11. März 2018, Philipper 1,15-21
Lätare

Von: Gerhard Maier
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Glaube »in Freud und Leid« – und angesichts des Todes

Pastorale Besinnung

Ulrich Wilckens charakterisiert »die Gemeinschaft zwischen dem Apostel und seiner Gemeinde«1 mit Verweis auf 1,5.7f wie folgt: »Der Philipperbrief ist der persönlichste Brief des Paulus. Von Anfang an besteht zu seiner ersten Gemeinde in Europa ein besonders inniges Verhältnis …«. Vielleicht erging es uns mit »unserer« ersten Gemeinde ähnlich. Und jetzt? Steht man als Prediger*in am Anfang in einer konkreten Gemeinde? Oder steht im Laufe von 2018 ein Wechsel an? Wie auch immer: man besinne sich auf seine Herzensregungen bezüglich »seiner« Gemeinde.


Die Perikope2 und das Gottesdienstganze

Fast mitten in der Passionszeit soll mit Phil. 1,15-21 Gottesdienst gefeiert werden. Dies ist im wahrsten Sinne des Wortes ein herausgeschlagenes Stück aus dem größeren Ganzen des ersten Kapitels (wenn nicht sogar des Briefganzen). Leiden und Kampf, Gefangenschaft, Gemeinschaft und – kaum zu erklären – Freude sind die leitenden Stichworte (vgl. 1,4f.7.13f.17f.25ff.29f). Mithilfe der die Predigt vorbereitenden Schriftlesung von 1,1-14 (zumindest einer Auswahl, etwa 1,3f.6.12-14) kann das größere Ganze wenigstens ansatzweise in Erscheinung treten. Man versuche, so viel Phil. als möglich im Gottesdienst zur Sprache zu bringen. Dazu einige Anregungen in diesem Predigtimpuls.


Predigtgedanken

1,2 empfiehlt sich in jedem Falle als Kanzelgruß.

Je nach Predigtintention wird man aus 1,15-26(30) verlesen.

1. Orientiert man sich strenger am Kirchenjahr (Passion, Leiden Jesu und das christliche [Mit-]Leiden), so legt sich eine (Lied-)Predigt mit einem der drei Lieder EG 396 (»Jesu, meine Freude«), 397 (»Herzlich lieb hab ich dich, o Herr«) oder 398 (»In dir ist Freude«) nahe. Dies könnte – je nach den Möglichkeiten vor Ort – kirchenmusikalisch schön vertieft werden.

2. Nicht nur im Blick auf mehrheitlich alte bzw. ältere Gottesdienstbesucher*innen predige man mit 1,18b-26 im Gegenüber zu Paulus bzw. im Gespräch mit dem Apostel über »das eigene Verhältnis zu Tod und Sterben« (141). Der Tod achtet ja nicht aufs Alter; Kinder, Jugendliche, Erwachsene und (ur-)alte Menschen sollten sich deshalb damit auseinandersetzen.


Zur Liturgie

Außer dem bereits Genannten schlage ich vor: EG 764 »Hymnus aus dem Philipperbrief« (evtl. nur bis 2,8). Als Schlusssegen bietet sich an: Phil. 4,23.


Anmerkungen:

1 In: Theologie des Neuen Testaments I,3 (Neukirchen-Vluyn ³2014), 242.

2 Am hilfreichsten waren mir diesmal nicht zuerst die Kommentare zum Phil., sondern die Meditation von Jörg Rothermundt (in: GPM 83/1994, 136-141); bloße Seitenangaben beziehen sich darauf.


Gerhard Maier

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 2/2018

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