Samuel Wells’ inspirierende Theologie des Mitseins
Das wichtigste Wort im christlichen Glauben

Von: Christoph Schroeder
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Der anglikanische Theologe und Ethiker Samuel Wells, Hauptpastor der Londoner Kirche St. Martin in the Fields, erhebt eine einfache Beobachtung zum Programm: Jesus hat nur eine Woche seines Lebens »für« die Menschen gehandelt – in der Karwoche, von Palmsonntag bis zur Kreuzigung. Zwei Jahre seines Lebens hat er »mit« den Menschen gearbeitet – in Galiläa. Dort hat er Jünger berufen, gelehrt, Kranke geheilt und Wunder vollbracht. 90% seines Lebens aber, über 30 Jahre, hat Jesus einfach mit den Menschen in Nazareth gelebt. Diese Jahre in Nazareth weisen, so Wells, darauf hin, worum es Gott eigentlich geht: mit uns zu sein, unser Leben zu teilen, an unseren Freuden und Ängsten teilzuhaben, an unserem Jubel und unserer Trauer, an unseren Siegen und unseren Niederlagen. Christoph Schroeder stellt Wells’ Theologie des Mitseins vor.


Vier Verhaltensweisen: working for, working with, being with, being for

Eine Alltagsszene: Der Trafalgar Square in London; er liegt direkt vor der Tür von St. Martin’s. Wer dort eine obdachlose Person sieht, hat, wenn er denn bereit ist, sich von ihrem Schicksal berühren zu lassen, vier Möglichkeiten.1 Er kann sagen: Wir müssen diese Menschen von der Straße holen, ihnen eine Wohnung und eine Beschäftigung verschaffen, damit sie ihre Zeit sinnvoll nutzen können. Er kann dem Obdachlosen ein Sandwich, ein Getränk, Kleidung oder einen Handzettel mit Angeboten für Wohnungslose bringen. Die zweite Möglichkeit ist: mit der obdachlosen Person sprechen, mit ihr klären, welche Möglichkeiten ihr offenstehen, wo es eine kostenlose ärztliche Behandlung und wo es Notunterkünfte gibt. Die dritte Möglichkeit ist, sich einfach zu dem Obdachlosen zu setzen, Zeit mit ihm zu verbringen, sich seine Geschichte erzählen zu lassen. Dann ist die obdachlose Person nicht länger das »Problem« und ich die »Lösung«, sondern beide sind auf Augenhöhe. Die vierte Möglichkeit ist, sich darüber aufzuregen, dass es so viele Obdachlose in London gibt, dies auf einem Blog zu beklagen und Geld zu spenden für Organisationen, die sich für Obdachlose einsetzen.

Der anglikanische Theologe und Geistliche Samuel Wells2 nennt die erste Möglichkeit das »Handeln-für« (working with): Ich tue etwas für die obdachlose Person, besorge ihr einen Anwalt oder ärztliche Hilfe. Die zweite Option ist das »Handeln-mit« (working with): Es geschieht zusammen mit der obdachlosen Person und ist eine Art von Partnerschaft. Die dritte Option ist das »Mitsein« (being with): Dies hat nichts mit Arbeit zu tun, sondern mit Dasein, Stillsein, aufmerksamem Zuhören, Begegnung. Die vierte Option ist das »Sein für« (being for): Darin begegne ich dem Obdachlosen nicht persönlich. Ich kann alle meine Informationen aus der Distanz oder aus dritter Hand gewinnen. Das »Für etwas-Sein« ist eher eine innere Einstellung, bei der ich mit dem, für den ich bin, nicht in Berührung komme.

Womit hängt es zusammen, dass dem aufgeklärten westlichen Bewusstsein das »Handeln für« als die wichtigste Weise gilt, Gutes zu tun? Laut Wells liegt ein tieferer Grund darin, dass wir das Grundproblem der menschlichen Existenz in der Endlichkeit des Lebens, seiner Fragmenthaftigkeit und Unvollkommenheit, kurz: in der Sterblichkeit sehen.3 Alle Herausforderungen, so die Erwartung, seien als Probleme zu begreifen, für die es eine Lösung gibt. Die Dinge sollen in Ordnung gebracht werden, ob das der menschliche Körper ist, das menschliche Bewusstsein, die Weltwirtschaft, das Innere eines Notebooks, der arabisch-israelische Konflikt oder die Armut in Somalia. Es gehe heute nicht mehr darum, mit den uns gesetzten Grenzen zurecht zu kommen und uns innerhalb ihrer zu entfalten – es gehe darum, diese Grenzen zu überwinden, im Sport, in der Wissenschaft, in der Kommunikation, auf dem Gesundheitssektor. Das Überwinden von Grenzen sei ein Teil des menschlichen Selbstverständnisses, unserer Selbstbestimmung und Selbstentfaltung geworden. Menschliche Abhängigkeiten und Bedingtheiten, so die Erwartung, könnten hinweggefegt werden wie die Rassegesetze in den USA zu Zeiten der Bürgerrechtsbewegung. Die letzte Grenze, die überwunden werden muss, ist der Tod.

