Situation, Voraussetzungen, Chancen
Erneuerung der Kirche?

Von: Peter Zimmerling
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Ausgehend von einer Beschreibung aktueller Herausforderungen, vor denen Glaube und Kirche gegenwärtig stehen, widmet sich Peter Zimmerling der Frage nach einer Erneuerung der Kirche. Um sie gewinnbringend beantworten zu können, müssen seiner Einschätzung nach aber auch zentrale theologische Voraussetzungen in Erinnerung gerufen werden.

Über die Zukunft der Kirche zu sprechen, heißt über ihre Erneuerung reden. Ich möchte das Thema aus drei Perspektiven betrachten: 1. Vor welchen Herausforderungen steht eine Erneuerung der Kirche heute? 2. Welche theologischen Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit es zu einer Erneuerung der Kirche kommen kann? 3. Welche Chancen für eine Erneuerung der Kirchen gibt es?


1. Herausforderungen, vor denen eine Erneuerung der Kirche heute steht

a) Ein anhaltender Säkularisierungsprozess

Die erste Herausforderung liegt in der zunehmenden Entkirchlichung und der damit einhergehenden Entchristlichung Deutschlands, ja ganz West- und Mitteleuropas, für die es in anderen Weltgegenden keine Parallelen gibt. Der amerikanische Religionssoziologe Peter L. Berger sprach schon vor Jahren von West- und Mitteleuropa als einem »Katastrophengebiet für die Kirche«.1 Ein anhaltender Säkularisierungsprozess hat zu einem zunehmenden Bedeutungsverlust des traditionellen kirchlichen Christentums geführt.

Das gilt in besonderem Maße für die neuen Bundesländer. Das folgende Gespräch in einem Friseursalon gibt brennpunktartig die religiöse Situation Ostdeutschlands wieder, wie sie mir in den vergangenen Jahren begegnet ist: Nachdem die Friseurin mit einiger Verwunderung festgestellt hatte, dass ich Theologe bin, und ich ihr auf ihre Nachfrage erklärt hatte, was das ist, meinte sie: »Können sie mir wohl sagen, was orthodox ist?« Ich staunte über diese Frage. Im weiteren Gesprächsverlauf stellte sich heraus, dass ihre Schwester zum orthodoxen Glauben konvertiert war, weil sie einen rumänischen Mann heiraten wollte. Ihre Familie war daraufhin in helle Aufregung geraten. Im Ton von trauriger Verzweiflung meinte die Friseuse: »Meine Schwester stammt doch wie ich aus einer anständigen atheistischen Familie.« Interessant war auch der Fortgang des Gespräches. Nach einer Weile meinte sie, dass sie mit ihrer kleinen Tochter an Weihnachten in die Kirche gehen wollte. Es wäre doch wichtig, ihrem Kind den Weg ins Leben nicht zu verbauen. Sie hätte gelesen, dass da etwas mit Tieren stattfände.


b) Postmoderner Pluralismus

Eine zweite Herausforderung auf dem Weg zu einer Erneuerung der Kirche besteht im postmodernen Pluralismus. Zum postmodernen Denken gehört wesentlich, »dass der Anspruch von ›Wahrheit‹ grundsätzlich zu bestreiten ist«.2 Gegenüber dem Pluralitätsverständnis der Moderne findet damit eine signifikante Radikalisierung statt. Bereits die Definition der Grundüberzeugungen ist in den unterschiedlichen sozialen Gruppen und Kleingruppen verschieden. Anstelle des Religionsprivilegs der Volkskirchen im Sinne des christlichen Glaubens und der säkularen Heilsgewissheiten der Moderne ist die Gleichzeitigkeit und Unübersichtlichkeit sich widersprechender säkularer und religiöser Orientierungsangebote getreten.3


c) Wiederkehr der Religion

Auch die seit fast fünf Jahrzehnten zu beobachtende Wiederkehr der Religion4 stellt eine Herausforderung für die Erneuerung der Kirche dar.5 Die religiöse Renaissance ereignete sich weithin neben den Kirchen und an ihnen vorbei. Sie zeigt sich vor allem im Bereich der Esoterik, des Fundamentalismus und der Charismatik. Dazu kommt ein zunehmendes Interesse an fernöstlichen Religionen und die immer deutlichere Präsenz des Islam in unserer Gesellschaft. Während es Ende der 1960er Jahre ungefähr 60.000 türkische Muslime in Deutschland gab, sind es heute ca. 3 Mio. aus der Türkei und weitere 1,5 Mio. Muslime aus anderen Ländern. Schließlich ereignet sich seit einigen Jahren eine »Dispersion des Religiösen«6 vor allem im Bereich des Konsums und der Freizeitkultur. Z.B. erfährt der Fußball eine Form von Sakralisierung. Bundesligaspiele werden von Fans in der Fankurve wie ein Gottesdienst zelebriert.

