Zur theologischen Grundlegung der häuslichen Feier des Weihnachtsfestes
»Santa Claus is coming to town«

Von: Gunter Zimmermann
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Die häusliche Feier des Weihnachtsfestes, wie wir sie kennen, ist ein recht junger Brauch. Gunter Zimmermann zeigt in seinem Aufsatz, wie er in die Struktur der modernen westlichen Familie als christliche Gemeinschaft einzuordnen ist. In drei Schritten wird zunächst die theologische Fundamentalentscheidung erörtert, die dem Weihnachtsfest zugrunde liegt. Danach wird eine der beiden Figuren besprochen, die der kultischen Feier der Familie ihr Gepräge geben, den Gabenbringer. Zum Abschluss wird die Bescherung beleuchtet, die den zentralen Akt der Zeremonie darstellt.


1. Vom vormodernen Hausverband zur bürgerlichen Familie

Religions- und sozialgeschichtlich gesehen ist die Entstehung der modernen bürgerlichen Familie als christlicher Gemeinschaft das wichtigste gesellschaftliche Datum in der Entwicklung der westlichen Welt in den letzten beiden Jahrhunderten.1 Vor der Reformation und vor allem vor der Ausbreitung des Puritanismus und verwandter religiöser Strömungen zu Beginn des 17. Jh. war »die Familie«, zu der die Familienangehörigen in unserem heutigen Sinne oft nicht zählten, in erster Linie die zentrale Stätte der wirtschaftlichen Produktion. Über die Zugehörigkeit zur »Familie« entschieden daher nicht die verwandtschaftlichen Beziehungen in unserem heutigen Sinne, sondern die Arbeitsleistung, die das Mitglied eines Haushaltsverbands im Rahmen der »Hauswirtschaft« erfüllte. Ein Knecht, eine Magd, ein Dienstbote zählten nach diesem Verständnis zur »Familie« des »Hausherrn«, nicht aber der Sohn oder die Tochter, die zu anderen »Familien« abgewandert waren und dort lebten, wohnten und arbeiteten.

Die Beziehungen zwischen den einzelnen »Familienmitgliedern« werden unter diesem Gesichtspunkt ausschließlich von der Arbeitsorganisation her bestimmt. Auf dem Lande, auf dem in der frühen Neuzeit schätzungsweise 80% aller Menschen in Europa lebten, werden nicht nur Kinder, Knechte und Mägde, sondern auch die Bäuerin selbst vornehmlich als Betriebsangehörige betrachtet. Zum »Hausvater« steht die »Hausmutter« auf keinen Fall im Status der Gleichberechtigung und sogar nur bedingt in einem ausgewogenen Verhältnis der Arbeitsteilung. Vielmehr lebt sie schlichtweg im Zustand der Untertänigkeit. Entscheidend ist, dass sie über ihre Rolle im Haus hinaus als zusätzliche Arbeitskraft in Hof und Feld genutzt wird.2


Ökonomische und romantische Auffassungen von »Familie«

Ein so verfasster Hausverband konnte (und wollte) sich weder nach außen abschließen noch ein ausdifferenziertes emotionales und sentimentales Eigenleben führen, das eine gewisse Distanzierung gegenüber der umgebenden Umwelt voraussetzt. Die Verhältnisse führten letzten Endes zu einer »Überlebensgemeinschaft«, in der die Sicherstellung des eigenen Lebensunterhalts das wichtigste Ziel war. Wie bereits angedeutet war die Macht in dieser Organisation sehr unterschiedlich verteilt, der Einzelne als Person, als Individuum, besaß jedoch nur eine eher geringe Bedeutung. Nach Funktionen und damit verbundenen Positionen ist der vor-moderne Hausverband in extremer Weise strukturiert, indem jedem Angehörigen eine eindeutig festgelegte Funktion und damit eindeutig bestimmte Position zugewiesen wurde.3

Das Verständnis der Familie als christlicher Gemeinschaft, in der die gegenseitige Sympathie, mit anderen Worten: die Liebe, das entscheidende Mittel der Integration darstellt, forderte unter diesem Gesichtspunkt bedingungslos die etwas missverständlich gekennzeichnete »Funktionsentlastung«, die Trennung des Erwerbs- und Familienbereichs, die immer mehr nach geradezu gegensätzlich strukturierten Prinzipien organisiert wurden. Die Familie wurde in zunehmendem Maße nach der Französischen Revolution auf eine romantische Harmonie gestimmt, die überall bemerkbar sein sollte. Seelischer und geistiger Gleichklang sollte die Beziehungen zwischen den Eltern selbst, aber auch zwischen den Eltern und den Kindern sowie der Kinder untereinander charakterisieren. Die partnerschaftliche Einstellung zwischen Mann und Frau, die sich auf diese Weise gegenseitig zu beeinflussen hatten, bildete das Ideal der ehelichen Verbindung. Der innerfamiliäre Bereich, der vor allem vor Beginn und nach dem Ende der fest umrissenen Arbeitszeit in Erscheinung trat, wurde ab dem 19. Jh. in einer für frühere Generationen unvorstellbaren Weise emotional und sentimental aufgefüllt. Die Entdeckung und Betonung des Gefühls erstreckte sich aber notwendigerweise nicht nur auf die Eltern, sondern auch auf das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern. Der affektive Individualismus, das Kennzeichen des familienorientierten Lebensstils der modernen westlichen Welt4, sollte alle familiären Beziehungen prägen.

