Die Heidelberger Disputation Martin Luthers (1518)
Theologia crucis contra theologiam gloriae

Von: Christian Möller
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Martin Luthers Heidelberger Disputation, die am 26. April 1518 stattfand, schlug im ­Südwesten Deutschlands große Wellen und bereitete die Reformation sowohl im heutigen Baden wie in Württemberg und in der Pfalz vor. Eine Theologie des Kreuzes stellte Luther darin gegen eine Theologie, mit der sich Menschen auf subtile Weise einen Glorienschein zu verschaffen suchen. Christian Möller erinnert an dieses theologisch so wichtige ­Dokument.


1. Wie alles begann

Nachdem die Amtszeit des deutschen Generalvikars der Reformkongregation der Augustinereremiten, Johannes von Staupitz, abgelaufen war, berief er auf den Sonntag Jubilate 1518 ein Generalkapitel des Ordens nach Heidelberg. Alle drei Jahre fanden solche Ordenskapitel statt. Zuletzt fand ein Generalkonvent in Gotha 1515 statt. Nun wählte man als Tagungsort Heidelberg, wohl deshalb, weil Pfalzgraf Wolfgang, der Bruder des Heidelberger Kurfürsten, 1515 zum Rektor der Universität Wittenberg gewählt worden war. Luther hatte auf dem Generalkapitel in Heidelberg zu erscheinen, weil er Distriktsvikar des Ordens für Thüringen und Meißen war.

Nichts war also ungewöhnlich an der Einberufung eines Generalkapitels zum April 1518 nach Heidelberg. Und doch lag über der Vorbereitung dieser Versammlung schon der Schatten des Thesenanschlags, denn Kardinal Albrecht von Mainz und Erzbischof von Magdeburg, dem Luther seine 95 Thesen am 31.10.1517 mit einem Begleitschreiben zuschickte, hatte nichts Eiligeres zu tun, als diese Thesen nach Rom zu schicken und Luther anzuzeigen. Papst Leo X. schrieb daraufhin dem neuen Ordensgeneral der Augustinereremiten, Gabriel Venetus, am 3. Februar 1518 einen Brief, er habe die Aufgabe, Luther wieder auf den rechten Weg der römischen Kirche zurückzurufen: »Bei schneller Erledigung, glaube ich, ist es nicht schwierig, die eben entstandene Flamme zu löschen … Wenn du zögerst, und das Schlechte sich kräftigt, fürchte ich, dass wir nicht imstande sind, gegen den Brand Mittel zu finden.«1

Die Vermutung liegt nahe, dass Johannes von Staupitz als Ordensoberer bereits mit den Löscharbeiten begann, als er Luther darum bat, beim Generalkapitel des Ordens in Heidelberg die Disputation zu leiten und dabei den Streit möglichst wieder zu schlichten, den er mit dem Thesenanschlag vom Zaune gebrochen hatte. Die Dominikaner, zu denen ja auch Tetzel gehörte, war­teten in ihrem Orden nur darauf, dass endlich etwas gegen die Augustiner in Gang ­komme.


2. Wie Luther nach Heidelberg reiste

Mit dem ICE dauert die Reise von Wittenberg nach Heidelberg heute knapp sechs Stunden; damals waren es 12 Tage, vom 9. bis 21.4.1518, über Coburg und Würzburg. Ein Heidelberger Pfarrer hat sich die Mühe gemacht, Luthers Wegreise akribisch nachzuzeichnen2. Luther reiste nicht allein. Er nahm seinen Ordensbruder Leonhard Beier mit, den er als Magister theologiae et philosophiae zum Respondenten für die Disputation gewonnen hatte. Das Kloster gab zur Sicherheit noch einen weiteren Klosterbruder mit, der so etwas wie ein Diener und Beschützer der beiden anderen war. So zogen sie also zu dritt, gingen schweigend hintereinander, wie es die Regel des heiligen Augustinus verlangte: acht, neun, zehn Stunden am Tag, die Kapuzen über den Kopf gezogen, die Hände im schwarzen Habit vergraben. Gepäck hatten die Brüder keines. Am Ledergürtel hing die Wasserflasche, im Beutel lag ein Stück Brot und das Brevier. Fünfmal am Tag wurde gebetet.

Die Reise ging durch den Thüringer Wald und über die Ödnis des Sattelpasses, wo noch Schnee lag. Die Mönche trugen Sandalen. Am 17.4. langten sie endlich in Würzburg an, wo der Bischof sie am gedeckten Tisch empfing und ihnen eine Pause im wohl gemachten Bett bis zum 19.4. ermöglichte. Dann kamen die Brüder aus Erfurt und nahmen die drei Wittenberger Mönche in der Kutsche nach Heidelberg mit.

