedoch einen Pass der Sonderverwaltungszone Hongkong, der ihnen oftmals visafreie Reisen ins Ausland ermöglicht.

Hongkong steht somit für einen hohen Grad an Autonomie. Lediglich die Außen- und Verteidigungspolitik liegen ausschließlich in den Händen der chinesischen Zentralregierung in Peking. In Hongkong herrscht ein starkes Bewusstsein für diese Kultur und Freiheit, was an den Massenprotesten, die im Sommer 2019 ausbrachen, sichtbar wird. Die Proteste sind von einer prodemokratischen Bewegung in Hongkong dezentral organisiert und richten sich gegen die pekingnahe Regierung unter Regierungschefin Carrie Lam. Anlass war das vorgeschlagene Auslieferungsgesetz, das u.a. Auslieferungen von Häftlingen an die Volksrepublik China ermöglichen sollte. Die Gegner dieses Gesetzesentwurfs befürchteten, dass damit das liberale Rechtssystem Hongkongs unterminiert werden würde. Bei meinem Besuch in Hongkong 2019 konnte ich sehen, wie Millionen von Menschen auf die Straße gegangen sind. Die Proteste konnten das Auslieferungsgesetzt zunächst verhindern, jedoch wurden Schritt für Schritt neue Gesetze auf den Weg gebracht, die die Autonomie Hongkongs im Verlauf einschränkten sollten.

 

Aktuelle politische Umbrüche

In den letzten zwei Jahren sind zwei entscheidende und einflussreiche Gesetze für Hongkong vom nationalen Volkskongress in China erlassen worden. Am 28. Mai 2020 stimmte der Volkskongress dem Erlass eines Gesetzes zum „Schutz der nationalen Sicherheit“ für die Sonderverwaltungszone zu.7 Das sog. Sicherheitsgesetz ist am 1. Juli 2020 in Kraft getreten. Es richtet sich gegen Aktivitäten in Hongkong, die Peking als umstürzlerisch, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch ansieht. Mit diesem Gesetz können Verdächtige der chinesischen Justiz ausgeliefert werden. Zu diesen Aktivitäten zählen auch Gewalt gegen Personen, Brandstiftung und die Zerstörung von Transporteinrichtungen. Auch Vandalismus in U-Bahn-Stationen, wie bei den Ausschreitungen während der Proteste im vergangenen Jahr, gehört dazu. Als Höchststrafe für die genannten Delikte ist lebenslange Haft vorgesehen.

Das Gesetz fand in Hongkong bereits mehrmals Anwendung. Beispielsweise hat die Polizei im Januar 2021 rund 50 prodemokratische Aktivisten und Aktivistinnen festgenommen. Diese waren immer wieder an den prodemokratischen Protesten beteiligt. Den Festgenommenen wurden Staatsgefährdung und Verstoß gegen das am 1. Juli in Kraft getretene nationale Sicherheitsgesetz vorgeworfen.

Eine weitere weitreichende Entscheidung ist im März 2021 beim nationalen Volkskongress in Peking getroffen worden. Der Volkskongress hat eine umfassende Reform des Wahlrechts in der Sonderverwaltungszone beschlossen. Hongkong soll noch enger an Festlandchina angebunden werden. Die Wahlrechtsreform soll sicherstellen, dass Peking künftig Hongkonger Parlamentskandidaten ablehnen kann.8

Eine wesentliche Neuerung ist die Bildung eines Komitees zur Überprüfung der „Qualifikation“ der Kandidatinnen und Kandidaten, sowohl für das Parlament (den Legislativrat), als auch für den Wahlausschuss des Regierungschefs. Das bedeutet, dass in Hongkong künftig Kandidatinnen und Kandidaten bei Wahlen nur mit Zustimmung eines chinesisch dominierten Gremiums antreten können. Das Parlament soll zudem von 70 auf 90 Plätze vergrößert werden. Die Versammlung nahm den Beschluss auf der Abschlusssitzung seiner Jahrestagung in Peking mit 2.895 Jastimmen an. Es gab keine Neinstimmen und eine Enthaltung.9 Der Volkskongress hat in seiner Geschichte noch nie eine Vorlage der Regierung abgelehnt. Nach dem Erlass des umstrittenen Sicherheitsgesetzes im vergangenen Jahr, ist die Wahlreform schon ein zweiter Umbruch.

Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Kultur und die Wirtschaft. Vergangenes Jahr stand die Sonderverwaltungszone noch auf Platz 2 des Index der „Heritage Foundation“. Die US-amerikanische Stiftung kürt jedes Jahr die Orte mit der größten wirtschaftlichen Freiheit. Für 2021 ist Hongkong zum ersten Mal ausgelistet.10 Ausländische Unternehmen ziehen sich aus Hongkong zurück. Tatsächlich haben im vergangenen Jahr etwa 12.000 Menschen die Stadt verlassen. Zum ersten Mal seit eineinhalb Jahrzehnten sank die Bevölkerungszahl Hongkongs. Viele gut Ausgebildete wandern jetzt nach Singapur, Australien oder Europa aus. Im Vergleich dazu kann man seit einigen Jahren einen neuen Trend feststellen. Immer mehr Firmen aus der Volksrepublik China lassen sich in Hongkong nieder und bringen ihre eigenen Angestellten und Wertvorstellungen mit.11

 

Die Herausforderungen

Wie geht es in Hongkong nun weiter? Das ist die Frage, die sich viele Menschen heutzutage stellen. Viele Kirchen und auch das „Lutheran Theological Seminary“ stehen vor neuen Herausforderungen. Sie müssen einen Weg finden, mit der veränderten politischen Lage zu leben.

Ulf Röller, China-Korrespondent und Leiter des ZDF-Studios in Peking, berichtete mit seinem Team während der Massenproteste regelmäßig über China und Hongkong und erklärte, dass durch das neue Sicherheitsgesetz die Pressefreiheit in Hongkong stark eingeschränkt wird. Das Gesetz ist nicht eindeutig formuliert. Die Menschen sind darüber verunsichert, was erlaubt ist und was nicht. Insbesondere Journalisten und Menschen, die mediale Aufmerksamkeit genießen, müssen vorsichtig sein.12

Nicht nur die Presse auch viele Kirchen fühlen sich von dem neuen Sicherheitsgesetz verunsichert. Einige Christinnen und Christen unterstützen in Hongkong die Demokratiebewegung. In der katholischen Kirche finden unter Kardinal Zen vor jedem Protest ökumenische Gebete statt. „Hongkonger Christinnen und Christen bitten dort Gott um seinen Segen für die Proteste oder beten zu Passagen aus der Bibel, in denen es um ihr Recht geht, für soziale Gerechtigkeit zu demons­trieren.“13

Anderen Kirchen ist eine öffentliche politische Meinungsäußerung zu riskant. Die Angst, gegen das Sicherheitsgesetz zu verstoßen, ist groß. Gerade nach den Festnahmen Anfang des Jahres wird in vielen Kirchen genau darauf geachtet, dass Predigten, Ansprachen und Textmaterialien nicht mit der demokratischen Bewegung in Verbindung gebracht werden können. Einige Gemeinden sind von ihren Kirchenleitungen dazu angehalten, „unpolitisch“ zu sein. Andere Kirchen, Christinnen und Christen argumentieren aber auch prochinesisch. Hier zeigt sich, wie weit die politische Haltung der Kirchen zum Staat auseinander geht.

Die Kirchen haben das Ziel, für die Menschen in Hongkong da zu sein. Sie wollen ihre diakonische Arbeit fortsetzen und ausbauen, Christinnen und Christen Seelsorgeangebote bereitstellen und Gottesdienste feiern. Dafür müssen sie zunehmend mit der chinesischen Regierung kooperieren. Innerhalb der Kirchen gehen die Meinungen dazu weit auseinander: Ist die Zusammenarbeit mit China eine Pflicht oder ein Bruch?

Die politischen Veränderungen sind aber nur ein Teil der Herausforderungen, vor denen die Kirchen heute stehen. Durch diese Umbrüche verändert sich die Gesellschaft im Ganzen und damit auch das Bild der Gemeinden. Am LTS unterrichten schon heute weitaus weniger internationale Dozentinnen und Dozenten. Der Schatz des interkulturellen Lehrens und Lernens muss neu gestaltet werden. Eine Freundin und Theologiestudentin aus Hongkong14 erzählt, dass es nicht nur die politische Lage ist, die die Gemeinden zum Umdenken und Handeln zwingt, sondern es verändert sich auch das Bild der Gemeinden. Die Glieder verändern sich durch Immigration und Emigration. Immer mehr Menschen aus China immigrieren nach Hongkong und beeinflussen die Gemeinden sprachlich, kulturell und spirituell. Die Menschen aus der Volksrepublik bringen ihre eigene Kultur und Sprache mit. Häufig sprechen die Menschen aus Festlandchina kein Englisch und Kantonesisch. Jüngere Hongkonger, die es sich leisten können, gehen aus den Gemeinden fort, um im Ausland zu studieren. Bei den Gläubigen spielen zunehmend nicht nur die theologische Ausrichtung oder die religiös spirituellen Angebote bei der Wahl der Gemeinde oder Konfessionen eine Rolle, auch die politische Einstellung der Kirchenleitung sowie der Gemeindeglieder ist entscheidend.

