Karl Barth und Charlotte von Kirschbaum
»Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht«

Von: Adelheid von Hauff
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Karl Barth hat in einem seiner Bände der »Kirchlichen Dogmatik« bezeugt, dass seine Arbeit nicht denkbar wäre ohne eine Frau an seiner Seite: Charlotte von Kirschbaum. Doch wer war diese Frau, die Barth seine »Hilfe« nennt und die »ihn auf seinem verwegenen Denkweg mit Einfühlung, Verständnis, Ermutigung und Kritik« begleitete? Welche Beziehung hatte er zu ihr? Wie kam es zu der »Dreiergemeinschaft«, in der Karl Barth, seine Frau Nelly und Charlotte von Kirschbaum nahezu vierzig Jahre lebten? Diesen Fragen geht Adelheid von Hauff in ihrem Aufsatz nach.


In seinem Vorwort zu KD III/3 schreibt Karl Barth (1886-1968): »Und nun möchte ich dieses Vorwort nicht schließen, ohne die Leser … ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, was mit mir selbst auch sie der zwanzigjährigen Arbeit zu danken haben, die Charlotte von Kirschbaum in aller Stille an meiner Seite geleistet hat. Sie hat im Dienst der laufenden Entstehung dieses Werkes ihr Leben und ihre Kraft nicht weniger eingesetzt als ich selber. Ohne ihre Mitwirkung könnte es nicht Tag für Tag gefördert werden und wüßte ich nicht, wie ich mir die Zukunft, die es noch haben mag, vorstellen sollte. Ich weiß, was es heißt, eine Hilfe zu haben.«1

Wer war die Frau, die Barth seine »Hilfe« nennt und die »ihn auf seinem verwegenen Denkweg mit Einfühlung, Verständnis, Ermutigung und Kritik«2 begleitete? Wie kam es zu der »Dreiergemeinschaft«, in der Karl Barth, seine Frau Nelly (1893-1976) und Charlotte von Kirschbaum (1899-1975) nahezu vierzig Jahre lebten? Diese Fragen liegen dem vorliegenden Aufsatz zugrunde.3 Zu ihrer Beantwortung ziehe ich in der Hauptsache zwei Bände der Karl Barth Gesamtausgabe4 heran.5 Konkret handelt es sich um Band 3 des Briefwechsels von Karl Barth und Eduard Thurneysen (1888-1974) einschließlich des Briefwechsels zwischen Charlotte von Kirschbaum und Eduard Thurneysen6 und Band 1 des Briefwechsels von Karl Barth und Charlotte von Kirschbaum7.

Die Veröffentlichung des Briefwechsels mit Barths langjähriger Gefährtin ermöglichte eine 1985 getroffene Entscheidung seiner Kinder Franziska Zellweger-Barth (1917-1994), Markus Barth (1915-1994) und Christoph Barth (1917-1986), die auch als Erben von Charlotte von Kirschbaum eingesetzt waren. Im Entwurf zu einem Vorwort heißt es dazu: »Als einzige noch lebende Kinder Karl Barths entschlossen wir uns nach langem Überlegen und auf das Drängen Näher- und Fernstehender zur Publikation dieser zum Teil sehr intimen Korrespondenz. Angesichts des seit Mitte der zwanziger Jahr umlaufenden Geschwätzes halten wir die Zeit für gekommen, die hellen und die trüben Seiten der ganz besonderen und einmaligen Liebe, welche unsern Vater mit unserer ›Tante Lollo‹ verband, ans Licht zu bringen.«8


»Zehnfach hervorragende Lollo«

Charlotte von Kirschbaum9, genannt Lollo, wird am 25. Juni 1899 in Ingolstadt als Tochter des Generals Maximilian von Kirschbaum und dessen Frau Henriette geboren. Sie hat einen älteren und einen jüngeren Bruder. Der Beruf ihres Vaters bedingt mehrere Umzüge. 1916 stellt der plötzliche Kriegstod des Vaters einen tiefen Einschnitt im Leben der 17-jährigen Frau dar. An der »Frauenschule München« legt sie 1917 die Prüfung für Erzieherinnen ab. Bis 1921 übt sie diverse Bürotätigkeiten u.a. bei einem Rechtsanwalt und in der Bayerischen Vereinsbank aus. Ab 1922 tritt sie als »Lernschwester Annelotte« in den Schwesternverband des Bayerischen Landesvereins vom Roten Kreuz ein. Von 1925 bis 1926 ist sie im Rahmen einer Weiterbildung im Städtischen Krankenhaus in Krefeld tätig. Bis 1929 wird sie in diversen Einrichtungen als Rotkreuzschwester arbeiten. Zeitgleich besucht sie bereits ab 1927 die »Soziale Frauenschule der Stadt München«, die sie mit einer staatlichen Prüfung für Wohlfahrtspflegerinnen mit Erfolg am 21. März 1929 beendet.