Die Frage, die Wells in den Raum stellt, lautet: Gibt es für jedes Problem eine Lösung? Sind wir bereit für ein Problem, für das es keine Lösung gibt? Mit dieser Frage bereitet er den Boden für seine These, dass das Mitsein Gottes das Ziel der Schöpfung ist. In der theologischen Mitte seines Entwurfs entfaltet er das Wesen Gottes als innertrinitarisches Miteinander von Vater, Sohn und Heiligem Geist; es hat eine achtfach dimensionierte Gestalt: Gegenwart, Aufmerksamkeit, Geheimnis, Vergnügen, Teilhabe, Partnerschaft, Freude und Herrlichkeit. Durch die Inkarnation lässt Gott uns am innertrinitarischen Miteinander teilhaben. Die vielen Gestalten und Verzweigungen des Mitseins entfaltet Wells in den Folgebüchern Incarnational Ministry. Being with the Church (2017) sowie Incarnational Mission. Being with the World (2018). Im Horizont des Mitseins kann ein neues Verständnis von Theologie und Kirche entstehen; dem gibt er in seinen drei Büchern zum Thema programmatische Gestalt.


Die Einsamkeit als menschliches Grundproblem

Die Überwindung von Grenzen sei deshalb, so Wells, zum bestimmenden Projekt der Menschheit geworden, weil die Idee der Freiheit darin ihren vollkommensten Ausdruck finde. In einer kapitalistisch normierten Ordnung sei der höchste Ausdruck von Freiheit die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Optionen der Lebensgestaltung zu wählen. Armut gelte deshalb als extremer Ausdruck der Grenzen, die wir Menschen zu überwinden haben. Die Soziologie deutet sie mithilfe von Defizit- und Dislokationsmetaphern.

Defizitmetaphern zufolge besteht das Problem der Armut im Fehlen von Ressourcen, von Weisheit, von Fähigkeiten und von Bildung. Folglich setzt das Handeln-für bei den üblichen Formen der sozial-diakonischen Arbeit und der Entwicklungshilfe eine Situation des Mangels voraus. Daraus ergibt sich folgende Herangehensweise an ein Problem:

»Wir als die, die von außen an Not und Strukturen der Benachteiligung herangehen und deshalb in keiner Weise Teil des Problems sind, haben dennoch den Expertenblick für euer Problem und fertige Lösungen zur Hand. Wir tauchen im lokalen Kontext auf und präsentieren unsere Lösung. Dann gehen wir wieder und nehmen unsere normalen Tätigkeiten wieder auf, die nichts mit dem Problem zu tun haben, das wir eben gelöst haben. Zwar haben wir gelernt, dass es wichtig ist, Beziehungen vor Ort aufzubauen, doch sie sind nur ein Mittel zum Zweck. Der Zweck ist immer die Überwindung der Grenzen, die durch die lokale Umgebung gesetzt sind. Wir stellen Technologie bereit oder verbreiten die Möglichkeiten, sie zu nutzen.«4

Was aber, wenn das wirkliche Problem der Armut gar nicht in der Begrenztheit der Wahlmöglichkeiten liegt? Armut lässt sich auch, und darauf kommt es Wells an, mit Dislokationsmetaphern beschreiben. Dann liegt das Problem eher im Zusammenbruch von Beziehungen, von Gesundheits- und Gemeinschaftsstrukturen. Könnte es sein, dass das Grundproblem unserer Existenz und auch der Armut die Einsamkeit ist?

