Gedanken zur Biographieorientierung in der Predigt
Wo Lebensgeschichten sich kreuzen

Von: Traugott Roser
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Welche Rolle sollen Lebensgeschichten in der Predigt spielen? Die biographieorientierte Predigt ist in Kasualansprachen eine Selbstverständlichkeit geworden. Doch wie steht es um die Biographie der Predigenden? Und welche theologische Bedeutung kommt der ­Biographie zu?*


Der Begriff »biographische Predigt« als homiletisches Programm entstammt einem Projekt Michael Schibilskys, einer Predigttheorie in Gestalt einer Rekonstruktion seiner Praxisfelder als Prediger und biographisch Forschender.1 Leider blieb ihm der Abschluss des Vorhabens aufgrund einer schnell progradierenden terminalen Erkrankung verwehrt. Seine Überlegungen bergen einiges Potential für Lehre und Forschung in der Homiletik.


Ausgangspunkt – eine Erinnerung an eine randständige Biographie

Nichts sollte mehr an Liddy Bacroff erinnern. So dachten sich das ihre Mörder, die Liddy Bacroff in das KZ Mauthausen schickten und ermordeten. Jegliche Erinnerung an sie – und Menschen wie sie – sollte ausgelöscht werden. Das ist nicht gelungen, weil es Erinnerungsarbeit gibt.2

Geboren als Heinrich Habitz am 19. August 1908 in Ludwigshafen galt sie als schwieriges Kind. Sie spielte mit Puppen und konnte die Finger vom Lippenstift der Mutter nicht lassen. Mehrere Kinderheimaufenthalte konnten nichts ändern, Heinrich war Liddy, heute würde man sie als Transfrau beschreiben. Es begann eine »Karriere« zwangsweiser Einweisungen in Zuchthäuser und Gefängnisse. Bordelle waren die einzigen Schutzräume für Menschen wie Liddy.3 Zwei bis drei Reichsmark zahlten die Freier; davon musste sie leben. Besonders nach Verschärfung des §175 Reichsstrafgesetzbuch wurde sie mit mehrjährigen Haftstrafen wegen »widernatürlicher Unzucht« verurteilt; 1936 wurden ihr die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Anfangs hatte sie ihr Erleben noch in Texte und Gedichte gefasst, später kämpfte sie nur mehr um ihr Überleben. Ein Gerichtsmediziner des Gesundheitsamts Hamburg stellte kalt fest, dass Heinrich »seiner Grundeinstellung ein Transvestit« sei, dem höhere Gefühlskräfte fehlten, der unter einer Dauerfixierung leide, einer »gewohnheitsmäßigen sexuell-kriminellen Habitualform«. Er bleibe »zweifellos ein Sittenverderber schlimmster Art und muß deshalb aus der Volksgemeinschaft ausgeschaltet werden.« Liddy wurde nach Verbüßen einer neuerlichen dreijährigen Zuchthausstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung in Rendsburg schließlich in das Konzentrationslager Mauthausen in Österreich gebracht. Dort wurde sie am 6. Januar 1943 ermordet.4

Zur Erinnerung an und Ehrenrettung von Liddy Bacroff befindet sich in Hamburg-Mitte, in der Simon-von-Utrecht-Straße 76-79, ein Stolperstein mit ihrem Namen und ihren Daten. Mühsame Gedenkarbeit versucht, jedes einzelne Leben zu rekonstruieren und der anonymisierenden Beschämung zu entreißen. Es geht um die Rechtfertigung von Lebensgeschichten.

In der Vorbereitung auf eine Predigt zur fünften Seligpreisung (Mt. 5,7) bin ich über diese Biographie gestolpert. Es ging um Barmherzigkeit in einer unbarmherzigen Welt. Die Kirchen haben für Menschen wie Liddy wenig getan, weder für die Überlebenden noch für die ermordeten noch für diejenigen, die sich ihr Leben nahmen. In Predigten werden selten randständige Biographien erzählt, obwohl dies eigentlich – von ihrer Geschichte her – naheläge. Denn das Ziel evangelischer Predigt ist – zumindest in der Tradition Ernst Langes – »Kommunikation des Evangeliums in der religionslosen Welt«, nicht Verkündigung einer irgendwie bereits vorfindlichen, dem Predigenden zur Verfügung stehenden Botschaft. Es geht um eine »Verständigungsbemühung mit dem Hörer über die gegenwärtige Relevanz der christlichen Überlieferung«5, ein Reden mit den Hörerinnen und Hörern über ihr Leben im Licht der Verheißung oder im Horizont des Evangeliums. Die Relevanz kann nicht vorausgesetzt werden, sondern muss sich in jedem Predigtakt als Relevanz im Leben der Menschen erneut einstellen. Als Rechtfertigungsgeschehen handelt es sich um eine eminent theologische Verständigungsbemühung. Biographien gehören zum Horizont des Evangeliums.

Biographieorientierung ist damit einerseits ein alter Hut in der Homiletik; andererseits wurde das systematisierende Potential für die Homiletik noch nicht ausreichend bearbeitet. Dies liegt daran, dass Biographieorientierung vor allem im Blick auf die Lebenszusammenhänge der Hörenden behandelt wurde, vorzugsweise im Zusammenhang von Kasualansprachen.