Barth bringt im Brief vom 22.3.1929 seine große Freude über von Kirschbaums Erfolg so zum Ausdruck: »… angesichts dieses Einsers bin ich einfach sprachlos. … Du bist … eine, wie ich längst wußte … zehnfach ›hervorragende‹ Lollo«.10 Zu diesem Zeitpunkt besteht längst ein enges Verhältnis zu Karl Barth. Die Theologie wird immer mehr zum Lebensthema von Kirschbaums. Autodidaktisch bildet sie sich weiter und erhält nach diversen Prüfungen 1933 von der »Prüfungsstelle für die Zulassung zum Studium ohne Reifezeugnis« in Berlin die Zulassung zum Studium der Evangelischen Theologie ohne Reifezeugnis.


Mehr als Freundschaft

Die besondere Liebe des seit 191311 mit Nelly (geb. Hoffmann) verheirateten Barth zu Charlotte von Kirschbaum nimmt 1925 ihren Anfang. Von Georg Merz (1892-1959), mit dem von Kirschbaum seit 1921 in Kontakt steht, lernt sie die Schriften Barths kennen. Möglicherweise sieht von Kirschbaum Barth 1922/23 erstmals in der Münchner Gemeinde von Merz. Zu einer echten Begegnung mit Barth kommt es jedoch erst im Juli 1925, als von Kirschbaum mit Merz zum Bergli12 in Oberrieden reist. Bereits zum Jahreswechsel 1925/26 besucht sie den in Göttingen lehrenden Barth. Ein weiterer, alles entscheidender Besuch erfolgt dann am 24. Februar 1926 in Münster.

Vom 17. August bis Ende September 1926 verbringen Barth und von Kirschbaum erstmals eine gemeinsame Zeit auf dem Bergli.13 Zu diesem Zeitpunkt wissen beide bereits, dass sie mehr als Freundschaft verbindet. So schreibt von Kirschbaum am 27.2.1926: »Ich kann dir nur eines sagen, was ich vielleicht gar nicht sagen darf: ich weiß einfach seit dem letzten Mittwoch, dass ich dich lieb habe, lieber, als ich es zu denken vermag. Ob ich es vorher nicht wissen wollte, … ich weiß es nicht. Aber nun ist es so und ist schwer.«14 Barth antwortet am 28.2.1926: »Was du mir schreibst, ist insofern doch ein gutes Wort, als es weitere Klarheit und Einfachheit in die Lage bringt. Ich bin sogar, trotz allem Ernsten und Bitteren, … froh darüber. … weil ich dich eben auch liebhabe, ›lieber, als ich es zu denken vermag‹. Sondern auch darum, weil ich mich nun in meiner Not nicht allein weiß und ganz offen zu dir reden kann über die Art, wie wir uns nun gegenseitig helfen oder beide helfen lassen müssen. … Aber nun müssen wir an die Gegenwart und an die Zukunft denken. Wären wir beide ledige Leute, so wäre die Entdeckung, die nun unwiderruflich gemacht ist, einer von jenen Augenblicken von Frühling, Freude und Leben, mit denen Gott uns … manchmal segnet.«


»Moral habe ich nie gepredigt, wohl aber Disziplin«

Dass die »entdeckte Wirklichkeit« vor allem für seine »liebe, treue, tapfere Nelly« schwer ist, spricht Barth offen aus. Obwohl dem Ehepaar bewusst war, dass es keine »fugenlosen« Ehen gibt, waren sie »auf einen solchen Zwischenfall nicht gefaßt. Wie er möglich wurde … meine ich (Barth), wenigstens zu einem kleinen Teil, zu verstehen.« Ebenso spricht er aus, dass die Entdeckung für Nelly »eine Störung und Bedrückung und für mich, aber auch für dich, in erster Linie eine Schuld ihr gegenüber« 15 ist. Selbstkritisch nimmt er in diesem Brief auch seine bisherige Lehre in den Blick: »Moral habe ich zwar nie gepredigt, wohl aber Disziplin. … Was ich gesagt habe, hat für Viele nicht mit Unrecht einen sehr harten Klang gehabt, ich habe Vielen Vieles … genommen mit meinem Hinweis auf die Frage, auf den Anspruch, die an den Menschen gerichtet sind, auf das Gericht, dem er unterworfen ist und sich unterwerfen muß. Ich denke wohl, daß ich vielfach zu scharf, zu sicher geredet habe, zu wenig konkret selber dabei opfern mußte.«16

Das 7. Gebot17 will er respektieren, »weil für uns alles Andere unmöglich ist«. Konkret bedeutet dies: »Briefe und persönliche Begegnungen vielleicht in etwas größerem Abstand. … Besondere Behutsamkeit bei allfälligem Zusammensein auf dem Bergli (dies nicht absichtlich zu vermeiden!).« Weiteres kann im Voraus nicht geregelt werden. Viel wichtiger ist Barth, dass sich beide mit ganzer Kraft auf ihre Arbeit stürzen. Sein eigenes Vorhaben relativierend, ist es Barth bereits am folgenden Tag wichtig, von Kirschbaum zu schreiben: »Ich wollte wohl mit dir, immer deine Hand in der meinen, durch die Nacht wandern bis in den Morgen hinein, … das ist kein zu unterdrückender Wunsch.« Er schließt: »Auch heute morgen erwäge ich seltsamerweise wieder den unmöglichen Gedanken, zu dir nach Krefeld zu fahren. Aber nein, das soll … nicht sein. Man wird im Spital18 … schon verwundert sein über diese fortwährende Post aus Münster, und die verdächtige Gestalt im Lodenmantel hat dort … nichts zu suchen.«19