Sinnfällig wird das für Wells in einer Szene des Films »Der englische Patient«: Als der ungarische Graf Laszlo nach einem Flugzeugunglück mit seiner tödlich verletzten Geliebten Katherine in der Wüste zurückbleibt, steht er vor einer schweren Entscheidung. Entweder er läuft nach Kairo, drei Tage Fußmarsch entfernt, und versucht, ärztliche Hilfe zu holen, auf die Gefahr hin, Katherine bei seiner Rückkehr tot vorzufinden. Oder er bleibt bei ihr und ist einfach für sie da, ohne etwas für sie tun zu können. Bleibt er oder geht er? Laszlo überlegt nicht lange. Er geht los. Für Wells bildet sich in dieser Schlüsselsituation die Grundhaltung des westlichen Menschen ab: er glaubt, es gäbe für jedes Problem eine technische Lösung. Was aber, wenn die Antwort für Laszlo nicht darin besteht, nach Kairo zu gehen, sondern bei Katherine zu bleiben? Als er nach vielen Hindernissen und überstandenen Gefahren wieder zu der prähistorischen Höhle gelangt, in der er seine Geliebte zurückgelassen hatte, hat er zwar einen Arzt dabei, doch Katherine ist lange, lange tot. Was sie in ihren letzten Stunden am meisten gebraucht hätte, wäre seine Nähe gewesen. Die hat er ihr nicht gegeben. Oder hat er sie ihr nicht geben können? Hätte er es nicht ausgehalten, in einer Situation zu sein, für die es keine Lösung gab?

Wenn die Antworten auf das Grundproblem der Existenz nicht in den Laboratorien, im Krankenhaus oder an den Grenzen menschlichen Wissens liegen, wo finden wir sie dann? In den Dingen, die wir bereits haben – und das heißt vor allem: im Miteinander. Die Antwort auf ein Problem, für das es keine Lösung gibt, ist für Wells das Mitsein.5


Versöhnung ist das ganze Evangelium

Das Problem, das im Handeln-für liegt, stellt sich für Wells noch von einer anderen Seite aus dar: Es ergibt sich aus enttäuschten Erwartungen an Gott; es ist die Kehrseite mangelnden Gottvertrauens. Das manifestiere sich in der Art und Weise, wie insbesondere in der Kirche mit Konflikten umgegangen wird, nämlich mit Wut (exasperation) und Ungeduld.6

Wells illustriert das wunderbar lebhaft mit dem erbitterten Streit in einer Gemeinde über bleiverglaste viktorianische Fenster, die in den 50er Jahren zugemauert und die eine Gemeindegruppe in Eigeninitiative wieder hervorgeholt hat und die zu den modernen Nachkriegsfenstern passen wie »Eiscreme zu Tomatenketchup«. Beide Gruppen sind wütend, weil sie meinen, die jeweils andere sei zu unflexibel, konfliktunfähig und persönlichkeitsgespalten, um auf die eigenen überzeugenden Argumente einzugehen. Beider Ungeduld rührt daher, dass sie meinen, eigentlich gebe es wichtigere Probleme zu lösen als den Konflikt, in dem sie gerade stecken. Woher, fragt Wells, diese Ungeduld und diese Eile? Im Letzten, so sein Eindruck, weil wir meinen, es sei an uns, Gottes unvollendetes Werk zu Ende zu bringen. Mit anderen Worten, weil wir Gott zu wenig zutrauen.

Dagegen setzt Wells das biblische Zeugnis, demzufolge Differenz und Streit von Anbeginn der Schöpfung an da waren. Von Anfang an sei Gottes Geschichte mit den Menschen spannungsgeladen und konfliktreich. Es gehe Gott jedoch nicht darum, Kontroversen zu eliminieren, sondern sie zur Gelegenheit von Entdeckung, Verwandlung, Intimität und Hoffnung werden zu lassen. Begründe man die eigene Wut und Ungeduld damit, dass Konflikte und Spannungen das Kommen des Reiches Gottes behinderten, dürfe man sich jedenfalls nicht auf die Bibel, das Evangelium und die Kirche berufen. Spannungen und Konflikte, wie sie sich in Passion, Tod und Auferstehung Jesu zeigen, seien kein Mechanismus, der das Reich Gottes erst herbeiführe. Laut Wells sind sie das Reich Gottes. Christi Passion, Kreuz und Auferstehung, so Wells, sind das Evangelium, denn der Glaube sei nicht die Lösung eines Problems, sondern das Eintreten in ein Geheimnis. Christen glaubten, weil sie in das Geheimnis von Christi Passion, Tod und Auferstehung hineingezogen sind und in dieser Geschichte eine Wahrheit über Gott und sich selbst finden, die größer ist, als sie sich vorstellen konnten.

Der Zweck des Evangeliums, das ist Wells’ Credo, ist die zwischenmenschliche Versöhnung. Unser Mitwirken mit Gott auf dem Weg zur Versöhnung könne nichts anderes als Beziehungsarbeit sein. Zeit mit anderen – weder zielorientiert noch zweckgebunden noch lösungsorientiert – sei keine vertane, wertlose, zu vernachlässigende Zeit: im Gegenteil, sie sei das Ziel der Schöpfung, des Menschseins, die Vision Gottes. Es gibt, so Wells, keinen Sinn im Leben, wenn es nicht das Leben »mit« ist – mit Gott, miteinander, mit der Schöpfung. Das Leben miteinander ist das Leben mit Gott. Darin liegt die eschatologische Dimension des Mitseins.