Zwei Konsequenzen der Wiederkehr der Religion scheinen mir für unser Thema wesentlich: Zum einen haben die christlichen Kirchen durch das Auftreten der neuen Religiosität ihr religiöses Monopol verloren. Kirche und Religion sind seither nicht mehr deckungsgleich, sondern klaffen im Gegenteil immer weiter auseinander. Zum anderen führt der Inhalt sowohl der neuen, meist esoterisch geprägten Religiosität als auch der nichtchristlichen Religionen zu einer Infragestellung des christlichen Wahrheitsanspruchs. Die neue Religiosität wird allein in der Erfahrung verankert, ohne ein über die persönliche Erfahrung hinausreichendes Glaubenswissen zu kennen. Der Ort der religiösen Vergewisserung ist jeweils das Individuum, das die religiösen Erfahrungen macht, wodurch die Einbindung und Entlastung des individuellen Glaubens durch die Gemeinde wegfällt. Die Konsequenz ist eine Privatisierung des Religiösen. Die neue Religiosität zeichnet zudem ein institutionskritischer Zug aus und steht damit im Gegensatz zur Organisationsform des traditionellen Christentums. Die neue Religiosität kennt schließlich keine klaren theologischen Wahrheitsansprüche. Sie erscheint merkwürdig beliebig, regelrecht frei vagabundierend.

Die nichtchristlichen Religionen vertreten Wahrheitsansprüche, die mit dem christlichen Glauben konkurrieren. Das gilt besonders für den Islam, der sich als die bessere, weil neuere und letzte und über Judentum und Christentum hinausführende Gottesoffenbarung versteht.


d) Globalisierung aller Lebensgebiete

In den vergangenen Jahren hat sich eine Globalisierung aller Gebiete des menschlichen Lebens ereignet. Diese Entwicklung der Welt zum »global village« schreitet durch Migration und Digitalisierung unaufhaltsam voran. Dazu kommt eine weiter zunehmende Mobilität: Urlaubsreisen auf andere Kontinente sind nichts Besonderes mehr. Daraus ergibt sich eine weitere Herausforderung für eine Erneuerung der Kirche: Seitdem unmittelbare Begegnungen mit Angehörigen anderer Religionen selbstverständlich geworden sind und seitdem immer mehr Kirchenmitglieder Menschen aus nicht-christlich geprägten Ländern und Kulturen aus eigener Anschauung kennen, sind die anderen Religionen erst wirklich in das Bewusstsein der Allgemeinheit getreten. Damit verbunden ist ein »Fremdheits-Bonus«, den man den anderen Religionen einzuräumen bereit ist. Das Christentum erscheint in den Augen vieler Deutscher irgendwie überholt und abgelebt.


e) Altlasten der Vergangenheit

Auch die Altlasten der Vergangenheit bedeuten eine Herausforderung für eine Erneuerung der Kirche. Viele Menschen unseres Landes verbinden die Geschichte von Christentum und Kirche primär mit der Vorstellung von Kreuzzügen, von Hexen- und Ketzerverbrennungen, von Vernichtung der Kulturen, z.B. im Zusammenhang mit der spanischen Eroberung Amerikas, und von Imperialismus. Die Konsequenz ist, dass das Christentum heute fast generell als durch christliches Handeln widerlegt betrachtet wird. Nur selten werden Christentum und Kirche in den Medien positiv dargestellt, indem z.B. ihre Kulturleistungen und ihr diakonischer und humanitärer Einsatz erkannt und gewürdigt werden. Genauso wird meist übersehen, dass Christentum und Freiheit auch zusammengehören können, wie vor allem an der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika sichtbar wird. Die Pilgerväter verließen Europa, um in der Neuen Welt in Freiheit ihren Glauben leben zu können.


f) Selbstsäkularisierung der Kirchen

Ein letztes, vielleicht entscheidendes Hindernis auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche besteht schließlich in der von Wolfgang Huber schon vor Jahren immer wieder kritisierten »Selbstsäkularisierung« der Kirchen,7 die sich in der jüngsten Vergangenheit sogar noch beschleunigt hat. Die Quellen der eigenen Spiritualität sind im kirchlich verfassten Protestantismus teilweise verschüttet bzw. in Vergessenheit geraten. Angesichts eines spirituell ausgedörrten Normalprotestantismus wenden sich darum gerade solche Menschen von der Amtskirche ab, die sich auf die Suche nach spirituellen Erfahrungen begeben haben. Sie erwarten von der Großkirche auf ihre Fragen keine Antworten mehr.


2. Theologische Voraussetzungen, damit es zu einer Erneuerung der Kirche kommen kann

a) Ein trinitarisches Gottesverständnis

Ein trinitarisches Gottesverständnis bietet den Vorteil, die gesamte Wirklichkeit – den Bereich von Schöpfung, Erlösung und Heiligung – auf ein und denselben Gott beziehen zu können. Zum Bereich des ersten Glaubensartikels: Zum christlichen Glauben gehört die Bejahung der Welt als Gottes Schöpfung. Die Kultur muss nicht länger an den Säkularismus preisgegeben werden.8 Zusammen mit der übrigen geschaffenen Welt ist auch sie Herrschaftsbereich des dreieinigen Gottes, ist weder bloß Domäne des Bösen, noch ein dem Menschen zur willkürlichen Beherrschung übertragener Raum. Einerseits befreit das den Menschen dazu, in der Welt zu wirken, andererseits bleibt der Mensch für sein Handeln in der Welt Gott verantwortlich.