Orientierung an der Biographie von Hörer und Hörerin

Zu einem Aufsatzband zu »Religion und Biographie« unter Herausgeberschaft von Albrecht Grözinger und Henning Luther steuerte Christoph Bäumler 1987 einen Beitrag zum Verhältnis von Biographie und Verkündigung in Grabreden bei.6 Ähnlich an der Kasualie »Leichenpredigt« orientiert ist der Beitrag von Rudolf Lenz im einflussreichen Aufsatzband von Walter Sparn »Wer schreibt meine Lebensgeschichte?«7. Wilhelm Gräb beschreibt, dass religiöse Fragen »den Zeitgenossen zumeist im Zusammenhang lebensgeschichtlicher Krisen- und Umbruchserfahrungen [entstehen]. Das religiöse Gespräch ist eines, in dem es um die Deutung von Lebenserfahrungen im Horizont des christlichen Glaubens geht.«8

Die Entdeckung der Kasualansprache im Rahmen der Zweiten Empirischen Wendung in der Praktischen Theologie wies dieser fast die Funktion eines Leitbilds des homiletischen Aktes zu, gerade in Auseinandersetzung mit und als Kritik an Rudolf Bohrens strenger Streitschrift »Unsere Kasualpraxis – eine missionarische Gelegenheit?«.9 Bohren hatte die Pfarrer und Pfarrerinnen geradezu zu einem »Kasualstreik« aufgerufen, weil bei einem Kasualgottesdienst – insbesondere bei kirchlichen Bestattungen – der menschliche Anlass im Vordergrund stehe und sie statt zu einem Dienst am Wort lediglich Zeremonienmeister seien – eine »Baalisierung« der Verkündigung. Demgegenüber haben zahlreiche HomiletikerInnen, ausgehend von der Kasualansprache, die Deutungsbedürftigkeit menschlichen Lebens als Herausforderung einer Predigt beschrieben, die Relevanz für das gelebte Leben der Hörerin oder des Hörers beansprucht.10 Nicht ohne Grund hat die homiletische Theoriebildung im Zuge der Wendung zu Empirie, Kommunikationswissenschaften und Ästhetik die aktiven Anteile der Hörerinnen und Hörer am Predigtgeschehen entdeckt. Um deren »gelebte Religion« geht es schließlich.

Vor allem Wilhelm Gräb hat in seinen homiletischen Arbeiten, bis zu seiner 2013 veröffentlichten Predigtlehre, die Relevanz der Predigt als religiöser Rede in ihrem Anschluss an das Sinndeutungsinteresse der Menschen bestimmt. In der Kasualpraxis geht es nach Gräb darum, ob und wie Rechtfertigungsglaube mitgeteilt wird, über die soziale Anerkennung individueller Lebensgeschichte hinaus als eine »unbedingte Anerkennung des einzelnen durch Gott«11. Aber Gräb belässt es nicht bei der Thematisierung von Lebensgeschichte in der Kasualpraxis. »All die Lebenssituationen – und welche eigentlich wären gänzlich davon frei? –, in denen uns Menschen das Gefühl dafür aufkommt, letztlich bedürftige und abhängige Wesen zu sein, sind in die religiöse Deutung drängende Lebenssituationen. Dass sie in die religiöse Deutung drängen, schließt aber keineswegs schon ein, dass diese religiöse Deutung faktisch auch vollzogen wird.«12 Predigt leistet eben dies: den Sinn- und Deutungshorizont der Religion für die individuelle Lebensgeschichte zu öffnen. Predigthören ist eine Gelegenheit zur Selbstvergewisserung als religiöses Subjekt, einer sinnvollen Deutung der eigenen Lebensgeschichte und für die Arbeit am eigenen Lebensentwurf.13

Dass dies nicht nur subjekttheoretisch zu denken ist, sondern in theologischen Kategorien fassbar ist, beschreibt in der protestantischen Homiletik Wilfried Engemann. Ausgehend von der Schöpfungslehre beschreibt er Predigen als Partizipation am schöpferischen Wort Gottes. Engemann basiert sein semiotisches Konzept auf schöpfungstheologische Reflexionen: Dem Tohuwabohu des alltäglichen Lebens werden durch den Sprechakt Ordnungen und Strukturen abgerungen. Zeichen werden gesetzt, die Menschen Orientierung ermöglichen. Zeichen, die helfen, das eigene Leben zu strukturieren. Neuschöpfung verwirft nicht das Alte, aber sie stellt es unter eine neue Ordnung, und zwar eine der Freiheit und des Lebens und der Gemeinschaft: »Die Predigt soll Menschen Spielräume eröffnen, in denen Lebensmacht als Freiheit zu gegenwärtigem Handeln umgesetzt werden kann.«14 Um dies Ziel zu erreichen, muss es die Predigt der Hörerin, dem Hörer ermöglichen, sich selbst als neue Kreatur wahrzunehmen – als von Gott geliebten Menschen, gerade vor dem Abgrund und den Untiefen der eigenen Lebensgeschichten. Im Angesicht des Chaos’ der Lebenssituation ergeben sich »Lebenskompetenzen« und eröffnen sich kreative Freiheitsräume zur Veränderung der Gegenwart. Zukunft wird möglich.