Opfer aus Einsicht und Freiheit

Im Mai 1926 besucht von Kirschbaum Barth und seine Familie. Dieser Besuch hinterlässt viel Unruhe und gibt Anlass zu schwierigen Gesprächen im Hause Barth. Davon berichtet Barth in seinem Brief vom 25.5.1926. Darin klingt eine mögliche »Distanznahme« zwischen von Kirschbaum und Barth an, die er aber sofort wieder verwirft, nicht nur, weil er diese Entscheidung nicht übers Herz bringt, »sondern weil [ihm] immer noch nicht gewiß ist, daß der Wille Gottes und also der Gehorsam für [beide] notwendig dieser ist. … daß dieses Opfer nur, wenn es auf Einsicht und Freiheit beruhte, gesegnet sein könnte. … Aus deinem [v. K.s] Briefe sehe ich wohl, wieviel bereiter du bist als ich, … Andererseits habe ich Momente … wo ich Alles wie in einen großen Frieden eingetaucht sehe: sollte es nicht möglich sein und erlaubt, daß ich Nelly als meine Frau und dich nun eben, da diese Stelle nur einmal zu besetzen ist, als meine liebe unentbehrliche Kameradin Lollo20 liebhabe, jedes in ganz anderer Beziehung und unter ganz anderen Ordnungen, ohne daß es zu Konflikten kommen muß? … darin sind wir einig: wenn wir uns klar würden, daß überhaupt nichts mehr zwischen uns sein darf, dann würden wir beide auch die Kraft … und die Härte … finden, nichts mehr zwischen uns sein zu lassen und ›Breslau‹21 zu wählen.«22

In einem Nachtrag betont er die Bedeutung des Gebets für sich, Nelly Barth und von Kirschbaum: »Wir wollen doch ja alle drei fortfahren … ganz kindlich für uns selbst und füreinander zu beten, daß Gott selbst uns den rechten Weg zeige.«23 Im Widerstreit von Vernunft und Gefühl schreibt er am 7. Juni 1926 an von Kirschbaum: »Nelly und du und ich müssen uns jedes in seiner Weise Mühe geben …, tragen, was da ungewollt aus der rätselhaft-schuldvollen Tiefe des Menschlichen über uns gekommen ist. … Alles kreist … um die zwei Punkte: der eine die Heiligkeit des Gebots, der andere, daß du und ich … zusammen sind. Streichen kann man weder dieses noch jenes.«24


Eine Art »Dreiergemeinschaft«

Nachdem Barth und von Kirschbaum am 1. Januar 1929 beschlossen, dass von Kirschbaum in Barths Haus einziehen und in einer Art »Dreiergemeinschaft« mit ihm und Nelly leben solle,25 verzögerte sich die Realisierung dieses Vorhabens im Verlauf des Jahres. So informiert er von Kirschbaum am 7. August 1929 über ein Gespräch mit Nelly Barth, bei dem diese ihr Einverständnis mehr oder weniger zurückgezogen und sogar von Scheidung gesprochen hatte. Er sieht »von Nelly her eine Situation entstehen, die deiner und unser aller nicht würdig wäre«.

Unter den gegebenen Umständen kann der gefasste Plan nicht ausgeführt werden. Trotzdem bittet Barth von Kirschbaum noch mit definitiven Abmachungen für ihre Zukunft zu warten, bis er wieder mitreden kann.26 Während Barth sich bei gegenseitiger Rücksichtnahme eine Dreierbeziehung vorstellen kann, stellt das »Dreieck« für Nelly Barth keinen gangbaren Weg dar. Weil sie »ein dauerndes Zusammensein zu dritt weder innerlich, noch den Kindern noch Anderen gegenüber in guter Weise aushalten« könne, hält Barth es für geboten, den gefassten Plan fallen zu lassen. Denn: »Es gehören drei dazu, und zwar drei für das Ganze bereite Menschen.«

Dass dieser Verzicht keineswegs zu dem führt, was Nelly Barth sich erhofft, spricht Barth gegenüber von Kirschbaum deutlich aus. Die Gemeinschaft zwischen ihm und ihr soll bestehen bleiben.27 In der Tat kommt es dann am 15. Oktober 1929 doch zu von Kirschbaums Einzug in das Haus der Familie Barth in Münster28 und am 19. März 1930 zum Einzug in das in Bonn gemietete Haus in der Siebengebirgstraße 8. »Die Sekretärin29 bekommt (dort) ihr Zimmer unmittelbar neben meinem Studierzimmer (mit direkter Türe).«30


Das »Schicksal des Hauses Barth«

Von Anfang an sind der Basler Münsterpfarrer Eduard Thurneysen31 und seine Frau Marguerite in das Geschehen im Hause Barth einbezogen. Thurneysen ist nicht nur Barths Freund und Seelsorger. Er ist es zugleich auch für Nelly Barth und Charlotte von Kirschbaum. Dies zeigt im Besonderen der Briefwechsel, den von Kirschbaum mit ihm führte und dem auch Briefe von und an Nelly Barth eingefügt sind.32 Wenn ich hier ausführlich Bezug nehme auf einen Brief, den Thurneyen am 7. Juli 1931 an einen »Unbekannten« schrieb, so geschieht dies mit der Absicht, von außen einen Blick auf die »Dreierbeziehung« zu werfen.