Zum Bereich des zweiten Glaubensartikels: Zentrum des christlichen Glaubens ist die Erkenntnis von der voraussetzungslosen Annahme des Menschen durch Gott. Dass das reformatorische Rechtfertigungsverständnis sich auch ökumenisch durchgesetzt hat, ist spätestens seit der Unterzeichnung der »Gemeinsamen Erklärung« in Augsburg am 31.10.1999 nicht mehr zu leugnen.9 Christlicher Glaube muss an diesem Zentralpunkt reformatorischer Erkenntnis ansetzen und immer wieder zu ihm hinführen. Luthers Anthropologie ermöglicht eine realistische Beschreibung auch des religiösen Menschen. Er bleibt bis an sein Lebensende zugleich Sünder und Gerechter. Unbedingt nötig sind kirchliche Angebote wie die Einzelbeichte, um den Rechtfertigungsglauben konkret erfahren zu können. Dass die Konzentration des christlichen Glaubens auf die Rechtfertigung des Menschen durch Gott weiterhin aktuell ist, zeigt nicht zuletzt die Fixierung auf das menschliche Tun in vielen neu-religiösen Angeboten.

Zum Bereich des dritten Glaubensartikels: Das Wirken des Geistes Gottes zeigt, dass jeder Christ durch den Geist Gaben verliehen bekommt, die zum Aufbau der Gemeinde notwendig sind. Jeder ist Priester vor Gott!

Die christliche Lehre von Gott muss bei der Offenbarungs-Dreiheit der göttlichen Personen – bei der Gemeinschaft von Vater, Sohn und Geist – einsetzen. Entsprechend sollte christliche Spiritualität nicht von einem abstrakt-monotheisten Gottesverständnis ausgehen, sondern von einem dezidiert gemeinschaftlichen Gottesbegriff. Ein einsamer Gott im Himmel ist nur schwer als liebender Gott verständlich zu machen. Nur wenn Gott ewige Gemeinschaft ist, lässt sich begründen, warum Gott auch in seiner Offenbarung in Jesus Christus ganz und gar Liebe und Anteilnahme ist. Ein solcher Ansatz beim dreieinigen Gott ist unverzichtbar für den Dialog mit dem Judentum und dem Islam, wenn das Christentum sein eigenes Profil festhalten und in den Dialog einbringen will.10


b) Die Bibel als Inspirationsquelle, Resonanzraum und Korrekturinstanz

Der Ausgangspunkt der Reformation bestand in einem neuen Verständnis von und Umgang mit der Bibel. Luther verstand sie als »viva vox evangelii«, als lebendige Stimme des Evangeliums, durch die Gott unmittelbar zum Menschen redet. Allerdings kam es sehr bald nach dem Tod der Reformatoren durch die altprotestantische Verbalinspirationslehre und später in der Aufklärung durch die historisch-kritische Methode zu einer Neuinterpretation des bibelorientierten Ansatzes der Reformation. Beide Male handelte es sich de facto um seine Infragestellung. Die altprotestantische Orthodoxie missverstand die Bibel als Steinbruch für dogmatische Sätze. Aus dem lebendigen Wort, durch das Gott den Menschen anredet, wurde das für wahr zu haltende System theologischer Aussagen, abgesichert durch die Lehre von der Verbalinspiration. Die spätere historisch-kritische Methode untergrub ihrerseits – z.T. ungewollt – das Vertrauen in die Bibel als Anrede Gottes an den Menschen, indem sie ausschließlich ihren Charakter als literarisches Produkt der Spätantike betonte und aus wissenschaftlichen Gründen von ihrem Anspruch als Offenbarungsurkunde absehen zu müssen meinte.

Für den evangelischen Glauben hatte das auf Dauer fatale Konsequenzen: Viele Gemeindeglieder zogen sich auf einen Fundamentalismus zurück, der die Irrtumslosigkeit der Schrift rational zu beweisen suchte bzw. die Schrift zum Gesetzbuch für alle Lebenslagen machte. Andere hörten auf, die Bibel zu lesen, weil sie die wissenschaftlichen Methoden der Bibelexegese nicht ausreichend kannten und Angst hatten, bei der persönlichen Lektüre die biblischen Texte misszuverstehen. Eine dritte, derzeit sicher größte Gruppe gab die Bibel als ernst zu nehmendes Gegenüber überhaupt auf.11


c) Kein Glaube ohne Kirche

So sehr Luther den Glauben des Einzelnen von klerikaler Bevormundung befreien wollte, intendierte er doch nie ein Christsein ohne Kirche. Das zeigt besonders schön seine Auslegung des 3. Glaubensartikels im Kleinen Katechismus. Die Stelle ist ein klassischer Beleg dafür, dass sich in Luthers Spiritualität der Einzelne und die Gemeinde komplementär zueinander verhalten: »Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird.«

