Einige Aspekte zu einem differenzierten Umgang mit dem Islam in Deutschland
Begründete »Islamophobie«?

Von: Friedrich Huber
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Unsicherheit, ja Angst hat im Umgang mit dem Islam in Deutschland eher zugenommen. Grund dafür ist einerseits die natürliche Skepsis, die psychologisch in jeder Begegnung mit Fremdem zu finden ist. Auf der anderen Seite aber stehen in sich widersprüchliche Äußerungen des Islams und seiner Anhänger zum Verhältnis der muslimischen Tradition zu den übrigen Religionen sowie zur westlichen Kultur und Zivilisation. Dies macht, wie Friedrich Huber zeigt, einen differenzierten Umgang mit dem Islam in Deutschland erforderlich.


I. Vielfalt

Dass es »den« Islam genauso wenig gibt wie »das« Christentum oder irgendeine andere Religion in dieser Verallgemeinerung, ist eine – vermutlich – von niemandem bestrittene Binsenwahrheit. Wie in anderen Religionen, so haben sich auch im Islam verschiedene Ausprägungen der Lehre, Lebensgestaltung und frömmigkeitlichen Praxis herausgebildet. Unterschiedliche Vorstellungen von der Leitung und der Organisation der muslimischen Gemeinschaft bzw. der muslimischen Gemeinschaften führten zu Streit und oft auch zu kriegerischen Auseinandersetzungen. In der Frage der Aufnahme nicht-islamischen Gedankengutes – z.B. aus der griechischen Philosophie – schieden sich die Geister.

Der Volksislam unterscheidet sich oft wesentlich vom Islam der Gelehrten. In den verschiedenen geographischen und kulturellen Räumen entstanden jeweils eigene Ausformungen des Islam. Man denke nur an den Islam in Java oder in Bosnien oder in Marokko oder in Saudi-Arabien. Aber auch innerhalb der einzelnen Gebiete gab und gibt es eine vielgestaltige Diskussion über den Islam und seine gesellschaftlich-politischen Auswirkungen.1 Allein der schiitische Islam, dem nur etwa 10% der Muslime angehören, hat sich in über 70 Gruppierungen aufgespalten, von denen manche wieder verschwunden sind.2 Und wenn man sich in die Geschichte der islamischen Welt vertieft, dann begegnet neben enger Strenge, die z.B. das Hören von Musik zu den »verbotenen Freuden« zählt, auch großzügige Liberalität, wie sie etwa in den folgenden Versen zum Ausdruck kommt:

Wem Liebe stets die Lebensblätter wendet,
D
er hat nicht einen einz’gen Tag ­verschwendet:
Entweder suchst du Gottes Beifall oder

Den Weinkrug, der dir Wohlbehagen ­spendet.
3
Wo liegt die Grenze, wo das Ziel der ­Zeiten?
Da Wissen und Erfüllen mir entgleiten,
Laßt Frohsinn herrschen! Nichts ersetzt den Wein:
Wein löst die Knoten aller Schwierigkeiten.4

Diese Verse stammen von dem zentralasiatischen Gelehrten und Dichter Omar Khajjam (1048-1131). Er rühmt in seinen Gedichten, den sog. Rubajaat, Vierzeilern, die alle nach einem bestimmten Schema aufgebaut sind, die Liebe und den Wein in den strahlendsten Farben. Allerdings: Ob er seine Gedichte zu Lebzeiten veröffentlicht hat, ist ungewiss. Berühmt war Omar Khajjam als Mathematiker und Astronom. So berechnete er das Jahr auf 11 Stellen hinter dem Komma; es hat ihm zufolge 365,24219858156 Tage.5


Islamische Aufklärung

Dass es im mittelalterlichen Islam eine solche naturwissenschaftliche Gelehrsamkeit gab, ist für viele eine Überraschung. Man spricht sogar von einer »islamischen Aufklärung«, die etwa von 750-1150 n.Chr. blühte, dann allerdings dem Angriff der Orthodoxie erlag. Bezeichnend ist der Titel einer großen Darstellung dieser Zeit in Zentralasien: »Lost Enlightenment.«6

Das Bild einer nicht mehr zu überblickenden Vielfalt bietet der Islam auch in der Gegenwart und auch der Islam in Deutschland. Die Wahrnehmung dieser Vielfalt schützt vor vereinfachenden, vereinheitlichenden Klischees und Vorurteilen. Sie zeigt, dass auch der Islam eine Geschichte hat und Veränderungen durchgemacht hat und wahrscheinlich auch weiterhin durchmachen wird. Angesichts der angedeuteten Vielfalt von religiösem und philosophischem Denken, von religiöser Praxis und Lebensgestaltung und angesichts der vielgestaltigen kulturellen und sozialen Ausprägungen in der islamischen Welt7 erscheint eine undifferenzierte und pauschale »Islamophobie« in der Tat als unverständlich und allenfalls als Ausdruck unreflektierter pauschaler Vorurteile. Vieles, was uns in der islamischen Welt begegnet, erregt nicht Angst, sondern Respekt und Bewunderung.

Angst können allerdings einzelne Aspekte islamischen Denkens und darauf fußender Praxis machen. Dies trifft vor allem zu für den in der islamischen Tradition verankerten Herrschaftsanspruch des Islams und für die im Kampf gegen vermeintliche oder tatsächliche Gegner dieser Herrschaft angewendeten – teilweise gewaltsamen – Mittel.


