Gegenwärtig wird vielfach an den Wormser Reichstag vor 500 Jahren und Luthers Auftritt dort erinnert. Thomas Schleiff frischt historisches Wissen aus Schule und Studium mit einem kleinen Quiz auf – nicht ohne Augenzwinkern.

1. Luther war durch den Kaiser vor den Reichstag geladen worden. Was hatte Kaiser Karl ihm dabei versprochen?

A. Er wollte ihm die Reise mit Übernachtungen in Vier-Sterne-Hotels bezahlen.

B. Er hat Luther „freies“ Geleit zugesagt. Er hat Luther zugesichert, er würde nicht verhaftet werden, obwohl er kirchlicherseits bereits als Ketzer verurteilt war.

C. Er dürfe seine Frau auf die Reise mitnehmen. Sie sei mit eingeladen und könne gut in Worms shoppen gehen.

 

2. Kurz vor dem Reichstag in Worms hielt sich Karl V. in Aachen auf. Was hat er dort getan?

A. Er war Feinschmecker und hat sich in Aachen mit Printen eingedeckt.

B. Er hat eine Büttenrede beim Karneval gehalten.

C. Er ist in Aachen zum deutschen König gekrönt worden.

 

3. Die Reise von Wittenberg nach Worms dauerte zwei Wochen. Dabei hat Luther in verschiedenen Kirchen gepredigt, aber auch in Wirtshäusern zur Laute gesungen. Sogar einer seiner Gegner musste zugeben, dass er eine sehr schöne Stimme hatte. Er nannte ihn …?

A. einen Bänkelsänger der Christusliebe

B. den Popstar der Reformation

C. einen Orpheus in Mönchskutte

 

4. Karl V. musste auf dem Reichstag in Worms eine Unannehmlichkeit in Kauf nehmen. Welche war das?

A. Er hatte kein „Einzelzimmer“ und musste zusammen mit einem Herzog in einem Zimmer schlafen.

B. Er musste in Worms auf seine Lieblingsspeise „Aal in Gelee“ verzichten, weil es das dort nicht gab.

C. Er wohnte einem Gasthaus gegenüber, in dem es bis 2 Uhr in der Nacht immer laute Musik gab.

 

5. Luther war das Auftreten vor großen adeligen Versammlungen nicht gewöhnt. Als er dem Verhandlungssaal in Worms betrat, machte er einen Formfehler.

A. Er begrüßte den Kaiser mit „Grüß Gott, Herr Kaiser“.

B. Er redete einfach einen alten Bekannten an, den er unter den Versammelten entdeckte.

C. Er nahm seinen Kaugummi nicht aus dem Mund.

 

6. Aus welchem Herrscherhaus stammte der damalige Kaiser Karl V.?

A. aus dem Hause Habsburg

B. aus dem Hause Hohenzollern

C. aus dem Hause der Staufer

 

7. Wie war die Stimmung in der Bevölkerung in der Stadt Worms?

A. „Uns ist das alles egal. Wir können gegen die da oben sowieso nichts machen.“

B. „Hängt Luther an den nächsten Laternenpfahl. Der stiftet nur Unruhe.“

C. „Luther ist mutig und hat in vielem Recht.“

 

8. Kaiser Karl V. hatte einige Jahre nach dem Reichstag Kummer mit seiner Schwester Isabella. Was war der Grund?

A. Isabella hatte einen Bürgerlichen geheiratet.

B. Isabella war zum lutherischen Glauben übergetreten.

C. Isabella war eine Kleptomanin und konnte zu keinem Festessen mitgenommen werden, weil sie immer etwas vom Silberbesteck stahl.

 

9. Luther und Karl V. hatten eine Leidenschaft gemeinsam …?

A. die Jagd

B. das Schachspiel

C. die Musik

 

10. Als Luther nach seinem Auftritt vor dem Reichstag am 18. April den Verhandlungssaal verließ, trat der ­Luther-Anhänger Herzog Erich von Braunschweig an Luther heran und überreichte ihm …?

A. einen Jägermeister „mit schönen Grüßen von der ,Eintracht Braunschweig‘“

B. eine Leinendecke, in die die ersten 17 der 95 Thesen mit Goldfäden hineingestickt waren

C. einen Humpen Einbecker Bier

 

11. Auch Karl V. hat eine Reform der Kirche angestrebt. Die politische Macht des Papstes, das Schachern um Ämter, der bisweilen unwürdige Lebensstil der Geistlichen hatten ihm nicht gefallen. Er strebte eine allgemeine Versammlung der Bischöfe an, auf der darüber diskutiert werden sollte. Wie nennt man eine solche allgemeine Versammlung der Bischöfe?