Vor allem einige VertreterInnen der katholischen Homiletik sind anschlussfähig für biographische Orientierung. Der Regensburger Theologe Heinz Günther Schöttler hat sich früh um den Bezug zwischen Biographie und Predigt bemüht15 und sich dabei intensiv mit der reformatorischen Entdeckung der Erfahrung des religiösen Subjekts befasst. Mit Thomas Kaufmann stellt er fest: »Erfahrung ist die Selbstthematisierung eines einzelnen Menschen in Bezug auf sein Gottesverhältnis, d.h. auf Heil und Unheil.«16 Predigen als ein Akt der Kommunikation zwischen predigender Person und Hörenden hat dabei eine reflexive, das Leben der einzelnen Person betrachtende, aber darüber hinaus eine Neuorientierung ermöglichende Komponente. Auf diesen Aspekt haben insbesondere französische Pastoraltheologen hingewiesen, wie ein lesenswerter Band von Reinhard Feiter und Hadwig Müller zeigt: Predigen wie alles pastorale Handeln zielt auf ein Freisetzen, als eine »Kunst, bei den Einzelnen ein Bewusstsein für sich selber zu zeugen,«17 ab.

Biographieorientierung meint in diesem ersten Sinn die Orientierung an Hörerinnen oder Hörern als hermeneutisch kompetenten Akteuren und religiösen Subjekten, denen das eigene Leben fraglich wird oder geworden ist, das regelmäßig oder aus aktuellem Anlass nach Deutung und nach einer permanenten Arbeit zur Neuausrichtung verlangt. Der für Predigt wesentliche Bezug auf biblische Texte leistet genau dies: »Der Bibelbezug soll den Hörenden eigene Entdeckungen ermöglichen, die konkret und alltagstauglich sind oder es im Verstehen und Aneignen werden«, schreiben Sieghard Gall und Helmut Schwier, die das Hörverhalten empirisch untersucht haben.18

Für Predigende ergibt sich dabei die Aufgabe, in den Hörenden Experten ihrer eigenen Lebensgeschichte zu erkennen und sie im Sinne eines Empowerment zur Stellungnahme zu Lebensherausforderungen in der Realität des eigenen Lebens zu befähigen, sie freizusetzen. In der Predigtvorbereitung verlangt dieser Ansatz die Bereitschaft zum Perspektivwechsel, ein explizites Interesse für Lebensgeschichten nicht nur, aber auch der am Gottesdienst Teilnehmenden, resultierend aus Begegnungen in Alltagssituationen, in Kasualgesprächen, bei Haus- und Krankenbesuchen in jeder Altersgruppe. Nicht nur als Interesse an erzählten Lebensgeschichten, sondern als ein Interesse an der Theologiehaltigkeit von Lebensgeschichten und Alltagserfahrung, ganz in der Tradition kontextueller Theologie, als Interesse an empirischen Zugängen zu gelebtem Glauben.19 Anders als Milieustudien oder Mitgliedschaftsbefragungen verwehrt sich ein solcher Zugang prinzipiell gegen Kategorisierungen der Hörenden in Cluster oder Typen. Der Perspektivwechsel rechnet im Sinne einer Predigt als offenem Kunstwerk damit, dass bestimmte Formulierungen, narrative oder bildliche Elemente oder begriffliche Formulierungen bei Einzelnen assoziative Anregungen auslösen, Erinnerungen an je eigene Lebensgeschichte hervorrufen, Zustimmung und Widerspruch auslösen. Predigt stimuliert im besten Fall »eine unverfügbar bleibende Resonanz mit der Lebensgeschichte«.20

Um dies ganz deutlich zu machen: Die Orientierung an der biographischen Bedeutung von Predigt für die Hörenden heißt keineswegs, dass die in der Seelsorge erzählten Lebensgeschichten Stoff für Predigten liefern oder liefern sollten. Diskretion ist oberstes Gebot biographieorientierter Predigt. Im gesamten Gottesdienst gibt es allerdings zahlreiche Gelegenheit für eine Resonanzbildung zwischen geprägter Sprache und erinnerter Lebensgeschichte. Das Confiteor – als Raum zur Selbstverortung des Einzelnen vor Gott – hat diese Funktion, wie auch die Psalmen, so sie als Texte menschlicher Erfahrung zur Geltung kommen und ihnen Raum zur meditativen Entfaltung gegeben wird. Glaubensbekenntnis, Choräle und die ausgehaltene Stille vor dem Vaterunser – überall bieten sich Gelegenheiten der Selbstthematisierung aller Gottesdienstakteure; hier bildet sich der Resonanzraum für das Hörverhalten der Predigt.

Die Lebensgeschichte von Liddy Bacroff ist für Predigende eine Herausforderung mit der Geschichte kirchlicher Diskriminierung; sie ist ein Stolperstein für eine allzu wohltönende Rede von der unbedingten Annahme jedes Menschen durch Gott. Für Hörende ist sie eine Zumutung.


