Eine Passionsgeschichte?
Das Alte Testament zu Berlin

Von: Martin Weyer-Menkhoff
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Im Frühjahr hat der Diskussionsbeitrag des Berliner Professors Notger Slenczka, dem AT in der Kirche seinen kanonischen Rang abzusprechen, für Aufsehen gesorgt. Martin Weyer-Menkhoff nimmt Slenczka gegenüber seinen Gegnern in Schutz, widerspricht ihm aber auch an entscheidender Stelle.1


Nein, Markion, der Erzketzer des 2. Jh., ist kein Berliner, das AT kommt auch nicht von dort, aber die Theologen Schleiermacher, Adolf Harnack und Notger Slenczka haben ihre Ansichten über das AT in Berlin verkündet. Doch nun der Reihe nach. Im März/April diesen Jahres geriet ein evangelischer Pfarrer aller vernünftigen Beruhigung ungeachtet dermaßen außer sich, dass es ihm gelang, einen Streit an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin anzufachen, der in einen regelrechten Skandal ausartete. Der Vorwurf lautet Antijudaismus: Notger Slenczka, Professor der Humboldt-Universität, Mitglied des EKD-Ausschusses Kirche und Judentum, wolle das AT abschaffen, indem er Thesen Markions, Harnacks und Schleiermachers aufnehme. Als dann noch ein Judaist mit der Rückgabe seiner Honorarprofessur drohte, distanzierten sich fünf nicht unrenommierte Kollegen öffentlich und einen falschen Schein erweckend von dem Beschuldigten. Zeitungen und Radio berichteten, manche Bischöfe empörten sich, wenige rieten zur Mäßigung. – Worum geht es?

Zwei Jahre zuvor, 2013, veröffentlichte Slenczka einen Aufsatz mit dem Titel »Die Kirche und das AT«.2 Absicht war zu provozieren, eine Diskussion über unseren Umgang mit dem AT »hervorzurufen«. Nach breiten Ausführungen zu Schleiermachers und Harnacks negativen Einstellungen zum AT im 19. und 20. Jh. stellt er die Frage, ob die christliche Lesart des AT nicht den Juden ihre Bibel wegnehme, sie vereinnahme; und ob nicht der tatsächliche Umgang der Kirche mit dem AT von einer Freizügigkeit in Interpretation und Auswahl geprägt sei, wie sie im Umgang mit den Apokryphen üblich sei. Damit aber, so Slenczka, könne man die These Harnacks neu überdenken, ob das AT nicht doch eher nur die Vorgeschichte des NT sei, ihm im Rang nicht gleichkomme, also nicht kanonisch sei.

Dass man als ein mit dem Judentum und Israel Verbundener zusammenzuckt, ist klar. Das wollte Slenczka auch, provozieren. Dass es dabei nicht um antisemitische oder besser: antijudaistische, antijüdische Motive gehen kann, ist bei der Seriosität des im jüdisch-christlichen Dialog engagierten Kollegen Slenczka allerdings von vornherein auch klar. Im Gegenteil, möchte er einer unseligen Tradition der Vereinnahmung des Judentums durch Christen entgegentreten. Wenn man ihm trotzdem juden- oder christenfeindliche Absichten unterstellt, hat man entweder nicht richtig gelesen oder verstanden, oder aber, das scheint für fünf Berliner Universitätskollegen zuzutreffen, wird hier eine Gelegenheit genutzt, um eine ganz andere Rechnung mit einem Kollegen zu begleichen, die mit der Sache selbst nichts zu tun hat?


I. Geht uns das AT etwas an, und wenn ja, inwiefern und inwieweit?

Wenn hier von »uns« die Rede ist, sind Christen gemeint. Das AT geht uns nichts an. Es ist Israel, den Juden gegeben; wir gehören nicht in den Sinai-Bund; uns hat Er auch nicht aus Ägypten befreit. So ist es nicht falsch, wenn Schleiermacher, Harnack und Slenczka sagen, das AT und das Judentum seien partikular. »Partikular« wird theologisch allerdings oft so verstanden und missverstanden: etwas geht nicht alle an; schließt andere, anderes aus; ist klein, unreif; ist unseres universalen Gottes unwürdig.