Im landeskirchlichen Protestantismus herrscht bis zum heutigen Tag ein Frömmigkeitstypus vor, der weitgehend von Subjektivismus und Innerlichkeit geprägt ist. Die Konsequenz der Ausblendung der christlichen Gemeinde aus dem Glauben ist eine entscheidungs- und profillose protestantische Spiritualität. Die neuzeitliche Denkfigur von Gott und der Einzelseele stellt jedoch eine Abstraktion dar. Das zeigt sich spätestens in dem Moment, wo Eltern den christlichen Glauben an ihre Kinder weitergeben wollen. Wie wichtig sind hier der Religionsunterricht und der Jugendkreis der Kirchengemeinde.

Dringend nötig ist ein neues Bewusstsein, dass es den christlichen Glauben nicht unabhängig von der Kirche gibt, sondern nur eingebunden in die »Gemeinschaft der Heiligen«, wie es im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt. Aus Hebr. 12,1 stammt die Formulierung, dass jeder Christ umgeben ist von einer »Wolke von Zeugen«. Auf Dauer gibt es kein Christsein ohne Kirche und Gemeinde!


d) Unterscheidung zwischen Kirche und Gesellschaft

Spätestens die Geschichte der evangelischen Kirchen in der DDR hat gezeigt, dass ein Unterschied zwischen christlicher Gemeinde und Welt besteht, der für das Wesen der Christenheit konstitutiv ist. Obwohl von Seiten mancher kirchlicher Gruppen und Repräsentanten versucht wurde, diesen Unterschied zu verwischen, hat das SED-Regime die Kirche immer wieder auf den unüberbrückbaren weltanschaulichen Unterschied hingewiesen. Heute sorgen in Sachsen über 75% Konfessionslose dafür, dass dieser Unterschied unübersehbar ist. Deren Konfessionslosigkeit ist meist ererbt, und nicht – wie im Westen häufig – erworben. Es gibt inzwischen in vielen Familien eine stabile atheistische Identität. Vor einiger Zeit hatte ich nach einem Vortrag in einer Leipziger Kirchengemeinde folgendes Erlebnis: Ein Zuhörer stellte sich als Jurist vor und meinte selbstbewusst, dass er Atheist sei. Dennoch sei das Referat für ihn sehr interessant gewesen. Ob er erfahren könne, in welcher Kirche ich predigen würde. Beide Bemerkungen haben mich ziemlich verblüfft. Solch eine Reaktion würde man im Westen Deutschlands kaum erleben.


e) Ökumene

Die Christenheit von morgen wird in einer mehrheitlich konfessionslosen Umgebung ökumenisch sein oder sie wird nicht mehr sein. Die These, dass die Christenheit ihr Zeugnis in einer mehrheitlich konfessionslosen Umgebung nur in ökumenischer Weise wirksam auszurichten vermag, lässt sich sowohl biblisch-theologisch als auch gemeindepraktisch begründen. Es ist der letzte Wille Jesu, das seine Nachfolgerinnen und Nachfolger »alle eins sein sollen« (Joh. 17,21). Untereinander zerstrittene Kirchen bedeuten für die Verkündigung des Evangeliums gerade in einer säkularen, mehrheitlich christentumsdistanzierten Gesellschaft ein großes Glaubwürdigkeitsproblem. Ich habe den Eindruck, dass die Kirchen in der DDR im ökumenischen Miteinander viele beglückende Erfahrungen gemacht haben, von denen die Christen im Westen lernen könnten.


f) Profilierte Spiritualität

In einer immer pluralistischeren Gesellschaft ist für die evangelischen Kirchen eine profilierte Spiritualität überlebensnotwendig. Schon vor Jahren hat der amerikanische Religionssoziologe Peter L. Berger die Situation der christlichen Kirchen als »Kirche auf dem Markt« gedeutet. Die Konkurrenz anderer spiritueller Anbieter hat seitdem weiter zugenommen.