Am 21. April spät abends rumpelte der Wagen durch das Heidelberger Obertor. Als Luther am nächsten Morgen erwachte, leuchtete ihm der Heidelberger Frühling ins Zimmer. Er war in einer Stadt mit 5500 Einwohnern, zu denen noch 600 Studenten kamen. In der Heiliggeistkirche stand die größte Bibliothek der damaligen Welt, wohl bewacht auf den Emporen der Kirche. Der Pfalzgraf Wolfgang zeigte Luther diese von Schätzen und Reliquien reich gefüllte Kirche und lud ihn abends zum Mahl ins Schloss.

In seinem Bericht aus Heidelberg, den Luther später an den kurfürstlichen Kanzler Spalatin in Wittenberg schrieb, schwärmt er von der Gastlichkeit und der guten Atmosphäre in der Stadt und auf dem Schloss: »Eine treffliche Aufnahme fand ich bei dem erlauchten Fürsten Wolfgang sowie bei Magister Jakob Simler(sc. dem Reisebegleiter des Pfalzgrafen), aber auch bei dem Hofmeister Hazius. Er lud nämlich uns, d.h. den Vater Vikar Staupitz und unsern Freund Lang, nunmehr Distriktsvikar, zu sich ein; wir erfreuten uns miteinander einer freundlichen und angenehmen Unterhaltung, aßen und tranken und besahen endlich alle Kleinodien der pfalzgräflichen Hofkapelle, darauf die Kriegswerkzeuge und endlich alle Schätze dieses königlichen und hochberühmten Hofes … Es hat an nichts gefehlt, was nur zu einer freundlichen Aufnahme hätte dienen können« (WA Br 1, 173)


3. Wie die Disputation verlief

Ehe es zur Disputation am 26. April kam, mussten im Generalkonvent der Augustiner-Eremiten am Tag zuvor noch einige Regularien und Personalfragen geklärt werden, wie z.B. die Verlängerung des Generalvikariates von Johannes Staupitz um drei weitere Jahre, während Luther bei denselben Besprechungen von seinem Amt als Distriktsvikar wegen Überlastung befreit wird. An seiner Stelle wird Johannes Lang aus Erfurt zum neuen Distriktsvikar gewählt.

Diese Besprechungen fanden im Heidelberger Kloster der Augustiner-Eremiten statt. Hier hätte wohl auch die Disputation stattfinden können, wenn es sich nicht herumgesprochen hätte, dass der umstrittene Wittenberger Professor für biblische Theologie den Vorsitz der Disputation übernommen und dafür 28 theologische und 12 philosophische Thesen entworfen und veröffentlicht hat. Es stand zu erwarten, dass er sich in diesem Zusammenhang auch für seine bekannt gewordene Kritik am Ablasshandel rechtfertigen werde. Also stellten die »Senioren« der Universität, d.h. die Senatsmitglieder, den Antrag, die Disputation solle im weitaus größeren Hörsaal der Artistenfakultät stattfinden.

Um den offiziellen Charakter der Disputation als eine universitäre Veranstaltung zu unterstreichen, wurde der Pedell der Universität, Johannes Negelin, beauftragt, mit dem Zepter der Universität, das heute noch vorhanden ist, Luther zu seinem Vorsitz zu geleiten. Der magister theologiae et philosophiae, Leonhard Beier, sollte Luthers Thesen verteidigen. Vermutlich hatte Luther seine Thesen schon im Februar 1518 handschriftlich vorgelegt. Endgültig veröffentlichte er sie vollständig im Jahr 1530 mit einer allgemein gehaltenen Einladung zur Disputation: »Gänzlich mißtrauisch gegen uns selbst nach jenem Rat des (Heiligen) Geistes ›Verlass Dich nicht auf deinen Verstand‹ (Spr 3,5) legen wir Paradoxa vor, damit sichtbar werden möge, ob sie zu Recht oder Unrecht dem göttlichen Paulus, dem erwählten Gefäß und Werkzeug Christi und weiterhin dem heiligen Augustinus, seinem treuesten Ausleger, entnommen sind.« (WA 1, 353,8-14) (Der ganze Wortlaut der Thesen in Lateinisch: WA 1, 353-374; in Deutsch: Mü 1, 131-145.)

»Paradoxa« – das sind zugespitzte Sätze, von denen in der Disputation nur die 28 theologischen Thesen zur Sprache kamen, nicht aber die 12 philosophischen, in denen es um die Rezeption des Aristoteles geht. In den theologischen Thesen geht es um die Frage, ob ein Mensch aus eigenen Kräften Gott gerecht werden und die Gnade Christi erlangen kann. Die Thesen 1-12 klären die äußeren Voraussetzungen dieser Frage im Blick auf das Gesetz und die Werke des Menschen, die Thesen 13-18 die inneren Voraussetzungen im Blick auf den freien Willen des Menschen und sein Vermögen, das zu tun, was in ihm steckt. In These 18 wird ein Zwischenergebnis formuliert: »Es steht also fest, dass ein Mensch alle Hoffnungen auf sich selbst aufgeben muss, um geeignet zu sein, die Gnade Christi zu erlangen.« In den Thesen 19-24 schneidet Luther auch einen Weg zur Gotteserkenntnis ab, der Gott an den sichtbaren Dingen festmacht oder die Befolgung des Gesetzes als einen erfolgreichen Weg zu Gott propagiert. Das sind lauter Wege der Selbsterlösung, die glorios beginnen, aber in einer tödlichen Sackgasse enden.