Das Verhältnis von AT und NT

Es ist erst einmal richtig: Das AT geht uns nichts an. Das NT freilich redet uns an. Es ist allerdings nicht Heilige Schrift (mit Ausnahme der Offenbarung des Johannes natürlich!), sondern Auslegung einer Heiligen Schrift, die schon damals viele Christen nichts anging, weil sie, wie wir, Heiden waren. Das NT ist Auslegung des AT. Das NT als Auslegung des AT redet von dem Geist des Gottes Israels, der Menschen an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen lässt, und verkündet aller Welt den Anbruch einer neuen Zeit mit einer unglaublichen Zuwendung Gottes zu den Verlorenen und Gottlosen und interpretiert dies mit Worten des AT. Nein, das Christentum macht keine neue Heilige Schrift, aber verkündet ein Wort Gottes als gute Botschaft, ein lebendiges, nicht aufschreibbares Wort; Johannesschreibt es: Er war das Wort, Jesus. Das Christentum ist keine Buchreligion, auch wenn man es immer wieder dazu machen wollte. Das NTist nur ein Spickzettel für geistvergessene oder geistbesoffene Leute, so 1522 auf der Wartburg Junker Jörg alias Martin L. »Geistvergessen« meint Leute, die sich an die Nähe, Worte und Taten Jesu erinnern lassen müssen, und »geistbesoffen« Leute, die so fromm und charismatisch sind, dass sie »vor Andacht schmatzen« (Luther); diese würden durch das geschriebene Wort, so sie es denn läsen, wieder recht nüchtern werden.

Das AT als jüdische Bibel geht uns also nichts an, sondern Israel. Das NT allerdings bringt Heiden die jüdische Bibel als Gottes Wort nahe. Denn der Vater Jesu ist der Gott Israels. Das AT ist für Jesus wie für das NT von grundlegender, nicht geschichtszufälliger Wesentlichkeit. Deshalb ist das NT ohne das AT nicht zu verstehen. So lehrte Jesus auch nichts Neues gegenüber dem AT. Jesus, der Jude, war auch nicht für alle da, sondern nur für Israel. »Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel«, mit diesen Worten weist er eine hilfesuchende Heidin ab, nachdem sie Jesus durch Ignorieren nicht hat zum Verschwinden bringen können. Aber der Geist, der Jesus auferweckt hat und in Heidinnen wirkt, versetzt die, die ihm nachfolgen aus einer Partikularität Gottes in eine Universalität, dass ihnen wie Paulus (Apg. 9) Hören und Sehen oder wie Petrus (Apg. 10) der Appetit vergeht oder wie Jesus selbst die Spucke wegbleibt (Mt. 15).

Die theologische Bedeutung des AT

Durch Jesus vermittelt geht nun auch heidnische Christen das AT etwas an. Das AT ist eine Erläuterung und Anleitung eines Lebens vor dem Gott Israels. Alle wesentlichen Inhalte des Willens Gottes finden sich im AT, nicht im NT. Und übrigens zum Thema Gewalt im AT: Man lese dann mal das NT! Die destruktive Gewalt (und auch alle anderen Abgründe), die in der gesamten Bibel geschildert werden, zeigen, wie wir Menschen sind. Es steht aber auch anderes drin.

Im AT stehen zwei wesentliche Forderungen, erstens, dass man sich nicht selbst rächen, sondern a) in justiziablen Fällen den Richter einschalten solle, der dann Geldstrafen verhängt (das berühmte »Auge um Auge, Zahn um Zahn« verbietet Selbstjustiz und Übermaß); b) in allen anderen Fällen, in denen juristische Gerechtigkeit nicht zu erlangen ist, also in fast allen, soll man die Rache Gott überlassen und keinesfalls sich selbst rächen. Die zweite Forderung ist, dass man seinen Nächsten lieben und seinem Feind gelegentlich Gutes tun soll. Das steht im AT, nicht erst im NT.

Das Neue des NT ist nicht ein Was, sondern ein Wie: Wie der Gott Israels uns Menschen nahe kommt, nämlich in einer Weise, von der das AT nicht einmal zu träumen wagt, Gott wird Mensch, mehr noch und typisch partikular, Gott wird Jude.

Der durch Jesus vermittelte Umgang mit dem AT ist nicht fundamentalistisch, sondern christlich, das heißt kritisch oder gefiltert. In seiner Predigt »Unterrichtung, wie sich die Christen in Mosen sollen schicken« (1526) hat Luther das sehr schön, wenn auch verkürzt exemplifiziert. Die Gesetze, z.B. die Zehn Gebote, sind »der Juden Sachsenspiegel« und gehen uns nur insoweit etwas an, als sie mit der allgemeinen Vernunft übereinkommen. Aber die Hinweise auf Gottes Worte und Handeln im AT interpretieren Christen nach dem Vorbild Jesu und der Apostel als Verheißungen auf Jesus Christus, wenngleich das vor 2000 Jahren nicht weniger abenteuerlich war als heute. Das ist christlicher Konstruktivismus. Denn im AT, so Slenczka ebenso richtig wie banal, steht nichts von Jesus. Die konstruktivistischen Methoden christlicher Schriftauslegung des AT sind selbstverständlich zeitgebunden, allegorisch wie bei Paulus, pfiffig wie bei Jesus, kabbalistisch-pythagoräisch-neuplatonisch wie bei Knorr von Rosenroth, biblizistisch wie bei Bonhoeffer, historisch-kritisch wie beim Alttestamentler Otto Kaiser – aber darin, in diesen partikularen Auslegungs- und Denkschemata bricht der Heilige Geist sich Bahn, um auf Jesus zu weisen, der wiederum auf den Vater hinweist. Das jedenfalls glauben (eine Reihe) Christen mit guten, das heißt rationalen Gründen, die sie dem NT entnehmen.