Was ist angesichts dieser Situation zu tun? Einerseits geht es darum, sich der eigenen spirituellen Grundlagen zu vergewissern, und andererseits mit anderen konfessionellen und religiösen Traditionen respektvoll umgehen zu lernen. Dabei bin ich überzeugt, dass sich beides gegenseitig bedingt. Jemand, der die eigene spirituelle Tradition hinreichend kennt, sich des eigenen Glaubens gewiss ist, wird eher willig und fähig sein, sich angstfrei auf das Kennenlernen anderer Traditionen einzulassen als jemand, der sich seiner eigenen Glaubenstradition unsicher ist. Die Begegnung mit einer anderen Religion stellt immer eine Fremdheitserfahrung dar, die automatisch eine Infragestellung der eigenen Position mit einschließt. Das beste Mittel, die natürlichen menschlichen Abwehrmechanismen gegenüber dem religiös Fremden außer Kraft zu setzen, ist eine reflektierte eigene Spiritualität. Auch in psychologischer Hinsicht ist gut begründbar, dass sich Theologie und Kirche auf dem Weg der Selbstvergewisserung ihrer eigenen spirituellen Traditionen in der Gesellschaft dauerhaft am wirksamsten für die Achtung anderer religiöser Traditionen einsetzen können.


g) Überwindung der Phobie vor geprägten Formen

Evangelische Theologie und Kirchen müssen endgültig ihre Phobie vor geprägten spirituellen Formen überwinden. Im Laufe der Geschichte des Protestantismus, verstärkt im 20. Jh., sind geprägte spirituelle Symbole und Rituale mehr und mehr verloren gegangen. Bis vor wenigen Jahren konnte der Eindruck aufkommen, als sei die Gestaltlosigkeit geradezu ein Markenzeichen des Protestantismus.12 Die protestantische Angst vor der toten Form führte zu einer regelrechten Phobie vor festen Formen.13 Angesichts der Konkurrenz von einer Fülle nicht-christlicher religiöser Angebote, aber auch allgemein des Lebens in einer Risikogesellschaft »[bedarf] die Bewahrung und Weitergabe von grundlegendem Orientierungswissen [...] einer Absicherung durch Symbole und Riten.«14 Für die Zukunft des Protestantismus wird entscheidend sein, ob es gelingt, der nächsten Generation Zugänge zu alltagsverträglichen spirituellen Formen wie z.B. Tischgebeten und Zu-Bett-Bring-Ritualen zu eröffnen.

Evangelische Spiritualität muss darüber hinaus in Zukunft stärker Emotionalität und Sinnlichkeit integrieren. Menschen wollen den Glauben heute nicht nur denken, sondern auch spüren. Ob sie in Zukunft Zugang zum christlichen Glauben bekommen, ist nicht zuletzt davon abhängig, ob ihre Emotionalität und Körperlichkeit darin vorkommt. Derzeit lässt sich eine Rezeption vieler ursprünglich katholischer Spiritualitätsformen in die evangelische Frömmigkeitspraxis beobachten (sakrale Bedeutung von Kirchenräumen, Lichterbäume in Kirchen, evangelisches Pilgern). Darin steckt einerseits ein großes ökumenisches Potenzial. Andererseits stellt sich die Frage, wie die entsprechenden Formen mit dem evangelischen Rechtfertigungsglauben zu verbinden sind.


3. Chancen für eine Erneuerung der Kirche angesichts forcierter Säkularisierung und eines zunehmenden religiösen Pluralismus

a) Freiheit

Für die Zukunft der evangelischen Kirche in Deutschland wird entscheidend sein, ob es gelingt, plausibel zu machen, dass der christliche Glaube eine Angelegenheit der Freiheit ist. Darüber hinaus muss deutlich werden, inwiefern gerade der evangelische Glaube zum Erhalt unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung einen wichtigen Beitrag leistet. Es war ein Schritt in die richtige Richtung, dem Reformpapier der EKD von 2006 den Titel »Kirche der Freiheit« zu geben.15

Die evangelische Kirche bejaht den weltanschaulich neutralen Staat, der die Religionsfreiheit gewährleistet.16 Theologisch steht dahinter die mühsam errungene Erkenntnis: Ohne Freiheit vom Glauben keine Freiheit zum Glauben. Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sichert aber nicht nur die Freiheit vom Glauben. Es gewährleistet umgekehrt genauso die Freiheit zum Glauben: Jeder Mensch soll freien Zugang zur religiösen Bildung haben. Unser freiheitlich-demokratischer Staat hat dazu eine Reihe von Möglichkeiten unter seinen Schutz gestellt: die Theologischen Fakultäten an den Universitäten, den Religionsunterricht an den Schulen und die kirchlichen Sendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen, um nur drei Beispiele zu nennen.

Dass Glaube und Freiheit sich nicht ausschließen, sondern gegenseitig bedingen, lässt sich gut an den Friedensgebeten in der DDR im Herbst 1989 zeigen.17 Die Kirchen praktizierten damals eine Form von gesellschaftlicher Diakonie. Staatlicherseits bespitzelt und benachteiligt, zeitweise auch bekämpft bildeten sie die einzige verbliebene Großinstitution, die im SED-Staat nicht gleichgeschaltet worden war. In den kirchlichen Räumen, im Windschutz der Kirche, hatten sich in den Jahren vor der Wende gesellschaftliche Gruppen formieren können, die sich für Frieden und Abrüstung und für Umweltschutz und Reisefreiheit einsetzten. In diesen Gruppen lag eine wichtige Wurzel der ostdeutschen Demokratiebewegung. Die Kirche bewährte sich im Herbst 1989 als Raum der Freiheit inmitten gesellschaftlicher Unfreiheit. Die Kanzel war der einzige Ort in der Gesellschaft, von dem aus eine freie Rede möglich war.


