Luthers Wallfahrtskritik als Wegweiser für heutiges Pilgern
Lutherisch Pilgern

Von: Detlef Lienau
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Pilgern ist auch unter evangelischen Christen »in«. Ist Luthers Kritik am Pilgerwesen damit praktisch überholt? Detlef Lienau sucht nach dem konstruktiven Potential in Luthers Kritik und macht sie als Wegweiser für evangelisch orientiertes Pilgern heute stark.


Immer mehr Evangelische pilgern. Häufig wird gefragt, ob ihr Pilgern angesichts von Luthers Kritik legitim sei. Sie antworten, diese Kritik treffe heutiges Pilgern nicht mehr. Ich möchte darüber hinausgehen. In meinem Beitrag gehe ich vom konstruktiven Potential der Kritik Luthers aus und mache sie als Wegweiser für evangelisch orientiertes Pilgern heute stark. Zuerst wird Luthers Kritik am Pilgern dargestellt. Diese wird auf die Grundlinien lutherischer Spiritualität bezogen. Daraus ergeben sich Leitlinien für ein Pilgern, das nicht hinter die Einsichten der Reformation zurückfällt. Aus dem vierfachen solus Luthers ergibt sich für heutige Pilger: sie öffnen sich sinnlicher Erfahrung, suchen Abstand vom Gewohnten, geben sich aus der Hand und eignen sich das Erlebte an. Dies wird für die konkrete Gestaltung des Pilgerns entfaltet.


Luthers Wallfahrtskritik

Seit es Wallfahrten gibt,1 werden sie auch kritisiert. Die Alte Kirche kennt drei Hauptargumente dagegen:2 1. Gott ist in der Gemeinde anwesend: »Viel vermag die Gemeinschaft der Kirche, … es ist nicht notwendig, dass man übers Meer fährt, dass man eine lange Wallfahrt macht, in der Kirche und zu Hause lasst uns eifrig zu Gott beten, und er wird die Bitten erhören.« (Chrysostomos); 2. Gott lebt im gläubigen Herzen: »Der dich erhört, ist nicht außer dir. Gehe nicht in weite Fernen, steige nicht in die Höhe, als ob du ihn so gleichsam mit Händen greifen könntest.« (Augustinus); 3. Gott ist nur im Glauben, nicht in der Sichtbarkeit zu erkennen: »Es ist nicht recht, dass du meinst, deinem Glauben fehle etwas, weil du Jerusalem nicht gesehen hast« (Hieronymus). Ähnliche Argumente finden sich in der reformatorischen Wallfahrtskritik wieder.

Luther mag über Johannes von Paltz mit einem Typ selektiver mittelalterlicher Wallfahrtskritik in Berührung gekommen sein. Von Paltz, der ihn 1505/06 am Erfurter Augustinerkloster unterrichtete, unterscheidet zwischen lobenswerten Fern- und tadelnswerten Nahwallfahrten. Er gibt fünf Ratschläge, wie man von der Krankheit des Wallens geheilt werden könne: 1. Mit dem Willen der Versuchung des Wallens widerstehen, 2. den Rat guter Menschen beherzigen, 3. ein Kruzifix anschauen, 4. Ruhe bewahren und 5. schlafen gehen.3


»Es mag meinetwegen laufen, wer nicht bleiben kann«

Luther übt deutliche Kritik an Wallfahrten. An über 250 Stellen kritisiert er diese, vor allem die nach Rom und Santiago.4 Die Kritik zeigte Wirkung und in den reformatorischen Gebieten kam das Wallfahren für die folgenden Jahrhunderte fast vollständig zum Erliegen. Er selbst hat sich 1510 auf eine Fußwallfahrt nach Rom begeben. Diese Erfahrung fließt später in seine Wallfahrtskritik ein: »Zum zwölften, dass man die Wallfahrten gen Rom abtäte. … Das sage ich nicht darum, dass Wallfahren böse sei, sondern dass sie zu dieser Zeit übel geraten, denn sie zu Rom kein gutes Exempel, sondern eitel Ärgernis sehen, und wie sie selbst ein Sprichwort gemacht haben: ›Je näher Rom, je ärgere Christen‹, bringen sie mit sich Verachtung Gottes und von Gottes Geboten.«5

Luther schwankt zwischen einer Verurteilung der Wallfahrt als widergöttlich und einer toleranten Haltung: »es mag meinetwegen laufen, wer nicht bleiben kann.« Er spielt sogar selbst mit dem Gedanken an eine Wallfahrt ins Heilige Land.6 Aber Wallfahren kann das Heil gefährden, da es verunsichert und irritiert. Darum empfiehlt Luther in seiner Jakobus-Predigt: »Hat aber jemand ein Gelübde getan, zu Sankt Jakob zu reisen oder an andere Orte, der lass es hinfahren. Es ist ein Gelübde wider deine Seligkeit, denn Gott hat keinen Gefallen an den Narrenwerken noch an solchen Gelübden. Doch sollst du solch ein närrisch und ungöttlich Gelübde bereuen und Gott um Gnade bitten, dass er dir solche Unwissenheit und Unglauben wolle verzeihen.«7