Das Verhältnis von NT zum AT ist daher sehr speziell und bis heute Streitgegenstand. Am meisten leuchten mir Einsichten des Marburger Systematikers und Religionswissenschaftlers Carl Heinz Ratschow ein: Das Verbindende zwischen AT und NT ist nicht das Schema von Verheißung und Erfüllung (das geht nicht auf), sondern das Verbindende ist derselbe Gott, von dem beide reden. Der Vater Jesu Christi, unser Gott, ist der Gott Israels. Das zeigt sich in der Strukturanalogie seines Handelns, das typische Züge erkennen lässt: raum-zeitlich verhüllt/verborgen, partikular, sich aufs höchste verändernd, überraschend, mit Humor und Vorliebe fürs Niedrige und Kleine, einer Schwäche für Großmäuler und Sünder aller Art, leidend.

Das Neue des NT gewinnt »erst« mit der Auferweckung Jesu Kraft (Pfingsten). Dieses Neue, eine anscheinend universale Nähe Gottes, ist solange spiritualistisch und abstrakt gefährdet, als es ohne Israels Glaubenszeugnis von Gott verstanden wird. Das AT lehrt Christen die Schöpfung zu sehen, die Leiblichkeit des Lebens hochzuschätzen. Das AT lehrt Christen (Griechen), dass Gott im Werden ist, nicht im Sein. Diese Dynamik Gottes ist wiederentdeckte Erkenntnis jüdischer Kabbala, Jakob Böhmes, Isaac Newtons und atl. Wissenschaft. Das AT lehrt Christen (Griechen) weiterhin, dass Gott im Detail steckt (nicht der Teufel, der sitzt im Allgemeinen!). Deshalb gehört die jüdische Bibel als »AT« zum christlichen Kanon und gehört zugleich ganz dem Volk Israel.

Judentum und Christentum

Das Judentum ist für Christen keine Religion wie jede andere, es ist die Religion Jesu, unseres Herrn. Der Glaube Jesu vereint Juden und Christen, der Glaube an Jesus Christus trennt sie (Schalom Ben Chorin). Das Verhältnis zu Juden sollte, schreibt Paulus, ein Konkurrenz- oder Eifersuchtsverhältnis sein, wobei Israel das erwählte Volk Gottes bleibt. Stattdessen haben Christen Juden oft vom Heil ausgeschlossen, gehasst, verfolgt, ermordet, jedenfalls kein Beispiel gegeben, dem es sich gelohnt hätte, nachzueifern. Luther schreibt 1523: »Unter diesen Umständen würde ich als Jude eher eine Sau als ein Christ werden.« Wenn wir endlich über die jahrtausendlange antijüdische Einstellung Buße tun, darf das aber nicht zur Vereinnahmung des AT dergestalt führen, dass wir das Neue des NT kleinreden und in einem jesuanischen Glauben meinen, wir seien eigentlich wie die Juden und gehörten in ihren Gottesbund. Das ist eine räuberische Unverschämtheit gegenüber dem Judentum und eine Verleugnung des Auferstandenen. Wenn wir als deutsche Christen allerdings auf Judenmission verzichten, dann hat das nicht religiöse Gründe, sondern ist Ausdruck des Anstands gegenüber Juden und der Scham gegenüber Gott.


II. Das AT zu Berlin

Entwicklungsgeschichte der Religionen

Friedrich Schleiermacher hat in aufklärerisch-idealistischer Manier das AT gegenüber dem NT abgewertet. Zeige doch das Judentum mit seinem AT gegenüber dem NT einen überwundenen Entwicklungsstand der Religion. Diese Bewertung hat dann bei Schleiermacher übrigens auch erhebliche religionspädagogische Auswirkungen. Das Wesentliche kann man der fünften seiner Reden »Über die Religion« (1799) entnehmen und §§12 und 132 seiner Glaubenslehre (1830/31).Sicherlich, der Erlöser kam aus dem Judentum; das habe aber nicht mehr zu sagen, als dass »ein allgemeiner Erlöser nicht anders als« in einer monotheistischen Religion habe geboren werden können. Diese habe er aber über sich selbst hinausgeführt. Zwar atmen manche, vor allem Psalm-Worte und Propheten des AT den Geist des frommen Selbstbewusstseins Jesu, insgesamt jedoch entspräche die sich im AT ausdrückende Religiosität nicht dem christlichen Selbstbewusstsein. Die atl. Frömmigkeit sei partikular, exklusiv auf ein Volk und einen Gott des Gesetzes und der Vergeltung konzentriert, deshalb wähle die Kirche auch sehr genau aus, welche (wenigen) atl. Texte sie im liturgischen Gebrauch verwende.

