Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg, Teil I: Kriegsbeginn und Reaktionen
»Nicht mehr steigerbarer Wahnsinn«

Von: Ulrich Tietze
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Vor 100 Jahren endete der Wahnsinn des Ersten Weltkriegs – um kaum 20 Jahre später einem neuerlichen Kriegswahnsinn Raum zu geben. In einem dreiteiligen Beitrag legt Ulrich Tietze die Gründe für das Verhalten der Kirchen im Ersten Weltkrieg und für ihre Rolle in der ersten deutschen Demokratie dar, und zwar in bewusster Verbindung mit dem, was Schriftsteller zum Thema »Krieg« von sich gaben – in den Jahren 1914-1918 und in den Jahren der Weimarer Republik.

Schnipsel
Jede Glorifizierung eines Menschen,
der im Kriege getötet worden ist,
bedeutet drei Tote im nächsten Krieg.
1


Eine persönliche Erinnerung als Impuls für eine Frage

Als ich etwa 16 Jahre alt war, las ich Erich Maria Remarques berühmtes Buch »Im Westen nichts Neues« – und begann mich mit der Frage nach dem Krieg, seinen Ursachen und Auswirkungen zu beschäftigen. Wenig später sah ich die Verfilmung von 1930; sie endet mit dem Tod der zentralen Gestalt: Paul Bäumer, der gegen Ende des Krieges längst an dessen Sinn zweifelt, beobachtet einen Schmetterling und wird in dieser scheinbaren Idylle von einem französischen Scharfschützen erschossen. Mich traf insbesondere diese Szene tief, und ich suchte mit meinem Vater (Jahrgang 1912) das Gespräch darüber.

Mein Vater war Zeit seines Lebens ebenso eifriger Vertreter militärischer Ideale wie ausgeprägter Individualist, ein Mensch mit sehr viel Eigensinn. Er verstand sehr gut, dass die Zerstörung der Schönheit allen Lebens im Krieg mich ratlos machte und kritisch werden ließ. Aber er sagte – sinngemäß – auf meine Frage, warum es diesen Krieg und so viele andere gegeben habe: »Den Sinn des Todes der Soldaten müssen die Oberen beantworten und verantworten. Und sie werden schon wissen, was sie tun.« Dass dieser im besten Sinne des Wortes eigensinnige Mann hier die Verantwortung delegierte, beschäftigt mich bis heute. In seiner Person, einem Menschen mit Weltoffenheit und großer Menschenliebe, scheint mir deutlich zu sein: die Forderung nach Gehorsam und somit die Vermittlung des Untertanengeistes zeigte sich hier mit Blick auf das Morden im Krieg.

Mein Vater hatte wohl kaum eine Chance, hier eine andere Position zu vertreten, denn ihm ist nichts anderes beigebracht worden. Aber die Frage bleibt: Dürfen wir Verantwortung so delegieren, wie mein Vater es tat? Ich kann hier, fernab seiner Situation als junger Mensch, freilich nur ein entschiedenes Nein als Antwort geben.

Meine Generation hat keinen Krieg erleben müssen, jedenfalls nicht als unmittelbar Beteiligte. Aber unsere Eltern und Großeltern sind mit dem Krieg – und, direkt oder indirekt, mit der Rolle der Kirchen im Krieg – konfrontiert worden. Die Folgen der beiden Weltkriege spüren wir bis heute.

In dieser dreiteiligen Serie möchte ich – bewusst als Theologe – die doch wohl objektiv erkennbaren Gründe für das Verhalten der Kirchen im Ersten Weltkrieg und für ihre Rolle in der ersten deutschen Demokratie darlegen – und zwar in bewusster Verbindung mit dem, was Schriftsteller zum Thema »Krieg« von sich gaben in den Jahren 1914-1918 und in den Jahren der Weimarer Republik.