II. Herrschaftsanspruch

Es ist m.E. wenig überzeugend, wenn auf Verständigung und Dialog bedachte Menschen versichern, Herrschaftsanspruch und Gewaltanwendung hätten mit dem Islam eigentlich gar nichts zu tun, denn dieser sei eine Religion des Friedens, die nur Verständnis, Toleranz und Menschenrechte lehre. Diese Sicht wird nicht nur von Muslimen vertreten. Demgegenüber ist festzuhalten, dass schon der Koran zu einer gewaltsamen Aufrichtung der Herrschaft8 des Islam aufruft.

Es gibt – das darf nicht unerwähnt bleiben – im Koran Texte, aus denen sich ein ausgesprochen friedfertiges und tolerantes Verhalten anderen religiösen Überzeugungen gegenüber ableiten lässt. Ein solcher Text steht etwa in Sure 5,48:

»Für jeden von euch haben Wir eine Richtung und einen Weg festgelegt. Und wenn Gott gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Doch will Er euch prüfen in dem, was Er euch hat zukommen lassen. So eilt zu den guten Dingen um die Wette. Zu Gott werdet ihr allesamt zurückkehren, dann wird Er euch kundtun, worüber ihr uneins waret.«9

Dieser Text kommt dem Ende von Lessings Ringparabel recht nahe, und manche haben vermutet, dass er sie sogar beeinflusst hat.


Kriegerische Texte im Koran

Daneben stehen aber auch Texte, die dazu aufrufen, gegen die Ungläubigen und auch gegen die Buchbesitzer – also Juden und Christen – zu kämpfen, freilich nicht, um sie zum Islam zu bekehren, sondern um die Herrschaft des Islams aufzurichten. Viel zitiert wird in diesem Zusammenhang Sure 9,29:

»Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Gott und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht der Religion der Wahrheit angehören – von denen, denen das Buch zugekommen ist, bis sie von dem, was ihre Hand besitzt, Tribut entrichten als Erniedrigte.« (Übersetzung von Khoury/Abdullah)10

Muhammad Salim Abdullah, ein in Deutschland geborener Muslim, der sowohl die deutsche wie auch die bosnisch-herzegowinische Staatsbürgerschaft hat, lange Zeit Leiter des »Zentralinstituts Islam-Archiv Deutschland« in Soest, kommentiert die kriegerischen Texte im Koran folgendermaßen: »Um es vorweg zu sagen: Die solcherart überlieferten ›Kriegsartikel‹ sind situationsbedingte Anweisungen an die frühislamische Gemeinde, die von ihren Feinden hart bedrängt und verfolgt wurde. Sie beziehen sich auf den Verteidigungskrieg der Gefährten des Propheten Mohammad gegen die heidnische Gesellschaft, die insbesondere von den Koreisch in Mekka repräsentiert wurde. Es handelt sich dabei um den Zeitraum von etwa 622 bis 630 n.Chr.«11

Das schreibt Muhammad Salim Abdullah in einem kleinen Büchlein mit dem Titel »Islam für das Gespräch mit Christen«12. In Sure 9,29 ist von Verteidigung freilich nicht die Rede, sondern von Etablierung von Herrschaft. Es werden auch nicht die mekkanischen Gegner des Propheten als zu Bekämpfende genannt, sondern die »Buchbesitzer«, also Juden und Christen. Gewiss: Die »Buchbesitzer« müssen nicht zum Islam konvertieren. Insofern handelt es sich nicht um eine Aufforderung zur gewaltsamen Verbreitung des Islam, weshalb manche muslimische Autoren die Ansicht vertreten, der Islam rufe zu »Toleranz« auf, ja sogar, er habe den Gedanken »der Toleranz als staatliche Verpflichtung« nach Europa gebracht, was man z.B. an der osmanischen Herrschaft in Ungarn sehen könne.13 Aber wenn auch die »Buchbesitzer« unter den Ungläubigen nicht zum Islam konvertieren müssen, so müssen sie doch die Herrschaft der Muslime durch eine Tributzahlung und andere Einschränkungen anerkennen. Und diese Herrschaft des Islam soll auch mit Gewalt aufgerichtet werden.

Auf der Basis solcher Texte wie Sure 9,29 entstand der Grundsatz: »Der Islam herrscht und wird nicht beherrscht.«14 Und in den Jahrhunderten nach Mohammed – jedenfalls schon von al-Mawardi (974-1058) – wurde die Unterscheidung von »Haus des Islams« und »Haus des Krieges« entwickelt, der – als eine zeitlich begrenzte Möglichkeit – noch das »Haus des Vertrags« zugefügt wurde.


Was meint »dshihad«?

»Haus des Islams« ist der Bereich, in dem der Islam herrscht, aber nicht notwendigerweise alle Bewohner Muslime sind. Koran und Teile der islamischen Tradition rufen dazu auf, den islamischen Herrschaftsbereich auch mit dem Mittel des gewaltsamen Kampfes – des dshihad15 – zu erweitern.