Die Ausgestaltung der binnenfamiliären Lebenswelt nach allen Seiten zeigte sich zwangsläufig in besonderen Riten, in unserer Analyse in der bis dahin unbekannten häuslichen Feier des Weihnachtsfestes. In absolut neuartiger Form wurde es als eine Bescherung für die Kinder arrangiert, motiviert und getragen durch das den familiären Binnenraum begründende innige Gefühl.


2. Eine theologische Fundamentalentscheidung

Der Religionswissenschaftler Heinrich Frick hat in einer phänomenologischen Beschreibung die drei Nächte verglichen, die in den drei großen Weltreligionen jeweils als heilig gelten: die Erleuchtungsnacht des Buddhismus, die »lailat al quadr« des Islam und die Weihnacht des christlichen Glaubens.5 Im Unterschied zu den heiligen Nächten im Buddhismus und Islam bezieht sich die »heilige Nacht« des Christentums nicht auf die Lehre des Heilands, sondern auf seine Person, d.h. auf seinen Eintritt in die Welt. »Weihnachten« (bzw. »Weihnacht«) ist nach christlichem Verständnis die Nacht vor der Menschwerdung des Gottessohns, die Nacht vor dem Tag, an dem der Gottessohn geboren6 wurde.

Allerdings war, abgesehen von allen Diskussionen über das Datum, der Widerstand gegen die Feier der Geburt Jesu sehr stark. Schließlich besteht schon im NT keine Einigkeit darüber, wann der Rabbi Jesus von Nazareth nun eigentlich als Gottessohn »eingesetzt« wurde. Der Gedanke der Institutionalisierung deutet jedoch – für die Feier des häuslichen Weihnachtsfestes nicht unwesentlich – darauf hin, dass der Heiland sich nicht selbst zum Gottessohn erhöht hat, sondern von seinem himmlischen Vater »ernannt« und proklamiert wurde.


Jesus Christus – der Mensch gewordene präexistente Gott

Dogmatisch hat sich letzten Endes aber die von Paulus und dem Evangelisten Johannes entwickelte Konzeption durchgesetzt, dass Jesus Christus au fond der Mensch gewordene prä-existente Gott ist und damit unabhängig von jedem möglichen Zeitpunkt »in Ewigkeit« als Gottessohn inthronisiert wurde. Schon das vorpaulinische Christuslied Phil. 2,6-11 vertritt die Auffassung, dass der Heiland von jeher von göttlicher Gestalt war und damit als dem himmlischen Vater gleich anzusehen ist. Auf diese Weise verbindet der Präexistenz-Gedanke die Einsetzung des Gottessohns am engsten mit dem Wesen des Göttlichen, das nach dieser supra-naturalistischen Vorstellung »jenseits« dieser Welt in einer »anderen Wirklichkeit« beheimatet ist. Dass der Gottessohn nicht dem geschöpflichen Bereich angehöre, sondern gleichen Ranges wie der himmlische Vater sei, ist nach den Beratungen des ersten Konzils von Nizäa als festes Bekenntnis der christlichen Kirche formuliert worden.

Angesichts der dogmatischen Entscheidungen von Nizäa ist es jedoch nicht verwunderlich, dass vor allem dem Ereignis der Menschwerdung7 in der christlichen Kirche eine überaus große Bedeutung zugemessen wurde und weiterhin zugemessen wird. Unter diesem Aspekt ist gerade die Geburt des Gottessohns der »Ort«, der zwischen den beiden Welten »vermittelt«, der gleichzeitig zu »dieser« irdischen und zu »jener« über-irdischen Welt gehört. Denn nach den Prämissen der Präexistenz-Christologie kann es im Leben des Heilands keinen Moment mehr geben, an dem der Mensch Jesus von Nazareth nicht Gottessohn war. Alle anderen Möglichkeiten, die Taufe, die Verklärung, die Auferstehung, scheiden aus, wenn Jesus von Geburt an in jedem Augenblick seines Lebens mit seinem himmlischen Vater verbunden war. In der Geburt wird die Paradoxie des Heilsgeschehens erfasst. Die Menschlichkeit des Gottessohns wird dadurch dokumentiert, dass er an einem auf Jahr8 und Tag festgelegten Datum Mensch wurde und damit aus der übernatürlichen Welt in den Bereich der Natur und Geschichte »herunterstieg«.