»Laß raisen wer da wil, bleib du dahaim«

Grundsätzlichere und im engeren Sinn theologische Gründe führt Luther mit der Heiligenverehrung an, die auf die Fürbitte der Heiligen abzielt. Bezüglich der Reliquien von Jakobus in Santiago kommt hinzu, dass die Bibel nichts vom Wirken des Apostels in Spanien berichtet. Darum ist es mehr als ungewiss, ob seine Gebeine dort tatsächlich liegen. Selbst wenn dies so wäre, ignoriert man sie am Besten: »Der heilige Jacobus ist groß beachtet bei Gott. … Nun lieset man von St. Jacob nicht Mehr, denn daß ihn Herodes mit dem Schwert habe getödtet. Das ist es alles, was Lucas in den Geschichten der Apostel schreibet. Wie er aber in Hispaniam kommen ist gen Compostel da die groß walfahrt hin ist, da haben wir nu nichts gewiß von dem. … Darumb laß man sy ligen und lauff nit dahin, dann man waißt nit ob sant Jakob oder ain todter hund oder ein todts roß da liegt, … laß raisen wer da wil, bleib du dahaim. … Gott geschieht eine große Unehre; denn er hat das nicht befohlen. … Denn Gott will mit ihm nicht gehandelt haben mit Werken, sondern allein mit dem Glauben.«8


»Durch unsere Gedanken und Herzen zu Gott spaziren«

Mit dem letzten Satz zielt Luther auf den fundamentalen Punkt der Werkgerechtigkeit, die mit dem Ablasswesen der Wallfahrtsorte gegeben ist. Vielmehr geht es um die Aneignung der Gnade im Glauben. Darum ist die Veräußerlichung zu kritisieren, die das Erlebnis des Spektakulären sucht. Die Christen sollen den bewährten Bahnen des Gewöhnlichen folgen, statt sich am Erlebnis des Besonderen zu berauschen. Stattdessen empfiehlt Luther das Lesen der Bibel und überhaupt die Teilnahme an den Sakramenten in der heimischen Kirchengemeinde: »Etwan im Papstthum that man Wallfahrten zu den Heiligen, ginge gen Rom, Jerusalem, Compostel, zu Sanct Jacob, für die Sünde genug zu thun und bezahlen; aber jetzt könnten wir rechte christliche Wallfahrten thun, die Gott gefielen, im Glauben; nämlich wenn wir die Propheten, Psalmen, Evangelisten etc. mit Fleiß läsen, da würden wir nicht durch die heiligen Städte, sondern durch unsere Gedanken und Herzen zu Gott spaziren, das ist, das rechte gelobte Land und Paradies des ewigen Lebens besuchen.«9

Sicher spielt auch Luthers Angst vor einer Rekatholisierung evangelischer Wallfahrer eine Rolle, da sie an den Heiligtümern von katholischen Geistlichen betreut werden. Auch scheint ein deutlicher Vorbehalt gegen das Vagabundieren durch – als Augustinermönch ist Luther durch die stabilitas loci geprägt. Luthers lehnt die Suche nach dem Spektakulären ab, der »dumme Pöbel« wolle »nur gaffen nach neuen und fremden Dingen«. Darum möchte er die Praxis bändigen und ordnen.10 Es geht ihm nicht gegen das sinnliche Erleben, aber dieses darf nicht zum bloßen Erlebniskonsum werden, sondern muss im Dienst inneren Überzeugung stehen.11 Wallfahrten sind heikel, weil sie ablenken können: »Das ist eine sonderliche Weise der Schrift zu reden, daß gehen, wandeln, Weg, Gang, Fußstapfen und dergleichen wird genommen für Leben, Wandel führen, und für Glauben und Liebe. Denn zu Gott naht man nicht (wie St. Augustinus sagt) durch äußerliche Örter, sondern mit dem Willen, und mit der Liebe; welches heißet mit den Füßen des Herzens und Gemüths zu wandeln. … daß sie um der Geistlichkeit willen gleichsam wider die Geistlichkeit gelaufen sind und laufen noch gen Rom, gen Jerusalem, gen St. Jacob, und andere unzählig viel Städte; eben als wollten sie mit der äußerlichen Weise Gott näher kommen, und gleich als wäre das Reich Gottes nicht inwendig in uns. … daß er (der ungelehrte Pöbel) solches Wallen und Umlaufen weit vorziehe den Übungen der Liebe, dadurch man allein zu Gott laufet.«12