Orientierung an der Biographie des Predigers, der Predigerin

Das Projekt Michael Schibilskys verband den Theorieansatz mit Praxis in Gestalt einer Auswahl von Predigten aus seinem gesamten Leben in Pfarramt, Forschung, Kirchengremienarbeit und Hochschullehre. Dies war bewusst als Lebensbilanz gedacht, als Identitätsarbeit. »Erzählte Lebensgeschichte ist Rekonstruktion und Präsentation von Identität.«21 Dieser Ansatz ist tatsächlich ein Desiderat in der homiletischen Theoriebildung.

Person und Persönlichkeit des Predigers und der Predigerin sind selbstredend Thema, insbesondere in der Tradition eines protestantischen Predigtverständnisses. Friedrich Niebergall verlangt in seiner Homiletik vom Prediger, »daß der ganze Mensch mit seiner Überzeugung und seiner Willensanspannung dahinterstehen muß. […] Wer auf andere einzuwirken hat, besitzt daran einen Stachel, der ihn beständig zu eigener Vervollkommnung treibt, um ja nicht zum Lügner zu werden, um ja nicht die Kraft einzubüßen, die sofort verloren geht, wenn wir nicht wirklich Gott und die Nächsten selbst suchen.«22

Dieser Ansatz wurde in der Homiletik des 20. Jh. vor allem von Otto Haendler in eigener Weise zum Programm. »Es ist ein Irrtum zu meinen, man könne das Subjekt irgendwie in der Predigt ausschalten«23, schreibt Haendler in seinem 1941 erstmals veröffentlichten Hauptwerk. Gegen die vorherrschenden Bemühungen der von der kerygmatischen Theologie geprägten Homiletik und ihrem Leitbild des Predigers als Herold, der als Person völlig hinter seiner Botschaft verschwindet, interessierte sich Haendler für das predigende Subjekt.24 Voraussetzung und zentrale Bezugsgröße Haendlers ist dabei die Psychologie, vor allem die Tiefenpsychologie C.G. Jungs. Die Arbeit an seinem Hauptwerk folgt einer 1935-37 in Berlin absolvierten Ausbildung zum Psychologen einschließlich eingehender Lehranalyse. Haendlers Predigtlehre arbeitet erstmals unter gezieltem Rückgriff auf Tiefenpsychologie – ein Weg, den später v.a. Axel Denecke in eigener Weise verfolgt und entlang der »Grundformen der Angst« Fritz Riemanns vier Idealtypen beschrieben hat, von der schizoiden über die depressive und die zwanghafte bis zur hysterischen Grundstruktur der Predigerpersönlichkeit.25 Das Problem dieses Ansatzes besteht m.E. darin, dass es mit der Typenbildung Predigerinnen und Prediger psychoanalytisch festschreibt. Nach Haendler ist der Prediger verurteilt, so zu predigen, wie er ist. Dies ließe wenig Spielraum für Entwicklungspotential eines Predigtlebens, woran Haendler aber ausgesprochen gelegen war.

Bedenkenswert scheint mir Haendlers Begriff einer »Schicksalsfähigkeit« zu sein. Es geht um die Herausbildung der Fähigkeit und Bereitschaft, »1. […] das eigene Schicksal ausfindig zu machen, 2. dieses eruierte persönliche Schicksal zu bejahen, d.h. anzuerkennen und anzunehmen, und 3. Schritte zu seiner Bewältigung zu gehen.«26 M.a.W.: Die Lebensgeschichte des Predigers wird auf der Couch des Analytikers zur Biographie, ein Ansatz, der heute sinnvollerweise durch Supervision allen Predigerinnen und Predigern offen steht und nahegelegt wird. Wenn der Prediger oder die Predigerin um seine bzw. ihre Tiefen weiß, erreicht er bzw. sie auch die Hörerinnen und Hörer in der Tiefe.

Haendler hat den Weg geebnet zu einem bewussten Umgang mit dem »Ich« auf der Kanzel, das auch als biographisches Ich in Erscheinung treten kann.27 Am Ende seiner Predigtlehre findet sich überdies ein weitgehend übersehener Absatz mit dem Titel »Predigt, Predigten, Lebenswerk«, in dem Haendler die Frage aufwirft, wie man mit gehaltenen Predigten umgehen solle und was die Herausforderung regelmäßiger Predigttätigkeit bedeuten könnte. Haendler ermutigt in einer Zeit, die noch keine digitalen Speichermedien kannte, zum Archivieren der eigenen Predigtarbeit. Als Tiefenpsychologe beschreibt er, wie nach gehaltener Predigt diese »ins Unbewusste absinkt«28; das Archivieren hält sie aber verfügbar für die theologische Selbstreflexion des Predigers, denn »die Predigtleistung eines Mannes [umfasst] einen so wesentlichen Anteil seines Wirkens an Arbeit, Tiefe und Hingabe seines Selbst, daß sie auch bei denen, die die Predigt nicht als ihre eigentlichste Aufgabe empfinden, ein ganz wesentliches Stück ihres Lebens ist«29.