Gegen die theologia gloriae, einer Theologie der Selbsterlösung voller Selbstruhm, setzt Luther die theologia crucis, die Gottes Wirken in der Verborgenheit von Kreuz und Leiden sucht: »Wer noch nicht durch Kreuz und Leiden zuschanden und zunichte geworden ist, schreibt sich selbst, nicht aber Gott Werke und Weisheit zu und missbraucht auf diese Weise Gottes Gaben und befleckt sie. Wer aber durch Leiden zunichte geworden ist, handelt nicht mehr selbst, sondern weiß, dass Gott in ihm seine Werke tut und alles wirkt.« (probatio zu These 24).

Das führt in These 25 zu dem zweiten Zwischenergebnis: »Nicht, wer viel Werke tut, ist gerecht, sondern wer ohne Werk viel an Christus glaubt.« Nun ist das Werk nicht mehr eine Vorbedingung auf dem Weg zu Gott, sondern es ist eine Frucht des Glaubens an Christus, der alles schon durch sein Kreuz für mein Heil getan hat, so dass ich heilsam davon entlastet bin, mit meinem Werk Heil zu schaffen; vielmehr bin ich heilsam dazu entlastet, das zu tun, was jetzt getan werden will. Luther sagt in seiner paradox zugespitzten Weise: »Das Gesetz sagt: Tue das, und es geschieht doch niemals. Die Gnade sagt: Glaube an den, und schon ist alles getan.« (These 26)

Das ist ein ganz und gar aus der theologia crucis gedachter Satz, denn am Kreuz Christi ist ja alles schon getan, was zu meinem Heil dient. Die letzte und schönste These 28 setzt die kreatorische Kraft der Liebe, wie sie am Kreuz erschienen ist, gegen die Liebe von Menschen, die immer nur im Bereich des ohnehin schon Liebenswerten bleibt: »Die Liebe Gottes schafft ihr Liebenswertes, die Liebe von Menschen wird von Liebenswertem angezogen«. Das führt Luther in der probatio dann so aus: »Die Sünder sind schön, weil sie geliebt werden; sie werden nicht geliebt, weil sie schön sind.«

In den 12 philosophischen Thesen wendet sich Luther gegen die Vermischung eines philosophischen und eines theologischen Menschenbildes. Wer Aristoteles mit seiner Feststellung »Gerecht ist, wer Gerechtes tut« auf das Gottesverhältnis anwendet und auf diese Weise Gott gerecht zu werden versucht, missbraucht ihn, macht aus ihm einen »Narristoteles« und wird mit seinem Menschenbild zum Narren. Ein wahrhaft philosophisches Menschenbild bleibt in den Grenzen dessen, was liebenswert ist und vermag in diesen Grenzen durch freien Willen Gerechtes zu tun. Er dringt aber nicht durch zu jener kreatorischen Kraft von Gottes Liebe, die einen Menschen allererst liebenswert macht, auch wenn er selbst nichts zu leisten vermag.

Die 12 philosophischen Thesen werden aber wird nicht mehr am 26.4.1517 diskutiert, während die 28 theologischen Thesen mitsamt ihren probationes (Verteidigungen) heftig, aber nicht unfreundlich im Hörsaal der Artistenfakultät diskutiert werden. Wovon in der ganzen Disputation eigentümlicherweise gar keine Rede ist: der Streit um den Ablasshandel. Indirekt wurde natürlich deutlich, dass auch dieser Ablasshandel ein Teil jener theologia gloriae ist, die Luther in seinen Thesen angeprangert hat. Die Heidelberger Thesen sind aber viel umfassender und grundsätzlicher.

In dem schon zitierten Brief an Spalatin berichtet Luther von der Disputation: »Die Herren Doktoren haben sowohl meine Disputation bereitwillig zugelassen als auch so maßvoll mit mir gestritten, so dass sie mir aus diesem Grund sehr wertvoll geworden sind. Denn obgleich ihnen die Theologie fremd erschien, kämpften sie nichtsdestoweniger dennoch scharfsinnig und schön gegen sie. Ausgenommen einer, welcher der fünfte und jüngste Doktor war, der das ganze Auditorium zum Lachen brachte, als er sagte: ›Wenn das die Bauern hörten, würden sie euch gewiß mit Steinen bewerfen und umbringen.‹« (WA Br 1, 172)

Insgesamt lehnte die Theologische Fakultät der Universität Heidelberg jedoch Luthers neue Lehre ab, wie auch andere Lehrer der Universität aus anderen Fakultäten nur wenig mit Luthers Thesen anfangen konnten. Umso mehr waren junge Studenten der Artistenfakultät von Luther fasziniert und suchten ihn in seiner Heidelberger Herberge zu weiteren Gesprächen auf. Einer von ihnen, Martin Bucer aus Schlettstadt, berichtet seinem Freund von einem Gespräch mit Luther, und blickt dabei auch noch einmal auf die Disputation zurück: »Wie sehr auch unsere Hauptkämpen sich anstrengten, Luther aus dem Sattel zu heben, so vermochten sie ihm doch nicht einen Finger breit abzugewinnen. Wundersam ist seine Anmut beim Respondieren, unvergleichlich seine Langmut beim Zuhören. Sein Scharfsinn erinnert an die Art des Apostels Paulus. Mit ebenso kurzen wie treffenden, aus dem Vorrat der Heiligen Schrift genommenen Antworten reißt er alle zur Bewunderung hin.