»und läuft den unnotigen, ungewissen, schädlichen Teufelsirrwischen nach«

Ablenken können Wallfahrten nicht nur von den Sakramenten und der persönlichen Aneignung, sondern auch vom verantwortlichen Leben des Glaubens im Alltag. Der Christ hat mit dem Erfüllen des Normalen vollauf zu tun. Er soll sich in Beruf, Familie und Gesellschaft bewähren und nicht aus dem Alltag fliehen: »Nun ist das ja gewiß, daß solch Wallfahrten uns nicht gepoten, auch nicht vonnoten, weil wir’s wohl besser haben mugen und ohn all Sunde und Fahr lassen mugen. Warum läßt man denn daheimen eigen Pfarr, Gottes Wort, Weib und Kind etc., die notig und geboten sind, und läuft den unnotigen, ungewissen, schädlichen Teufelsirrwischen nach, ohne daß der Teufel den Papst geritten hat, solchs zu preisen und bestätigen, damit die Leute ja häufig von Christo auf ihr eigen Werk fielen und abgottisch wurden, welchs das Ärgeste dran ist?«13

Luthers Kritik am Wallfahren spiegelt sehr deutlich die Grundlinien seiner Spiritualität wider, die sich im vierfachen solus ausgedrückt findet. Diesen vier Kernpunkten kann seine Wallfahrtskritik zugeordnet werden:14 Wer die Fürbitte der Heiligen sucht, gibt seine Unmittelbarkeit zu Gott auf und schwächt die Konzentration allein auf Christus. Gott selbst wendet sich in der Inkarnation Christi der Welt zu (solus Christus). Reliquien- und Heiligenkult basiert nur auf Legenden und Tradition. Der Christ findet aber in der Bibel Gottes Willen (sola scriptura). Als verdienstliches Werk widerspricht die Wallfahrt dem alleinigen Vertrauen auf Gottes Gnade (sola gratia). Wallfahrt wird oft als bloß äußerliches Geschehen vollzogen. Aber es kommt auf die innere Beteiligung an, die subjektive Aneignung im Glauben (sola fide). So wird verhindert, dass Wallfahren zur Flucht aus dem Alltag wird und von der Erfüllung der bürgerlichen Pflichten abhält, da diese als Felder christlicher Lebensführung neu wertgeschätzt werden. Vielmehr kann das unterwegs Erfahrene als im Glauben Angeeignetes sich zu Hause als fruchtbar erweisen.


Lutherisch orientiertes Pilgern heute

Der Blick zurück in die Reformationszeit zeigt, wie grundsätzlich Luthers Wallfahrtskritik war. Wird heute auf diese Kritik reflektiert, wird ihr gewöhnlich in der historischen Perspektive Recht gegeben: Die Prämissen lutherischer Spiritualität stimmen und sie kritisieren zu Recht die damalige Praxis. Zwar seien die Prämissen weiterhin gültig, aber sie träfen heutige Praxis nicht mehr. Darum stehe nichts dagegen, dass heute auch evangelische Christen und Kirchen pilgern. So wird argumentiert, dass Reliquien- und Ablassfrömmigkeit fast keine Rolle mehr spielten. Man bemühe sich um eine biblische Orientierung des Pilgerns. Das Bewusstsein, sich vor Gott durch Werke beweisen zu müssen, sei ausgestorben. Und die Wichtigkeit der inneren Aneignung, die Erfahrungsorientierung werde gesehen. Luthers Kritik könne mithin in der gegenwärtigen Praxis als aufgenommen und abgearbeitet gelten.

Betrachten wir die heutige Praxis des Fußpilgerns auf Jakobswegen, stellt sich die Sache m.E. differenzierter dar.15 Sicher trifft Luthers Kritik längst nicht mehr in dem Maß wie in ihrer Entstehungszeit zu. Aber auch heute finden sich Formen des Pilgerns, die aus einer lutherisch orientierten Perspektive problematisch sind. Fragt man etwa nach der subjektiven Aneignung im Glauben, finden sich auch heute Veräußerlichung und Erlebniskonsum. Nicht alle Pilger wollen Erfahrungen machen, mit denen sie sich selbst erkennen und entwickeln. Viele sind mehr an der äußeren Durchführung interessiert sind – bei der Vorbereitung nehmen oft die praktischen Aspekte der Ausrüstung und des körperlichen Trainings einen größeren Anteil als die geistige Präparation ein.16 Auch hinsichtlich des sola gratia kann gefragt werden, ob tatsächlich durchgängig der Ertrag des Pilgerns als Geschenk beschrieben wird.

Um Luthers Wallfahrtskritik für heutiges Pilgern fruchtbar zu machen, soll hier nicht der Weg einer kritischen Rekonstruktion, sondern der Weg konstruktiver Orientierung gegangen werden. Es geht nicht um die Frage, ob Evangelische jetzt wieder pilgern dürfen, sondern wie sie gut pilgern können. Worin liegt das konstruktive Potential von Luthers Kritik? Wie kann sie als Wegweiser für evangelisch orientiertes Pilgern heute stark gemacht werden? Die folgenden Überlegungen sind keine zwingenden und notwendigen Ableitungen aus Luthers Wallfahrtskritik und seiner Spiritualität. Vielmehr sind es mögliche Weiterführungen. Sie sind nicht bereits mit Luther gegeben, sondern arbeiten mit den Einsichten Luthers weiter, gehen mit Luther über Luther hinaus. Es geht um ein lutherisch orientiertes und inspiriertes Pilgern.