b) Wiederentdeckung der vom Geist begabten Gemeinde

Ernst Käsemann wies in seinem berühmten Aufsatz »Amt und Gemeinde im Neuen Testament« von 1960 nach, dass Paulus in 1. Kor. 12-14 eine Gemeindeordnung vom Charisma her konzipiert.18 Die Wiederentdeckung der charismatischen Dimension der Gemeinde machte ein großes Defizit der Reformation offenbar: Diese trat zwar in der Theorie für das Priestertum aller Gläubigen ein, erreichte aber in der Praxis keine Überwindung der Pfarrerzentriertheit des Gemeindelebens.

Ohne Planung, ohne ein Interesse am Charisma bleiben die Begabungen des »ganz normalen« Gemeindeglieds unentdeckt, unentwickelt und ungenutzt. Darum ist zu überlegen: Wo bilden Kirchengemeinden einen Erfahrungsraum für die Charismen? Wo wird im Leben der Gemeinde das Zusammenspiel der unterschiedlichen Begabungen sichtbar? Wo wird Gemeindegliedern gelehrt, dass der Geist durch Charismen wirksam ist und in ihnen erfahren werden kann? Konstitutiv für die Charismen ist die christliche Gemeinde: »Die Gemeinschaft des Geistes ist der Freiraum für die Erweckung und das Wachsen der vielfältigen Geistesgaben.« Hier wird die Gemeinschaft des Geistes konkret und führt zum gegenseitigen Zusprechen von Begabungen.

Ein herausragendes Kennzeichen der Charismen besteht in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Die Charismen sind so zahlreich und verschieden wie die Menschen selbst. Gerade die Verschiedenheit der Charismen stellt paradoxerweise ein gemeinschaftsstiftendes Potential dar. Weil kein Christ alle Gaben besitzt, ist er auf die Gemeinschaft mit den anderen Gemeindegliedern angewiesen. In dem Moment, wo Menschen sich der ihnen von Gott verliehenen Geistesgaben bewusst werden, wird es sie automatisch dazu drängen, diese im Leben der Gemeinde einzubringen. Indem sie ihre Gaben entdecken und ausüben, werden sie sich ihrer Würde als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Gemeinde gewiss. Die Entdeckung der Charismen als »Dienstgaben zum Aufbau des Leibes Christi« bildet die Voraussetzung, die falsche Scheidung zwischen »Geistlichen« und »Laien« zu überwinden. So kann ein Mitarbeiterkreis entstehen, der geistliche Verantwortung zu tragen vermag.


c) Betonung der Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen

Jede Bemühung, die Besonderheit des christlichen Glaubens öffentlich ins Gespräch zu bringen, muss von der Erkenntnis ausgehen, dass es zwischen den unterschiedlichen Religionen eine Reihe von Gemeinsamkeiten gibt. Es kann nicht übersehen werden, dass sich wenigstens bei den Stifterreligionen Gesetzmäßigkeiten im Zusammenhang von Ursprung und Weiterentwicklung erkennen lassen. »Alle schreiten von ihrem Beginn durch das Auftreten eines erleuchteten Meisters über die Sammlung eines Jüngerkreises und dessen institutionelle Verfestigung und kultische Beauftragung voran bis zur Verbreiterung und Einwurzelung zu einer sinnenfälligen Volksfrömmigkeit. Diese ruft dann ihrerseits von Zeit zu Zeit wieder religiöse Erneuerer auf den Plan. Ebenso offenkundig ist es, dass viele Grundbegriffe und Bilder christlicher Verkündigung in anderen Religionen Parallelen finden: Licht und Finsternis, Leben und Tod, Heil und Verlorenheit, Diesseits und Jenseits, Seele und Leib. – Drittens haben alle Religionen ihre feste Verankerung im menschlichen Dasein, sowohl des Einzelnen wie der Gemeinschaft. Dadurch wird – jedenfalls vor Einbruch der Moderne – das Leben durch pansakrale Einbettung sanktioniert und gestützt. Schließlich … geht das religiöse Bewusstsein von der Erkenntnis aus, dass das vorfindliche Leben bedroht ist, sei es durch menschliches Fehlverhalten bzw. Fehlorientierung, sei es durch Intervention aus dem übersinnlichen Bereich. Die Aufgabe der Religion ist es deswegen, das Leben gegen solche mannigfaltige Bedrohung zu schützen bzw. das schon eingetretene Unheil zu überwinden.«19