Tags darauf (27. April) hatte ich eine vertraute Unterredung mit ihm unter vier Augen und teilte danach sein bescheidenes, aber mit köstlichen Gesprächen gewürztes Mahl. Was ich auch fragen mochte, alles wußte er mir aufs klarste auseinanderzusetzen. Mit Erasmus stimmt er ganz überein. Er übertrifft ihn aber, insofern er all das, was jener nur andeutet, frei und offen heraus sagt. Oh, könnte ich Dir mehr noch schreiben! Er ist es gewesen, der in Wittenberg der Herrschaft der Scholastik ein Ende gemacht und bewirkt hat, daß dort das Griechische, Hieronymus, Augustin und Paulus öffentlich gelehrt werden.« (WA 9, 161,18-162,8)

So wie mit Bucer stand es auch mit einer weiteren Zahl junger Interessenten, die in Heidelberg für die theologia crucis gewonnen wurden: Johannes Brenz und Erhard Schnepf sowie Billican, Paul Fagius, Martin Frecht, Franciscus Irenicus u.a. Sie breiteten an ihrer Stelle die Reformation weiter aus: Bucer in Straßburg, Schnepf in Bad Wimpfen, Brenz in Hall sowie Billican in der Pfalz, andere im Kraichgau und in Ettlingen. So gewann die Heidelberger Disputation maßgeblichen Einfluss auf die Reformation im Südwesten Deutschlands.

Der junge Pfalzgraf Wolfgang schrieb an Kurfürst Friedrich den Weisen nach Wittenberg: »Er (sc. Luther) hat sich allhier mit seiner Disputation also geschickt gehalten, dass er nit klein Lob Euer Universität (in Wittenberg) gemacht hat.« (B.G. Struve, Pfälzische Kirchenhistorie, Frankfurt/M. 1721, 14)


4. Was die Heidelberger Thesen so aktuell macht

Die Aktualität von Luthers Heidelberger Thesen wird deutlich, wenn man sie als das Manifest einer ebenso kritischen wie kreatorischen Theologie liest. Die Kritik kommt gleich in der ersten Zeile des Vorwortes zur Sprache: »Aufs höchste misstrauisch gegen uns selbst« ist diese Theologie. Sie steckt voller Selbstkritik und beruft sich dafür auf »den Rat des Heiligen Geistes«, wie er sich in dem Wort der Sprüche Salomons (3,5) verdichtet: »Verlass dich nicht auf deinen Verstand«. Mein Verstand bringt nur zusammen, was sich verständig auf den Reim bringen lässt: »Und so schloss er messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf!« Das Dunkle aber, das Perverse, das Hinterhältige und vieles andere darf nicht sein. Und so wird es ausgeblendet, um sich dann aus dem Hinterhalt zu melden, indem es sich in die Abläufe des Verstandes einmischt und sie verdreht. Das ist die Erfahrung, die Paulus mit der strikten Befolgung des Gesetzes gemacht hat, das er doch als gerecht, heilsam und gut bezeichnet (Röm. 7,12). Dennoch muss sich Paulus eingestehen: »Das Gute, das ich will, tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, bewirke ich« (Röm. 7,19). Eben diese Erfahrung, die mit den Kategorien des Verstandes und der Moral nicht zu erfassen ist, nennt Paulus »Sünde«.

An diese Erfahrung knüpft Luther in seiner Heidelberger Disputation an, wenn er in These 16 formuliert: »Der Mensch, der da meint, er wolle dadurch zur Gnade gelangen, dass er tut, soviel ihm möglich ist, häuft Sünde auf Sünde, so dass er doppelt schuldig wird.« Es ist diese These, die Luther genau drei Jahre später in Worms auf dem Reichstag wieder vorgelegt wird, damit er sie widerrufe, weil sie den hellen Zorn der Römischen Kirche hervorrief. Sie traf ins Zentrum des Menschenbildes, das die Römische Kirche bei Aristoteles gelernt hatte: »Gerecht ist, wer gerecht handelt«. Elementarer gesagt: »Du bist, was du tust«. Das brachte die Kirche mit der Gnadenlehre so zusammen: Der Mensch soll tun, was ihm möglich ist, dann wird er Gottes Gnade erlangen. Im Kern ist das bis heute die Überzeugung aller Humanisten, auf edle Weise mit Goethe gesagt: »Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen!« Auf banale und doch höchst wirksame Weise eine Regel im Alltag vieler Menschen: »Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!«