Bisher ist dieser Beitrag zwei Schritte gegangen: Er hat Luthers Kritik dargestellt und dann die dahinter stehenden positiven theologischen Interessen des vierfachen solus herausgearbeitet. Auf diese beiden rückwärts gewandten Schritte folgen nun zwei vorwärts gerichtete: Zuerst wird nach dem in den einzelnen Punkten sichtbaren für das heutige Pilgern relevanten Thema gefragt. Daraus werden dann für die Praxis des Pilgerns Konsequenzen gezogen: Was widerspricht einem lutherisch orientierten Pilgern und welche positiven Leitlinien können für die Praxis gewonnen werden. Das soll nun für die vier soli durchgeführt werden.


Solus Christus: Gott zeigt sich in der Welt

In der Kritik der Heiligenverehrung geht es darum, dass wir keine Vermittlung zu Gott mehr brauchen, da er in Jesus in die Welt eingegangen ist. Das solus Christus soll hier nicht auf das Verbürgen des Heils, sondern auf die Inkarnation bezogen werden. Die Dinge der Welt sind Gott nicht mehr fern, Gott zeigt sich in dieser Welt, geht in sie ein – freilich ohne in ihr aufzugehen. Gerade hinsichtlich dieser inkarnationstheologischen Fokussierung der Christologie muss noch einmal unterstrichen werden, dass es hier nicht um einen zwingende Ableitung, sondern ein mögliches Weiterführen geht. Weil Gott sich in dieser Welt zeigt, macht sinnliche Erfahrung Sinn. Wie religionsproduktiv diese für Pilger ist, lässt sich an vielen Berichten ablesen. Pilger aktivieren ihre Sinne, öffnen sich und stellen einen sensiblen Kontakt zur Welt und zugleich zum eigenen Leib als Ort des Spürens her.

Drei Bereiche sinnlicher Erfahrung sind besonders hilfreich: Erfahrungen der Natur, des eigenen Leibes und der Gemeinschaft. Pilger erfahren darin Freude und Dankbarkeit, Gottes Zuwendung zu dieser Welt. Sinnbildung braucht sinnliches Erleben, auf dem sie aufbauen kann. Weil Gott in diese Welt eingegangen ist, ist sinnliches Erleben in unterschiedlichsten Formen ein legitimer Einstieg in den Glauben. Auch evangelische Pilger tun also gut daran, ihre sinnliche Wahrnehmung zu üben. Gerade pathische Erfahrungsmodi – achtsames Dasein und bloßes Wahrnehmen – sind hilfreich für basale Gewissheit. Viel zu schnell wird gerade bei kirchlichen Pilgerangeboten wortreiche Deutung vollzogen. Hilfreicher wäre es, erst einmal intensive Erlebnisse zu ermöglichen, damit die Deutung geerdet ist. Denn gerade heute wird nur geglaubt, was spürbar und experimentell validierbar ist. Pilger sprechen davon, sie hätten sich eine Erfahrung erlaufen: Es ist »nicht nur eine Erfahrung im Kopf, sondern eigentlich wirklich eine Erfahrung im ganzen Körper, in den Füßen. Was eben sonst im Prinzip halt nur ein Gedanke, eine Idee wäre, habe ich mir wirklich als Weg erlaufen.«


Sola scriptura: Gott zu Gehör kommen lassen

Luther wendet sich gegen menschliche Traditionen, die Gottes eigenes Wort verdecken. Damit Gott zu Wort kommen kann, braucht es Abstand vom Eigenen, Gewohnten. Darauf zielt das sola scriptura. Ihm geht es nicht um die Schriftlichkeit, sondern darum, dass Gott selbst gegenüber menschlichen Interessen, Wünschen und Sehnsüchten zu Gehör kommt. Luther wendet sich sowohl gegen geistliches Schwärmertum, das allein auf eigener Empfindung aufruht, als auch gegen kirchliche Traditionsautorität, die sich konkret in den Interessen der Wallfahrtsorte äußern kann. Gegen beides ist die Schrift als Norm des Glaubens stark zu machen.