Jesu Beheimatung im Judentum und AT war für seine neuausgerichtete Religion der universalen Liebe Gottes nicht konstitutiv, sondern historisch. Deshalb sei das AT für heutige Christen nicht notwendig, ja, es wird weiter an Bedeutung verlieren. Die Religion des auf Jesus sich beziehenden frommen Selbstbewusstseins findet ihre eigene Sprache in der Rede von Gott, dem Schöpfer und Erlöser.

Das Wesen des Christentums und des Judentums

Adolf Harnack geht ebenfalls von einem Entwicklungsgedanken der Religion aus, wenn er das Wesen des Christentums als Liebe gegenüber dem gesetzlich denkenden Judentum bestimmt. Als Folie für seine Überlegungen dient ihm Markion († um 160), dem er nach Vorarbeiten seit 1870 50 Jahre später eine ebenso gründliche wie glänzend geschriebene Studie widmet. »Markion. Das Evangelium vom fremden Gott« lautet der Titel seines 1921 erschienenen Werks, in der er ihn teilweise rehabilitiert.

Mit großen Erfolg verkündete Markion, gnostisch beeinflusst, den fremden Gott, den Jesus offenbart hat und Vater nennt, den die Kirche aber nicht recht erkennt, weil sie ihn, Jesus missverstehend, mit dem Gott Israels, dem Schöpfer identifiziert. Der Gott Israels sei der böse, weil der Materie verfallene »Handwerker«, der die Menschheit mit seiner Schöpfung gefangen hält. Jesus habe den wahren, bislang unbekannten Gott verkündet, den auch Paulus den Athenerinnen bekanntmachte, der nichts als Liebe ist und die Seelen von der Schöpfung und dem Leib befreit zu einer spirituellen Lichtexistenz.

Im Jahr 144 trennte sich Markion mit zahlreichen Anhängern von der Gemeinde in Rom. Ihm wird ein weitgehend von jüdischen Gedanken freies NT zugeschrieben, das vor allem Texte des Lk. und die Paulusbriefe enthielt. Es könnte aber auch sein, dass Markion dieses Evangelium als Vorstufe unserer Evangelien bereits vorfand, also nicht selbst redigierte, so in diesem Jahr der Dresdner Theologe Matthias Klinghardt in einer ausführlichen Arbeit.3 Das würde übrigens die Zwei-Quellentheorie, wie wir sie unseren Studentinnen beibringen, über den Haufen werfen …

Das AT verwarf Markion gänzlich. Die Kirche hat dies nicht mitgemacht und ihn als Ketzer verurteilt. Harnack widersprach Markion trotz großen Einfühlungsvermögens und Sympathie ebenfalls und wollte das AT keineswegs abschaffen. Aber er gab ihm mit der These Recht, dass sich Jesus und damit das Christentum in ihrem Gottesbild grundlegend von dem Israels, des Judentums, des AT unterschieden. Die Religion Jesu habe sich über die Reformation und Aufklärung zu einer sittlich höheren Stufe entwickelt, indem sie die bedingungslose und universale Vaterliebe Gottes verkündet. De facto hat die Kirche das AT nur noch in dem Maße rezipiert, in dem es durch Umwertung und Auswahl zum Wesen des Christentums passte. Damit aber kann von der in den Bekenntnisschriften behaupteten Kanonizität des AT nicht mehr die Rede sein, sie habe lediglich den Status wie die Spätschriften des AT, »gut und nützlich zu lesen, aber der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten«. Harnack resümiert: »das AT im 2. Jahrhundert zu verwerfen, war ein Fehler, den die große Kirche mit Recht abgelehnt hat; es im 16. Jahrhundert beizubehalten, war ein Schicksal, dem sich die Reformation noch nicht zu entziehen vermochte; es aber seit dem 19. Jahrhundert als kanonische Urkunde im Protestantismus noch zu konservieren, ist die Folge einer religiösen und kirchlichen Lähmung.«4

Kanonische Geltung des AT?

Notger Slenczka, auch Berliner Theologieprofessor, gab in dem erwähnten Aufsatz von 2013 einen Denkanstoß. Er schreibt einleitend: »›Provocare‹ heißt: herausrufen. Wer sich in Selbstverständlichkeiten eingerichtet hat, hat es verdient, durch Infragestellung dieser Selbstverständlichkeiten aus ihnen herausgerufen zu werden. Das ist die Absicht des folgenden Textes. In ihm bündele ich vorausgehende Überlegungen zu der These, dass das AT in der Tat, wie Harnack vorgeschlagen hat, eine kanonische Geltung in der Kirche nicht haben sollte.«5

Ich habe diesen Aufsatz mit Freude gelesen, weil hier eine gründliche, präzise mit Quellen arbeitende, nachdenkliche und zum Denken herausfordernde Studie vorliegt – gerade weil die These Slenczkas so quer liegend und zugleich gut begründet erscheint. Nachdem der Verfasser das dynamische reformatorische und das eher statische nachreformatorische Verständnis des AT skizziert hat, wendet er sich der Darstellung der abwertenden Einstellungen Schleiermachers und Harnacks zu, um dann die Diskussionslage in der atl. Wissenschaft als Untermauerung seiner These herauszustellen. Letzteres und die Ausführungen der differenzierten, aber eben auch abwertenden Meinung Bultmanns zum AT als einem christlich-kanonischen Buch seien hier übergangen.