In den Auseinandersetzungen zwischen der »nizänischen« Partei und den Gegnern des Nizänums, die das 4. Jh. kennzeichneten, spielte die Feier der Geburt Christi deswegen eine große Rolle. Den Tag der Menschwerdung des göttlichen Logos in besonderer Weise herauszustellen, eignete sich hervorragend zur Abwehr der arianischen und jeder verwandten Häresie. Daher setzte sich das Christfest relativ rasch im Kirchenvolk durch, sogar in den östlichen Kirchen, die bis dahin überwiegend noch den 6. Januar als Tag der Geburt, der Taufe, der Anbetung der Magier und des Weinwunders zu Kana gefeiert hatten. Kaiser Justin II. (565-578) ordnete die Feier von Weihnachten für das Reich allgemeinverbindlich an.9


3. Der Gabenbringer

Bereits im Mittelalter bildeten im Bewusstsein der Christenheit der heilige Nikolaus und das Christkind ein Figurenpaar, das angesichts seiner überragenden Bedeutung für den christlichen Glauben eng zusammengehörte. Die trotz aller Verschiedenartigkeit große Nähe der beiden Gestalten resultierte keineswegs nur aus der Nachbarschaft der Fest-Termine am 6. und am 25. Dezember, die begreiflicherweise die Kombination unterstützte. Vielmehr war sie auch hagiologisch vorgegeben durch das Faktum, dass der (angebliche) Bischof von Myra traditionell als »Hyperhagios« (salopp formuliert: als »Superheiliger«) verehrt wurde. Karl Meisen hat die mannigfachen Formen des Nikolauskultes im Hoch- und Spätmittelalter in der bündigen Feststellung zusammengefasst: »Es hat […], vielleicht mit alleiniger Ausnahme der Gottesmutter Maria, wohl kaum einen beliebteren, ganz sicher aber keinen vielseitigeren Heiligen des christlichen Abendlandes gegeben als Nikolaus.«10


Nikolaus – ein katholisch determinierter Gabenbringer

Auch in der Reformationszeit werden zunächst Christkind und Nikolaus immer wieder im gleichen Atemzug genannt, weil sie als Gestalten der Heilsgeschichte einträchtig nebeneinander gesehen und akzeptiert werden.11 Radikalere Vertreter der reformatorischen Bewegung erließen dagegen nach den Anfangsjahren immer wieder ausdrückliche Verbote der Bescherung durch den heiligen Nikolaus, z.B. in Straßburg 1570 durch Ratsbeschluss.12 Die Auseinandersetzungen über die Funktion des Heiligen hörten auch in den folgenden Generationen nicht auf.13 Allerdings passte in den von der Reformation ergriffenen Gebieten Nord- und Ostdeutschlands, in denen der Bischof von Myra als Hauptperson der Umzüge durch den Heiligen Christ ersetzt wurde, den lutherischen Geistlichen des 16. und 17. Jh. diese Innovation ebenso wenig. Häufig verlangten sie nach Verboten, die die Darstellung des personifizierten Heiligen Christ unterbinden sollten.14 Ungeachtet der engagierten Predigten über Sinn und Unsinn der Heiligenverehrung belebten dagegen seit der Barockzeit in den westlichen und südlichen Regionen Deutschlands Nikolaus und Christkind15 zum ersten Mal die Weihnachtszeit, indem sie an verschiedenen Terminen, aber dennoch gemeinsam ihre Funktionen als populäre Gabenspender erfüllten.16

Mit der Entstehung und allgemeinen Verbreitung der neuartigen häuslichen Feier des Weihnachtsfestes im christlichen Bürgertum des 19. Jh. wurde darüber hinaus eine Brauchtumsgestalt kreiert, der Weihnachtsmann, der au fond nur eine neue Phase in der Entwicklung des Nikolauskultes und -brauchs darstellt.17 Im protestantischen Norden und Osten Deutschlands, in dem die traditionellen Gestaltungen der Weihnacht schon lange den Angriffen lutherischer Geistlicher ausgesetzt waren, löste diese neue Figur den nach evangelischem Verständnis katholisch determinierten Gabenbringer der Weihnachtszeit, den heiligen Nikolaus samt seinen Begleitern, zunehmend ab. Dass das Hauptverbreitungsgebiet der neuen Gestalt in den genannten Regionen lag und liegt, wurde im »Atlas der deutschen Volkskunde« von 1932 noch einmal bestätigt.

Anders als der heilige Nikolaus verkörpert der Weihnachtsmann nicht mehr ein Leitbild, das mehr oder weniger konfessionell geprägt war. Dennoch behielt er wie die ursprüngliche Gestalt des Bischofs von Myra die religiöse und kulturelle Funktion bei, die bis zu diesem Zeitpunkt auch im Norden und Osten Deutschlands der traditionelle Gabenbringer erfüllt hatte. In seiner großzügigen Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit, verbunden mit der Aura des Übernatürlichen und Unwandelbaren, repräsentierte er für die Kinder eine von außen, »vom Himmel hoch« kommende Autorität, die am Weihnachtsabend die Geschenke überbrachte.