Auch heutige Pilger stehen vor der Aufgabe, sich vor einer individuellen oder sozialen Selbstbezüglichkeit zu schützen, also einer religiösen Stilisierung menschlicher Interessen und Wünsche. Auch heute begegnen die beiden Pole einer Fixierung an soziale Normen und an eigene Befindlichkeit. Einerseits prägen – entgegen dem individualistischen Selbstbild – Sprachformeln aus Reiseführern, Berichten und Filmen Verhalten und Deutung. Die vermeintlich eigene Erfahrung ist nicht so individuell und unmittelbar wie gedacht. Aber auch die nach wie vor starke individuelle Entfaltungsfreiheit ist nicht unproblematisch. Per se ist sie noch kein Freiheitsgewinn, da der Einzelne seinen Gewohnheiten und Bedürfnissen ausgeliefert ist. Vielleicht ist für heutige Pilger weniger die Befreiung aus sozialen Strukturen als die Befreiung des Individuums von sich selbst entscheidend. Denn nicht nur soziale Normen, sondern auch die Fixierung auf sich selbst kann der Offenheit für Gottes Selbstoffenbarung hinderlich sein.

Nach meiner Erfahrung hilft vielen Selbstentfaltung gewohnten Zeitgenossen gerade ein Einfügen in vorgegebene Rollen.17 Dabei gibt der Pilger sich nicht selbst seine Spielregeln, sondern überlässt sich auf Zeit und experimentell der Rolle des Pilgers. Er gibt sein »ich weiß selbst am besten, was mir gut tut« auf und lässt sich auf etwas ihm Äußeres ein. Manches an uns lernen wir erst so kennen oder entdecken es als plausibel. Für diesen Rollenwechsel gibt es traditionelle Formen: den Pilgerpass, den Abschiedsritus zu Hause oder den traditionsreichen Pilgersegen im Kloster Roncesvalles, das Packen des Rucksacks, den Kleiderwechsel und das Tragen der Muschel als Pilgerzeichen. Hier zeigt sich das besondere Potenzial geprägter Wege, die ein reiches Symbolrepertoire anbieten und aktiv einspielen und so den Einzelnen in der Übernahme der Rolle unterstützen.

Dieser Rollenwechsel ist noch nicht selbst das Hören auf Gottes Wort, aber er übt eine Haltung ein: Man sucht Abstand vom Gewohnten, geht auf Distanz zum vertrauten Selbstbild und lässt sich etwas sagen. Dieser Freiraum eröffnet die Möglichkeit, sich auf Gott einzulassen. Gerade biblische Pilgertypen nehmen diesen Gedanken der Selbstüberschreitung auf und binden zugleich an Gottes Selbstoffenbarung. Die Figur des Abraham – der traditionell als Prototyp christlicher Pilger gilt – erzählt, wie sich ein Mensch aus dem Vertrauten rufen lässt und auf Gott einlässt. Ntl. ist hier auf den Hebräerbrief zu verweisen, der die Christen als Gäste und Fremdlinge auf Erden beschreibt, die sich nach dem himmlischen Vaterland sehnen (Hebr. 11,13.16).18


Sola gratia: Sich aus der Hand geben

Luther wehrt sich gegen die Selbstrechtfertigung durch Werke und propagiert das sola gratia, das Vertrauen allein auf Gottes Gnade. Christen sollen sich selbst nicht verdienen und somit im Griff haben wollen, sondern sich empfangen. Kaum ein Pilger spricht heute noch von der Heilswirksamkeit seines notvoll-büßenden Pilgerns. Aber es gibt durchaus Versuche der Selbstkonstitution. Der verbreitete Ausdruck der »selbst gemachten Erfahrung« spiegelt dies in seiner Doppeldeutigkeit. Auch die innere Verfasstheit, das eigene Daseinsvertrauen, kann so als Ergebnis eigener Erfahrungsanstrengungen verstanden werden. Man plant sein Pilgern, um es im Griff zu haben. Reiseberichte prädisponieren die Erwartungen. Man weiß bereits vorab, was kommt, und was man zu tun und zu erleben hat.

Hiergegen ist ein Pilgern zu fördern, in dem der Pilger sich empfängt und als Geschenk vorfindet. Dafür sind nicht-intentionale Verhaltensformen hilfreich, die Raum für den Einbruch des Unerwarteten lassen, so dass der Pilger sich als gegeben erfährt. Ein ganz anderes Mittel dafür ist, die Grenzen des Verfügbaren und Beherrschbaren zu suchen. Herausfordernde Etappenlängen, von denen man nicht weiß, ob man sie bewältigt, sind zwar wegen ihrer offenen Flanke zur Leistungsorientierung heikel, aber eine konstruktive Irritation, die mit der Frage nach dem, was trägt, konfrontiert. Gerade für selbstsichere Menschen, die ihr Ergehen gewöhnlich im Griff haben, eröffnet ein Misserfolg ungewohnte Erfahrungen. Ein anderes Mittel ist der Verzicht auf Reservierungen: Nicht zu wissen, ob man für die Nacht ein Dach über dem Kopf hat, die Erfahrung, dass ein Mitpilger in der überfüllten Herberge sein Bett für mich räumt, oder dass ich sogar unter freiem Himmel nicht verloren, sondern geborgen bin, lässt das Dasein als Geschenk erfahren. Bereits der Verlust der Intim­sphäre in Massenquartieren macht schutzloser. Gerade wo Pilger sich gegenseitig mit ihren Macken zumuten, wächst Vertrauen, auch als gebrochene Existenz Leben geschenkt zu bekommen.