Biographieorientiertes Predigen bedeutet damit keinesfalls das kurzweilige Erzählen von Anekdoten aus dem eigenen Leben auf der Kanzel. Es geht gerade nicht um das narzisstische Stilisieren der eigenen Person oder religiösen Biographie, sondern um den berufslebenslangen reflektierten Umgang mit der eigenen Identität im Predigtamt.

In diesem Gedanken steckt m.E. erhebliches Potential in der universitären Lehre, nicht primär für Anfänger im Berufsleben, sondern als ein Angebot, das Universitäten berufserfahrenen Pastorinnen und Pastoren machen könnten, die ein Kontaktstudium oder sabbatical absolvieren. In Zusammenarbeit mit Supervision böte sich eine intensive analytische Arbeit am individuellen Predigtarchiv als autobiographisches Arbeiten an. Es geht nicht nur darum, welcher Typ Prediger ich bin, sondern um grundlegende Fragen theologischer Selbstvergewisserung: Welche Themen kehren regelmäßig wieder, welche »Repertoiregeschichten« wiederholen sich, welchen Themen wird aus dem Weg gegangen? Welche Theologie kommt von der Kanzel zu Gehör? Befindet sich diese auf der Höhe ihrer jeweiligen Zeit? Welche Theorien auf die eigene Berufswirklichkeit bilden sich Pfarrerinnen und Pfarrer, wenn sie von ihren Erfolgen und ihrem Scheitern beim Predigen erzählen? Hier eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Homiletik: »Praktische Theologie als Theorie der Lebenskunst« konkretisiert sich als Praktische Theologie der lebenslangen Predigtkunst. Ihr konkreter Gegenstand sind dabei nicht nur Predigten, sondern die Rekonstruktion von PredigerInnenbiographien, offen für Brüche und Niederlagen, offen aber auch für geschenktes Gelingen. Auf diese prinzipielle Offenheit stößt man im Rückblick auf die eigene Lebensgeschichte des Predigen-Müssens.

Im Blick auf die Verwendung der Biographie Liddy Bacroffs in einer Predigt kann ich zumindest darauf verweisen, das ein eigenes Lebensthema – die Verfolgung und Diskriminierung von Menschen mit LBGT-Hintergrund – den Bezugsrahmen für ein Nachdenken über Barmherzigkeit und Unbarmherzigkeit darstellte und ich mich als Prediger fragen musste, was eine Seligpreisung – posthum – für ein Opfer des §175 bedeuten kann, eines von Zehntausenden.


Orientierung an der Biographie des trinitarischen Gottes

»Auch eine biographische Predigt beginnt mit nichts anderem als dem biblischen Text«30, schreibt Michael Schibilsky in seinem Manuskript zum Projekt biographischer Predigt. Für christliche Predigt ist der Bezug zum biblischen Text konstitutiv, dem sich die Predigerin, der Prediger mit den aktuellen Methoden kritischer Exegese nähert. Sie erschließen Kontext und Überlieferungsgeschichte, vermitteln ein Gespür für die Gattung des biblischen Textes und seinen Sitz im Leben. Aktuellere Ansätze wie eine stärkere Berücksichtigung des Umfelds im alten Orient oder der Levante, der Textpragmatik, der Wirkungsgeschichte von Texten sowie kontextuelle Ansätze ermöglichen einen vielgestaltigen Zugang zur in biblischen Texten vorliegenden Textwirklichkeit. Schibilsky selbst greift auf die Methoden qualitativer Sozialforschung zurück, um ihre Erzählstrategie zu bestimmen. Je sorgfältiger eine Analyse des vorliegenden Textes erfolgt, umso materialreicher sind die Anknüpfungspunkte für die späteren Schritte der Interpretation.

Grundlegend ist aber eine christologische Wahrnehmung; die Grundlage des Titels meines Beitrags ist: Wo Lebensgeschichten sich kreuzen. In Jesus Christus verbinden sich die Lebensgeschichte Gottes mit der Lebensgeschichte eines Menschen; in Christus kreuzt Gott den Weg einzelner Menschen; im Kreuz findet der Weg des Jesus von Nazareth sein Ende; als Christus wird seine Lebensgeschichte nach Ostern neu erzählbar und verlangt nach einer Deutung durch die ganze Schrift. Gott hat sich »in seinem Sohn eine erzählbare und erinnerungsfähige Lebensgeschichte als Gewand von sinnhaftem Weltverstehen gegeben«31.