Der Himmel ist das Miteinander, Unsterblichkeit die Hölle

Dass die Erfüllung im Miteinander liegt, macht Wells anhand einer grundlegenden theologischen Frage deutlich: Warum wollen Christen überhaupt – in konventionellem und familiärem Sprachgebrauch –, dass Menschen gerettet werden?7 Eine offensichtliche Antwort wäre: »Weil sie sterben und vielleicht in die Hölle kommen oder in die Vergessenheit oder ins Nichts geraten, oder was auch immer der neueste Begriff für das Untergeschoss ist.« Wenn man dann aber frage: »Und was ist so toll daran, in den Himmel zu kommen?«, laute die Antwort: »Im Himmel sind wir mit Gott und miteinander in der neuen Schöpfung.« Der Himmel, heißt das, ist nicht die Unsterblichkeit. Worauf es ankommt, ist das Mitsein. »Ein Himmel, in dem es einzig und allein um die Überwindung der Sterblichkeit geht, ist es nicht wert, dorthin zu gelangen. Er ist es nicht wert, weil er dich auf ewig allein sein lässt. Und auf ewig allein sein ist keine Beschreibung des Himmels, sondern der Hölle.«

Wird einem klar, dass die Einsamkeit das Grundproblem der menschlichen Existenz ist – das ist die wichtige Einsicht, die Wells in den Vordergrund stellt –, dann erkennt man, dass wir uns in Wirklichkeit nicht in einer Situation des Mangels, sondern in einer der Fülle befinden. Die Fülle sind die Menschen, die uns umgeben und die unsere Einsamkeit auflösen können. Wir entdecken, dass ein Teil des Problems wir selbst sind. Wir selbst haben ein Defizit; es liegt im Fehlen von Beziehungen zu denen, die wichtige Dinge mit uns zu teilen hätten, wenn wir denn bereit wären, uns für sie zu öffnen. Dann würden wir begreifen, dass eine Gruppe von Menschen oder ein Stadtquartier in den meisten Fällen bereits alles hat, was für ihre Erlösung nötig ist: was sie behindert, ist, dass ihre Energie in die Vereinzelung und in Konflikte fließt und dadurch verloren geht.


Eine Bekehrungserfahrung: an der Stelle des Mangels die Fülle finden

Dass das Mitsein das Wesen Gottes und der Inkarnation ausmachen, wird für Wells am deutlichsten in dem Gleichnis, das im Allgemeinen als Grunddokument des Handelns-für verstanden wird: das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter.8 Meist identifizieren wir uns mit dem Samariter. Wie er sollen wir handeln. Wells stellt diese unhinterfragte Annahme in Frage, denn wir sind nicht verachtet, misshandelt, ausgegrenzt wie die Samariter es damals waren. Wer sind wir dann? Der unter die Räuber Gefallene. Wie kommt Wells zu dieser Deutung? Indem er unsere, die Situation der Menschen im reichen Westen, in einen globalen und zugleich eschatologischen Horizont stellt: Uns ist vielleicht nicht bewusst, in welcher Not wir uns befinden. Tatsache aber ist, und er schließt sich selbst ausdrücklich ein, dass wir in einem der reichsten Länder der Erde auf Kosten der Ärmsten dieser Welt leben. Irgendwann werden wir dafür zur Verantwortung gezogen werden. Dann werden wir wenig zu unserer Rechtfertigung vorzubringen haben. Wir werden uns in einer verzweifelten, hoffnungslosen Lage befinden. Woher kommt uns Hilfe?

Wie in Jesu Gleichnis die Hilfe vom Samariter kommt, so für uns, das ist Wells’ Pointe, von denen, denen wir es am wenigsten zutrauen würden: den Flüchtlingen, Fremden, Obdachlosen. Wir halten sie für Objekte unserer Großzügigkeit. Herablassend und zugleich selbstgerecht geben wir ihnen etwas von unserem Reichtum ab. Dabei könnten wir in ihnen das Angesicht Christi sehen und erkennen, dass sie zu uns kommen, um uns zu helfen, zu bereichern und uns mit ihrer Gegenwart zu beschenken. In ihnen begegne uns Christus heute, wie er damals dem, der unter die Räuber gefallen war, im Samariter begegnet war. Diesen Gedanken haben Jesu Hörer damals nicht ertragen. Deshalb, so Wells, haben sie ihn getötet.