Überhaupt vermag das gegenseitige Sich-Anvertrauen unter den Pilgern falsche Schutz- und Selbstbehauptungsbedürfnisse zu relativieren. Ein erlebnisintensiver traditioneller Ritus auf dem Camino Francés ist das Ablegen eines Steins am Cruz de Ferro: Dass der Pilger etwas Belastendes ablegt, impliziert sein Bewusstsein, nicht alles selbst bewältigen zu können und zu müssen. Nicht zuletzt erfahren viele den Ritus der Fußwaschung als Geste der Gnade, die die geschundenen Füße am Ende des Weges ansehnlich macht.


Sola fide: Erlebnisse aneignen

Ein letzter Kritikpunkt Luthers war der rein äußerliche Vollzug, der ex opere operato Heil erwartet. Weil Heil nur sola fide geschieht, also in der je eigenen subjektiven Aneignung, darf und kann das Äußere nur Mittel zum Zweck sein. Heute ist diese Einsicht in zweierlei Hinsicht wirksam zu machen. Zum einen gibt es auch heute Vorstellungen einer objektiven Wirksamkeit »des Weges«. Man spricht von energetischen Feldern oder Stimmungsräumen als dinglich ergossenen Atmosphären, die ähnlich Naturgesetzen auf das Bewusstsein der Pilger wirken. In starker Form begegnen sie in Ideen gegenständlicher Sakralität und in geomantischen Vorstellungen.19

Die Norm subjektiver Aneignung ist auf der anderen Seite aber auch durch eine Art Erlebnisfundamentalismus gefährdet. Was Luther als Suche nach dem Spektakulären brandmarkt, findet sich heute als Erlebnisorientierung, die zum bloßen Erlebniskonsum verleiten kann. Problematisch ist nicht bereits die Suche nach intensivem Erleben, sondern die Vorstellung, dass das bloße Erleben ausreiche. Es geht darum, das Erlebte verstehend anzueignen. Dafür braucht es von außen zur Verfügung gestellte deutungskräftige Symbole und Räume der Sinnbildung. Auch selbst gemachte Erfahrung ist also eingebunden in eine soziale Symbolkommunikation, die ihr erst das Material der Deutung bereitstellt. Religiöse Erfahrung ist mithin zwar individuiert, also selbst gemacht, aber nicht individuell, sondern sozial eingebunden.

Weil oft kaum Symbolrepertoire von den Pilgern mitgebracht wird, sind sie darauf angewiesen, dass Deutungshilfen von außen eingespielt werden. Das ist die Stärke geprägter Wege wie des Jakobswegs, der über sein Selbstverständnis und seine Atmosphäre, über Gebäude, Wegkreuze, Legenden und liturgische Angebote beiläufig Symbole von außen einbringt. Aufgabe kirchlicher Pilgerarbeit ist es, solche geprägten und symbolgesättigten Wege anzubieten und die eigene Symboltradition anschlussfähig zu machen für das Erleben der Pilger. So kommen sie über den bloßen Erlebniskonsum hinaus zu persönlichen Erfahrungen. Es kann zu einem nachhaltigen Sinneswandel kommen, der im Sinne lutherischer Alltagsorientierung wirksam wird. Eine so geartete kirchliche Pilgerarbeit ersetzt nicht die religiösen Subjekte, sondern schafft die Voraussetzung für die Eigenaktivität der Pilger.


Ein durch Luthers Wallfahrtskritik orientiertes Pilgern ist möglich. Der Schatz lutherischer Spiritualität sollte selbstbewusst in heutiges Pilgern eingebracht werden. Das vierfache solus zeigt, dass sinnliche Erfahrung Sinn macht, dass Abstand vom Eigenen es erleichtert, Gott zu Wort kommen zu lassen, dass es gut ist, sich aus der Hand zu geben und Erlebnisse persönlich anzueignen. Mit den vier soli als Orientierungspunkten bleibt evangelisches Pilgern auf dem Weg.


Anmerkungen:

1 Die Begriffe Wallfahrt und Pilgern sind nicht trennscharf zu unterscheiden, setzen aber verschiedene Schwerpunkte. Wallfahrten sind gemeinschaftlich, liturgisch gebunden, klarer strukturiert, kirchlich organisiert und gehen meist über kürzere Strecken. Pilgern hebt demgegenüber auf Individualität ab: Es wird experimenteller ohne feste Strukturierung stärker vom Einzelnen her gestaltet. Pilgern kann aber auch als Oberbegriff für verschiedene Formen des religiös motivierten Unterwegsseins verwendet werden. Oder es wird als der modernere und konfessionell offenere Begriff verwendet. Die ursprüngliche Unterscheidung ist jedoch durch ein anderes Merkmal gegeben: Wallfahrt braucht den Willen zur Rückkehr, Pilgern nicht. Es kann sogar ausdrücklich darauf verzichten und zum existenziellen Programm werden: vita est peregrinatio.