Drum exerziert vor alten Generälen
und schmeißt die Beine bis zum Himmelszelt!
Doch dass davon die Welt zusammenfällt,
das könnt ihr eurem Großpapa erzählen.
2
Kaiser Wilhelm II. und die Militarisierung

Historisch dürfte inzwischen unbestritten sein, dass der damalige deutsche Kaiser die Rüstung eifrig vorantrieb. Es bedurfte kaum des Attentats von Sarajewo, um die Kriegspläne Wilhelms II., unter dem das Militär eine enorme Rolle spielte, in die Tat umzusetzen. Seine Erklärung bei Kriegsanbruch lautete: »Ich bin gezwungen, zur Abwehr eines durch nichts gerechtfertigten Angriffs das Schwert zu ziehen … Reinen Gewissens über den Ursprung des Krieges, bin ich der Gerechtigkeit unserer Sache vor Gott gewiss.«3 Es folgte alsbald »ein kaiserlicher Erlass Wilhelms II. vom 5. August 1914, mit dem dieser Tag zum Bet-Tag bestimmt wurde, an dem alle Deutschen Gott anrufen sollten, damit er mit ihnen sei und ihre Waffen segne.«4

Die Inanspruchnahme Gottes für die eigene Sache (keineswegs allein ein deutsches Phänomen!) wurde kirchlich mit größter Selbstverständlichkeit hingenommen.5 Und es ging nicht selten noch darüber hinaus: »Wenn Russland Gott anruft, ist das Gotteslästerung. Wir können es tun.«6 Am Weltkrieg waren nur die anderen schuld, denn: »Wir sind überfallen worden, seit Jahren bereits von allen Seiten planmäßig eingekreist. Die anderen Völker Europas neiden uns nicht nur unseren Lebensraum in Europa, sondern wollen auch jede Ausbreitung in Übersee hindern.«7


Töten als Gottesdienst

Nun war Krieg. Und die Aufgabe des Soldaten wurde ebenso zynisch wie klar so benannt: ihm sei »das kalte Eisen in die Hand gegeben. Er soll es führen ohne Scheu; er soll dem Feinde das Bajonett zwischen die Rippen rennen; er soll sein Gewähr auf ihre Schädel schmettern; das ist seine heilige Pflicht, das ist sein Gottesdienst.«8

Der Theologe Michael Faulhaber äußerte sich im Jahr 1915 so: »Nach meiner Überzeugung wird dieser Feldzug in der Kriegsethik für uns das Schulbeispiel eines gerechten Krieges werden.«9 Und ein anderes Votum lautete: »Es steigert der Krieg den wahren Wert des Menschen, weil er ihm die Gelegenheit bietet, seine besten Kräfte zu entfalten, seine heiligsten Opfer zu bringen, und somit höheres, ewiges Leben zu gewinnen.«10 Ähnlich äußerte sich der Theologe Reinhold Seeberg, ebenfalls 1915 (und somit zu einem Zeitpunkt, als wache Köpfe schon ahnten, dass der Krieg nicht zu gewinnen war!): »Durch den dunklen Sack, der die Lebenssonne umhüllt, brechen doch Lichtstrahlen hindurch; sie künden den Sieg. Und über dem Strom des Blutes schweben selige Geister in lichtem Reigen und singen die gewaltige Melodie vom weltgeschichtlichen Fortschritt …«11 Ähnlich auch Emanuel Hirsch: »Unser Krieg ist unsere Frage an Gott. Darum ist’s ein heiliger Krieg, und heilig sind die Hände und die Herzen derer, die hinausziehen ins Feld zum Blutvergießen.«12


Der Herr Jesus auf dem Schlachtfeld

Neben (später oder schon zu diesem Zeitpunkt) anerkannten Literaten und Schriftstellern – etwa Hermann Hesse (s.u.) – fühlten sich auch weniger Begabte aufgerufen, Verse über das Kriegsgeschehen zu verfassen. Karl Rosner etwa lieferte eine gereimte Legende unter dem Titel »Herr Jesus auf dem Schlachtfeld«, in der Jesus einen deutschen Soldaten findet: »Herr Jesus nahm die welke Hand, / die ruhte in der seinen. / Er dachte: ›Und in deutschem Land / wird eine Mutter weinen …‹ / Und eh Herr Jesus weiterschritt, / hat er zurückgesehen. / Von seinem Mund ein Grüßen glitt: / ›Dich konnte ich verstehen.‹«13