Betrachten wir die Menschen, die uns umgeben, im Lichte dieser Deutung der Geschichte vom barmherzigen Samariter, erleben wir einen Perspektivenwechsel, eine Bekehrungserfahrung: Statt eines herablassenden Paternalismus, in dem wir Bedürftige als »Problem« und uns selbst als die »Lösung« verstehen, erhoffen wir von den Armen und Bedürftigen unsere Rettung. Wir wenden uns ihnen nicht zu, weil wir ihr Leben in Ordnung bringen wollen; vielmehr versprechen wir uns von ihnen Weisheit und Erlösung. Statt des Mangels sehen wir die Fülle. In ihnen begegnet uns Christus. Das hat Auswirkungen auf das sozial-diakonische Engagement der Kirche. In der Begegnung mit denen, die wir eigentlich verachten und schmähen und denen wir am liebsten aus dem Weg gehen, ereignet sich Gottes Mitsein mit uns und unser Mitsein mit Gott. Das Mitsein, die absichtslose Begegnung, das friedliche versöhnte Miteinander ist die Vorwegnahme des Himmels.


Die acht Dimensionen des innertrinitarischen Miteinanders

Nachdem Wells so den Boden bereitet und dargelegt hat, dass 1. nicht die Endlichkeit und Sterblichkeit, sondern die Einsamkeit das Grundproblem der menschlichen Existenz ist; dass 2. das Handeln-für in einer enttäuschten Erwartung an einen Gott gründet, der nicht als Problemlöser in Erscheinung tritt; und dass 3. unsere Rolle nicht die des barmherzigen Samariters, sondern die des am Straßenrand Liegenden ist, kommt er zum theologischen Kern seiner Entfaltung des Mitseins: Durch die Inkarnation bezieht Gott uns in das innergöttliche Miteinander der drei göttlichen Personen ein.

Das Mitsein ist Gottes innerstes Wesen.9 Dieses innertrinitarische Mitsein ist, anders als das menschliche Mitsein, frei von Sünde. Es hat für Wells acht Ebenen. Sie bauen so aufeinander auf, dass dabei jede die ihr vorangehende in sich aufnimmt und sie erweitert. Die erste Ebene ist die Präsenz (presence), die körperliche Gegenwart beim Anderen in Raum und Zeit. Präsenz impliziert eine Solidarität wortloser Verbundenheit. Sie ist immer segensreich. Erweitert wird sie durch die Aufmerksamkeit (attention), das geistesgegenwärtige Bei-dem-Anderen-Sein. Das ist eine dynamische Aktivität wie das Tanzen, bei dem beide Partner beständig auf den Rhythmus, die Energie, die Phantasie und die Führung des anderen achten müssen. Die dritte Ebene ist das Geheimnis (mystery). Ein Problem kann ich analysieren und lösen; in ein Geheimnis gehöre ich selbst mit hinein. Ich begreife, dass der Andere Teil eines Netzes von Beziehungen und Umständen ist. Die beiden Dimensionen des Geheimnisses heißen Staunen und Fülle. Staunen ist das gemeinsame Entdecken von Möglichkeiten und von Resonanz. Fülle weiß, dass die Freude am Anderen sich nie erschöpfen wird. Hier hat Schleiermachers Rede von der Unendlichkeit den ihr angemessenen Ort. Das Geheimnis des Mitseins ist unerschöpflich.

Die vierte Ebene des Mitseins heißt Wonne, Vergnügen (delight). Die Personen der Trinität erfreuen sich an der Existenz, Andersartigkeit und am Tun der Anderen. Wonne hat eine eschatologische Dimension. Sie antizipiert die Kommunion der Personen mit ihrer Umgebung, miteinander, und mit Gott. Die fünfte Dimension des Mitseins, die wiederum alle vorangehenden umfasst, heißt Teilhabe (participation). Jedes Handeln der Trinität betrifft ihre drei Personen, denn es gibt kein Ziel, dass es wert wäre, allein erreicht zu werden; es gibt keine Identität ohne Beziehung. Die sechste Ebene heißt Partnerschaft (partnership); sie zeigt sich in der Wechselseitigkeit: Wenn du deinen Teil tust und ich meinen, können wir gemeinsam etwas Schönes vollbringen. Die siebte Ebene ist die Freude (enjoyment). Sich am Anderen freuen heißt, ihn nicht zu benutzen, sondern an Gottes Freude an ihm teilzuhaben. Das Ziel des Mitseins ist die Herrlichkeit (glory). Das Wort »Herrlichkeit« bezeichnet in umfassender Weise Gottes Mitsein mit Gott und mit uns.