Angesprochen auf das »Schicksal des Hauses Barth«33, geht Thurneysen mit großer Offenheit auf die dortige Dreierbeziehung ein. Dass er beiden Frauen in Freundschaft verbunden ist, drückt Thurneysen bezogen auf Nelly Barth so aus: »Ich habe Nelly einfach lieb, wir haben zu viel zusammen erlebt, als dass sie mir jemals gleichgültig werden könnte, aber ich muß nun doch sagen: sie hat auch in meinem Urteil Karl gegenüber die Türen weithin zugehen lassen, als noch alles gut zu stehen schien. Sicher nicht aus Bosheit, aber aus einer Art Ichbezogenheit in ihrem ganzen Lebensstil … Und dann kam Lollo v. K., die ja einfach ein selten feiner Mensch ist und die wahrhaftig keine Schuld trifft, außer der einen, die – menschlich ­gesehen – keine ist, dass sie eben Karl Viel geben konnte und ihm auch gab, weil sie mußte.«

Bereits einige Zeilen vor diesem Satz spricht Thurneysen über Karl und Nelly Barths Ehe zum Zeitpunkt der Begegnung mit von Kirschbaum: »… dieser Bindung an Lollo v. K. entspricht auf der anderen Seite eine nicht weniger tiefe und völlige und weithin … hoffnungslose Abwendung Karls von Nelly. Es liegt eine Wüste zwischen den Beiden. Und es wird doch so sein – ich wenigstens sehe es so – dass Lollo von Kirschbaum gar nicht ins Leben von Karl hätte hineintreten können, wenn diese Abwendung nicht längst schon bei Karl sich vorbereitet gehabt hätte, bevor die Begegnung mit Lollo v. K. kam. Es hatte schon längst … eine Müdigkeit Nelly gegenüber Platz gegriffen, eine Resignation, ein Nichtmehrzusammengehen. … Er ist wirklich … absolut nie auf Ersatz bei irgendwelchen anderen Frauen aus gewesen. Er ist einfach reine Natur. … Er ist wenn einer monogam veranlagt und eingestellt bis ins Innerste. Aber eben das macht die Lage so schwer. … Denn als die Frau kam, die ihm zu sein schien, was er sich von der einen Frau ersehnte, die seine Frau sein konnte, da war der Kontakt sogleich geschlossen. Da gab es eben kein bloßes Spiel mehr, keine bloße erotische Freundschaft, sondern da war sofort der ganze Ernstfall ›Ehe‹ da, aber Ehe außer der Ehe, in der er stand, und die ihm nicht wirklich Ehe war. Er hat diese Ehe mit Nelly gehalten, aber er hat sie nicht mehr gelebt. Und darüber geht Nelly fast zu Grunde, und darunter sicher nicht weniger auch ­Lollo v. K.«34


Die Scheidungsfrage

In diesem Brief fällt von Seiten Thurneysens auch das Wort Scheidung, das dann 1933 zu einem großen, aber letztendlich ungelösten Problem wird. Gerade dazu gibt der Briefwechsel mit Thurneysen im Besonderen Aufschluss. Er enthält Briefe, in denen die Scheidungsfrage im Zentrum steht. Anfang 1933 fordert Nelly Barth ihren Mann auf, die Dreiergemeinschaft bzw. »Notgemeinschaft«, wie sie von den Beteiligten genannt wird, aufzulösen. Sie meint damit, von Kirschbaum solle aus dem gemeinsamen Haushalt ausziehen und nur zur Arbeit zu Barth kommen. Das aber ist für Karl Barth ausgeschlossen. Er stimmt mit Nelly überein, dass ihre Ehe in der bisherigen Weise nicht mehr weitergeführt werden kann. Anders als diese sieht er die Lösung aber nur in dem bislang ausgeschlossenen Weg der rechtlichen Scheidung.

An Nelly schreibt er:35 »Wir haben es nun sieben Jahre lang in verschiedenen Formen … versucht. Wir haben uns gewiß alle drei … Mühe gegeben. Heute können wir die Einsicht, daß es so, auf dieser bisherigen Basis, nicht mehr weiter geht, nicht mehr unterdrücken. Es geht für dich nicht. … Du wirst dich an dieser Stelle mit mir fragen, ob die Veränderung nicht in irgend einer Weise darin bestehen könnte, daß unsere Ehe auf eine Basis gestellt würde, die nur ein Gegenüber von dir und mir bedeuten würde. … Die Aufrichtung der Notgemeinschaft war von mir aus gesehen keine Willkür, sondern Notwendigkeit. Darum kann ich nun auch eine Veränderung, die die Aufhebung der Notgemeinschaft bedeuten würde, nicht leisten. Ihre Notwendigkeit war für mich darin begründet, daß einerseits wir – du und ich –, wie es in diesen sieben Jahren noch deutlicher sichtbar geworden ist …, uns sehr fremd sind … während Lollos innere Zugehörigkeit zu mir in gleicher Weise Tatsache ist. Weil das für mich so feststeht und weil es für dich nicht feststeht, weil ich aber nichts Gutes davon erwarte, dich zu täuschen, darum kann ich auch nichts von der Zwischenlösung einer äußerlichen … Entfernung Lollos erwarten. … weil ich … die Aufhebung des rechtlichen und äußerlichen Bestandes unserer Ehe nicht wollte –, darum wollte ich die Notgemeinschaft … Diese hat sich nun als undurchführbar erwiesen. … muss ich dir nun sagen, daß ich die nötig gewordene Veränderung nicht in der Richtung suchen kann, in der deine Wünsche laufen.«