Von muslimischen Autoren wird oft behauptet, dschihad sei mit Gewalt allenfalls am Rande verbunden. So sagt etwa Benjamin Idris, Imam der muslimischen Gemeinde in Penzberg, in einem Büchlein mit dem schönen bayerischen Titel »Grüß Gott, Herr Imam« kurz und bündig: »Der Dschihad im Islam ist ein friedliches Bestreben.«16 Andere – wie z.B. Muhammad Salim Abdullah – unterscheiden zwischen dem »äußersten« dschihad (dem Streben nach charakterlicher Vervollkommnung), dem »großen« dschihad (Verkündigung und Dialog) und dem »kleinen« dschihad (»die Verteidigung der Glaubensfreiheit und das Eintreten für Verfolgte und Unterdrückte mit Waffengewalt.«)17 Die Unterscheidung zwischen »großem« und »kleinem« dschiad begegnet bereits in einem dem Propheten Mohammed zugeschriebenen Ausspruch. Ihm zufolge ist der große dschihad »der Kampf des Gottesdieners gegen seine Leidenschaften.«18

Es ist beruhigend, zu hören, dass dschihad vor allem ein friedliches Bemühen um charakterliche Veredelung sei. Und ich habe keinen Anlass, zu bezweifeln, dass Muhammad Salim Abdullah, Benjamin Idris und andere auch tatsächlich so denken. Aber man kann doch nicht übersehen, dass ständig von allen möglichen großen und kleinen Gruppen zum dschihad aufgerufen wird, dass dieser durchaus im Sinne von Gewaltanwendung verstanden wird, und dass sich diese Gruppen und Einzelpersonen auf den Koran berufen und auch berufen können. Denn dass dschihad im Koran immer »ein friedliches Bestreben« ist, wie Benjamin Idris sagt, ist schwer einzusehen.19 Da heißt es etwa in ­Sure 3,13:

»Ihr hattet ein Zeichen an zwei Gruppen, welche aufeinandertrafen:
Die eine kämpfte auf dem Wege Gottes, ­ungläubig war die andere.
Sie sahen klaren Blicks jene als doppelt so viele an, wie sie selber waren.
Gott stärkt mit seinem Beistand, wen er will.«
20

Hier ist eindeutig von einem Kampfgeschehen die Rede. Viele Muslime sagen, dies beziehe sich auf eine ganz konkrete Situation des Bedrohtseins und dürfe nicht verallgemeinert werden. Aber es könnte sich natürlich jemand in seiner Religion verunsichert fühlen und sich dann etwa auf Sure 8,39 ­berufen:

»Kämpft gegen sie [die Ungläubigen], bis es keine Versuchung mehr gibt
und der Kult insgesamt dem einen Gott gilt.«
(Übersetzung von H. Bobzin)

Es ist anzunehmen, dass gelehrte deutsche Muslime wissen, dass »sich anstrengen auf dem Weg Gottes« im Koran ein kämpferisches Geschehen meint, manchmal verbunden mit dem Zusatz »töten und getötet werden« (z.B. Sure 9,111). Wenn sie trotzdem den Eindruck zu erwecken versuchen, dschihad habe immer schon ganz überwiegend ein gewaltloses Bemühen um charakterliche Veredelung gemeint, dann wollen sie vermutlich dadurch die Furcht vor dem Islam nehmen. Zugleich wecken sie aber bei vielen das Misstrauen, bei dieser Auslegung liege eine Unwahrhaftigkeit, um nicht zu sagen: eine Täuschung vor. Und das kann weder für den verbalen Dialog noch für Begegnung und Zusammenleben förderlich sein.

Die Frage erhebt sich, ob der in Koran und islamischer Tradition begründete Herrschaftsanspruch des Islams und seine – auch gewaltsame – Durchsetzung auch heute noch vertreten wird.


III. Anzeichen eines Festhaltens am islamischen Herrschaftsanspruch

Es wird häufig versichert, dass die Mehrheit der Muslime heute den Herrschaftsanspruch des Islams nicht mehr vertrete, also nicht mehr durch eine – unter Umständen gewaltsame – Aufrichtung einer an islamischen Grundsätzen orientierten gesellschaftlich-politischen Ordnung die Erweiterung des »Hauses des Islams« anstrebe. In diesem Sinn schreibt z.B. Mathias Rohe, Rechtswissenschaftler in Erlangen und anerkannter Kenner des islamischen Rechtes: »Die klassische Unterscheidung zwischen Haus des Islam und Haus des Krieges wird ganz überwiegend als nicht in Koran oder Sunna angelegte, historisch bedingte, menschengemachte und damit unverbindliche und überholte Lehre angesehen.«21 Nur »einzelne Verwirrte« sprächen sich dafür aus, »das islamisch beherrschte Territorium gewaltsam zu erweitern.«22 Und Alexander Flores erklärt, dass »die große Mehrheit der heutigen Muslime […] den Dschihad friedlich« verstehe.23

In der vom Zentralrat der Muslime in Deutschland, der freilich nur für einen kleinen Teil der islamischen Vereine spricht, im Jahr 2002 veröffentlichenten »Islamischen Charta« wird ausdrücklich festgehalten: »Wir zielen nicht auf die Herstellung eines klerikalen ›Gottesstaates‹ ab.«24 Demnach wäre die Angst vieler Deutscher, es gäbe Muslime, die in Deutschland eine islamische Herrschaft errichten wollten, gegenstandslos.