Samuel Wells’ Nazareth-Manifest: zehn theologische und sozialpolitische Konsequenzen

Aus dieser Vision ergeben sich theologische und sozialpolitische Konsequenzen. Die acht Dimensionen des Mitseins, die das innertinitarische Wesen Gottes ausmachen, sind der theologische Kern des Nazareth-Manifests. Wells stellt es an den Anfang seines Buches; in seiner Kurzform erschließt es sich jetzt. Es proklamiert zehn Punkte: 1. Es ist unsere Berufung, Gott nachzuahmen. 2. Wir ahmen Gott nach, indem wir ihm auf dem Weg folgen, auf dem er in Christus mit uns ist. 3. Wenn wir Gottes Fülle und unseren Mangel erkennen, werden wir dankbar, dass uns so viele Wege gegeben sind, unseren Mangel durch Gottes Fülle verwandeln zu lassen. 4. Es ist das Wunder der Gnade, dass Gott unserem Mangel mit der Fülle begegnet, die wir in denen entdecken, die augenscheinlich viel größeren Mangel leiden als wir. 5. Eine Gemeinde auf der Suche nach Erneuerung hat in ihrer Mitte bereits alles, was sie für ihre Verwandlung braucht. 6. Wir deuten Situationen nicht als Probleme, die einer Lösung bedürfen. 7. Wir können Menschen nur verstehen, ihnen zuhören, von ihnen lernen, von ihnen Gnade empfangen, wenn wir ihre Welt bewohnen und diese Welt aus sich heraus als wertvoll betrachten. 8. Es gibt kein Ziel über die wiederhergestellte Beziehung hinaus: die Versöhnung ist das Evangelium. 9. Die Mitte des christlichen Glaubens ist der Gottesdienst (Mit-Gott-sein); die Mitte der Mission ist es, mit den Benachteiligten zu sein und von ihnen die Fülle zu empfangen. 10. Das Mitsein ist Methode und Ziel sozialen Engagements zugleich.10

Theologisch hat die Erkenntnis der eschatologischen Dimension von Gottes Mitsein eine andere Deutung des Todes Jesu zur Folge. Jesus nimmt nicht stellvertretend unsere Sünde auf sich, um Gott gnädig zu stimmen. Vielmehr nimmt Gott in Christus den Tod auf sich, um an unserer Seite zu sein.11 Wells führt die weiteren Dimensionen, die das Mitsein hat, an drei Fallstudien durch.12 Angelehnt an die drei Stationen des Lebens Jesu nennt er sie Nazareth, Galiläa und Jerusalem. Nazareth beschreibt die Begleitung eines sog. »chaotischen« Obdachlosen. Wenn das menschliche Grundproblem die Einsamkeit ist, gilt es, alles zu tun, um das Sozialgefüge zu stärken, in dem Arme und Bedürftige leben. Das kann nur geschehen, wenn wir bereit sind, uns selbst als Teil des Problems und das Miteinander als Eintreten in ein Geheimnis zu sehen. Galiläa ist der Name für die Situation in einem Krankenhaus, in dem die Pflege und die Arzt-Patient-Beziehung einen mindestens ebenso hohen Stellenwert haben wie medizinisch-operationelle Eingriffe. Wenn das menschliche Grundproblem die Einsamkeit ist, wäre es sinnvoller, in den Ausbau und die Intensivierung der menschengerechten Pflege und Begleitung der Sterbenden zu investieren, statt Milliarden in die medizinische Apparateversorgung von Menschen in ihren letzten Lebenstagen zu stecken. Jerusalem schildert anhand der Freundschaft zwischen Dietrich Bonhoeffer und George Bell, wie selbst in einem totalitären Kontext das Mitsein möglich ist und wie – am Beispiel von Bonhoeffers Rückkehr von Amerika nach Deutschland, um an der Seite seiner Glaubensgenossen zu sein – Menschen das Mitsein Gottes in Christus nachahmen können.


Die Buntheit des inkarnierten Mitseins

Das Miteinander hat eine eschatologische Dimension; es ist das Ziel der Schöpfung. In zwei weiteren Büchern (Incarnational Ministry und Incarnational Mission) entfaltet Wells die ganze Vielfalt der Bezüge des inkarnierten Mitseins, indem er die jeweilige Beziehung – zu sich selbst, zu Gott, zu den Mitglaubenden, zu Kindern, Versehrten, Betrübten, Sterbenden, … – im Licht der acht Dimensionen des Mitseins betrachtet. Wells schüttet ein Füllhorn von Erfahrungen, Geschichten und Begegnungen über dem Leser aus und macht so nicht nur kognitiv und intellektuell, sondern auch auf der emotionalen und Sinnesebene spürbar, dass das Mitsein der Kern der christlichen Existenz und der Teilhabe an Gott ist. Am Anfang und am Ende jedes der drei Bücher steht eine Predigt, denn manche Inhalte lassen sich nur in der Form der Doxologie oder der Homilie ausdrücken. Theologie ist für Wells immer Praktische Theologie.