Dagegen machte Luther im Erfurter Kloster die Erfahrung, dass er alles nur Erdenkliche tat, was ihm möglich ist, und dennoch den gnädigen Gott nicht fand, nach dem er suchte. Im Gegenteil, je rigoroser er die klösterliche Disziplin erfüllte, desto ungewisser wurde er, ob Gott wirklich auf seine Seite trat. Die ihn überwältigende Erfahrung der Gnade, die er erst in Wittenberg mit Staupitz’ Hilfe und durch Vertiefung in die Heilige Schrift bei Paulus und in den Schriften Augustins machte, war der reine Geschenkcharakter der Gnade und die Zuwendung des gnädigen Gottes im Anblick des gekreuzigten Christus.

Diese Erfahrung verdichtete sich in der Heidelberger Disputation zu dem Begriff der »Theologie des Kreuzes«, welche »die Dinge so nennt, wie sie wirklich sind«, nämlich Gnade, nichts als Gnade, während der »Theologe der Herrlichkeit« das Schlechte gut und das Gute schlecht nennt, weil er von der Perversion der Sünde geblendet ist, die Gutes meint und Böses bewirkt. Er tut so viel Gutes, wie ihm nur möglich ist, in der leisen oder auch lauten Hoffnung, dadurch die Gnade und das Heil eines angesehenen Menschen zu erlangen. Was er aber in Wahrheit erlangt, ist nur das Ansehen seiner selbst, den Anblick seiner Erfolge, in deren Spiegel er sich selbst anblicken und gefallen kann, um darin ein von sich selbst gefangener Mensch zu werden, ein homo in se incurvatus, wie Luther kurz und knapp den Sünder nennt.

So »häuft er Sünde auf Sünde, so dass er doppelt schuldig wird«, wie Luther es in der für die Römische Kirche so empörenden These 16 nennt. In der Erläuterung dieser These zitiert Luther Jer. 2,13, wo der Prophet das Volk Israel im Namen Gottes anklagt: »Mein Volk tut eine zweifache Sünde: mich, die lebendige Quelle, haben sie verlassen und sich hier und da Brunnen gegraben, die doch kein Wasser halten können«. Das ist eben die doppelte Schuld eines »Theologen der Herrlichkeit«, dass er sich den Blick auf die Gnade des Kreuzes verstellt, indem er sich in seinen Guttaten ein herrliches Denkmal seiner selbst baut, auf das er unentwegt blickt und von sich selbst fasziniert wird.

Demgegenüber lässt sich der »Theologe des Kreuzes« das als Gnade gefallen, was als Heil der Welt und als Vergebung des Gottlosen für ihn am Kreuz vollbracht ist. Sich etwas als Gnade gefallen lassen – das heißt Glauben, und so kommt Gnade auch als Gnade im Leben gratis zur Erscheinung und zur Wirkung. Aus solchem Glauben fließen auch die Werke und werden nun um ihrer selbst willen getan, weil sie jetzt einfach an der Zeit sind, nicht aber, um zu tun, was mir möglich ist, damit Gott das Seine tut. Diese Um-zu-Struktur kehrt sich in eine Weil-Struktur: Weil ich mir Gottes Liebe gefallen lasse, tue ich einfach, was jetzt an der Zeit und notwendig ist.

Luther sagt es am Ende seiner Heidelberger Disputationsthesen viel schöner: »Die Liebe Gottes schafft, was liebenswert ist (amor dei creat suum diligibile)«, d.h. sie macht dich liebenswert, auch wenn du ganz und gar nicht liebenswert bist, weil dich das Leben entstellt hat. Die Liebe von Menschen ist angesichts der Hässlichkeit, Entstelltheit und Minderwertigkeit schon lange am Ende, denn sie entsteht nur an dem, was liebenswert ist: »Amor hominum fit a suo diligibile«.

Man kann diesen Satz (»Die Liebe von Menschen entsteht am Liebenswerten«) als den Radius des Verstandes lesen: Es ist durch und durch verständig, das Liebenswerte als Grund für die Liebe anzusehen. Deshalb suchen wir ja alle nach liebenswerten Menschen, die uns faszinieren. Das ist auch der Grund dafür, dass wir uns selbst so liebenswert wie möglich darzustellen suchen, denn wer möchte nicht geliebt werden. Also gibt es heute mehr Selbstvervollkommnungstechniken denn je, die mich liebenswert machen sollen. Und der Verstand sagt: So ist es! So war es seit Menschengedenken! Was willst du? Geliebt wird, wer liebenswert ist! Oder willst du etwa nicht liebenswert sein?

Luther gibt jedoch zu bedenken: Natürlich will ich auch liebenswert sein, und dennoch bin ich aufs höchste misstrauisch gegen mich selbst und meinen Verstand, denn gerade dort, wo ich mich auf meinen Verstand verlasse, kann ich am meisten verlassen sein. Der Verstand kann von der Sehnsucht des Selbst zu leicht missbraucht oder gar betrogen werden, um jeden Preis liebenswert zu sein und ewig zu bleiben.