Islam und Islamismus

Aussagen über die religiös-weltanschauliche Haltung in der gesamten muslimischen Welt sind natürlich mit erheblichen Unsicherheiten belastet und müssen unter großen Vorbehalten stehen. Bassam Tibi hat in vielen Veröffentlichungen die Ansicht vertreten, dass heute »der Fundamentalismus die Hauptströmung im islamisch politischen Denken ist.«25 Dagegen weist Mathias Rohe darauf hin, dass nach einer statistischen Erhebung aus dem Jahr 2007 in der Türkei nur 12% »die Scharia als Grundlage der Gesetzgebung« wünschten.26 Allerdings konstatiert auch er »in manchen Staaten wie Ägypten … eine breite Hinwendung zu traditionalistischen oder islamistischen Richtungen.«27 In Ägypten erreichten »Verfechter einer Islamisierung des Rechts« in der Regierungszeit des Präsidenten Sadat, dass in einer Verfassungsänderung die Scharia als »›die‹ Hauptquelle der Gesetzgebung« genannt wird, während sie vorher als nur als »›eine‹ Hauptquelle« bezeichnet wurde.28 Und – ebenfalls in der Regierungszeit von Sadat – wurde in einem Gesetz einem nicht rückkehrwilligen Apostaten die Todesstrafe angedroht.29

Nach Rohe ist in den meisten Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit der Islam Staatsreligion und die Scharia wird »in unterschiedlicher Intensität als Quelle der Gesetzgebung festgelegt.«30 Selbst in einem Land wie Bosnien, in dem nach allgemeiner Ansicht ein liberaler, toleranter Islam praktiziert wurde und wird, hat der frühere Staatspräsident Alija Izetbegovic31 die Ansicht vertreten, der Islam sei »a conjunction of religion and politics« (30), es bestehe eine »incompatibility of Islam with non-Islamic systems« (30), zur Herbeiführung einer islamisch bestimmten Gesellschaft könne auch Zwang eingesetzt werden, allerdings erst dann, wenn der islamische Bevölkerungsteil »is morally and numerically strong enough to be able to overturn not only the existing non-Islamic government, but also to build up a new Islamic one.« (56)32

Zudem gibt es – auch in der Bundesrepublik – einzelne und Gruppen, die explizit die Schaffung einer islamisch geprägten gesellschaftlichen und politischen Ordnung anstreben. Dazu zählen z.B. Teile der sog. salafistischen Bewegung, die vor allem unter jungen Muslimen und auch Musliminnen in Deutschland zunehmend Anhänger findet.33 Eine islamische Ordnung erstreben sicher auch die ca. 800 jungen Leute, die sich dem »Islamischen Staat« angeschlossen haben, und andere, die sich zu Terrorakten gegen den »ungläubigen Westen« entschlossen haben. Man wird annehmen dürfen, dass hinter ihnen ein Kreis von Sympathisanten steht, deren Zahl jedenfalls mehrere Tausend umfassen dürfte.


Sympathien für eine islamisch-politische Ordnung

Möglicherweise trifft es zu, dass »die Mehrheit« der bei uns lebenden Muslime unsere staatliche und gesellschaftliche Ordnung bejaht. Aber: Was ist »die Mehrheit« von ca. 4 Mio.? Die Annahme ist vermutlich unrealistisch, dass sich hier zwei klar voneinander abgrenzbare Gruppen gegenüberstehen, von denen die eine – weitaus größere – auf dem Boden des Grundgesetzes steht, die andere einen islamisch orientierten Staat möchte. Ist es abwegig, anzunehmen, dass es zwischen den beiden Extremen auch Menschen gibt, die zwar nicht für eine islamische Ordnung kämpfen – weder verbal, noch gewaltsam –, die es aber doch begrüßen würden, wenn sich eine islamische gesellschaftlich-politische Ordnung verwirklichen ließe?

Es gibt auch Stimmen, die ausdrücklich das Ziel der Aufrichtung einer islamischen Herrschaft vertreten. So veröffentlichte das Islamische Zentrum München 1987 die deutsche Übersetzung einer Schrift des führenden Denkers der ägyptischen Muslim-Brüder, Sayyid Qutb, (1906-1966), in der es heißt, jeder einzelne, der ein Muslim sein will, solle sich bewusst sein, »daß er den Islam nur in einer islamischen Umwelt praktizieren kann, die von dieser Religion beherrscht wird.«34 Und in einer ebenfalls vom Islamischen Zentrum München herausgegebenen Übersetzung einer Schrift des Pakistaners Maududi (1903-1979), sagt dieser am Schluss: »Die letzte grundlegende Pflicht ist der Dschihad, das heißt die äußerste Anstrengung, das Wort Gottes zu verbreiten und ihm zum Sieg zu verhelfen sowie alle Hindernisse aus dem Weg des Islam zu entfernen, sei es mit Hilfe der Zunge, der Feder oder des Schwertes.«35

Als im Jahr 2002 der Zentralrat der Muslime in Deutschland die oben genannte Islamische Charta herausgab, meldete sich ein führendes Mitglied des Islamischen Zentrums München, Ahmad van Denffer, zu Wort und distanzierte sich in scharfen Worten von der Erklärung des Zentralrats. Für die Muslime bestehe die Pflicht, »sich nach besten Kräften dafür einzusetzen, diese Gesellschaft in eine islamgemäße umzuwandeln.«36 Besorgniserregend ist es m.E. auch, wenn ein angesehener deutscher Muslim wie Muhammad Salim Abdullah in dem schon erwähnten Büchlein »Islam für das Gespräch mit Christen« schreibt, man müsse bedenken, »daß der Islam ein das ganze Leben des Menschen umfassendes und bestimmendes Gefüge religiöser Traditionen, gesellschaftlicher Ordnungen und politischer Bindungen ist. Der Islam kennt die im Christentum übliche Trennung von ›Kirche und Welt‹ nicht; er ist vielmehr ›din wa dawla‹ – Religion und Lebensordnung.«37