In Incarnational Mission gewinnt das Wort »Mission« eine neue Bedeutung: Mission hat es nicht primär damit zu tun, Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren, sondern mit ihnen zu sein. Die vom Glauben Abgekommenen (lapsed), die Ausgetretenen, haben sich aus möglicherweise nachvollziehbaren Gründen von der Kirche abgewendet. In der Rede vom Stein, den die Bauleute verworfen haben, und der zum Eckstein werden kann, könnten mit den Bauleuten die Repräsentanten der Kirche gemeint sein; deshalb solle sich jeder Pastor Ps. 118,22 als Mahnung über seinen Schreibtisch hängen. Mit den Suchenden sein, heißt, an ihrer Seite ausharren, ohne fertige Antworten zu haben.

Bei der Begegnung mit den Vertretern anderer Religionen steht die Dimension des Geheimnisses am Anfang. Es geht darum, Differenzen anzuerkennen und sich davon bereichern und beschenken zu lassen. Bei der Begegnung mit den Feinden stößt das Mitsein an seine Grenzen. Hier ist die physische Präsenz mit großen Gefahren verbunden; Wells schildert das plastisch mit dem Leid des anglikanischen Sonderbeauftragten Terry White in iranischer Gefangenschaft; hier kommt das von ihm sonst kritisierte Für-Sein in der Gestalt der Fürbitte zu seinem Recht.

Das Mitsein mit dem Nächsten löst fast automatisch, das gibt Wells zu, das geradezu körperlich spürbare Gefühl der Überforderung aus. Auf die Frage: »Wer ist mein Nächster?« laute eine ehrliche Antwort: »Der, der mich in einen Ozean grenzenloser Bedürftigkeit hineinzuziehen verspricht.« Wie soll ich mit diesem erdrückenden Gefühl umgehen? Wenn ich entdecke, dass ich mit dem Nächsten die Gebrochenheit teile, ihm also ähnlich bin, dann werden wir aus dieser Gemeinsamkeit Kraft schöpfen. Wells schildert das anhand des autobiographischen Berichts »Just Mercy« des amerikanischen Bürgerrechtlers Bryan Stevenson, der sich für von der Todesstrafe Bedrohte einsetzt, sowie anhand des Bestsellers »Me Before You« von Jojo Moyes, einer Geschichte von zwei Bedürftigen, der eine physisch, die andere emotional, die die Stärke des jeweils anderen so zu schätzen lernen, dass aus der Situation der Abhängigkeit und einseitigen Fürsorge eine der gegenseitigen Stärkung werden kann.

Das Mitsein bezieht sich nicht nur auf Individuen, sondern auch auf Kollektive: Organisationen (Wirtschaftsunternehmen, Krankenhäuser etc.), Institutionen (Museen, Universitäten, Schulen), sowie den Staat. Auch in diesen Zusammenhängen drückt sich das Mitsein nie als Überheblichkeit oder moralisches Besserwissertum aus; es hat vielmehr immer den Charakter – durchaus kritischer – Solidarität. Bei seinem eigenen Mitsein mit einer Institution – als Dean of Chapel an der Duke University von 2005-201213 sah Wells seine Rolle darin, die Universität als Modellort mitzugestalten, an dem sichtbar werden sollte, wie Glaube und intellektuelles Leben einander bereichern, herausfordern, und letztlich stärken können. Zu seinen ersten Schritten gehörte es, einen muslimischen, einen buddhistischen und einen hinduistischen Chaplain zu berufen. Seine wichtigste Rolle sah er darin, »eine Person zu sein, die keine Angst davor hatte, das zu benennen, was tatsächlich passierte und dies zugleich ohne Bitterkeit oder Wut zu tun«. Das, woran sich die Leute bei einem Pastor erinnerten, sei nämlich nicht »die schöne Predigt oder das wunderbare Fundraising-Programm, sondern ob der Pastor willens und fähig war, bis auf den Boden des Loches hinabzublicken«.14

Im letzten Kapitel von Incarnational Mission geht es um das Mitsein mit den Ausgeschlossenen. Wells nimmt sie in differenzierter Weise als Benachteiligte, Unterdrückte, Betrübte oder Isolierte wahr, denn das Ausgeschlossensein kann nicht monokausal auf materielle Gründe zurückgeführt werden.