Nicht der Verstand an sich wird von Luther kritisiert, sondern nur der Verstand, der seine Grenzen maßlos überschreitet und »Blindekuh« mit sich spielt. Gegen die maßlose Arroganz des Verstandes, der sich rechthaberisch am Leben vergreift und dabei ständig daneben greift, setzt Luther die Demut, dem Urteil der Hörer und Leser zu überlassen, ob er in seinen Thesen mit Paulus und Augustin der Spur einer göttlichen Liebe gefolgt ist, die das wahrhaft Liebenswerte schöpferisch allererst hervorbringt, während das unter Menschen Liebenswerte schon längst in den Niederlagen des Lebens und des Alters verblasst ist.


5. Warum diese Thesen so seelsorglich sind

Der seelsorgliche Charakter von Luthers Heidelberger Thesen liegt auf der Hand und wird auch in der Erläuterung von These 28 angedeutet: »Menschliche Liebe flieht daher die Sünder als Böse, während Christus sagt: ›Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu suchen, sondern Sünder‹ (Mt 9,13). Das aber ist die am Kreuz geborene Liebe des Kreuzes, die sich nicht dorthin wendet, wo sie Gutes findet, um es für ihre eigenen Zwecke zu gebrauchen, sondern dorthin, wo sie den Armen und Bösen Gutes bringen kann.« Das ist Seelsorge im ­Zeichen der theologia crucis.

Eine Seelsorge im Zeichen der theologia gloriae wird das Gute, Heile und Schöne am Menschen beschwören und ein optimistisches Menschenbild mit einem positiven Denken kultivieren. Die Unterscheidung zwischen einer theologia gloriae und einer theologia crucis hat für einen seelsorglichen Umgang mit den Menschen jedoch eminente Konsequenzen.

Eine theologia gloriae wird den Menschen in der Seelsorge religiös überhöhen, indem sie ihm zu verstehen gibt: »Ich bin okay, du bist okay«. Die Liebe Gottes wird verharmlost und dem Menschen seine Sünde verschwiegen. Eben das nannte Luther theologia gloriae. Diese verharmloste Liebe wird in nichts zerrinnen, wenn es hart auf hart kommt. Deshalb glauben ja auch immer weniger Menschen dieser Art von Verkündigung in der Predigt wie in der Seelsorge, weil sie genau spüren, dass ihnen etwas verschwiegen wird, was sie in sich selbst nur zu deutlich spüren. Dagegen wird eine Seelsorge im Zeichen der theologia crucis die Zerrissenheit des Menschen im Licht der Gnade aufdecken und die Sünde im Licht der Vergebung groß machen. Die Liebe Gottes wird angesichts der Not der Liebe umso stärker, weil die Dinge schonungslos beim Namen genannt werden.

Wie solche Seelsorge im Zeichen der theologia crucis praktisch aussehen kann, hat Gerhard Ebeling in seiner Dogmatik des christlichen Glaubens beispielhaft beschrieben: »Da liegt ein Christ, von schwerem Leiden gezeichnet, auf dem Sterbebett, völlig klar darüber, was ihm noch bis zum Letzten an Qualen bevorsteht, mit schonungsloser Gewissenserforschung in Bezug auf den Ertrag seines Lebens, was er gewollt hat und wie wenig davon verwirklicht wurde, ebenso mit rücksichtsloser intellektueller Redlichkeit in Bezug auf das vor ihm liegende Dunkel, in das er bald versinkt, und dennoch mit entschiedenem Ja zu der Grundintention christlichen Glaubens. Er hatte sich schon vor Jahren für diese Situation ein Leitwort gewählt: ›Mach dich auf und werde Licht! Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir‹ (Jes 60,1). Es war bereits eingemeißelt in den von ihm selbst gesetzten Grabstein, der schon seit längerem auf dem Friedhof darauf wartete, seinen Namen und seine Daten aufzunehmen. Doch nun, als der äußerste Ernstfall für dieses Wort gekommen war, wurde fraglich, ob denn überhaupt ein Recht bestehe, sich auf dieses Wort im Sterben zu berufen, es für ihn reden zu lassen, wenn er selbst verstummt sein wird. Sollte es aber doch erlaubt, sogar geboten sein, sich ein solches Wort des Lichtwerdens unter der aufgehenden Herrlichkeit Gottes beim Eintritt in die tiefste Finsternis anzueignen, in welchem Sinne kann dies dann verantwortet werden, ohne dass dadurch bloß das Grab schön übertüncht wird, das innen von Totengebein und lauter Unrat starrt? Das ist die scharf gestellte Frage nach der Wahrheit eschatologischer Herrlichkeit im Zeichen einer theologia crucis, die nichts beschönigt, sondern die Dinge beim Namen nennt.«3


6. Wie ein humanistisches Gespräch mit Luthers theologia crucis scheitert

Der Schriftsteller Friedrich Christian Delius, geb. 1943 als Sohn eines nordhessischen Pfarrers, seit 2011 Büchner-Preisträger, hat das Lutherjahr dazu benutzt, um mit dem Reformator ein kritisches Tischgespräch bei einem Humpen Bier zu führen, charmant und launig im Ton, hart und abrechnend in der Sache: »Warum Luther die Reformation versemmelt hat«4.