Islam und Säkularismus

Diese Sicht, die doch wohl eine nach islamischen Grundsätzen gestaltete Politik und Gesellschaft einschließt, ist verbreitet und wird vielfach als eine Selbstverständlichkeit betrachtet. Als Gegensatz wird manchmal der »Säkularismus« genannt. So sagt Imam Habib Bewley in einem Artikel in der von dem deutschen Muslim Abubakr Rieger herausgegebenen »Islamischen Zeitung«: »Islam ist eine alles umfassende Lebensweise; mehr als eine individuelle und private Beziehung zum Herrn der Welten. […] Zum sogenannten Säkularismus gehört, dass beide Aspekte des Lebens getrennt wurden. Religion muss demnach auf die Moschee, die Kirche oder den Tempel beschränkt bleiben. Sie darf in der Öffentlichkeit auf keinen Fall ihr Gesicht zeigen. Ihre extremsten Ausformungen zeigt diese Lehre in Frankreich oder in China.«38

Aus solchen Äußerungen kann man natürlich unterschiedliche Folgerungen ziehen. Die Form, wie in Frankreich die Kirchen »ihr Gesicht zeigen« können, scheint offenbar nicht zu genügen. Nachdem sich die Religionen in Frankreich jedenfalls öffentlich äußern und ihre Sicht im Prozess der politischen Meinungsbildung geltend machen dürfen, fordern die angeführten Autoren anscheinend einen bestimmenderen Einfluss des Islams auf Politik und Gesellschaft und kommen damit dem Herrschaftsanspruch des Islams nahe.

Misstrauen wird auch geweckt, wenn eine muslimische Gemeinde in Nürnberg ihre Moschee »Ayub Sultan Moschee« nennt39, oder wenn Vural Öger, der mehrere Jahre für die SPD im Europäischen Parlament war und Träger des Bundesverdienstkreuzes ist, gegenüber einer türkischen Zeitung die Meinung äußert, dass bis zum Ende des 21. Jh. der türkische Bevölkerungsteil in Deutschland in der Mehrheit sein werde, und zwar auf Grund der höheren Geburtenrate in türkischstämmigen Familien (»mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen«).40 Später erklärte Vural Öger, seine Bemerkungen seien ein Witz gewesen.


IV. Beschwichtigende Bestreitung des islamischen Herrschaftsanspruchs

Manche muslimische Autoren, vor allem solche, die in westlichen Ländern leben, erklären die Angst vor einem islamischen Herrschaftsstreben für unbegründet. Hier zeige sich eine krankhafte »Islamophobie«, die ein Zerrbild des Islams entwerfe und auf diese Weise Stimmung gegen Muslime mache, indem sie eine ganze Religion unter »Generalverdacht« stelle. Die Gefahr, dass dies geschieht, ist sicher ernst zu nehmen. Dagegen ist an die oben angedeutete Vielfalt des Islam zu erinnern, die davor bewahrt, jedem Muslim und jeder Muslimin dasselbe Verständnis des Islam und seiner gesellschaftlichen Implikationen zu unterstellen.

Nun argumentieren manche Muslime, in der Absicht, die Angst vor dem Islam zu zerstreuen, selbst mit einem in sich geschlossenen Bild dieser Religion. »Der Islam« – so versichern sie in einer Verallgemeinerung, die nicht-islamischen Autoren kritisch vorgehalten wird – sei eine Religion des Friedens, aus der sich eine demokratische Ordnung und die Einhaltung der Menschenrechte ergebe. Nach Benjamin Idris41 etwa, dem schon erwähnten Imam der muslimischen Gemeinde in Penzberg, begegnen wir im Koran einer »aufgeklärten Stimme« (17). Der Koran propagiert religiösen »Pluralismus« (16) und die Gleichstellung von Mann und Frau (17). Im Koran gibt Gott dem Menschen die Freiheit, seine »Botschaft anzunehmen oder abzulehnen« (19). Die »moralischen Werte des islamischen Glaubens und die europäischen Werte bezüglich Rechtsstaatlichkeit und Demokratie« harmonieren miteinander (40). Die »Trennung von Staat und Kirche« ist »ein islamisches Prinzip« (43). Der Gedanke der Demokratie und eines parlamentarischen Systems ist bereits im Koran vorhanden und muss von den Muslimen nur wiederentdeckt werden (103 u.ö.). Wenn in der islamischen Geschichte die Religion mit der staatlichen Gewalt verbunden wurde, dann »entsprach [dies] byzantinischen Vorbildern und nicht dem islamischen Verständnis« (99).