Ein wichtiger Abschnitt ist Slenczkas prägnante Paulus-Exegese, vor allem zu Röm. 9-11, in der er dessen das AT und Israel aneignende Position als für spätere Heidenchristen nicht mehr nachvollziehbar bezeichnet. Kurze Prozesse mit dem Urteil Antijudaismus sind auch hier gegenüber Slenczka unangebracht, obwohl seine Interpretation erst einmal gar nicht gefällt. Eine Stellungnahme hierzu, wäre wichtig, würde aber einen eigenen Aufsatz erfordern, fällt also aus.

Am Schluss präsentiert Slenczka, das Vorige zusammenfassend, seine These, dass man das AT aus Respekt vor dem Selbstverständnis des Judentums nicht christlich vereinnahmen dürfe, sondern als religionsgeschichtliche Vergangenheit des Christentums anzusehen habe, in der heutige Christen nicht angesprochen sind. Dies zeige sich auch inhaltlich: »… die Entfremdung des christlichen Glaubens von seiner Vorgeschichte [ist] … die Folge der Fremdheit der Texte, die Schleiermacher ebenso wie Harnack identifiziert hat: Wenn jemand ernsthaft die Texte des Alten Testaments in ihrer Gänze liest und überschaut, wird er oder sie sich nur in engen Grenzen dazu imstande sehen, sie als Ausdruck des Gottesverhältnisses zu lesen und zu verstehen, das sein christlich-religiöses Bewusstsein ausspricht und das er in den Texten des NT wiedererkennen und begründet sehen kann. Es ist faktisch so, dass wir den Texten des AT in unserer Frömmigkeitspraxis einen minderen Rang im Vergleich zu den Texten des NT zuerkennen … – die üblichen Zuordnungsschemata reflektieren lediglich dieses deutliche ›Fremdeln‹ des frommen Selbstbewusstseins.«6

Die Passionsgeschichte des AT in Berlin

Wir sind mitten in der Passionsgeschichte des AT in Berlin, die nach mehreren Seiten wirkt. Zum einen litt das AT, indem die judenabwertenden Positionen Schleiermachers und Harnacks 2000 Jahre alte unchristlich-antijudaistische, antijüdische Aversionen bestärken konnten. Nur ein Beispiel. Der Berliner Philosoph und Pädagoge Friedrich Paulsen schrieb Anfang des 20. Jh. durchaus im Gefolge Schleiermachers: »Wollen die Juden an unseren Angelegenheiten als voll- und gleichberechtigte Bürger teilnehmen, so müssen sie die Konsequenz ziehen und aufhören, Juden sein zu wollen.«7

Zum anderen, Salomo, der weiseste aller Weisen, warnte: Denken kann wehtun; und wir wissen, dass wir dem Leid auch dort gern ausweichen, wo es unvermeidlich zu unserem Leben gehört, das fängt ja nicht erst in der Schule an. Die meisten im Frühjahr publizierten Kritiken an Slenczka sind ein Skandal und offenbaren mehr über die Verweigerung zu denken oder über böse Absichten als über Slenczkas Aufsatz. Gerade wenn man, wie ich, seinen Folgerungen nicht zustimmt und, wie er, im christlich-jüdischen Verhältnis engagiert ist, darf die Liebe zu den Juden kein Grund sein, in Überempfindlichkeit Unschuldige des »Antijudaismus« zu zeihen. Damit tut man der Sache keinen Dienst und redet falsch Zeugnis wider seinen Nächsten.

Slenczka hat eine Ungeschicklichkeit selbst eingeräumt, dass er mit ausschließlich differenziert denkenden Leserinnen gerechnet habe. Der Aufsatz war ja Fachliteratur, keine populäre Veröffentlichung. So hätte er ein abwertendes Zitat Harnacks nicht ohne Distanzierung so stehen gelassen. Es waren aber gerade Fach-Theologen mit Fach-Verstand gewesen, die daran Anstoß nahmen …

Ist für Christen nur das NT als Heilige Schrift anzusehen, nicht aber das AT?

Nach dem zuvor Gesagten wäre es eher umgekehrt; das AT ist Heilige Schrift, das NT lediglich die christliche Leseanleitung dazu. Die Göttlichkeit oder Heiligkeit des NT liegt nicht im Geschriebenen, sondern im Bezeugten; oder wie Paulus sagt: im Geist, nicht im Buchstaben. Dies Bezeugte ist etwas, was auf Schritt und Tritt mit Verweis auf das AT belegt wird. Daher sollte das AT im Kanon der christlichen Bibel verbleiben.