Der Jubel war groß, Warnungen blieben die Ausnahme; auch die Antikriegsliteratur zeigt hier Widersprüche auf. Neben Remarques »Westen« ist wohl eines der bekanntesten deutschsprachigen Antikriegsbücher der Roman »Krieg« von Ludwig Renn.14 Es ist auffällig, welche Kriegs-Euphorie sich hier noch auf den ersten Seiten zeigt: »›Du, Ludwig!‹ Ziesche schob mir grinsend ein Schnapsglas hin. ›Auf den ersten Russen!‹ Ich stieß mit Ziesche an«. »Ein Gefreiter aus dem Hintergrund: ›Wenn nur ein deutscher Landstürmer kommt, laufen sie schon davon!‹«

Der beste jüdische Witz
Ein Jude gerät beim Kriegsausbruch 1914 in der Nähe der russischen Grenze auf ein Gelände, das von einem Posten bewacht wird. Der Posten hebt das Gewehr und schreit: »Halt, oder ich schieße!« Der Jude wischt mit einer ärgerlichen Handbewegung durch die Luft: »Sind Sie meschugge? Tun Sie das Gewehr weg. Sehen Sie denn nicht, dass hier ein Mensch steht?«
15
(Manfred Georg)


Kriegsbegeisterung in der Literatur

Was von Manfred Georg in pointierter Form im letzten Jahr der Weimarer Republik publiziert ist – jüdischer Humor: immer kostbar geblieben! –, hätten die allermeisten Deutschen im August 1914 weder verstanden noch akzeptiert. Die Tatsache, dass im Krieg Menschenleben geopfert werden (in jedem Krieg!), galt innerhalb der Kirchen wie außerhalb als unumstößliches Naturgesetz.

Es ist bekannt, dass der Kriegsausbruch 1914 von den meisten Deutschen bejubelt wurde. Hermann Hesse, im weiteren Verlauf des Ersten Weltkrieges weithin sehr zurückhaltend, dazu im humanitären Einsatz für Kriegsgefangene und -verwundete, verfiel wie andere zunächst auch dem Rausch. Ein Gedicht von ihm zeigt dies wohl besonders; er schrieb schon im Herbst 1914 ein Gedicht unter dem Titel »Der Künstler an die Krieger«, in dem er reimt: »Krieg und Opfer sind mir längst Vertraute, / satter Friede war noch nie mein Ziel, / seit ich meine ersten Träume schaute, / seit der erste Schleier vor mir fiel. / … / Wem das Leben hoch wie euch gebrandet, / dem ist heilig, was der Gott uns gibt – / die ihr draußen in den Schlachten standet, / seid mir Brüder nun und neu geliebt!«16

Auch Jesus wird hier in den Blick genommen; in seinem Gedicht »Heilands Geburtstag« schreibt Hesse Weihnachten 1914: »Diesmal bist du nicht das blonde Kind / in der Krippe mit den süßen Mienen … / Diesmal bist du uns der Mann und Held, / dem der Sieg aus stillen Augen strahlte, / der sein Werk im Kampf mit einer Welt / ruhig mit dem eignen Blut bezahlte«.17

Krieg war ein Naturereignis, so wurde gelehrt. Und der zu seiner Ausführung unvermeidliche blinde Gehorsam war unumstößliche Forderung, immer und überall, lange vor 1914 schon. Ein drastisches Beispiel: »Da hatte beispielsweise in den (18)60er Jahren ein notorisch irrsinniger Hauptmann in Graudenz seiner Landwehrkompanie den Befehl erteilt, mit gepacktem Tornister einen reißenden Fluss zu durchschwimmen. Die ganze Kompanie wäre ertrunken, hätte sie den Befehl ausgeführt. Aber als sich die Soldaten weigerten und den mit gezogenem Säbel auf sie eindringenden Hauptmann entwaffneten, wurde die Kompanie sämtlich ins Zuchthaus gesteckt. Einige waren darin gestorben. Wilhelm I. hatte keinen Mann begnadigt, erst Wilhelm II. holte die letzten aus dem Kerker.«18

Dieser blinde Gehorsam blieb Forderung. Aber es könnte zu kurz greifen, in der Bejahung des Krieges im August 1914 eine reine Gehorsamshaltung zu sehen. Es zeigt sich vielmehr bei manchen (gerade kritischen) Autoren, dass sie zu diesem Zeitpunkt einer Kriegseuphorie erlagen.


Unterwerfung unter die Kriegspläne Wilhelms II.