Der Schutzpatron von New York

In den Vereinigten Staaten von Amerika kam es zu einer ähnlichen Entwicklung wie in Mitteleuropa, nachdem europäische Einwanderer das Brauchtum um den heiligen Nikolaus über den Atlantik gebracht hatten. Besonders in den niederländischen Kolonien wurde wie in der alten Heimat das »Sinterklaasfeest« gefeiert, zumal Sankt Nikolaus auch der Schutzpatron Nieuw Amsterdams war. Die allgemeine Verbreitung des großen Gabenbringers hat wohl Washington Irving gefördert, der erste amerikanische Schriftsteller, der vom Schreiben leben konnte. Durch die Lektüre seines Spott-Epos »Geschichte der Stadt New York von Anbeginn der Welt bis zum Ende der Holländerherrschaft« wurde aus dem holländischen »Sint Nicolaas« oder »Sinterklaas« der englische »Saint Nicholas«, »Santa Claus« oder einfach »Santa«.

Eine große Rolle in dem Prozess der Umbildung und Verschmelzung europäischer Vorbilder spielte das im Jahre 1823 anonym publizierte Gedicht »A Visit from St. Nicholas«, volkstümlich nach der ersten Zeile bekannt als »The Night before Christmas«. Das Poem, das relativ schnell große Popularität erlangte, vereinheitlichte die bis dahin sehr divergierenden Auffassungen über den Gabenspender der Weihnachtszeit in den Vereinigten Staaten. Auf das Gedicht geht der Mythos des Weihnachtsmanns zurück, der mit einem von Rentieren gezogenen Schlitten durch die Luft reist, nachts durch den Kamin in die Häuser steigt und dort die Geschenke verteilt, Motive, die sich bereits in der Satire Washington Irvings finden.18


Ein Gott des Wohlwollens und der Großzügigkeit

Nach Claude Lévi-Strauss gehört der übernatürliche Gabenbringer – Lévi-Strauss beschäftigt sich allein mit dem Weihnachtsmann, aber seine Überlegungen beziehen sich ebenso auf den heiligen Nikolaus und das Christkind –, ewig in seine Form gebannt und durch seine periodische Wiederkehr definiert, in die Familie der Götter.19 Er ist seiner Ansicht nach die Gottheit der modernen westlichen Gesellschaft, um die sich unbestreitbar ein großer Kult und eine allgemeine, weltweite Verehrung entfaltet haben. Der einzige Unterschied zwischen dem Weihnachtsmann und einem »wirklichen« Gott besteht allein darin, dass die Erwachsenen im Unterschied zu den Kindern nicht an ihn »glauben«, eine Einschränkung, die der Ethnologe jedoch später selbst wieder in Frage stellt.20 Nur auf den ersten Blick paradoxerweise ermuntern daher nach ihm die Erwachsenen ihre Nachkommen zum »Glauben« an den Weihnachtsmann, indem sie ihn durch eine Vielzahl von Mystifikationen am Leben erhalten.

Unter diesem Gesichtspunkt markiert der Weihnachtsmann (einschließlich des heiligen Nikolaus’ und des Christkinds) den Statusunterschied zwischen den Kindern einerseits und den Jugendlichen und Erwachsenen andererseits, der für jede Gesellschaft notwendig ist. Deswegen ist er auch verknüpft mit dem umfassenden Komplex von Vorstellungen und Praktiken, die in der Wissenschaft als »Übergangs«- bzw. »Initiations-Riten« gekennzeichnet werden.21

Frappierend ist in dieser Perspektive die Ähnlichkeit zwischen dem Weihnachtsmann und den Kachinas der Hopi-Indianer, die Levi-Strauss besonders hervorhebt. Die kostümierten und maskierten Personen, die bei den großen religiösen Zeremonien der Hopi auftreten, verkörpern wie Weihnachtsmann, heiliger Nikolaus und Christkind Gabenbringer und Wohltäter. Periodisch kehren sie zurück und besuchen ihr Dorf, um dort öffentlich zu tanzen und die Kinder zu belohnen oder zu bestrafen. Wie in der modernen westlichen Welt sorgt man mit vielen Mitteln dafür, dass hinter den traditionellen Verkleidungen nicht die Eltern oder Verwandten erkannt werden. Die romantisierenden Tendenzen, die in der gesamten westlichen Welt zu beobachten sind, machen sich übrigens auch in der Welt der Hopis bemerkbar: Strafende Kachinas werden zunehmend als »unangemessen« angesehen.22

Neben dem Kind steht bei der häuslichen Feier des Weihnachtsfests damit als zweiter »Spieler« der Gabenbringer auf der Bühne, der Weihnachtsmann, der heilige Nikolaus, das Christkind, ein Wesen der außer-irdischen Sphäre, ein Gott, ein Gott der Geschenke und Gaben, ein Gott des Wohlwollens und der Großzügigkeit.