Die ntl. Texte, insbesondere die Evangelisten und Paulus, gehen mit dem Erinnerten und in Logien Gesammelten, den kleinen Erzählungen, den Sammlungen ganzer Überlieferungskonvolute, hymnischer Gestaltungen und legendenhafter Ergänzungen auf eigene konstruktive Weise um, von den Erscheinungsberichten nach Paulus 1. Kor. 15,3-9 bis zum Stammbaum Jesu in Mt. 1, jeweils verbunden mit einer Deutung, die sich erst im verstehenden Lesen, d.h. im Zusammenhang des Reichtums der hebräischen Bibel erschließt. Biographisches Erzählen beschreibt einen nicht unerheblichen Teil der biblischen Literatur und der Textauswahl der Perikopenordnung. Die zahlreichen reflektierenden Texte der Briefliteratur sind ihrerseits Theoriebildung zu der in den erzählten Texten in Szene gesetzten Lebensgeschichte Gottes aus der Sicht der Menschen. Gott will zur Welt kommen um der Menschen willen. In der Predigt kommt Gott zur Welt um der Begegnung mit Menschen willen, um der Barmherzigkeit willen. Im Herzen der biblischen Erzählungen von Gott stehen Geschichten, in denen sich Gott der Menschen erinnert, ihr Schreien und Wehklagen hört und sich seiner eigenen Geschichte mit ihnen erinnert, wie es am Ende von Ex. 2 heißt. Im Übergang zur Erzählung vom brennenden Dornbusch heißt es: »Und Gott sah auf die Israeliten und nahm sich ihrer an.« Ganz ähnlich wendet sich der todesgewisse Jesus am Vorabend seinen verängstigten Jüngern zu und verheißt ihnen eine Zukunft als Erinnerungsgemeinschaft. In den johanneischen Abschiedsreden kündigt er den Parakleten als Tröster durch orientierende Erinnerung an. Und zu den Worten Jesu am Kreuz gehört der Zuspruch an den Lebensbilanz ziehenden Mitgekreuzigten und seine Bitte, er möge sich an ihn erinnern: »Wahrlich, ich sage dir: heute wirst du mit mir im Paradies sein.« (Lk. 23,43) Es ist das letzte Wort, das Jesus bei Lk. an einen Menschen richtet – ein Wort der Barmherzigkeit für einen gänzlich Gescheiterten.

Lebensgeschichten, die von der Biographie dieses Gottes gekreuzt werden, widerfährt Rechtfertigung; sie werden zu Biographien der Barmherzigkeit. Damit bin ich bei meinem letzten Punkt, denn die Geschichte Jesu Christi kreuzt sich mit den verletzten und vernichteten Lebensgeschichten von Menschen in Gegenwart und Vergangenheit.


Die Orientierung an der Biographie der Heiligen: Die Chance von Hagiographien in evangelischer Perspektive

Es grenzt an ein Wunder, dass sich jemand an Liddy Bacroff erinnert hat, dass jemand in ihre Gerichtsakten geblickt hat und sagte: Wahrhaftig, diese Frau ist ein Mensch, der Respekt verdient. Es waren vor allem solidarische Menschen, die sich aus eigener Betroffenheit, als VertreterInnen einer community von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transidenten und Intersexuellen um Erinnerung gekümmert haben und die Lebensgeschichten der Vernichteten rekonstruiert haben.32 Die Predigt ist der Ort, an dem darüber hinaus zu sagen ist: Wahrhaftig, diese Frau ist ein Kind Gottes gewesen. Es ist an der Zeit, dass ihr auch in kritischer Reflexion des Umgangs der Kirche mit Menschen wie ihr Gerechtigkeit widerfährt. Barmherzigkeit drängt auf Rehabilitierung. Das ist Gerechtigkeit.

Die häufigste Form konkreter Biographien von evangelischen Kanzeln sind – so wage ich etwas ungedeckt zu behaupten – Hagiographien eigener Art, die sich auf ein relativ knappes Repertoire beziehen. Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King oder Dorothee Sölle gehören zu den evangelischen Heiligen des 20. Jh. Ihre Biographien und ihre Texte berichten, wie Frauen und Männer im 20. Jh. ihren christlichen Glauben lebten und für ihren Glauben einstanden. Daran könnte biographisch orientierte Predigt ansetzen, aber sie müsste das Repertoire mutig erweitern und die Auswahl nicht nach populärem Konsensus ausrichten.

Schon frühe christliche Ortsgemeinden sammelten bekanntlich Märtyrerberichte als Zeugnis und Bekenntnis christlichen Glaubens. Anfangs fehlten jegliche legendarische Ausschmückungen. Erst nach Ende der Verfolgungen wurden Lebensberichte von Bekennenden, insbesondere von Mönchen und Amtsträgern gesammelt und teils legendarisch ausgeschmückt, wobei es viele Varianten gab. Mit der zunehmenden Vielfalt frommer Lebensläufe bestand offensichtlich ein Bedarf an exemplarischen Biographien, die im Mittelalter schließlich zu Predigtzwecken, zur Erbauung gesammelt und eingesetzt wurden. Die protestantische Kritik am Heiligenkult wandte sich gegen Missbräuche, die der Verehrung der Heiligen und den vermeintlichen Beweisstücken ihrer Existenz, den Reliquien, selbst heilsmittelnde Wirkung zuschreiben wollten oder die Heiligen als Fürsprecher für die armen Seelen zu Adressaten religiöser Handlung machten.