Allerdings erweisen sich die genannten Gemeinsamkeiten bei genauerem Hinsehen als vornehmlich struktureller und weniger inhaltlicher Art. Trotzdem bilden sie die Voraussetzung jeder ernsthaften Begegnung zwischen den unterschiedlichen Religionen – denn ohne gemeinsame Verständnisebenen wäre eine solche Begegnung gar nicht möglich. Gleichzeitig stellen sie die Voraussetzung dafür dar, die Besonderheit des christlichen Glaubens ins Gespräch zu bringen. Nach meiner Überzeugung muss dieser Versuch heute von der allen Religionen gemeinsamen Suche nach dem Heil ausgehen. Dadurch wandelt sich der Kampf der Religionen in einen friedlichen Wettstreit um die Wahrheit, wer die einleuchtendsten Antworten auf die Frage nach dem Heil zu geben vermag. Dieser Wettstreit ist gleichermaßen freizuhalten von den spekulativen universalistischen Theorien der inklusiven und der pluralistischen Schau der Religionen wie von der totalen Ablehnung aller Wahrheitselemente der anderen Religionen in einer extrem exklusiven Sicht. Wir wissen nicht, ob und wie Gott in anderen Religionen wirkt. Was wir als Christen jedoch wissen ist, dass wir eine Bringschuld des Evangeliums gegenüber allen Menschen ­haben.


d) Mission und Evangelisation

Zum christlichen Glauben gehören daher Mission und Evangelisation. Keine Erneuerung der Kirche ohne Mission und Evangelisation. Beide Begriffe stellen für viele landeskirchlichen Protestanten allerdings immer noch Schmuddelworte dar, obwohl in der jüngsten Vergangenheit eine Reihe von Synoden der evangelischen Landeskirchen, ja sogar der EKD, sich darum bemüht haben, Mission und Evangelisation als unverzichtbare Lebensäußerung der Kirche wiederzuentdecken.20 Es soll hier nicht bestritten werden, dass es schwere Fehlentwicklungen, etwa durch Manipulation gerade auf diesem Gebiet in der Vergangenheit gegeben hat. Dennoch hat Eberhard Jüngel Recht, wenn er vor der EKD-Synode in Leipzig 1999 darauf hinwies, dass Mission und Evangelisation den Herzschlag der Kirche bestimmen müssen. Fehlen sie, führe das zu schweren Herzrhythmusstörungen.

Die Theologie hat nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, dass christliche Mission nicht primär Sache des Menschen, sondern »missio Christi« ist. Es liegt primär im Interesse Jesu Christi, dass Menschen durch den Glauben an ihn das Heil finden. Allerdings werden wir Menschen dabei als seine Mitarbeiter gebraucht. »Es hat Gott gefallen, dass er nicht ohne das Wort, sondern durch das Wort den [ewiges Leben mit sich bringenden] Geist austeilt, dass er uns zu seinen Mitarbeitern habe.« So Martin Luther in seiner Schrift »Vom unfreien Willen«.21

Weil Gottes Sohn wehrlos am Kreuz gestorben ist, kann missionarische Verkündigung nicht anders als in einem Raum der Freiheit erfolgen. Der ohnmächtige Mann am Kreuz lädt Menschen zum Glauben an ihn ein. Toleranz und Mission haben beide die gleiche Wurzel, nämlich das Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz. Trägt das missionarische Engagement wie auch immer geartete imperialistische Züge, verrät es das Evangelium von der Liebe Gottes. Es ist von daher gesehen kein Unglück, dass die christlichen Kirchen bei uns ihr religiöses Monopol verloren haben. Damit erhält das Moment der Freiwilligkeit und Überzeugung seine alte Bedeutung für den christlichen Glauben zurück. Wir nähern uns der Situation, in der die Urchristenheit und noch die Alte Kirche ihren Glauben gelebt haben. Wie die anderen Religionen auch ist die Christenheit wieder gezwungen, sich auf die Grundlagen ihres Glaubens zu besinnen und nach Wegen zu suchen, wie sie diese überzeugend ihren andersgläubigen Gesprächspartnern vermitteln kann.

Auf der Titelseite der BILD-Zeitung war am 1. Dezember 2018 zu lesen: »Advent ist eine Zeit des Glaubens und der Hoffnung. Für Christen ist es die Hoffnung auf Jesus.« Wir sollten bei der Kommunikation des Evangeliums in der Kirche nicht hinter dieser Klarheit zurückbleiben.


Anmerkungen:

1 Peter L. Berger, An die Stelle von Gewißheiten sind Meinungen getreten, in: FAZ, 7.5.1998, 14; vgl. auch Wolfgang Huber, Kirche in der Zeitenwende. Gesellschaftlicher Wandel und Erneuerung der Kirche, 2. Aufl. Gütersloh 1999, 223ff.

2 Gottfried Küenzlen, Kirche und die geistigen Strömungen der Zeit – Grundaufgaben heutiger Apologetik, in: EZW-Texte, Impulse Nr. 39, IX/1994, 19. Vgl. dazu die Vordenker der Postmoderne wie Leslie A. Fiedler (Überquert die Grenze, schließt den Graben! Über die Postmoderne, in: Wolfgang Welsch, Wege aus der Moderne, Schlüsseltexte zur Postmoderne-Diskussion, 2. durchgesehene Aufl. Berlin 1994, 57-74) und Jean-François Lyotard (Beantwortung der Frage: Was ist postmodern?, in: a.a.O., 193-203; ders., Die Moderne redigieren, in: a.a.O., 204-214).