Er fährt fort, indem er auf seine Ehe an sich zu sprechen kommt und doch zugleich das Scheitern dieser Gemeinschaft thematisiert: »Laß mich … sagen, welche Veränderung … ausgeschlossen ist: … auf keinen Fall [kann] aufgehoben werden, daß wir, zeitlebens für einander in ganz besonderer Weise verantwortlich sind. Ich kann dich nicht ›fallen lassen‹ und du mich auch nicht. Ich … werde zeitlebens die Schuld zu tragen haben, dass ich dich in einem Stadium, in dem ich offenbar zu solcher Entscheidung nicht reif war, fragte, ob du meine Frau werden wollest, daß ich dir dann nicht sein konnte, was ein Mann seiner Frau sein sollte, und daß ich dir schließlich die versprochene Treue nicht halten konnte. … Wir werden nie aufhören können, … uns aufrichtig umeinander zu kümmern und einander verpflichtet zu sein.«36

Diese persönliche Einschätzung korrespondiert mit einer Aussage von Eberhard Busch (*1937)37, die er gegenüber Suzanne Selinger38 äußerte. Danach war die »im Wesentlichen von Barths Mutter Anna« arrangierte Ehe »nahezu von Anfang an gestört und unglücklich«.39


Die »dritte Zeit«

Obwohl er selbst wie auch von Kirschbaum sich bis zu diesem Zeitpunkt »verboten« hatten, auch nur an eine Scheidung zu denken, sieht Barth darin nun die einzige Möglichkeit, die »Notgemeinschaft« aufzulösen. Unter Anerkennung der unzerstörbaren Beziehung in einer Ehe schreibt er Nelly Barth: »… wollen wir uns gegenseitig die Ehre erweisen und die Liebe antun, innerhalb jener unzerstörbaren Beziehung zwischen uns den Weg einer ›Scheidung‹ unserer rechtlich-äußerlichen Ehe ernstlich ins Auge zu fassen … Ich weiß, so wie die Dinge liegen, nun auch keinen anderen Weg mehr.«40 Barth schlägt vor, sich nicht vor Anwälten und Richtern im Streit auseinanderzusetzen, sondern alles »vorher genau [zu] vereinbaren … um dann den Juristen gegenüber eine gemeinsame Front zu bilden«. Es ist für ihn selbstverständlich, dass die Sache juristisch zugunsten von Nelly Barth entschieden wird.41

Nelly Barth lehnt brieflich42 Karl Barths Vorschlag ab. Für ihn ist damit die »dritte Zeit« ihrer Ehe eingetreten, in der es nur noch darum gehen kann, sich »gegenseitig die Distanz … zu gewähren, die man als ›Ehescheidung‹ bezeichnet. … Es gab eine erste Zeit, in der es sich um die Bewährung unseres Gegenübers zu zweit handelte; sie hat … mit einem Mißerfolg geendigt. Es gab dann die zweite Zeit in der Notgemeinschaft mit L.: wir versuchten es, so gut wir konnten.« Aber auch dieser »Versuch« ist letztendlich gescheitert. Trotzdem möchte Nelly Barth – anstelle einer Scheidung – »nun doch lieber in die zweite Zeit, auf den Boden der Notgemeinschaft, zurücktreten.«43 Obwohl Barth 1933 also zur Scheidung bereit gewesen wäre, setzt er sie nicht gegen den Widerstand von Nelly Barth durch.

Demgegenüber sieht Thurneysen in der rechtmäßigen Scheidung durchaus einen für alle gangbaren Weg. Nelly Barth schreibt er, er habe die Möglichkeit einer Scheidung – längst bevor sie von Nelly und Karl Barth ins Gespräch gebracht wurde – als letzten »Ausweg der völligen Trennung [ihres] Lebens nach außen hin immer wieder vor [sich] gesehen«. Als der Vorschlag nun von den Personen der »Notgemeinschaft« selbst ins Spiel gebracht wurde, hat Thurneysen ihn auf Grund seiner »eigenen Eindrücke und langgehegten Unruhe um dich [N.B.] zunächst einfach wie eine Befreiung empfunden.« Nach Thurneysen böte das »Auseinandertreten« der Dreiergemeinschaft einen neuen Lebensraum und ein Aufatmen für Nelly Barth.44

Zeitgleich (12.4.1933) schreibt Thurneysen auch an von Kirschbaum und legt – wie auch bei anderen Briefen praktiziert – seinem Schreiben den Brief an Nelly Barth bei. Darin kommt vor allem sein Mitfühlen mit von Kirschbaum und Karl Barth zum Ausdruck. Dass die Auflösung der »Notgemeinschaft« gerade in einer politisch brisanten Zeit ansteht, besorgt ihn. Aber da es so schwer »vor allem für euch beide, Karl und dich, zu tragen war, … muß man auch da die Dinge ihren Weg gehen lassen«.45