Es war die Befreiungstheologie und die feministische Theologie, die ein neues Interesse an »Biographien von überzeugend christlich lebenden Frauen und Männern«33 entwickelte. In diesem Sinn schreibt der katholische Fundamentaltheologe Klaus Müller in seiner Homiletik »für kritische Zeiten«: »Deshalb wäre für jede und jeden Predigenden als Einweiser und Einweiserin in authentische Glaubenserfahrung ein Stück biographischer Theologie in Gestalt einer Auseinandersetzung mit den Heiligen mystischer wie politischer Couleur aller Epochen so notwendig. Denn nur so wird wahrscheinlich ein Gespür für die mögliche Vielfalt wirklicher Erfahrungen wachsen können – und auch die nötige Unterscheidungsgabe.«34

Erzählte Lebensgeschichten finden sich auf evangelischen Kanzeln vor; aber die mögliche Vielfalt wirklicher Erfahrungen gelebten Lebens kann ich nicht erkennen. Das Konzept einer Hagiographie als die Frage nach dem Heiligen in konkreten Lebensgeschichten wurde in protestantischen Kreisen aus guten Gründen keiner Kommission zur Prüfung übertragen. Heiligung ist Werk des Geistes. Was aber erzählbar ist, ist die Rechtfertigungsbedürftigkeit menschlichen Lebens und die rechtfertigende Barmherzigkeit des gekreuzigten Gottes. Heilig sind wir nicht durch eigene Werke, sondern weil sie Gott in uns wirkt, aus Barmherzigkeit und Güte, als ein Werk der göttlichen Gerechtigkeit. Die posthume Rehabilitation unrechtmäßig verurteilter und zu Sündern gestempelter Menschen ist eine Frage an eine eigene protestantische Kultur der Hagiographien.

Wer dem nachgeht, wird nicht nur Musterbiographien erzählen wollen, sondern sich von den Lebensgeschichten derer berühren lassen, die den Randfiguren der Evangelien gleichen, dem blinden Bartimäus, der blutflüssigen Frau, dem Zöllner im Tempel. Henning Luther hat gelehrt, Theologie von den Rändern aus, von unten zu denken. Die Predigt ist ein Ort, das umzusetzen.

Liddy Bacroff wird das nicht wieder lebendig machen. Ihr ist in ihrem Leben niemand mit Liebe begegnet. Aber vielleicht bewirkt die Erzählung ihrer Lebensgeschichte im Licht der Verheißung, dass Menschen in ähnlichen Situationen Mut fassen, auch ihr Leben im Licht der Verheißung anzugehen. Und vielleicht erinnert sich Kirche ihrer eigenen Geschichte der Ausgrenzung und Verurteilung. Als eine Biographie mit der Möglichkeit der Buße (der Buße der Kirche, wohlgemerkt!) und der Neuausrichtung. Denn Pfarrerinnen und Pfarrer – und damit Kirche – sind die ersten Adressaten ihrer Predigt.


Anmerkungen:

* Der Text basiert auf einem Vortrag, gehalten an der Universität Hamburg am 27. Februar 2017.

1 Vgl. Gerald Kretzschmar/Traugott Roser, Biografisch predigen. Michael Schibilsky als Homilet und Homiletiker, in: Praktische Theologie 41.3, 32-39.

2 Erinnerungsarbeit dokumentiert nicht nur das Unrecht, sondern leistet Biographiearbeit. Im vergangenen Jahr wurde in der Gedenkstätte Mauthausen eine dreibändige Dokumentation mit Namen aller Opfer der Nationalsozialisten vorgestellt. Nur bei einem kleinen Teil war es gelungen, die Lebensgeschichte zu rekonstruieren und eine kurze, meist nur wenige Absätze umfassende Biographie zusammenzustellen. Kaum einer der Überlebenden konnte sich an Mithäftlinge erinnern; Angehörige gab es in vielen Fällen nicht mehr. Vgl. Andreas Kranebitter (koordinierender Herausgeber), Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager, Bd. 1: Kommentare und Biografien, Wien 2016.

3 Es ist allerdings anzumerken, dass einige der Freier im Bordell Liddy bei den Behörden denunzierten, angeblich weil sie davon ausgingen, es habe sich wirklich um eine Frau gehandelt. Der Schutzraum wurde auch der Ort des Verrats.

4 Alle Angaben aus der Biografie Heinrich Habitz (gen. Liddy Bacroff) von Bernhard Rosenkranz, Ulf Bollmann, in: Andreas Kranebitter (koordinierender Herausgeber), Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager, Bd. 1: Kommentare und Biografien, Wien 2016, 217-219.

5 Zitate aus Ernst Lange, Predigen als Beruf. Aufsätze zu Homiletik, Liturgie und Pfarramt, München 1982, 9-51.

6 Vgl. Christoph Bäumler, Praktisch-theologische Anmerkungen zum Verhältnis von Biographie und Verkündigung in Grabreden …, in: Albrecht Grözinger/Henning Luther (Hg.), Religion und Biographie. Perspektiven zur gelebten Religion (FS Gert Otto), München 1987, 322-335.

7 Rudolf Lenz, Zur Funktion des Lebenslaufs in Leichenpredigten, in: Walter Sparn (Hg.), Wer schreibt meine Lebensgeschichte? Biographie, Autobiographie, Hagiographie und ihre Entstehungszusammenhänge, Gütersloh 1990, 93-104

8 So der Ankündigungstext eines homiletischen Hauptseminars im Sommersemester 1999 an der RU Bochum. http://www.ruhr-uni-bochum.de/ev-theol/vv/sose99/pt.htm (25. Februar 2017).