2 Kötting, Bernhard: Peregrinatio religiosa. Wallfahrten in der Antike und das Pilgerwesen in der alten Kirche, Regensburg & Münster 1950, 424; Lienau, Detlef: Sich fremd gehen. Warum Menschen pilgern, Ostfildern 2009, bes. 66-70.

3 Kühn, Christoph: Die Pilgerfahrt nach Santiago. Geschichte, Kunst und Spiritualität, Leipzig 2005, 109. Vgl. Johannes von Paltz: Werke, Bd. 2. Supplementum Coelifodinaem, hrsg. u. bearb. von Berndt Hamm u.a., Berlin 1983, 385-393 (= Spätmittelalter und Reformation. Texte und Forschungen, 3). – Zur Tradition der partiellen Wallfahrtskritik vgl. Klaus Schreiner: »Peregrinatio laudabilis« und »peregrinatio vituberabilis«. Zur religiösen Ambivalenz des Wallens und Laufens in der Frömmigkeitstheologie des späten Mittelalters, in: Wallfahrt und Alltag in Mittelalter und früher Neuzeit. Internationales Round-Table-Gespräch Krems an der Donau 8. Oktober 1990, Wien 1992, 133-163 (= Österreichische Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Klasse, Sitzungsberichte, 592; Veröffentlichung des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, 14).

4 Eine Auswahl wichtiger Belegstellen bietet Zimmermann, Ernst & Lomler, F.W. e.a. (Hg.): Geist aus Luthers Schriften oder Concordanz der Ansichten u. Urtheile des großen Reformators über die wichtigsten Gegenstände des Glaubens, der Wissenschaft u. des Lebens/Bd. 1-4, Darmstadt 1828-1831, Bd. 4, 655-661. Die Wallfahrtskritik von Zwingli und Calvin fällt noch radikaler aus: Zwingli nennt sie im 25. Artikel seiner Schlussreden »nicht allein närrisch, sondern auch antichristlich« (Z II, 248). Für Calvin sind sie gar »erfüllt von offenkundiger Gottlosigkeit« (Inst. IV, 13,7).

Zu Reformation und Wallfahrt vgl. Hrdina, Jan & Kühne, Hartmut & Müller, Thomas T. (Hg.): Wallfahrt und Reformation – Pout’ a reformace. Zur Veränderung religiöser Praxis in Deutschland und Böhmen in den Umbrüchen der Frühen Neuzeit, Frankfurt/M. 2007; auch Günther Reiter: Heiligenverehrung und Wallfahrtswesen im Schrifttum von Reformation und katholischer Restauration, Phil. Diss. Würzburg, Würzburg 1970, 18-42.

5 Luther, Martin: An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung, in: ders.: Ausgewählte Werke, hg. von Borcherdt, Hans Heinrich & Merz, Georg, München 1983/3, Bd. 2, 116.

6 Als Luther 1530 dem Jerusalempilger Hans von Stemberg seine Auslegung des 117. Psalms übersandte, fügt er hinzu: »Ich wünsche aber, daß solch und dergleichen Buchlin euch wohl gefallen und daß euer Herz eine besser seliger Wallfarth drinnen finde, denn diejenigen, so Ihr zu Jerusalem etwa gethan habt. Nicht dass ich solch Wallen verachte – denn ich möchte selbst solche Reise gern thun, und nu ich nicht mehr kann, höre und lese ich doch gern davon, wie ich denn euch auch neulich mit Lust so gern und fleißig zuhöret.« (Doktor Martin Luthers Deutsche Briefe, hg. von Georg Haslinger, Leipzig 1908, 201).

7 Luther, Martin: Kritische Gesamtausgabe 17/II, Weimar 1927, 465.

8 Luther, Martin: Kritische Gesamtausgabe 10/I/1, Weimar 1905, 235.

9 Martin Luther, zit. nach Zimmermann, Ernst & Lomler, F.W. (Hg.): a.a.O., Bd. 4, 658.

10 Gegen nicht autorisierte Kultorte äußert er: »Es soll einem Jedweden seine eigene Andacht allezeit verdächtig sein, und alsdann am meisten, wenn er am meisten Gefallen daran hat.« (zit. nach Löffler 9731; III. 1803)

11 Gegen die von Luther nicht intendierte, aber doch ermöglichte Intellektualisierung des Glaubens wendet bereits sein Zeitgenosse, der Zisterzienserabt von Zelle, Paul Bachmann/Amnicola, ein, er setze in »verkehrter Weise die leiblichen Übungen und Bräuche der Zeremonien hintan« und verweise »das grobe viehische Volk auf den nackichten, bloßen toten Glauben … als auf die vollkommene Gerechtigkeit«. Darum wachse »ein zaunlos geil Volk, ein Volk schnell zum Argen, ein hoffärtig, aufrührerisch Volk ohne Gottesfurcht auf«. Neudruck in: Clemen, Otto: Kleine Schriften zur Reformationsgeschichte (1897-1944), hrsg. von Ernst Koch, Leipzig 1985, Bd. 2, 273 (aus Amnicolas Schrift von 1537 »Von Ceremonien der Kirche«).