4. Die Bescherung

Die Weihnachtsgeschenke sind bei der häuslichen Feier des Weihnachtsfestes von überragender Bedeutung, nachdem in der Biedermeierzeit der Heilige Abend in den deutschsprachigen Gebieten zum Bescherfest der Kinder und zum Höhepunkt christlich-bürgerlicher Schenk-Kultur wurde. In einer ausführlichen Schweizer Untersuchung zur kindlichen Erfahrung von Religion in rituellen Prozessen, genauer: in Familienritualen, ergab sich als eindeutiges Resultat: Die Gaben unter dem Weihnachtsbaum sind nicht nur ein konstitutives Element der weihnachtlichen Zeremonie, sondern bilden auch den Höhepunkt der Dynamik und die entscheidenden Verknüpfungspunkte der Teilnehmer und der einzelnen Teile des Rituals. Die Geschenke stellen für die Kinder darüber hinaus einerseits das wesentliche Thema der Vorbereitungszeit dar – in Gesprächen darüber, was sie sich wünschen – und werden andererseits als eine auf das Fest zurückweisende Nachbereitung gestaltet durch die Gegenstände, die zum Spielen benutzt werden können. Das Spiel ist dabei diejenige Aktivität, die nach dem »rite de passage« in den Alltag zurückführt. Es gewährleistet die Inkorporation in eine wohl definierte neue Beziehung und repräsentiert gleichzeitig deren öffentliche Beglaubigung.23


Riesiger Zuwachs an Schenk-Vermögen

Die ersten Jahrzehnte des 19. Jh. stellen in diesem Zusammenhang eine Schwelle dar, an der sich die Konturen einer neuen, westlichen, christlich-bürgerlichen Schenk-Kultur abzuzeichnen und durchzusetzen beginnen. In dieser Zeit wurde ein riesiger Zuwachs an Schenk-Vermögen verzeichnet, der am Heiligen Abend hauptsächlich den Kindern christlich-bürgerlicher Eltern zugutekam. Nie zuvor wurde, von Jahr zu Jahr sich mehrend, so viel verschiedenes und neuartiges Spielzeug geschenkt wie im 19. Jh., in dem der Spielzeug-Markt einen regelrechten »Boom« erlebte.

Auch heute bestätigt der beispiellose Aufwand an Mühe, Geld und Zeit, der an Weihnachten ins Spiel gebracht wird, den Ausnahmecharakter dieses periodisch wiederkehrenden Ereignisses. Fülle, Überfluss und Verschwendung garantieren das Festliche des Abends, der auf diese Weise das kollektive Muster unproduktiver Verausgabung exemplifiziert. Das Feierliche und Zeremonielle, die jede Gabe und jedes Geschenk begleiten, bringen an Weihnachten gewissermaßen die Pracht und den Glanz des himmlischen Paradieses in die bürgerlichen Wohnstuben.24

Warum sind es aber anonyme und letzten Endes mythische Gabenbringer, die die Geschenke verteilen? Warum kommen sie aus einer unerreichbaren Ferne, dem Himmel, dem Paradies, dem Nordpol, der Werkstatt des Weihnachtsmanns usw., um periodisch am Heiligen Abend die Kinder zu beglücken? Warum sind es nicht die tatsächlichen Gabenspender, die Eltern oder Großeltern, die bei dieser großartigen, außergewöhnlichen Bescherung in Erscheinung treten?


Geheimnisvolle Geschenke ohne Gegengabe

Ingeborg Weber-Kellermann legt ihrer Antwort eine Theorie des Schenkens zugrunde, nach der es sich beim Schenken primär um einen Akt auf Gegenseitigkeit handelt. Die Normen dieser Handlung, die notwendigerweise im gesellschaftlichen Leben verankert ist, sind rechtlich oder zumindest gewohnheitsrechtlich und sittenmäßig verbrieft. Der Schenkende ist sich einerseits seiner Pflichten gegenüber dem Empfangenden bewusst, andererseits aber auch seiner aus der Schenkung erwachsenden Rechte. Umgekehrt kennt der Nehmende seine Rechte gegenüber dem Gebenden in vollem Umfang, aber auch seine aus der Annahme des Geschenks entstehenden Pflichten. Dieses Wechselspiel trifft ihrer Auffassung nach bei allen Variationen des Schenkens in der westlichen Welt zu, bei denen immer in irgendeinem Sinne das Prinzip des »do ut des« ausschlaggebend ist.25

Bei Wegfall der durch Regeln bestimmten Äquivalenz zwischen Schenkenden und Empfangenden entstehen jedoch nach der Theorie Weber-Kellermanns auf der Seite des Empfängers Schuldgefühle, die sich nur allzu leicht in ein bedrückendes System von absoluter Unterlegenheit und Ohnmacht fügen. Eine solche Möglichkeit ist nun aber bei dem Austausch zwischen den Generationen an Weihnachten gegeben, bei dem die Erwachsenen nach allen einschlägigen Untersuchungen unverhältnismäßig mehr geben, als sie von ihren Kindern jemals erhalten. Damit ist der in der christlich-bürgerlichen Sphäre vorgezeichnete Rhythmus des Gebens und Nehmens empfindlich gestört, das »Gesetz der Gegenseitigkeit« ist deutlich verletzt.