Beschwichtigender Diskurs

Es kann nicht bestritten werden, dass es in der islamischen Welt seit dem 20. Jh. verbreitet Ansätze säkularen gesellschaftlichen und politischen Denkens gab und gibt. Reinhard Schulze bietet dafür in seinem großen Buch »Geschichte der islamischen Welt«42 eine Fülle von Belegen. Stärker freilich waren – und werden in der Gegenwart zunehmend – die Kräfte, die sich gegen ein derartiges Verständnis des Islams wenden. Das musste etwa der Al-Azhar-Gelehrte Ali ’Abd al-Raziq erfahren. Als er im Jahr 1925 eine Trennung von Islam (als Religion) und Politik forderte, erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Abd al-Raziq verlor sein Amt.43

Was den beschwichtigenden Diskurs, wie er bei Idris und anderen begegnet, verdächtig macht, ist der offensichtliche Widerspruch dieses Islambildes zu Aussagen des Koran und der islamischen Tradition und auch zu den Verhältnissen in den meisten – wenn nicht in allen – Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Wer mit seiner Tradition so umgeht, der kann bei Bedarf auch das Gegenteil aus den heiligen Schriften herauslesen.

Es ist nicht unsere Aufgabe, liberale Muslime in Deutschland auf eine nicht-liberale islamische Tradition festzunageln. Aber ihre Äußerungen müssten erkennen lassen, dass sie sich der gefährlichen, auf islamische Herrschaft abzielenden Ansätze in Koran und Tradition bewusst sind und sich entschieden davon distanzieren. Das würde freilich eine Kritik des Korans einschließen, die – selbst für in Deutschland lebende Muslime – nicht ungefährlich ist. Es gibt Muslime in Deutschland, die sich in dieser Eindeutigkeit ausgesprochen haben. Dazu gehört etwa der Politologe Bassam Tibi, der freilich unter den Muslimen in Deutschland wenig Zustimmung erfahren hat.44 Zeitweise musste er unter Polizeischutz zu den Vorlesungen geleitet werden.


V. Begründete »Islamophobie«?

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass es unbegründet und unstatthaft ist, allen Muslimen gegenüber – ob in mehrheitlich muslimischen Ländern oder in Deutschland – den Verdacht zu hegen, sie wollten die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse im Sinne traditioneller islamischer Vorstellungen verändern. Insofern ist eine undifferenzierte Islamophobie nicht zu rechtfertigen.

Beängstigend allerdings ist, dass es in der islamischen Welt große Gruppen gibt, die eine Etablierung und Ausweitung der islamischen Herrschaft anstreben, teilweise mit gewaltsamen Mitteln. Eine zahlenmäßig schwer bestimmbare Zahl von Muslimen in der Bundesrepublik verfolgt dieses Ziel ebenfalls. Vermutlich ist ihre Zahl klein im Verhältnis der Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Muslime. Aber sie ist doch groß genug, um gesellschaftliche Störungen zu bewirken. Eine »Islamisierung Deutschlands oder Europas« ist wohl nicht zu fürchten. Dafür sind die säkularen Kräfte zu stark. Aber empfindliche Störungen des gesellschaftlichen Lebens sind heute schon sichtbar.

Besorgniserregend ist auch, dass Muslime, die eine Islamisierung ablehnen, derartige Bestrebungen nicht als eine Gefahr darstellen, der zu begegnen ist, sondern als ein Missverständnis: Richtig verstanden – so wird argumentiert – hat der Koran mit solchen Bestrebungen nichts zu tun. Nur missverstanden bietet er eine Basis für das Ziel einer Gestaltung der Gesellschaft im Sinn traditioneller islamischer Vorstellungen. Und nur missverstanden bietet er einen Grund für entsprechende Ängste auf Seiten der Nichtmuslime.


Distanzierung von Koran-Aussagen

Demgegenüber ist festzuhalten, dass sich Muslime, die eine gesellschaftliche und politische Ordnung nach islamischen Grundsätzen anstreben und diese auch mit Gewalt herbeiführen wollen, sehr wohl auf Koran und islamische Tradition berufen können. Um entsprechenden Ängsten auf Seiten der Nichtmuslime zu begegnen, wäre eine explizite Distanzierung von den einschlägigen Passagen des Korans erforderlich, nicht eine Distanzierung, weil der Koran ja angeblich gar keine Ausweitung der islamischen Herrschaft verlangt, sondern eine Distanzierung, obwohl er sie verlangt.

Es erhebt sich freilich die Frage, ob wir ein Recht haben, eine solche Forderung zu erheben. Muslime, die den Koran für die nicht zu hinterfragende Offenbarung Gottes halten und als die Grundlage ihrer Lebensgestaltung – bis hin zu Kleidungsfragen – betrachten, müssten einen für sie wesentlichen Bestandteil ihrer muslimischen Identität aufgeben, wenn sie dem Ansinnen auf Distanzierung von koranischen Aussagen nachkämen. In diesem Sinn hat Mustafa Ceric den Verdacht geäußert, dass im Westen »ein Muslim nur ein guter europäischer Bürger sein kann, wenn er seine muslimische Herkunft verneint«.45 Hier entsteht freilich ein Dilemma: Muslime, die ein derartiges Koran-Verständnis, das man allgemein als »fundamentalistisch« bezeichnet, nicht aufgeben wollen, werden es schwer haben, die Forderung nach Ausweitung der islamischen Herrschaft zu ignorieren. Was wird eine Person, die angebliche koranische Kleidervorschriften für verpflichtend hält, sagen, wenn man ihr zeigt, dass der Koran auch noch ganz andere Forderungen stellt?