Wir haben nun einmal unsere kanonische Bibel, die lediglich suggeriert, dass AT und NT »in gleicher Weise« Wort Gottes seien; in der Praxis aber werden sie zu Recht sehr differenziert gelesen und ausgelegt wird, nämlich durch die ntl. Brille. Kanon oder Gottes Wort ist doch keine Begründung für einen fundamentalistischen, vielmehr für einen differenzierten, auch auswählenden Umgang mit der Bibel. Deshalb trägt Slenczka Schnauzen nach Berlin oder Eulen nach Athen, wenn er vorschlägt, das AT für nicht kanonisch zu halten. Vielmehr müsste sein Kanonbegriff (und der seiner Gegner!) geklärt werden.

Zeigt das AT den partikularen Gott eines Volkes statt den universalen Gott der Liebe?

Hier ist ernsthafter Widerspruch anzumelden: Partikularität ist doch ein typisches Strukturmerkmal des prototypischen Handelns Gottes. Streiche ich dieses, verliere ich auch die eschatologische Universalität des Heils. Partikularität ist kein Defizit, sondern die uns Menschen allein mögliche Weise, Universalität zu lernen. Die Partikularität Gottes hat stets etwas Prototypisches, also etwas, das auf Verallgemeinerung hin angelegt ist. »In Abraham sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden!« Ebenso war Jesus »nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel«, nicht zu Heidinnen. Der Geist Gottes aber, der Jesus von der Partikularität auferweckt hat, der versetzt die von Schleiermacher und Harnack abfällig genannten Stammesbrüder und -schwestern auf einmal in Bewegung, Grenzen zu überschreiten. Aber man sollte sich hüten, hier von einer Entwicklung zu reden. Gott hat sich nicht von einem w/Wüsten-Stammesgott zu einem zivilisierten Gott für alle entwickelt, vielmehr handelt der Schöpfergott und Erlöser aller Menschen, Pflanzen, Elektronen und Goldhamster offensichtlich höchst partikular, ungerecht, sub contrario, aufs höchste wandelbar – und meint doch alle.

Das ist zu erläutern. Natürlich sind manche Texte ziemlich fremd, wie der beinahe tödliche Überfall Gottes auf Mose, der nur mit Hilfe einer Not-OP abgewendet werden konnte (Ex. 4), die Serpentinentherapie in der Wüste (Num. 21) oder Davids Kriegs-Gottes-Lottogegen die Palästinenser (2. Sam. 5). Es wäre aber übergriffig zu sagen, Gott habe sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Der Begriff Entwicklung gehört in die Ideologiekiste der Aufklärung. Was wir aber sagen können: Gott wandelt sich, er ist aufs höchste wandelbar (Deus est mutabilis quam maxime, Luther) oder wie David über Gott singt: »Bei den Heiligen bist du heilig, bei den Frommen bist du fromm, bei den Reinen bist du rein, und bei den Verkehrten bist du verkehrt.« (2. Sam. 22,26f = Ps. 18,26f)

Solche Geschichten sind für uns, natürlich auch für heutige Juden, kein Vorbild und keine Verheißung, ebenso wie Jesus den atl. Vorschlag, Beherbergungsreklamationen mit Hilfe des Flammenwerfers zu regulieren (Lk. 9), widerwärtig findet; aber Israel wollte diese Geschichten aus der Frühzeit seiner Geschichte mit Gott nicht tilgen und verleugnet damit nicht eine historische Realität oder Erinnerung oder Empfindung, die aber zur eigenen Vergangenheit gehört. Und da gibt es ja auch sehr andere, anrührende Geschichten. Gleichwohl handelt Gott mal partikular, Jakob liebt er, Esau hasst er; mal versteckt er sich im Gegenteil, Jesu Scheitern am Kreuz wird zum Heil der Natur. Dies zeigt, dass wir nicht in der Lage sind, Gott als Gott in seinem Handeln zu verstehen, dass wir aber umso mehr wissen sollen, wo wir Gottes Zuwendung und seine Forderung lesen und erfahren können und an welchen Gott wir uns halten, den in Jesus.

Sind uns die Texte des AT eher fremd?

Die von Slenczka mit Schleiermacher herausgestellte Fremdheit der Texte des AT entspricht zum einen durchaus der unserem Leben nicht unbekannten Fremdheit Gottes, der verborgen ist, bald sein Antlitz über uns leuchten lässt, bald sich verstellt, sub contrario und weiß Gott wie handelt. Gott ist Gott und kein religionspädagogischer Teddy, der niemandem etwas tut.