Um diese peinliche Situation nicht eintreten zu lassen, entlassen sich Eltern und Großeltern für die Weihnachtsgeschenke ihren Kindern gegenüber aus der Verantwortung. Nicht sie sind es, die die Gaben verteilen, sondern geheimnisvolle Gestalten, Götter wie »das Christkind« oder »der Weihnachtsmann«, die mit Sicherheit keine Gegengabe erwarten. Die wachsende Popularität dieser Figuren seit dem Beginn des 19. Jh. bezeugt, dass von dem genannten Zeitpunkt an ein breites Bedürfnis nach derart geheimnisvoll verborgenen, mit märchenhaften Eigenschaften ausgestatteten Wesen der außerirdischen Sphäre bestand. Gegenüber Eltern und Großeltern haben die mythischen Gabenbringer, wie schon erwähnt, einen Vorteil: Niemand kann auf den Gedanken kommen, sie ebenfalls beschenken zu müssen.26


Eine Gemeinschaft ohne Macht und Herrschaft

Warum aber darf die beschriebene peinliche Situation nicht eintreten, warum benützen Eltern und Großelter das Fest nicht, um den Kindern ihre Macht und Überlegenheit zu demonstrieren? Die Antwort liegt erstens in der Struktur der christlich-bürgerlichen Familie, in der der Theorie nach alle Angehörigen, Eltern und Kinder die gleiche Macht besitzen. Wenn mindestens der Theorie nach alle über das gleiche »Vermögen« verfügen, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass in dieser Gemeinschaft Macht nicht eingesetzt werden kann. Die Anwendung von Macht in einer Situation, in der es keinen »Vermögens«-Vorteil gibt, in der die Unterschiede an Macht gering oder nicht-existent sind, ist kontraproduktiv. Konflikte werden in der christlich-bürgerlichen Familie in einer für alle annehmbaren Lösung bewältigt. Der symbolischen Präsentation dieser grundlegenden Struktur dient die häusliche Feier des Weihnachtsfestes. Sie soll das Familienleben vor Augen führen, in dem Macht und Herrschaft keine Rolle spielen. Aus dieser Perspektive ergibt es keinen Sinn, wenn die Eltern und Großeltern am Heiligen Abend als machtvoll Schenkende die Bühne betreten.

Zum Zweiten vertreten daher die mythischen Gabenbringer als personale Substitute die faktische Leerstelle einer herrschaftlichen Gestalt, die in der christlich-bürgerlichen Familie nicht existiert und in der Theorie und wohl auch in der Praxis nicht möglich ist. Die Wesen der außerirdischen Sphäre, die diese imaginäre Instanz der Macht und Autorität mit ihrer identifikatorischen Präsenz erfüllen, besetzen am Heiligen Abend ein charismatisches Vakuum.

Anders ausgedrückt, ist es seit dem Beginn des 19. Jh. notwendig, sich an Weihnachten einen neuen, in der christlich-bürgerlichen Familie bisher eher unbekannten Akteur vorzustellen und in Erscheinung treten zu lassen. Da Eltern und Großeltern nicht über das Privileg verfügen wollen, die Gabenverteilung vorzunehmen, ist hauptsächlich dieser neuen Gestalt das herrschaftliche Recht übertragen worden. Vor allem der Weihnachtsmann, aber auch das Christkind sind Götter, die unabhängig von den tatsächlichen Gabenspendern die Geschenke besitzen, über sie bestimmen und sie großzügig und uneigennützig überbringen. Zum mythischen Vorstellungskreis gehört begreiflicherweise auch, dass die Rechte des Weihnachtsmanns oder des Christkindes für beide keinerlei Verpflichtungen mit sich bringen. Es ist nicht möglich, die »Entscheidungen« der übernatürlichen Gabenbringer in irgendeiner Weise anzufechten.


Mythische Personifikation christlicher Ideale

Das Urteil Weber-Kellermanns, dass sich der Mythos des Weihnachtsmanns (aber auch des Christkinds) tief in die christlich-bürgerliche Familie eingegraben hat, ist berechtigt. Eine überhöhte Autoritätsfigur, die gütig »von oben, vom Himmel hoch« Freude bereitet, damit aber keine Forderungen verbindet, entspricht in jeder Hinsicht den Idealen des christlich-bürgerlichen Westens.27

In einem legendären offenen Brief schrieb deshalb Francis Pharcellus Church, ein erfahrener Kolumnist, der durch seine Reportagen über die Gräuel des amerikanischen Bürgerkriegs bekannt geworden war, im Jahre 1897 in der Zeitung »New York Sun« an eine achtjährige Leserin: »Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos, wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben.«28

Die mythischen Gabenbringer stellen in einer idealen Weise, um den Gedankengang zusammenzufassen, die schlechthinnige Überlegenheit, die ontologische Fundierung und die existentielle Relevanz von Liebe, Großzügigkeit und Zuneigung dar. Am Heiligen Abend dokumentieren sie, was nach der Überzeugung des modernen Westens dem menschlichen Leben sein letztes und entscheidendes Ziel gibt.