Es geht um die Sünde, genauer: um die Erbsünde, noch genauer: um die Theorie der Erbsünde bei Augustin. Delius’ Frage an Luther: »Warum sind Sie dieser elenden Theorie Augustins gefolgt und haben selber die Sünde so zentral in den Mittelpunkt Ihrer Überlegungen gestellt? Hätten Sie nicht die Rede von der Erbsünde in Ihrer Reformation gleich mit abschaffen können?« Daraus folgt dann der Vorwurf: Weil Sie in den Spuren Augustins geblieben sind, haben Sie die ­Reformation »versemmelt«!

Ausführlich schildert Delius, wie die Theorie der Erbsünde durch eine scheinbar falsche Übersetzung von Röm. 5,12 in die Welt gekommen sei; wie sie dann von Augustin gegen den irischen Moralapostel Pelagius, der die Rechtfertigung aus den Werken und der Gnade propagiert hat, hartnäckig verteidigt wurde; wie sie beim römischen Kaiser in ­Ravenna mit einer Bestechung in Gestalt von 80 Araberhengsten durchgesetzt und schließlich beim Papst zum Sieg gebracht worden sei. Luther wird von Delius aufgefordert: »Geben Sie’s zu, es hat auch Ihnen nicht gepasst, dass am Anfang des Christentums die moralische Autonomie des Menschen noch zur ›frohen Botschaft‹ gehört hat. Die augustinische Wende von der frohen Botschaft zur drohenden Botschaft war Ihnen rundum willkommen. Denn ohne die Erbsündenlehre ›funktioniert weder die lutherische noch die römische Erlösungstheorie‹ (Flasch)«5.

Das Merkwürdige an diesem Tischgespräch: Weder Paulus noch Augustin noch Luther kommen mit ihren Glaubenserfahrungen zur Sprache; Erfahrungen, die sie dazu gebracht haben, die Sünde mächtig zu machen, damit die Gnade noch viel mächtiger wird (vgl. Röm. 5,20). Das war ja die Erfahrung des Paulus, dass seine »moralische Autonomie« zusammenbrach, als er der ebenso überwältigenden wie vernichtenden Erscheinung des Auferstandenen vor Damaskus als einer großen Gnade begegnete. Das war auch die überwältigende Erfahrung des Augustin, wie er sie in seinen »Bekenntnissen« beschreibt, dass ein moralisch verpfuschtes Leben durch eine ihn rufende Stimme »tolle et lege« noch einmal neue, gnädige Ausrichtung in der Heiligen Schrift bekam, die nun ein Wegweiser für sein Leben wurde. Das war auch Luthers Erfahrung, dass die verzweifelte Suche nach einem gnädigen Gott zu ihrem glücklichen Ziel kam, als ihm an der Heiligen Schrift aufging, dass der Mensch nur dadurch Gott recht werden kann, weil Gott ihm zuvor in Jesus Christus seine Gerechtigkeit allein aus Gnade offenbart hat. Eine Liebe wandte sich Luther zu, die nicht bloß von Liebenswertem einer »moralischen Autonomie« angezogen wird, sondern den Menschen auch dann und gerade dann liebenswert macht, wenn ihm seine »moralische Autonomie« durch den Schrecken des Lebens zerbrochen ist. Als ihm diese schöpferische Seite an Gottes Gerechtigkeit aufging, so berichtet Luther später, da gingen ihm die Tore des Paradieses auf, und er eilt durch die Heilige Schrift, um zu sehen, ob es sich auch sonst so mit Gottes Eigenschaften verhält: Weisheit Gottes ist diejenige, die weise macht; Treue Gottes ist die, die treu macht; Liebe Gottes ist die, die liebens­wert macht.

Es ist mir schleierhaft, warum sich F.C. Delius den Blick auf diese hellen, glücklichen Erfahrungen des Apostels Paulus, des Kirchenvaters Augustins und des Reformators Martin Luther mit der Gnade verstellt. Ich verstehe nicht, warum er von Anfang an ausschließlich auf das dunkle Wort der Erbsünde starrt, das doch nur die Rückseite jener hellen Erfahrung der Gnade ist. Klar, dass er dann die Sünde oder gar die Erbsünde zum Verschwinden bringen möchte, um die »moralische Autonomie« in humanistischer Manier hochzuhalten! In Wahrheit verkehrt sich Gnade zum moralischen Prinzip, wenn das rettungslose Gefangensein in der Perversion der Sünde als Schatten der Gnade verschwindet – und schon ist alles verloren. Die Humanisten müssen schon in Heidelberg 1518 verkraften, dass in Luthers theologischen Thesen vom freien Willen nur noch ein »leerer Titel« übrig bleibt (vgl. These 13).