A. Bischofskonferenz

B. Thing

C. Konzil

 

12. Luther hat sich auf das Gewissen berufen. Er hat erklärt, dass er seine „Seligkeit“ aufs Spiel setzen würde, wenn er der Stimme des Gewissens nicht folge. Auch Karl V. hat den Ernst der Entscheidung gesehen. Er sagte: „Ich würde in dieser Welt geschmäht und …, wenn ich nicht alles täte, die Kirche zu reformieren und die verfluchte Ketzerei zu vernichten.“ Was gehört in die Lücke?

A. vor den Menschen schuldig werden

B. im Jenseits verdammt werden

C. von der Geschichte verurteilt werden

 

13. Auf der Rückfahrt von Worms nach Wittenberg ist am 4. Mai 1521 folgendes geschehen …?

A. Luther hat das Lied „Der Mai ist gekommen“ gedichtet.

B. Ein Blitz schlug unmittelbar neben der Kutsche ein.

C. Luther wurde scheinbar überfallen und entführt, in Wahrheit aber vom sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen auf die Wartburg in Sicherheit gebracht.

 

14. Wenn man ihr Alter zusammenzählt waren Kaiser Karl V. und Martin Luther am 18. April 1521 zusammen 58 Jahre alt. Wie verteilen sich diese Jahre?

A. Kaiser: 21, Luther 37

B. Kaiser: 29, Luther 29

C. Kaiser: 34, Luther 24

 

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Lösungen:

1.: B. Die Reise war für Luther dennoch nicht ohne Risiko. Auch dem „Ketzer“ Johann Hus war 100 Jahre zuvor für sein Erscheinen auf dem Konzil in Konstanz freies Geleit zugesichert worden. Das Versprechen wurde gebrochen und Hus wurde in Konstanz verbrannt. – Zu C: Luther war 1521 Mönch und noch nicht verheiratet.

2.: C. Aachen ist der traditionelle Krönungsort der deutschen Könige, weil hier (auch heute noch) der Thron Karls des Großen steht. Mit der deutschen Königskrone war die „Kaiser“würde verbunden. Aber die Kaiserkrönung war ein eigener, späterer Akt.

3.: C. Johann Cochläus, ein führender katholischer Theologe nannte ihn so – und hat ihn damit immerhin mit dem großen antiken Sänger Orpheus verglichen, der eine betörende Stimme gehabt haben soll.

4.: A. Worms, eine Stadt mit damals 7.000 Einwohnern, musste 10.000 Gäste beherbergen. Die Zimmer waren knapp. Luther teilte sich eine Kammer mit zwei Leuten. – Zu C: Die mittelalterlichen Gasthäuser waren zu früherer Nachtruhe verpflichtet („Zapfenstreich“).

5.: B.

6.: A. Aus dem Hause Habsburg, das Österreich als Zentrum hatte. Später stammte auch Maria Theresia aus diesem Haus. Die Zeit der Staufer (Barbarossa) war vorüber. Die große Zeit der Hohenzollern (Friedrich der Große) kam später.

7.: C. Die Stimmung im Volk war auf Luthers Seite. Die Deutschen fühlten sich vom Papst gegängelt. Sie kritisierten die Vetternwirtschaft am päpstlichen Hof. Sogar Kaiser Karl V. wünschte eine (gemäßigte) Reform.

8.: B. Isabella war Königin in Dänemark geworden und zum Luthertum übergetreten. Als sie mit 24 Jahren starb, nahm sie auf ihrem Sterbelager das Abendmahl nach lutherischem Brauch „in beiderlei Gestalt“. Man war also auch in derselben hochherrschaftlichen Familie durchaus nicht immer einer Meinung.

9.: C. Beide waren sehr musikalisch. Karl V. hatte auf seinen vielen Reisen immer einen Chor und eine Kapelle bei sich. Und auch für Luther war die „Musica“ die große und beständige Freude seines Lebens.

10.: C. Luther hat sogleich einen kräftigen Schluck getrunken.

11.: C. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Versammlung“.

12.: B. So Karl V. wörtlich im Jahre 1528.

13.: C. Die „Sache mit dem Blitz“ stieß Luther schon 1505 zu.

14.: A. Kaiser Karl war bereits mit 17 Jahren König (von Spanien) geworden, mit 20 Jahren wurde er zum deutschen König gekrönt und war damit de facto Kaiser des Reiches geworden.

 

Thomas Schleiff

 

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft 4/2021

1 Kommentar zu diesem Artikel
29.04.2021 Ein Kommentar von Ralf Krüger ??? Tschuldigung, aber mehr fällt mir nicht ein.
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