Zum anderen ist diese Fremdheit der Texte des AT keineswegs durchgängig, wie jüngst der Ägyptologe Jan Aßmann in der FAZ entgegnete. Denn das AT, das die Christen den Juden unter den Füßen weggezogen haben (Nietzsche), gehört fest in das europäische Kulturgedächtnis.

Und schließlich hilft eine gewisse Fremdheit der Texte, also Distanz, zum angemesseneren, neuen Verständnis.


III. Was es heißt, eine Bibel zu haben

Für Christen ist Christus, das eine Wort Gottes, das Gott »zuletzt« gesprochen hat und das noch heute den Tarik, morgen die Leyla ergreift, dass ihnen ein Licht aufleuchtet, sie ihr Herz und ihren Kopf weiten in einer beinahe unerschütterlichen Gewissheit, dass sie Gott gegenüber den Rücken frei haben und mit Zuversicht in die Zukunft blicken und die gegenwärtigen Aufgaben anpacken können in dem Wissen, dass ihre Arbeit nicht vergeblich ist. Das nennt man wohl eine Wirkung des Heiligen Geistes.

Eine Bibel haben heißt in diesem Zusammenhang nicht, das Wort Gottes haben, sondern lediglich »auf Draht sein«. Auf diesem alten Draht, dem Träger einer manchmal Lang-, manchmal Ultrakurzwelle, kann das Gelesene für Leyla zu einem Liebesbrief ihres Schöpfers werden und das Gehörte für Tarik zu einem Anruf Gottes. Aber eine Garantie dafür, dass das geschieht, gibt es nicht.

Die Bibel ist vielmehr Niederschlag des »Geschreis der Barmherzigkeit« und ein »fahrender Platzregen« (Luther), der nicht konserviert werden kann. Darüber hinaus ist eben der christliche Umgang mit der Bibel kritisch und auswählend. Jesus wählte aus dem AT aus und machte Auslassungen. Den Jüngerinnen verbot er die applikationsnahe Lektüre des 1. Buchs der Könige; beim Vorlesen eines Abschnittes aus Jesaja ließ er den Gerichtsgedanken unter den Tisch fallen usw. Paulus findet mit Hilfe allegorischer Deutung Sachen im AT, die dort nicht stehen.

Deswegen heißt eine Bibel haben, einen Kanon, noch nicht, dass ich verpflichtet bin, sie rationalistisch-fundamentalistisch zu lesen. So muss auch schon aus diesen hermeneutischen Gründen das AT nicht so schnell als apokryph erklärt werden, um die spezielle Leseweise des AT zu sanktionieren. Ich muss nicht nur mit Luther fragen, wem etwas in dieser Bibel und zu welcher Zeit gesagt ist, sondern zur Berücksichtigung der Zeit gehört auch die Berücksichtigung gegenwärtiger hermeneutischer Möglichkeiten und Fähigkeiten. Jesus liest die Bibel anders als Paulus, Luther anders als Bonhoeffer, der mit seiner Betonung der »Diesseitigkeit« ja an den schwäbischen Pietismus anknüpft. Friedrich Christoph Oetinger drückte das so aus, dass neben Geist und Sinn der Heiligen Schrift auch der sensus communis und die »Schickungen Gottes« berücksichtigt werden müssen, wolle man nicht in einen sektenhaften Bibelgebrauch abgleiten.

Kein Mensch nimmt heute etwa die reformatorischen Bekenntnisschriften wörtlich, die behaupten, dass AT und NT »in gleicher Weise« Gottes Wort seien. Aber wir nehmen sie ernst; diese Unterscheidung zwischen Wörtlich- und Ernstnehmen unterscheidet uns eben von Till Eulenspiegel und Dorothea Fundi.

Wenn ich den Vorschlag Slenczkas ablehne, dem AT den Rang eines christlich-kanonischen Buches abzusprechen, womit er ja nicht meint, »das AT abzuschaffen« oder Bibeln ohne AT zu drucken (die es seit Jahrhunderten gibt), dann aus fünf Gründen:

1. Das Judentum und seine Bibel sind für Christen durch Jesus und die Apostel nicht nur zufällig religionsvorgeschichtlich von Bedeutung, sondern axiomatisch, grundsätzlich. Gott wurde nicht einfach Mensch, er wurde Jude.

2. Nicht ein unbekannter oder fremder Gott handelt in Israel, sondern der Vater Jesu Christi, den wir »Vater« nennen sollen (das würde Slenczka wohl auch so sagen).

3. Daher lesen Christen die jüdische, hebräisch-aramäisch-griechische Bibel, hinsichtlich ihrer Rezeption anders als Juden; sie wird somit zum »AT«: Mosche Teitelbaum und Jael Makabi haben an Passah 5775, was nach christlicher Zeitrechnung 2015 ist, in Prenzlauer Berg mit Freude bekannt, dass sie der Ewige aus Mizrajim geführt, sie in den Sinai-Bund aufgenommen und zusammen mit ihrem Volk zum Licht der Völker berufen hat.– Das hingegen glaubten Lydia Evangelista und Christian Bolle nicht, als sie jüngst an Ostern in Pankow »Christ ist erstanden« sangen und an diesem Ostersonntag zugleich den Geburtstag der Schöpfung begingen.