Für die Theologiegeschichte ist das, was da geschah, in seiner Bedeutung kaum zu überschätzen – siehe etwa das bekannte »Manifest der 93«, das eine vollständige Unterwerfung unter die Kriegspläne Wilhelms II. bedeutete und von vielen namhaften Theologen (u.a. Adolf von Harnack und Adolf Schlatter) und anderen Intellektuellen (u.a. Gerhart Hauptmann und Wilhelm Röntgen) unterschrieben wurde. Was die Theologen betrifft, kommentierte Karl Barth: »Irre geworden an ihrem Ethos, bemerkte ich, dass ich auch ihrer Ethik und Dogmatik, ihrer Bibelauslegung und Geschichtsdarstellung nicht mehr werde folgen können.«19

Was die Theologie angeht, darf hier nichts entschuldigt werden. Aber der Riss, für den vermutlich gerade auch Theologen standen, ging durch die Gesellschaft und mitten durch Personen hindurch. Beispiel Hesse: In seinem Roman »Demian« heißt es (wie mir scheint, nicht ohne Bedauern) in der Einleitung noch, »man schießt denn auch die Menschen, deren jeder ein kostbarer, einmaliger Versuch der Natur ist, zu Mengen tot.«20 Am Ende aber sagt die Titelgestalt zum Erzähler: »Es wird Krieg. … Es wird den Leuten eine Wonne sein, schon jetzt freut sich jeder aufs Losschlagen. So fad ist ihnen das Leben geworden.«21 Da ist dann, fern von allem Bedauern, davon die Rede, »dass Abenteuer und wilde Schicksale uns riefen«22, und »blutiges Werk war nur Ausstrahlung des Innern, der in sich zerspaltenen Seele, welche rasen und töten, vernichten und sterben wollte, um neu geboren werden zu können.«23

Der Wert allen Lebens war plötzlich extrem in Frage gestellt. Das »Ereignis Krieg« überrollte auch diejenigen, die genug kritisches Bewusstsein hätten haben können, um zu warnen. Sozialisten waren an vielen Stellen ebenso unter ihnen wie Kirchenvertreter. Aber viele Sozialisten erkannten nach dem Krieg, welchem Irrtum sie verfallen waren – bei Kirchenvertretern war das sehr selten der Fall.


(Teil II im nächsten Heft)


Anmerkungen:

1 Peter Panter (= Kurt Tucholsky), »Schnipsel«, Weltbühne, Jahrgang 1932, 1. Halbjahr, 937.

2 Erich Kästner, »Denn ihr seid dumm«, Weltbühne, Jahrgang 1932, 2. Halbjahr, 2.8.32, 164. Dieser Vers fehlt, wie andere auch, in der Fassung unter dem Titel »Marschliedchen«, die in Band I E.K. für Erwachsene veröffentlicht ist. Erkannte Kästner später vielleicht, dass ein Teil der Welt, spätestens »einen Krieg später«, durch das Exerzieren und die Folgen doch zusammenfiel? In seiner Kästner-Biographie schreibt Werner Schneyder mit Recht: »Kästners Biographie spielt in einem politischen Szenarium, das einem Moralisten und Satiriker der Teufel aussucht: zwei Weltkriege, von denen ihm schon der erste als nicht mehr steigerbarer Wahnsinn erschien.« Werner Schneyder, Erich Kästner. Ein brauchbarer Autor, München 1982, 13 (Hervorhebung von mir).

3 Karl Hammer, Deutsche Kriegstheologie 1870-1914, München 1974, 41. Hinweis: einen nicht unerheblichen Teil der hier verwendeten Materialien und Quellen habe ich bereits in meinem Aufsatz »Deutsche Kriegstheologie und ihre Satiriker« im Mai 2012 im Deutschen Pfarrerblatt veröffentlicht und übernehme auch manche meiner Darstellungen von dort. Die Zitate und Fakten sind leider nach wie vor gültig.

4 Bernt Engelmann, Wir Untertanen. Ein deutsches Geschichtsbuch, Göttingen 1993, 411.

5 Nach wie vor scheint mir gesichert: Die Rede von Gott im AT wie im NT als »König« hat bis weit ins 20. Jh. dergestalt eine fatale Wirkung hervorgerufen – Demokratie wurde abgelehnt. Hier haben biblische Materialien eine Wirkungsgeschichte, die kaum kritisch genug gesehen werden kann.