9 Rudolf Bohren, Unsere Kasualpraxis – eine missionarische Gelegenheit? (TEH 147), München 1960.

10 Vgl. zur Entwicklung der Kasualtheorie und -praxis: Christian Albrecht, Kasualtheorie. Geschichte, Bedeutung und Gestaltung kirchlicher Amtshandlungen, Tübingen 2006.

11 Wilhelm Gräb, Rechtfertigung von Lebensgeschichten. Erwägungen zu einer theologischen Theorie der kirchlichen Amtshandlungen, in: PTh 76 (1987), 21-38, 33.

12 Wilhelm Gräb, Predigtlehre. Über religiöse Rede, Göttingen 2013, 45.

13 Vgl. die Einleitung in Wilhelm Gräb, Lebensgeschichten Lebensentwürfe Sinndeutungen. Eine Praktische Theologie gelebter Religion, München: Chr. Kaiser, 1998.

14 Wilfried Engemann, Predigt als Schöpfungsakt. Zur Auswirkung der Predigt auf das Leben eines Menschen, in: ders. (Hg.) Theologie der Predigt. Grundlagen – Modelle – Konsequenzen, Leipzig: EVA 2001, 71-92, 83.

15 Heinz Günther Schöttler (1990), Biographie und Predigt. Erfahrungsbezogene und biographische Aspekte in der Predigtarbeit, in: Trierer Theologische Zeitschrift 97, 288-297.

16 Heinz Günther Schöttler, ›Vera theologia es practica.‹ (Martin Luther). Theologie als topologische Wissensform in einer Welt als fragiler ›topos‹ der Gottesbegegnung, in: J. Först/H.G. Schöttler (Hg.) Quo vadis, theologia? Neue Perspektiven auf Religion in der späten Moderne, Münster 2009, 107-150, 122.

17 Reinhard Feiter, Hadwig Müller (Hg.), Frei geben. Pastoraltheologische Impulse aus Frankreich, Ostfildern: Grünewald 20132, 47.

18 Sieghard Gall/Helmut Schwier, Predigt hören im konfessionellen Vergleich, Berlin 2013 (Heidelberger Studien zur Predigtforschung Bd. 2), 15.

19 Vgl. Stephanie Klein, Theologie und empirische Biographieforschung, Stuttgart 1994 (PThH 19), 66ff.

20 Ebd., 220.

21 Michael Schibilsky, Zur Theorie und Methodik der biographisch orientierten Predigt (unveröffentlichte Diskussionsvorlage), München 2004.

22 Friedrich Niebergall, Wie predigen wir dem modernen Menschen. Erster Teil: Eine Untersuchung über Motive und Quietive, Tübingen 19093, 150f.

23 Otto Haendler, Die Predigt. Tiefenpsychologische Grundlagen und Grundfragen, Berlin 1941, 44.

24 Zu Otto Haendlers praktisch-theologischem Grundriss vgl. die Einleitung von Wilfried Engemann, Otto Haendler. Grundriss der Praktischen Theologie im Spiegel der Theologie- und Rezeptionsgeschichte, in: Otto Haendler, Praktische Theologie. Grundriss, Aufsätze und Vorträge, hg. v. W. Engemann, Leipzig 2015 (OHPTh Bd. 1), 21-112, hier bes. 47-49.

25 Vgl. Axel Denecke, Persönlich Predigen, zweite und aktualisierte Neuauflage, Münster 2001 (1. Aufl. 1979).

26 Christian Plate, Predigen in Person. Theorie und Praxis der Predigt im Gesamtwerk Otto Haendlers, Leipzig 2014 (APTh 53), 140.

27 Vgl. Manfred Josuttis, Der Prediger in der Predigt. Sündiger Mensch oder mündiger Zeuge?, abgedruckt in: Wilfried Engemann/Frank M. Lütze (Hg.), Grundfragen der Predigt, Leipzig 2006, 81-103 (erstmals veröffentlicht 1974).

28 Otto Haendler, Die Predigt, a.a.O., 315.

29 A.a.O., 318.

30 M. Schibilsky, Zur Theorie (unveröffentlichte Diskussionsvorlage).

31 M. Schibilsky, Zur Theorie (unveröffentlichte Diskussionsvorlage).

32 Vgl. etwa die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums Berlin in Zusammenarbeit mit dem Schwulen Museum Berlin 2015: Homosexualität_en; Katalog: Birgit Bosold/Dorothée Brill/Detlef Weitz (Hg.), Homosexualität_en, Berlin 2015.

33 Stephanie Klein, a.a.O., 102.

34 Klaus Müller, Homiletik. Ein Handbuch für kritische Zeiten, Regensburg 1994, 165.

 

Über den Autor

Prof. Dr. Traugott Roser, Jahrgang 1964, 2010-2013 Stiftungsprofessur für Spiritual Care an der Medizinischen Fakultät der Universität München, seit 2013 Prof. für Prakt. Theologie an der Evang.-theol. Fakultät der Universität Münster; Schwerpunkte: Seelsorgetheorie und -praxis, Spiritual Care, Palliative Care, Theorie der Prakt. Theologie, Religion im Film.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 7/2017

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