Für eine differenzierte »Islamophobie«, die man vielleicht anders bezeichnen sollte, um sie von einer undifferenzierten »Islamophobie« abzugrenzen, besteht also durchaus Anlass. Liberale Muslime müssten für eine derartige Besorgnis nicht nur Verständnis haben, sondern sie eigentlich auch selbst empfinden. Nach Daniel Bax ist dies auch tatsächlich der Fall.46

Mutatis mutendis sollten auch Juden und Christen diese Sorge haben, dass Haltungen an Einfluss gewinnen, die das Gewaltpotential in ihren heiligen Schriften wieder reaktivieren wollen.47 Dass das jederzeit möglich ist, zeigt der im israelischen Parlament erhobene Anspruch: »Das ganze Land gehört uns«, nämlich deshalb, weil es Gott den Israeliten im AT zugesprochen hat. Entsprechend ist auch nicht auszuschließen, dass in Deutschland die Zahl der Muslime, die sich verpflichtet fühlen, den koranischen Herrschaftsanspruch des Islams zu verwirklichen, zunimmt. Dass manchmal die zweite Generation muslimischer Einwanderer, die in Deutschland aufgewachsen ist, für eine solche Haltung anfälliger ist als ihre Väter und Mütter, erhöht den Grund zur Sorge. Das Problem ist, wie man der hier liegenden Gefahr wehren kann, ohne den liberalen Muslimen Unrecht zu tun. M.E. verdienten in diesem Zusammenhang die Vorstellungen des viel gescholtenen Samuel Huntington stärkere Beachtung. Seine Intention ist nicht – wie man ihm häufig unterstellt hat – einen Krieg der »Kulturkreise« (civilizations) als unvermeidbar zu erklären48, sondern nach Voraussetzungen »für Frieden in einer multikurellen, multipolaren Welt« zu fragen.49


Anmerkungen:

1 Einen Eindruck davon vermittelt z.B. R. Schulze: Geschichte der islamischen Welt von 1900 bis zur Gegenwart, München 2006.

2 So A. Falaturi: Artikel »Schiiten«. In: Lexikon der islamischen Welt, Stuttgart – Berlin – Köln 1992 (2. Aufl.), 246-250; dort 247.

3 Omar Chajjam: Wie Wasser im Strom, wie Wüstenwind, Meerbusch 1992, Nr. 42.

4 Omar Chajjam: a.a.O. (Anm. 3), Nr. 107.

5 Vgl. S.F. Starr: Lost Enlightenment. Central Asia's Golden Age from the Arab Conquest to Tamerlane, Princeton – Oxford 2013, 399. Zu Omar Chajjam vgl. auch die romanhafte Darstellung in A. Maalouf: Samarkand, Frankfurt/M. 2016 (3. Aufl.).

6 S.F. Starr: a.a.O. (Anm. 5).

7 Zur Problematik der Bezeichnung »islamische Welt« vgl. die Einleitung zu R. Schulze: (Anm. 1). Es ist natürlich fraglich, ob man von »islamischer Welt« reden kann. Gemeint sind damit die Gebiete, in denen der Islam – in welcher Ausprägung auch immer – die Mehrheitsreligion ist und das gesellschaftliche und politische Leben weithin bestimmt.

8 Die Thematik ist oft besprochen worden und muss deshalb hier nur kurz umrissen werden. Eine knappe, m.E. ausgewogene neuere Behandlung der Fragestellung bietet A. Flores: Islam. Zivilisation oder Barbarei?, Berlin 2015, 185-193.

9 Übersetzung von A.Th. Khoury: Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah, Gütersloh 1987. Ähnliche Aussagen finden sich in anderen Suren, z.B. 2,256; 10,99-100; 11,118 (vgl. aber v. 119); 22,40.69; 109,6.

10 Ähnliche Texte 9,3-12. 73; 66,9; 8,39.

11 M.S. Abdullah: Islam für das Gespräch mit Christen, Gütersloh 1992, S. 117.

12 M.S. Abdullah: a.a.O. (Anm. 11).

13 So z.B. F. Muhic in einem Interview in: Islamische Zeitung 258, Dezember 2016, 2. Die etwas zweifelhafte Argumentation von F. Muhic kommt auch in einem Satz wie dem folgenden zum Ausdruck: »Als Muslime sich in Ungarn ansiedelten, haben sie keine Kirchen zerstört, sie stehen auch heute noch.« Der Autor verschweigt freilich, dass Kirchen – wie z.B. die Mathias-Kirche in Budapest – in Moscheen umgewandelt wurden.

14 Angeblich ein Ausspruch des Propheten, der in der Hadith-Sammlung von Bukhari überliefert wird.

15 Der Einfachheit halber bediene ich mich dieser Umschrift.

16 B. Idris: Grüß Gott, Herr Imam. Eine Religion ist angekommen, München 2010, 103.

17 M.S. Abdullah: a.a.O. (Anm. 11), 125.

18 Zitiert nach A. Flores: a.a.O. (Anm. 8), 188.

19 Vgl. die eingehende Darstellung in T. Nagel: Mohammed. Leben und Legende, München 2008, 383-489; J. van Ess: Dschihad gestern und heute, Berlin – Boston 2012.

20 Übersetzung von H. Bobzin: Der Koran. Neu übertragen von Hartmut Bobzin, München 2010.