»Notgemeinschaft« – auch im Grab

Weil Nelly Barth der Scheidung nicht zustimmt, bleibt die »Notgemeinschaft« bis zu ihrem tragischen Ende, der schweren Erkrankung von Kirschbaums, bestehen. Nahezu 40 Jahre steht von Kirschbaum Barth als unersetzliche »Hilfe« zur Seite. Sie ist die »Frau, die ihm in seinem Suchen und Vorwärtsschreiten, in seinen Begegnungen und Auseinandersetzungen, aber auch in seinen Ruhepausen … Partnerin und Vertraute ­wurde«.46

Zum Jahreswechsel 1965/66 kam es – wie Barth schreibt – dazu, »daß meine mir seit 1930 in jedem Sinn unentbehrlich zur Seite stehende getreue Mitarbeiterin Charlotte von Kirschbaum durch eine viel einschneidendere Krankheit47 als die meine … behindert und – was die ›Kirchliche Dogmatik‹ betrifft, an deren Entstehung Fortgang sie soviel unermeßbaren Anteil hatte – außer Gefecht gesetzt wurde.«48 Eine »Gehirnkrankheit«49, die 1962 schleichend begann, bedingt 1966 von Kirschbaums ständige Pflege und den Aufenthalt im Sanatorium Sonnenhalde in Riehen. Bis zu seinem Tod 1968 besucht Barth sie an jedem Sonntag und singt ihr Choräle vor. Wöchentlich freut er sich auf »die Stunde, die ich allsonntäglich bei und mit meiner lieben Lollo von Kirschbaum auf ihrer ›Sonnenhalde‹ in Riehen verbringe.«50

Nach Barths Tod übernimmt sein Schwiegersohn Max Zellweger die wöchentlichen Besuche bei von Kirschbaum. Ebenso besuchen die anderen Familienangehörigen und gelegentlich auch Nelly Barth die Schwerkranke. Charlotte von Kirschbaum stirbt am 24. Juli 1975. Die Trauerrede hält Helmut Gollwitzer (1908-1993). Auf Wunsch von Barth wird sie – mit Zustimmung von Nelly Barth – im Barthschen Familiengrab beigesetzt. Dort ruhen seit Nelly Barths Tod im Jahr 1976 alle drei Personen der »Notgemeinschaft«.51


Scheidung und Neuanfang als die bessere Lösung?

Wenn Gollwitzer in seiner Trauerrede die Gemeinschaft von Barth mit von Kirschbaum bezeichnet als »eine Schickung, in der Glück und Schmerz und … oft allzu schwere Aufgaben, zugeteilt wurden … und in der es ohne gegenseitige Verletzung und Schuld nicht abging – Schuld, die uns alle erfahren ließ, daß das Leben aus dem Tode unseres Herrn Jesus Christus als Vergebung zu uns kommt«52, dann und nicht nur dann stellt sich die Frage, ob eine Scheidung und ein »Neuanfang« für alle Beteiligten nicht die bessere Lösung gewesen wäre.

Zur Diskussion dieser Frage soll zunächst Barth selbst zur Sprache kommen. 1947 hat er in einem Brief an Pfarrer William Lachat in Neuchâtel (KBA 9247.76) seine Lebens- und Liebesgeschichte mit Charlotte von Kirschbaum thematisiert.53 Er schreibt: »Ich kenne Frl. von Kirschbaum seit 22 Jahren. Seit 18 Jahren lebt und arbeitet sie bei mir in unserem Haus. Sie ist der beste Freund, den ich in dieser Welt hab. Mein Werk könnte ohne sie nicht das Ausmaß haben, das es nun erreicht hat.« Es geht nicht nur um ihre technische Mitarbeit, »sondern um die Art und Weise, in der sie mich begleitet«.

Alle Menschen, die in seiner Nähe gelebt haben, wissen um diese Beziehung. Es gibt niemanden, der die rätselhafte Situation nicht mehr oder weniger schmerzhaft empfindet und ebenso niemanden, der nicht befangen reagierte. Es gibt aber auch viele, »die so wie ich [K.B.] selbst trotz allem dankbar sind, daß Frl. von Kirschbaum neben mir steht«. Zu ihrer Beziehung schreibt er: »Frl. von Kirschbaum und ich lieben uns von Anfang an, und da wir ein bißchen älter geworden sind, lieben wir uns immer noch.« Das weist »auf eine sehr ernste und tiefe Krise in meiner Ehe hin«. Ich kann »weder die Realität meiner Ehe noch die meiner Liebe leugnen. Es ist wahr, daß ich verheiratet bin, daß ich Vater und Großvater bin. Es ist auch wahr, daß ich liebe. Und es ist wahr, daß diese beiden Tatsachen nicht übereinstimmen. Deswegen haben wir uns … entschlossen, das Problem nicht durch die Trennung nach der einen oder der anderen Seite zu lösen«. Dass diese Lösung unvollkommen ist, weiß er. Trotzdem gibt es – nach seinem Verstehen – in dieser Sache keine vollkommenen Lösungen.