Schließlich sind zum Dritten Liebe, Großzügigkeit und Zuneigung die Regeln und Normen, die das Zusammenleben in der christlich-bürgerlichen Familie und möglicherweise darüber hinaus bestimmen und prägen sollen. Daher ist es wünschenswert, dass auch die Kinder lernen, ihr Verhalten an diesem Kanon zu orientieren und auszurichten. Die Teilnahme der Kinder am Heiligen Abend hat daher unter anderem auch die symbolische und soziale Bedeutung, sie auf ihre Aufgaben als Erwachsene, als Eltern eigener Kinder vorzubereiten. Diese Initiation ist in diesem Kontext der Mittelpunkt des Ritus, der die Kinder in die Lebenssphäre der christlich-bürgerlichen Familie einführen soll. Der symbolische Übergang vom Tod zum Leben wird repräsentiert durch die dunkle Stube, die durch den kerzengeschmückten Weihnachtsbaum erhellt wird. Wiederum ist es aber der Gabenbringer, der durch die Geschenke den Gegensatz von Dunkelheit und Licht, Tod und Leben betont und verdeutlicht.

Die Bescherung ist die konkrete Form, in der das »Fest der Liebe« zur Geltung gebracht wird. Die den Gaben innewohnende Liebe geht dem Ereignis aber nicht nur voraus, sie ermöglicht es überhaupt erst. Sie ist, im Christkind oder im Weihnachtsmann verkörpert, in jedem Augenblick der häuslichen Feier des Weihnachtsfestes präsent.


Anmerkungen:

1 Vgl. Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800-1866. Bürgerwelt und starker Staat, 3., überarb. Aufl., München 1985, 128f.

2 Vgl. Ernst Hinrichs, Einführung in die Geschichte der frühen Neuzeit, München 1980, 38f.

3 Vgl. Johann August Schülein, Die Geburt der Eltern. Über die Entstehung der modernen Elternposition und den Prozess ihrer Aneignung und Vermittlung, Opladen 1990, 40.

4 Vgl. Lawrence Stone, The Family, Sex and Marriage. In England 1500-1800, London 1979, 4 und 221-229.

5 Vgl. Heinrich Frick, Vergleichende Religionswissenschaft, Berlin und Leipzig 1928, 68-70.

6 Die Geburt des Jesus von Nazareth wurde allerdings bekanntlich erst im 4. Jh. n.Chr. auf den 25. Dezember gelegt, wobei dieses Datum bis heute mit anderen in Konkurrenz steht, z.B. mit dem 6. Januar, der in der armenischen Kirche weiterhin als »Geburtstag« des Gottessohns gefeiert wird. Das früheste Zeugnis für die Feier des Christfestes am 25. Dezember ist in Rom auf das Jahr 336 zu datieren. Von Rom aus hat sich die Tradition in der westlichen, später auch mit Modifikationen in der östlichen Christenheit verbreitet.

7 Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang die summarische Bemerkung: »Ein aufmerksamer Blick auf die ersten Jahrhunderte wird die gewiss überraschende Einsicht erbringen, dass – mehr noch als Tod und Auferstehung – die Menschwerdung Christi im Mittelpunkt des Interesses stand« (Lothar Zenetti, Das Jesuskind. Verehrung und Darstellung, München 1987, 21).

8 Allerdings beruht auch die Festlegung der Geburt auf den 25. Dezember 753 ab urbe condita auf einer nachträglichen Berechnung aus dem 6. Jh., die auf spekulativen Annahmen aufbaute. Der Gedanke, die gesamte neue Zeitrechnung an diesem Tag beginnen zu lassen, stieß jedoch auf unüberwindbaren Widerstand. Sie scheiterte an der festverwurzelten Überzeugung, dass ein neues Jahr am 1. Januar beginnen müsse.

9 Vgl. Ingeborg Weber-Kellermann, Das Weihnachtsfest. Eine Kultur- und Sozialgeschichte der Weihnachtszeit, Luzern und Frankfurt/M. 1978, 12.

10 Karl Meisen, Nikolauskult und Nikolausbrauch im Abendlande. Eine kulturgeographisch-volkskundliche Untersuchung, unv. Nachdr. der 1. Aufl. 1931, hg. v. Mathias Zender und Franz-Josef Heyen, Düsseldorf 1981, 388. – In der orthodoxen Kirche ist Nikolaus neben Maria ebenfalls der meistverehrte Heilige.