Ausgerechnet Eugen Drewermann verteidigte jüngst die Erbsündenlehre sehr scharfsinnig: sie widerspreche »der Ethik ebenso wie der Jurisprudenz zugunsten eines tieferen Verstehens und einer tieferen Güte angesichts der Hilflosigkeit des Menschen in den Abgründen seiner Verlorenheit im Umkreis des Bösen.«6


7. Wie Luther wieder nach Hause kam

Der Weg zurück von Heidelberg nach Wittenberg war kein Fußmarsch mehr, denn Luther wurde in der Kutsche von seinem Erfurter Lehrer Usingen mitgenommen, der seinem Schüler unterwegs noch die Zweifel an dessen Theologie des Kreuzes ausbreitete und dann geduldig zuhörte, was Luther ihm zu entgegnen hatte. In jenem Brief an Spalatin schildert Luther es so: »Ob ich Erfolg hatte, ihn zu überzeugen, weiß ich nicht«, und er fügt den Seufzer hinzu: »Ach, es ist eine so folgenschwere Sache, wenn jemand mit einer schlechten Theologie alt wird.« »Aber die heranwachsende Jugend weiß sich weltenweit von ihnen geschieden. Darum hege ich die unbeschreiblich schöne Hoffnung, dass, wie Christus zu den Heiden ging, als ihn die Juden verstießen, so auch heute seine wahre Theologie, von jenen eingebildeten Alten verstoßen, sich zur Jugend wende.«

In der Tat breitete sich die neue Lehre Luthers im südwestdeutschen Raum überraschend schnell aus und führte etwa in Wimpfen bei Heilbronn, im Kraichgau, in der Pfalz, im Elsass, in Ulm zur baldigen Einführung der Reformation, weil Leute wie Bucer, Brenz, Schnepf oder Billican die Theologie der Selbstherrlichkeit bekämpften und für die Theologie des Kreuzes leidenschaftlich eintraten. Im Grunde war ja schon Luthers Kampf gegen den käuflichen Erwerb des Ablasses ein Jahr zuvor ein Kampf gegen die Selbstherrlichkeit des selbst Erworbenen und für die Demut der Buße, in der Nachfolge Christi das Heil der Gnade aus eigenen Kräften zu erlangen. Wenn davon in Heidelberg nicht mehr explizit die Rede war, so setzte die Heidelberger Disputation von 1518 implizit diesen Kampf viel umfassender auf theologischer Ebene fort. Im Grunde hört dieser Streit nie auf, weil es tausend Weisen gibt, mit denen die Selbstherrlichkeit des Menschen jeweils neu ihr Haupt erhebt, um das Schlechte gut und das Gute schlecht zu nennen. Wer dann ein Theologe des Kreuzes wird, der weiß die Dinge streitbar zu benennen, wie sie wirklich sind: Es ist alles letztlich Gnade, die ich nicht verdient habe, zumal dann, wenn ich nicht mehr liebenswert bin und dennoch geliebt werde.


Anmerkungen:

1 Karl-Heinz zur Mühlen, Die Heidelberger Disputation Martin Luthers vom 26. April 1518, in: Semper Apertus. 600 Jahre Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg 1386-1986, Bd.1, hrsg. von Wilhelm Doerr, Berlin/Heidelberg/New York/Tokio 1985, 188-212 ebd.189f.

2 Harald Pfeiffer, Martin Luthers Reise zur Heidelberger Disputation 1518. Vgl. auch Joachim Conrad, »Luther ist in der Stadt«. Die Heidelberger Disputation und ihre Bedeutung für den südwestdeutschen Raum, in: Bernhard H. Bonkhoff (Hg.), »Die Anfänge der Reformation in der Pfalz«. Beiträge zum 500. Jubiläum des Thesenanschlags, Conte Verlag 2016, 3-40.

3 Gerhard Ebeling, Dogmatik des christlichen Glaubens, Bd. II, Tübingen 1985, 328.

4 Friedrich Christian Delius, Warum Luther die Reformation versemmelt hat«. Eine Streitschrift, Reinbek 2017.

5 Ebd. 23.

6 Publik Forum 13/2017, 18.

Über den Autor

Prof. Dr. Christian Möller, Jahrgang 1940, Prof. für Prakt. Theologie an der Universität Heidelberg, seit 2005 emeritiert; Schwerpunkte in Forschung und Lehre: Gemeindeaufbau, seelsorgerlich predigen, Hymnologie, reformatorische Spiritualität.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 4/2018

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Vorletzter Sonntag des ­Kirchenjahres (Volkstrauertag)
18. November 2018, Offenbarung 2,8-11
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Drittletzter Sonntag des ­Kirchenjahres
11. November 2018, Hiob 14,1-6
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Buß- und Bettag
21. November 2018, Offenbarung 3,14-22
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