Fazit

Wells’ Theologie des Mitseins ist ein starkes und inspirierendes Plädoyer für eine Erneuerung der Kirche von Kreuz und Auferstehung her. Wenn die Kirche sich durch das Mitsein definiert, dann impliziert dies das Mitsein selbst mit den Feinden. Daran hat sich die Kirche auch in der politischen Sphäre zu orientieren. Statt sich mit vermessenem Wahrheitsanspruch »gegen« etwas zu positionieren, sollte sie auf kreative und kritische Weise ihre Solidarität »mit« zum Ausdruck bringen.

Wenn die Überwindung der Einsamkeit und die Stärkung von Beziehungen eine eschatologische Bedeutung haben und das Ziel der Schöpfung sind, dann ist der erste Ort, an dem dies geschieht, die Gemeinde vor Ort, das Stadtquartier, das Dorf, die lokale Sozialgemeinschaft. Das Pfund, mit dem die Kirche bei anderen Sozialpartnern wuchern kann, ist die Infrastruktur, über die sie verfügt (öffentliche Versammlungsräume, Küche, hauptamtliches Personal, ein Netzwerk von Ehrenamtlichen).15 Wells plädiert für eine Erneuerung der Kirche von unten, von den Ortsgemeinden, letztlich von der Feier des Abendmahls her, denn im Abendmahl bildet sich das Mitsein liturgisch ab. Aus der Abendmahlsliturgie lässt sich für ihn die gesamte christliche Ethik ableiten.

In der Konsequenz der im Mitsein geschehenden imitatio Christi liegt es, den Weg Gottes bis hin zum eigenen Lebenseinsatz mitzugehen. Unerschrocken fasst Wells ins Auge, dass dies die Erfüllung eines christlichen Lebens sein könnte. In dieser durchaus fröhlichen Zuversicht sind Mut, Freude und Liebe zu Gott und den Menschen untrennbar miteinander verbunden. Dieses getroste und freudige Festhalten an der Güte Gottes allen möglichen Widrigkeiten zum Trotz machen die Weisheit, Glaubwürdigkeit und das Hoffnungsvolle dieser Theologie aus.


Anmerkungen:

1 Das Buch, in dem Samuel Wells seine Theologie entfaltet, ist: A Nazareth Manifesto. Being with God, 2015; hier 21-23.

2 Samuel Wells (Jahrgang 1965) ist seit 2012 Vicar (Hauptpastor) an der Londoner Kirche St. Martin in the Fields, Trafalgar Square, einer Kirche mit unvergleichlich reicher Kirchenmusik und starker sozial-diakonischer Ausrichtung; sie ist Trägerin der landesweit größten Organisation zur Unterstützung von Obdachlosen. Wells ist zugleich Visiting Professor am King’s College London. Von 2005-2012 war er Dean of the Chapel der renommierten Duke University in North Carolina und davor 15 Jahre lang Pastor an sozialen Brennpunkten im Nordosten Englands. Wells ist Autor von mehr als 30 Büchern, ein herausragender Prediger, einer der prononciertesten und geachtetsten kirchlichen Theologen in England und den USA. Klug, tiefgründig und weise versteht er es, gegenwärtige Problemlagen im Licht des biblischen Zeugnisses zu erschließen. In Deutschland ist er so gut wie unbekannt. Seine Theologie könnte auch für hiesige Debatten über Wesen und Zukunft der Kirche inspirierend sein.

3 Zum Folgenden s. Wells, Nazareth-Manifesto, 35-49.

4 Wells, Nazareth-Manifesto, 45.

5 Wells, Nazareth-Manifesto, 43.

6 Zum Folgenden s. Wells, Nazareth-Manifesto, 50-63.

7 Zum Folgenden s. Wells, Nazareth-Manifesto, 43.

8 Wells, Nazareth Manifesto, 86-99.

9 Wells, Nazareth-Manifesto, 125-146.

10 Wells, Nazareth-Manifesto, 27-30.

11 S. dazu S. Wells, Hanging by a Thread. The Questions of the Cross, 2016.

12 Wells, Nazareth-Manifesto, 169-227.

13 Zum Folgenden s. Wells, Incarnational Mission, 171-189.

14 Wells, Incarnational Mission, 183.

15 S. dazu S. Wells/R. Rook/D. Barclay, For Good. The Church and the Future of Welfare, 2017.

 

Über die Autorin / den Autor:

Pastor Dr. Christoph Schroeder, Jahrgang 1964, verheiratet, vier Kinder, 19 Jahre Gemeindepastor in Grosshansdorf, seit dem 1.10.2018 Pastor in Hamburg-Nienstedten.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 4/2019

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