»Die ständige Krise«

Barth zweifelt nicht daran, »daß das siebte Gebot in seiner christlichen Auslegung die Monogamie und die Unlöslichkeit des ehelichen Bandes impliziert«. In Anerkennung dieses Gebotes hat er »nur die Wahl, die am wenigsten unvollkommene Lösung zu wählen: an Stelle der Trennung nach der einen oder der anderen Seite die ständige Krise, die … für alle drei Betroffenen sehr schwer zu ertragen ist.«54

Wie bereits 1926 blickt er auch in diesem Brief selbstkritisch auf das Zusammenspiel von Leben und Lehre, wenn er schreibt: »Es ist durchaus möglich, daß sich daher in meiner Theologie … ein Element von gelebtem Leben (findet). Es wurde mir auf eine sehr konkrete Art verboten, der Legalist zu werden, der ich unter anderen Umständen hätte werden können.«55

Genau hier stellt sich die Frage, ob die gewählte Lösung nicht doch ein mehr oder weniger legalistisches Eheverständnis zeigt. Karl Barth will – wie er ebenfalls bereits 1926 schreibt – das 7. Gebot respektieren. Wenn ich dazu seine Äußerungen in »Kurze Erklärung des Römerbriefes« heranziehe, dann ist – nach seinem Verständnis – eine rechtmäßig geschlossene Ehe erst nach dem Tod des einen oder anderen Ehepartners zu ihrem Ende gekommen.56 Mit Luthers Eheverständnis ist dies nur bedingt vereinbar. Luther kennt durchaus Gründe für die Scheidung einer rechtmäßig geschlossenen Ehe.57

Rechtlich-äußerlich fühlt Karl Barth sich an die Mutter seiner fünf Kinder gebunden. Innerlich bindet er sich 1925 an Charlotte von Kirschbaum – mit Thurneysen ausgedrückt – in einer Art »Ehe außer der Ehe, in der er stand«.58 Weil er beiden Frauen, die »Treue« halten will, bleibt – so scheint es – nur die »Notgemeinschaft«, die allen Beteiligten mehr abverlangt, als eine rechtmäßig ausgesprochene Scheidung und ein damit ermöglichter Neuanfang.


Treue, Untreue, Schuld und Gnade

Vollkommen unwesentlich scheint mir bei der Sache die immer wieder gestellte Frage, ob Karl Barth und Charlotte von Kirschbaum sexuell ein Liebespaar waren. Dass sie ein Liebespaar waren, zeigen die Briefauszüge zur Genüge. Ob sie dies auch in sexueller Hinsicht waren, darf ein Geheimnis bleiben. Und dies vor dem Hintergrund einer am Liebesgebot orientierten Auslegung des 7. Gebotes. Danach besteht »eheliche Treue bzw. Untreue« nicht darin, dass man seinem Ehepartner/seiner Ehepartnerin zwar sexuell treu bleibt, in geistlich-seelischer Hinsicht aber schon längst bei einer anderen Person oder Sache Erfüllung gefunden hat. Ehebruch gibt es nicht nur in sexueller Hinsicht, er kann auch geistlich-seelischer Art sein. Dabei geht es nicht um sexuelle Freizügigkeit, sondern um eine das ganze Leben umfassende Liebe und Treue. Um eine Liebe, in der Sexualität bei weitem nicht alles, sondern nur ein Teilbereich darstellt.

Karl Barth und die beiden Frauen Charlotte von Kirschbaum und Nelly Barth haben sich für einen Weg entschieden, der allen viel »Not«, aber auch manche Freude bescherte. Ob es der einzig richtige war, will ich als Nachgeborene nicht entscheiden. Persönlich muss ich sagen, dass ich eine andere Entscheidung als richtiger ansehe und zugleich der gewählten mit großem Respekt begegne. Beides vor dem Hintergrund, dass wir – wie auch immer wir uns entscheiden – schuldig werden und trotzdem wissen dürfen: »… das Evangelium ist auch in dem Sinn Gottes allmächtiges Rettungswerk, daß es des Menschen Befreiung ist, seine Befreiung vom Gesetze … (denn): ›Ihr seid nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade‹.«59


Anmerkungen:

1 Die Kirchliche Dogmatik von Karl Barth III/3, EVZ-Verlag, Zürich 1961, VII.

2 Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum, Briefwechsel, Bd. 1, 1925-1935, hrsg. v. Rolf-Joachim Erler, Theologischer Verlag Zürich (2008), XXIV.

3 Ganz herzlich danke ich der Landeskirchlichen Bibliothek im Evang. Oberkirchenrat in Karlsruhe, die mir bereitwillig und zeitlich unbegrenzt den unten genannten Briefwechsel zur Verfügung stellte.

4 Karl Barth Gesamtausgabe. Im Auftrag der Karl Barth-Stiftung hrsg. v. Hans-Anton Drewes, V. Briefe, Bd. 1 und Bd. 3.

5 Da die Personen selbst zu Wort kommen sollen, enthält dieser Aufsatz viele Zitate.

6 Karl Barth – Eduard Thurneysen, Briefwechsel, Bd. 3, 1930-1935, einschließlich des Briefwechsels zwischen Charlotte von Kirschbaum und Eduard Thurneysen, hrsg. v. Caren Algner, Theologischer Verlag Zürich (2000).