3 Vgl. dazu Küenzlen, Kirche und die geistigen Strömungen, 15.

4 Vgl. den gleichnamigen Titel eines Buches von Helmut Burkhardt: Wiederkehr der Religiosität?, Gießen/Basel 1990.

5 Zum Folgenden ausführlich mein Beitrag: Spirituelle Sehnsüchte heute – Die Wiederkehr der Religion, in: Michael Utsch (Hg.), Wenn die Seele Sinn sucht. Herausforderung für Psychotherapie und Seelsorge, Neukirchen-Vluyn 2000, 16-34.

6 Michael N. Ebertz, Erosion der Gnadenanstalt? Zum Wandel der Sozialgestalt der Kirche, Frankfurt/M. 1998, 155ff.

7 Huber, Kirche in der Zeitenwende, 10.

8 Karlmann Beyschlag, Grundriß der Dogmengeschichte, Bd. I Gott und Welt (Grundrisse 2), Darmstadt 1982, 274ff.

9 Damit soll nicht bestritten werden, dass es eine Reihe berechtigter Einwände gegen Entstehungsvorgang und Inhalt der »Gemeinsamen Erklärung« gibt.

10 So auch Jürgen Moltmann, Kein Monotheismus gleicht dem anderen. Destruktion eines untauglichen Begriffs, in: Evang. Theol. 62 (2002), 112-122.

11 Ähnlich auch Gerhard Ruhbach, Theologie und Spiritualität. Beiträge zur Gestaltwerdung des christlichen Glaubens, Göttingen 1987, 126f.

12 Christian Grethlein, Christliche Lebensformen – Spiritualität, in: Glaube und Lernen 6 (1991), 114.

13 Vgl. z.B. Fulbert Steffensky, Was ist liturgische Authentizität, in: Pastoraltheologie 89 (2000), 105-116.

14 Grethlein, Christliche Lebensformen, 115.

15 Kirche der Freiheit. Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert. Ein Impulspapier des Rates der EKD, Hannover 2006.

16 Vgl. hier und im Folgenden Peter Zimmerling, Glaube und Freiheit. Warum beides zusammengehört, in: DPfBl 113 (2013), 252-255.

17 Hermann Geyer, Nikolaikirche, montags um fünf. Die politischen Gottesdienste der Wendezeit in Leipzig, Darmstadt 2007.

18 In: Exegetische Versuche und Besinnungen, Bd. 1 und 2, 3. Aufl. Göttingen 1964, 109-134.

19 Peter Beyerhaus, Das Heil in Christus und die Heilssuche in den Religionen. Dokumentation der Abschiedsvorlesung vom 14. Februar 1997 (BITS 1), Bad Liebenzell 1999, 15.

20 Vgl. etwa die 4. Tagung der 9. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (Leipzig, November 1999) zum Schwerpunktthema »Reden von Gott in der Welt – Der missionarische Auftrag der Kirche an der Schwelle zum 3. Jahrtausend«; dazu bes. das Referat von Eberhard Jüngel zur Einführung in das Schwerpunktthema und die Kundgebung am Schluss.

21 Martin Luther, De servo arbitrio, WA 18, 695, 28f (übersetzt).

 

Über die Autorin / den Autor:

Prof. Dr. Zimmerling, Jahrgang 1958, 1990 Promotion zum Dr. theol. bei Jürgen Moltmann, 1999 Habilitation an der Universität Heidelberg, seit 2005 Prof. für Prakt. Theologie an der Universität Leipzig.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 6/2019

1 Kommentar zu diesem Artikel

11.07.2019
Ein Kommentar von Arne


Zitat>>...obwohl in der jüngsten Vergangenheit eine Reihe von Synoden der evangelischen Landeskirchen, ja sogar der EKD, sich darum bemüht haben, Mission und Evangelisation als unverzichtbare Lebensäußerung der Kirche wiederzuentdecken.<< Offensichtlich nicht in der Landeskirche Hannover. Dort hat die Synode die Zuschüsse des Evangelisch Lutherischen Missionswerkes derart zusammengestrichen, das ein drastischer Stellenabbau einsetzte und u.a. das ausbildende Missionsseminar geschlossen wurde. Das ELM dieser Tage hat nichts mehr mit der Hermannsburger Mission eines Ludwig Harms zu tun, oder mit dem ELM das Dr. R. Müller aufgebaut und sein Nachfolger gepflegt hatte. Lippenbekenntnisse zu Mission und Evangelisation sind Standart, sie dürfen nur keine Folgen haben und schon gar nichts kosten. Mission und Evangelisation werden den Evangelikalen überlassen innerhalb und außerhalb Deutschlands!

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