4. Denn das ist nun entscheidend, dass der Gott Israels und der Christen- und Christinnengott gestern, heute und in Ewigkeit derselbe ist. Wenn nicht, verliert das Christentum seine Leiblichkeit, Bodenhaftung, Konkretheit. Was bliebe, wäre eine spiritualisierende, abstrakte Idee, die nun auch in den Texten des NT keinen Grund mehr fände.

5. Eine Bibel haben, heißt damit auch, dass ich Zeugnisse des Handelns Gottes in der Geschichte lese. Paulus glaubt nicht an die Botschaft von der Auferweckung Jesu, sondern an Jesus, den Auferstandenen. Anders gesagt, Paulus adaptiert nicht das sich in den Zeugnissen aussprechende religiöse Selbstbewusstsein, sondern vertraut dem Auferstandenen, woraus allerdings ein religiöses Selbstbewusstsein folgt, aber noch viel mehr: Handeln und eine neue Kreatur.

Eine Bibel zu haben, heißt, auf Draht zu sein, nicht aber die universale Wahrheit, von der sie zeugt, zu haben. Als alter Radiobastler fällt mir ein: auf Empfang (Rezeption) zu gehen. Die Zwischenfrequenztechnik der 20er Jahre, macht es sehr schön deutlich: »Super« hießen diese neuen Radios, genauer Superheterodyn-Empfänger – »über eine andere Kraft«. Genau das heißt, eine Bibel zu haben: Über eine andere Kraft kann uns die Bibel Neuen und Alten Testaments zum Wort Gottes werden. Das entlastet die Kanondiskussion, aber der Empfänger bleibt wichtig.


Anmerkungen:

1 Abschiedsvorlesung am 15. Juli 2015 an der PH Schwäbisch Gmünd.

2 Slenczka, Notger: Die Kirche und das Alte Testament. In: Elisabeth Gräb-Schmidt (Hg.): Das Alte Testament in der Theologie. MJTh XXV. Leipzig 2013, 83-119. Diesen Aufsatz und eine Dokumentation der Texte zum Streit um Slenczkas These unter https://www.theologie.hu-berlin.de/de/st/AT.

3 Klinghardt, Matthias: Das älteste Evangelium und die Entstehung der kanonischen Evangelien. 2 Bde. TANZ 60,1-2. Tübingen 2015. 1279 S.

4 Harnack, Adolf von: Marcion. Das Evangelium vom fremden Gott. Leipzig 19242, 217.

5 Slenczka in dem in Anm. 2 angeführten Aufsatz auf S. 83.

6 Ebd., 119.

7 Paulsen, Friedrich: System der Ethik, z.B. 6. Aufl. 1903, 559; zitiert bei Blum, Matthias: Schleiermacher – ein Judenfeind?, 2010,211.

 

Über die Autorin / den Autor:

Prof. Dr. Martin Weyer-Menkhoff, Jahrgang 1949, 1979-1994 Pfarrer in Idstein/Ts., seit 1994 Professor für Ev. Theologie/Religionspädagogik an der PH Schwäbisch Gmünd.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 10/2015

3 Kommentare zu diesem Artikel

20.11.2015
Ein Kommentar von Martin Weyer-Menkhoff


Sehr geehrter Herr Otto, vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Nein, kein Druckfehler, aber eine biblizistische Anmerkung, freilich cum grano salis oder mit einem Augenzwinkern: Weil doch Johannes der Seher als einziger Schriftsteller des NT die Integrität seines Buches in 22,18f mit einem Fluch bewehrt, so wie das Wort Gottes im Deuteromium (4,2). Darüber hatte sich ja schon Luther aufgeregt.
20.11.2015
Ein Kommentar von Martin Weyer-Menkhoff


Sehr geehrter Herr Otto, vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Nein, kein Druckfehler, aber eine biblizistische Anmerkung, freilich cum grano salis oder mit einem Augenzwinkern: Weil doch Johannes der Seher als einziger Schriftsteller des NT die Integrität seines Buches in 22,18f mit einem Fluch bewehrt, so wie das Wort Gottes im Deuteromium (4,2). Darüber hatte sich ja schon Luther aufgeregt.
15.11.2015
Ein Kommentar von Friedhelm Otto


Was heißt die Bemerkung W.-M.s zur Offenbarung des Johannes - ist da im Text was kaputt? Da steht: "Das NT freilich redet uns an. Es ist allerdings nicht Heilige Schrift (mit Ausnahme der Offenbarung des Johannes natürlich!), sondern Auslegung einer Heiligen Schrift..."

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Pfingstsonntag
9. Juni 2019, Johannes 14,15-19.(20-23a)23b-27
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