7 Karl Barth – Charlotte von Kirschbaum, Briefwechsel, Bd. 1, 1925-1935, hrsg. v. Rolf-Joachim Erler, Theologischer Verlag Zürich (2008).

8 A.a.O., XIX.

9 Zu den biografischen Angaben vgl. a.a.O., XXXV-XLI.

10 A.a.O., 82.

11 Vgl. Eberhard Busch, Karl Barths Lebenslauf. Nach seinen Briefen und autobiographischen Texten, Chr. Kaiser Verlag München (1975), 83.

12 Bergli ist das oberhalb des Zürichsees gelegene Landhaus von Rudolf und Gerty Pestalozzi. Für Jahrzehnte ist es für Barth und später auch für von Kirschbaum während der Semesterferien ein Ort der Arbeit und der Erholung (vgl. Busch, Lebenslauf).

13 Barth – von Kirschbaum, XXXVIIIf.

14 A.a.O., 22.

15 A.a.O., 24.

16 A.a.O., 26f.

17 Im Lutherischen Katechismus das 6. Gebot.

18 Gemeint ist das Krankenhaus, in dem von Kirschbaum ihre Ausbildung als Rotkreuzschwester absolviert.

19 Briefwechsel Bd. 1, 31f.

20 So wird von Kirschbaum im Freundeskreis genannt.

21 Breslau ist das Kennwort für eine totale Distanznahme (a.a.O., 45 (FN 1)).

22 Barth – von Kirschbaum, 45f.

23 A.a.O., 47.

24 A.a.O., 50.

25 A.a.O., XXXIX.

26 Vgl. a.a.O., 98f.

27 Vgl. a.a.O., 100-103.

28 A.a.O, 124 (FN 23).

29 Als Sekretärin bezeichnet Barth hier Charlotte von Kirschbaum.

30 Barth – von Kirschbaum, 123.

31 Eduard Thurneysen ist zugleich ab 1929 Privatdozent und ab 1941 außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Universität in Basel.

32 Vgl. Barth – Thurneysen, passim.

33 A.a.O., 921-924.

34 A.a.O., 922-923.

35 Vgl. a.a.O., 371-376.

36 A.a.O., 373f.

37 Eberhard Busch war 1965-1968 Assistent von Karl Barth und damit der unmittelbare Nachfolger von Charlotte von Kirschbaum. 1977 hat er als Promotionsschrift Barths umfassenden Lebenslauf vorgelegt.

38 Suzanne Selinger ist Bibliothekarin und Associate Professor of Historical Theologie an der Drew University in Madison, New York. Für ihre Monografie über Charlotte von Kirschbaum und Karl Barth korrespondierte sie mehrfach mit Eberhard Busch.

39 Vgl. Suzanne Selinger, Charlotte von Kirschbaum und Karl Barth. Eine biografisch-theologiegeschichtliche Studie, Theologischer Verlag Zürich (2004), 6 (auch FN 21).

40 Barth – Thurneysen, 374.

41 A.a.O., 375.

42 Dieser Brief ist anscheinend nicht erhalten; vgl. a.a.O., 376 (FN 2).

43 Vgl. für diese Zitate: a.a.O., 376-381.

44 Vgl. a.a.O., 383-385.

45 Vgl. a.a.O., 385-388.

46 Vgl. Busch, Lebenslauf, 199f.

47 Nach seiner zweiten Prostata-Operation bedurfte Barth zwar der Pflege, befand sich aber doch wieder in einem »relativ annehmbaren« Zustand (vgl. Busch, Lebenslauf, 490).

48 Zit. n. Busch, Lebenslauf, 490.

49 Nach Barth – von Kirschbaum, XXXIII, wird im Abdankungstext zu von Kirschbaums Beerdigung von einer frühen Form eines Gehirnschwundes gesprochen. Vgl. auch: Selinger, v. Kirschbaum – Barth, 14ff.

50 Zit n. Busch, Lebenslauf, 490.

51 Vgl. Renate Köbler, Schattenarbeit. Charlotte von Kirschbaum – Die Theologin an der Seite Karl Barths, Pahl-Rugenstein, Köln (1987), 75f.

52 Zit. n. Köbler, Schattenarbeit, 76.

53 Zit. n. Barth – von Kirschbaum, XX-XXIII. Der französisch verfasste Brief wurde für den Briefband von Marie-Claire Barth übersetzt.

54 A.a.O., XXIIf.

55 A.a.O., XXI.

56 Karl Barth, Kurze Erklärung des Römerbriefes, Siebenstern Taschenbuch Verlag Hamburg (1956), hier 2. Aufl. (1972), 78f.

57 Vgl. dazu Martin Luther. Ausgewählte Schriften, hrsg. von Karin Bornkamm und Gerhard Ebeling. Dritter Band (Auseinandersetzung mit der römischen Kirche). Vom ehelichen Leben (1522), insbesondere 179-185.

58 Barth – Thurneysen, 923.

59 Vgl. Barth, Kurze Erklärung, 76.


 

Über die Autorin / den Autor:

Dr. Adelheid von Hauff, Jahrgang 1951, Diplom in Erziehungswissenschaft, 2002 Promotion zur Dr. paed. an der PH Heidelberg, seit 2007 Lehrbeauftragte für Evang. Theologie und Religionspädagogik an der PH Heidelberg.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 12/2018

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