So werden sich die Gemeinden zukünftig allmählich verändern müssen. Manche werden neue Konzepte entwickeln, ihren Glauben zu leben, weiterzugeben und ihrer diakonischen Arbeit nachzugehen. Sie werden vielleicht ein ganz neues Profil entwickeln oder ein altes Profil präzisieren. Es ist zu hoffen, dass diese Profile theologisch fundiert bleiben und gut zwischen weltlichen und geistlichen Dingen unterscheiden. 

 

Anmerkungen

1 Die Recherchen zu diesem Artikel wurden Mitte April abgeschlossen. Ereignisse nach diesem Datum konnten nicht mehr berücksichtigt werden.

2 S. Artikel 141, The Basic Law of the Hong Kong Special Administrative Region (17.03.2008), Chapter VI Education, Science, Culture, Sports, Religion, Labour and Social Services, in: https://www.basiclaw.gov.hk/en/basiclawtext/chapter_6.html (letzter Zugriff 15.04.2021).

3 Hongkong Yearbook (2019), Chapter 21 Religion and Custom, in: https://www.yearbook.gov.hk/2019/en/pdf/E21.pdf (letzter Zugriff 15.04.2021).

4 S. Mission EineWelt (2020), HongKong ELCHK, in: https://mission-einewelt.de/internationale-beziehungen/partnerkirchen-uebersee/hongkong-elchk/ (letzter Zugriff 15.04.2021).

5 S. Artikel 5, Basic Law of the Hong Kong Special Administrative Region (17.03.2008), Chapter I General Principles, in: https://www.basiclaw.gov.hk/text/en/basiclawtext/chapter_1.html (letzter Zugriff 15.04.2021).

6 S. Chapter III, Basic Law of the Hong Kong Special Administrative Region (17.03.2008), in: https://www.basiclaw.gov.hk/text/en/basiclawtext/chapter_3.html (letzter Zugriff 15.04.2021).

7 Deutscher Bundestag (2020), Sachstand. Das chinesische Sicherheitsgesetz für die Sonderverwaltungszone Hongkong in der rechtlichen Diskussion, in: WD 2 – 3000 – 049/20.

8 Ruth Kirchner (05.03.2021), China peilt starkes Wirtschaftswachstum an, in: https://www.tagesschau.de/ausland/china-volkskongress-171.html (letzter Zugriff 15.04.2021).

9 DPA (11.02.2021), Chinas Volkskongress stimmt für Wahlrechtsänderung in Hongkong, in: „ZEIT“ Online, https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-03/volkskongress-china-wahlrechtsreform-hongkong-abstimmung-peking (letzter Zugriff 15.04.2021).

10 Clare Jim (04.03.2021), Hong Kong dropped from Economic Freedom Index as policies controlled from Beijing, in Reuters, https://www.reuters.com/article/us-hongkong-economy-idUSKBN2AW0OI (letzter Zugriff 15.04.21).

11 Birgit Eger (11.03.2021), Auch die Wirtschaft spürt die Folgen, in: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/hongkong-wirtschaft-firmen-ausland-folgen-101.html (letzter Zugriff 15.04.2021).

12 Ulf Röller (03.12.2020), Hongkong: „Immer weniger Pressefreiheit“, in: https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/roeller-und-grundy-zu-hongkong-pressefreiheit-100.html (letzter Zugriff 15.05.2021).

13 Justin Tse (19.03.21), Vor jedem Protest finden Gebete statt, „ZEIT“ Online, in: https://www.zeit.de/2021/12/hongkong-katholische-kirche-proteste-china-justin-tse?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com (letzter Zugriff 15.04.2021).

14 Ich bedanke mich ganz herzlichen bei Patrina Mei Ling To, eine Freundin, die ich in der Zeit meines Studiums in Hongkong kennen gelernt haben. Durch den regelmäßigen Austausch mit ihr ist mir dieser persönliche Blick in die Erfahrungen von Christen in Hongkong möglich.

 

Über die Autorin / den Autor:

Vikarin Bianca Breunig, Jahrgang 1993, Theologiestudium in Erlangen, 2017/2018 Studium "Master of Arts in Lutheran Studies" am LTS in Hongkong, seit 2020 Vikarin der bayrischen Landes­kirche in Markt Erlbach.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 7/2021

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