11 Die Legende, dass Martin Luther den populären (katholischen) Heiligen mit seinem Kultbereich zurückdrängen und durch den »Heiligen Christ« zu ersetzen suchte, geht auf einen einzigen Beleg zurück, eine Frage des Reformators an sein Töchterlein Magdalena im Jahre 1530 (oder 1531). Die eher unschuldige Bemerkung: »Lenichen, was wird der heilige Christ bescheren?«, kann begreiflicherweise die gesamte Konstruktion nicht tragen, die sich auf dieser Frage aufgebaut hat. In der Folgezeit hat der Reformator in mehreren Aussagen an Sankt Nikolaus als Gabenbringer festgehalten, vgl. Werner Mezger, Sankt Nikolaus. Zwischen Kult und Klamauk. Zur Entstehung, Entwicklung und Veränderung der Brauchformen um einen populären Heiligen, Ostfildern 1993, 140f.

12 Vgl. a.a.O., 141.

13 Vgl. a.a.O., 170-172. – Mit diesen Auseinandersetzungen ist zweifellos verbunden, dass sich im volkstümlichen Brauchtum der Termin der Bescherung vom Nikolaustag auf das Geburtsfest Christi bzw. auf Weihnachten verschob, vgl. Karl Meisen (wie Anm. 10), 483.

14 Vgl. Ingeborg Weber-Kellermann (wie Anm. 9), 64.

15 Das neugeborene Jesuskind und das Gaben bringende Christkind, das in aller Regel durch eine engelhafte Gestalt, ein weiß gekleidetes Mädchen mit offenem Haar, repräsentiert wird, sind offenkundig nicht miteinander identisch.

16 Vgl. Werner Mezger (wie Anm. 11), 142.

17 Vgl. Karl Meisen (wie Anm. 10), 472. – In den ersten Jahrzehnten des 19. Jh. wurde der Begriff »Weihnachtsmann« als ein Sammelbegriff für eine Vielfalt von populären männlichen Schenkfiguren der Weihnachtszeit gebraucht, die sich aus lokalen Varianten des Nikolauskultes und -brauchs gebildet hatten, vgl. Martina Eberspächer, Der Weihnachtsmann. Zur Entstehung einer Bildtradition in Aufklärung und Romantik, Stuttgart 2002, 10.

18 Vgl. Thomas Hauschild, Weihnachtsmann. Die wahre Geschichte, Frankfurt/M. 2012, 52-54.

19 Dass es sich beim Weihnachtsmann um einen Gott handelt, genauer gesagt um einen Gaben- und Winter-Gott, betont auch Thomas Hauschild, vgl. a.a.O, 33 u.ö.

20 »Schlummert tief in uns nicht noch immer der Wunsch, ein klein wenig an eine Großzügigkeit ohne Kontrolle zu glauben, an eine Liebenswürdigkeit ohne Hintergedanken, an eine kurze Zeitspanne, in der alle Furcht, aller Neid und alle Bitterkeit aufgehoben sind? Zwar können wir die Illusion nicht völlig teilen, doch was unsere Bemühungen rechtfertigt, ist die Tatsache, dass diese lllusion uns, wenn wir sie bei anderen nähren, zumindest die Gelegenheit bietet, uns an der Flamme zu wärmen, die sich in diesen jungen Seelen entzündet hat« (Claude Lévi-Strauss, Der gemarterte Weihnachtsmann, in: Ders., Wir sind alle Kannibalen, Berlin 2014, 39).

21 In diesem Zusammenhang ist an den weit verbreiteten Brauch zu erinnern, dass am Nikolaustag ein Nikolausdarsteller im Bischofsgewand in die Häuser geht, um die Kinder zu examinieren, vgl. etwa Werner Mezger (wie Anm. 11), 41 u.ö.

22 Vgl. Claude Lévi-Strauss (wie Anm. 20), 23-25.

23 Vgl. Kurt Schori, Kinder in Familienritualen. Zur kindlichen Erfahrung von Religion in rituellen Prozessen, Stuttgart 2009, 84.

24 Vgl. Helmuth Berking, Schenken. Zur Anthropologie des Gebens, Frankfurt/M. und New York 1996, 36-38.

25 Vgl. Ingeborg Weber-Kellermann, Die deutsche Familie. Versuch einer Sozialgeschichte, 6. Aufl., Frankfurt/M. 1981, 234f.

26 Vgl. a.a.O., 240.

27 Vgl. a.a.O., 240.

28 Vgl. Thomas Hauschild (wie Anm. 18), 162.

 

Über die Autorin / den Autor:

PD Pfarrer Dr. Gunter Zimmermann, Jahrgang 1944, früher Lehrer für Evang. Religion und Geschichte/Gemeinschaftskunde in Mannheim, seit 2008 im Ruhestand, Dozent für Neuere Geschichte an der Universität Mannheim.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 12/2018

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