6 Der Theologe D.F. Lahusen am 31.7.1914 – also noch vor Kriegsbeginn! – in einem Brief an seinen Sohn; zit. n. Karl Hammer, a.a.O., 37.

7 Karl Hammer, a.a.O., 51.

8 Pfarrer Scheltner, zit. n.: Weimarer Republik (hrsg. vom Kunstamt Kreuzberg, Berlin, und dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Köln), Berlin 1977, 62 (Hervorhebungen im Original gesperrt).

9 Zit. n. Paulus Engelhardt, Die Lehre vom »gerechten Krieg« in der vorreformatorischen und katholischen Tradition. Herkunft – Wandlungen – Krise, in: Der gerechte Krieg, a.a.O., 72-124 (Steinweg), Frankfurt/M. 1980, 125-162 (Zitat: 99).

10 Herbert Koch, Der geopferte Jesus und die christliche Gewalt, Düsseldorf 2009, 121.

11 Karl Hammer, a.a.O., 249. Seeberg überschrieb übrigens einen anderen Aufsatz im Jahre 1915 mit der Formulierung »Das sittliche Recht des Krieges« und nannte ihn ein »unvermeidliches Elementarereignis« (Gerhard Besier, Krieg – Frieden – Abrüstung. Die Haltung der europäischen und amerikanischen Kirchen zur deutschen Kriegsschuld 1914-1933. Ein kirchenhistorischer Beitrag zu Friedensforschung und Friedenserziehung, Göttingen 1982, 31).

12 Herbert Koch, a.a.O., 119. Die Formulierungen Hirschs erinnern an Äußerungen von Kardinal Joachim Meisner in den Jahren 1996 und 1997, in denen es heißt: »Einem Gott lobenden Soldaten kann man guten Gewissens Verantwortung über Leben und Tod anderer übertragen, weil sie bei ihm gleichsam von der Heiligkeit Gottes mit abgesichert sind.« »… in betenden Händen ist die Waffe vor Missbrauch sicher.« Das Lüneburger Kirchenkabarett »Die Talartisten« verwendete in seinem zweiten Programm »Mensch sein klont sich« diese Zitate in der Szene »Zu-Rüstung« mit der Figur »Pastor Bruno Biegsam« – er verabschiedet am Ende der Szene alle Zuhörenden mit dem Satz: »Das Heer sei mit euch!« Bemerkenswert: manche Zuschauer waren über diese Pointe irritierter als über die Meisner-Zitate!

13 Gerhard Besier, a.a.O., 33.

14 Ludwig Renn, Krieg. Roman, Berlin 1979, Zitate: 7f.

15 Weltbühne, Jahrgang 1932, 1. Halbjahr, 348.

16 Hartmut Hoefer, Krieg und Frieden bei Hermann Hesse, in: Carl-Heinrich Boesling u.a. (Hrsg.), Krieg beginnt in den Köpfen. Literatur und politisches Bewusstsein, Göttingen 2011, 33-46 (Zitat: 37f).

17 Zit. n. Michael Hepp, Kurt Tucholsky. Biographische Annäherungen, Reinbek bei Hamburg 1999, 94.

18 Winfried Löschburg, Ohne Glanz und Gloria. Die Geschichte des Hauptmanns von Köpenick, Berlin 1978, 47.

19 Zit. n. Heinz Zahrnt, Die Sache mit Gott. Die protestantische Theologie im 20. Jahrhundert, München 1967, 15.

20 Hermann Hesse, Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend, Berlin 1919, 10.

21 A.a.O., 246.

22 A.a.O., 248.

23 A.a.O., 252. Bemerkenswert: Hesse schreibt in einem Brief 1956 vom »Demian« so, dass er primär denjenigen etwas zu sagen hätte, die »an der unbedingten Autorität von Kirchen und Vaterland … zweifeln«; siehe Hesse, Mein Glaube, Frankfurt/M. 1981, 123.

 

Über den Autor

Pastor Ulrich Tietze, 2002-2013 Gefängnispfarrer an der JVA Hannover, seit 2013 Krankenhausseelsorger; Veröffentlichungen: »Nur die Bösen? Seelsorge im Strafvollzug« (Hrsg.) (2011), »Stille – Weite – Wüste« (2013).

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 9/2018

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