21 Vgl. M. Rohe: Das islamische Recht. Geschichte und Gegenwart, München 2009 (2. Aufl.), 258. Rohe verweist auf eine Erklärung der Konferenz »Leiter islamischer Zentren und Imama in Europa« aus dem Jahr 2003, zitiert in M. Rohe: a.a.O., 491, Anm. 324.

22 M. Rohe: a.a.O. (Anm. 21), 259.

23 A. Flores: a.a.O. (Anm. 8), 191.

24 Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.: Islamische Charta. Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft, Berlin 2002, Abschnitt 12.

25 B. Tibi: Der wahre Imam. Der Islam von Mohammed bis zur Gegenwart, München – Zürich 1996, 307.

26 M. Rohe: a.a.O. (Anm. 21), 205.

27 M. Rohe: a.a.O. (Anm. 21), 185.

28 M. Rohe: a.a.O. (Anm. 21), 219.

29 Erwähnt in U. Kienzle: Abschied von 1001 Nacht, Stuttgart 2011, 259/260.

30 M. Rohe: a.a.O. (Anm. 21), 243.

31 Vgl. A. Izetbegovic: The Islamic Declaration. A Programm for the Islamization of Muslims and the Muslim Peoples, Sarajevo 1990; engl. Fassung im Internet unter http://www.scribd.com/doc/13113767/Alija-Izetbegovics-Islamic-Declaration1990. Die Seitenangaben im Text beziehen sich auf die im Internet veröffentlichte Fassung. Zu Izetbegovic vgl. auch: H. Sundhaussen: Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten 1943-2011. Eine ungewöhnliche Geschichte des Gewöhnlichen, Wien – Köln – Weimar 2014 (2. Aufl.), 247-250.

32 Trotzdem bezeichnet selbst ein kritischer Autor wie Bassam Tibi Izetbegovic als »säkularen Muslim«, und betont: »Der bosnische Präsident Izetbegovic ist kein islamischer Fundamentalist.« Vgl. B. Tibi: Im Schatten Allahs, Der Islam und die Menschenrechte, München 1996, 324.

33 Dazu C. Dantschke: Radikalisierung von Jugendlichen durch salafistische Strömungen in Deutschland. In: R. Ceylan/B. Jokisch (Hg.): Salafismus in Deutschland. Entstehung, Radikalisierung und Prävention, Frankfurt/M. 2014, 193-213.

34 Sayyid Qutb: Dieser Glaube. Der Islam, München 1987, 57.

35 Sayyid Abul A’la Maududi: Islamische Lebensweise, München 1989, 124.

36 A. van Denffer in der Zeitschrift al-Islam. Zeitschrift von Muslimen in Deutschland, 2002, Nr. 2, 16; zitiert nach: R. Brunner: Beitrag zur Integration oder Mogelpackung? Die »Islamische Charta« des Zentralrats der Muslime in Deutschland. http://www.gazette.de/Archiv/Gazette-September2002/Brunner04.html. Eingesehen am 13.2.2009.

37 M.S. Abdullah: a.a.O. (Anm. 11), 119/120.

38 H. Bewley: Wie verstehen Muslime Zakat? In: Islamische Zeitung, 256. Ausgabe, Oktober 2016, 4.

39 Die Bedeutung von Ayub Sultan besteht darin, dass er beim ersten – erfolglosen – Versuch der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen starb.

40 Nachweis im Wikipedia-Artikel über Virul Öger. Damit – so meinte Öger – werde endlich verwirklicht, was Suleyman der Prächtige im Jahr 1529 (Belagerung Wiens) angestrebt habe.

41 B Idris: a.a.O. (Anm. 16). Die Seitenangaben im Text beziehen sich auf dieses Buch.

42 R. Schulze: a.a.O. (Anm. 1).

43 Vgl. M. Rohe: a.a.O. (Anm. 21), 247-248.

44 Vgl. z.B. M.W. Hofmann: Reise nach Mekka. Ein Deutscher lebt den Islam, München 1996, 194: »Die für den Religionsfrieden in Deutschland gefährlichsten Angriffe führt allerdings der aus Damaskus stammende Politologe Bassam Tibi (Göttingen), einst Marxist und jetzt, was man ›Kulturmuslim‹ nennen könnte.«

45 Zitiert nach V. Neugebauer: Europa im Islam – Islam in Europa. Islamische Konzepte zur Vereinbarkeit von religiöser und bürgerlicher Zugehörigkeit, Frankfurt/M. 2016, 188.

46 D. Bax: Angst ums Abendland. Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor den Islamfeinden fürchten sollten, Frankfurt/M. 2016 (2. Aufl.), 7.

47 Vgl. dazu J. Assmann: Moses der Ägypter. Entzifferung einer Gedächtnisspur, München 1998; zur Diskussion der Thesen von Jan Assman, Peter Sloterdijk u.a. vgl. R. Schieder (Hg.): Die Gewalt des einen Gottes. Die Monotheismus-Debatte zwischen Jan Assmann, Micha Brumlik, Rolf Schieder, Peter Sloterdijk und anderen, Berlin 2014.

48 So leider auch in lehrerhaft herablassendem Ton Hans Küng: Der Islam. Geschichte, Gegenwart, Zukunft, München – Zürich 2004, 19.

49 S. Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, München – Wien 1996, 522.


 

Über den Autor

Prof. Dr. Friedrich Huber, bis zum Sommersemester 2005 Prof. für Missions- und Religionswissenschaft an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal (heute: Wuppertal-Bethel).

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 8/2017

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