12 Martin Luther, zit. nach Zimmermann, Ernst & Lomler, F.W. (Hg.): a.a.O., Bd. 4, 278.

13 Schmalkaldische Artikel (Artikel 2 des 2. Teils zur Messe), in: Die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche, Göttingen 11/1992, 422.

14 Vgl. Zimmerling, Peter: Evangelische Spiritualität. Wurzeln und Zugänge, Göttingen 2003, bes. S. 263 ff. Ders.: Hat das Pilgern ein Heimatrecht in der lutherischen Spiritualität? in: Überschär, Ellen (Hg.): Pilgerschritte. Neue Spiritualität auf uralten Wegen, Reh­burg-Loccum 2005, 51-63, 52ff. Identisch publiziert in Martin Cordes & Simone Wustrack (Hg.): Pilger – Wege – Räume, Hannover 2005, S. 137-148.

15 Meine Einschätzung basiert auf meiner empirischen Studie zur religiösen Erfahrung von Pilgern, langjähriger Pilgererfahrung und weiteren empirischen Arbeiten zum Pilgern: Frey, Nancy Louise: Santiagopilger unterwegs und danach. Auf den Spuren einer alten Route im heutigen Spanien, Volkach/M 2002. Haab, Barbara: Weg und Wandlung. Zur Spiritualität heutiger Jakobs­pilger und -pilgerinnen, Freiburg/CH 1998. Kurrat, Christian: Biografische Bedeutung und Rituale des Pilgerns; in: Ders. & Heiser, Patrick (Hg.): Pilgern gestern und heute. Soziologische Beiträge zur religiösen Praxis auf dem Jakobsweg, Berlin 2012, S. 161-191. Lienau, Detlef: Sich erlaufen. Pilgern als Identitätsstärkung, in: International Journal of Practical Theology, 1/2009, S. 62-89. Lienau, Detlef: Sich fremd gehen. Warum Menschen pilgern, Ostfildern 2009. Lienau, Detlef: Religion auf Reisen. Eine empirische Studie zur religiösen Erfahrung von Pilgern, Freiburg 2014 (im Erscheinen). Specht, Judith: Fernwandern und Pilgern in Europa. Über die Renaissance der Reise zu Fuß, München 2009.

16 Haab: Weg, S. 117f.

17 Dieser Gedanke der situativen Rollenübernahme nimmt Erkenntnisse aus Victor Turners Ritualforschung auf. Er erklärt die starke transformatorische Kraft vieler traditioneller Rituale mit ihrer Communitas. Turner sieht die zentrale Phase von Übergangsriten davon geprägt, dass soziale Alltagsnormen und -hierarchien zugunsten einer unstrukturierten egalisierten Gemeinschaft, der Communitas, aufgehoben werden. Indem die Teilnehmer ihre gewöhnlichen Rollen und Vorstellungen hinter sich lassen, werden sie frei für Neues (Schwellenzustand und Communitas, in: Ders.: Das Ritual. Struktur und Anti-Struktur, Frankfurt/M. & New York 2000, S. 94-127).

18 Generell ist für das Pilgern eine möglichst große Alltagsdistanz zu suchen: Dienlich ist eine Reduktion des Gepäcks, da mit den Dingen auch viele vertraute Handlungsoptionen und Verhaltensweisen zu Hause bleiben. Der Verzicht auf Kommunikation mit Angehörigen und Informationsmedien konzentriert die Aufmerksamkeit auf das 'Spielfeld', so dass man ganz in der neuen Rolle ist. Ein einfacher Lebensstil, der sich vom Alltag abhebt, stützt das Bewusstsein, sich als Anderen finden zu wollen. Ein Ziel anzustreben bringt in eine Haltung, die das Vorfindliche überschreitet.

19 Auf den Jakobsweg bezogen bei MacLaine, Shirley: Der Jakobsweg. Eine spirituelle Reise, München 2001 und Charpentier, Louis: Santiago de Compostela. Das Geheimnis der Pilgerstraßen, Olten & Freiburg/Brsg. 1979.



 

Über den Autor

Pfarrer Dr. Detlef Lienau, Studienleiter bei »mission 21« in Basel, langjähriger Leiter von Pilgerwanderungen; zum Thema publiziert: Religion auf Reisen. Eine empirische Studie zur religiösen Erfahrung von Pilgern, (PthK) Freiburg/Brsg. Kreuz 2014 (im Erscheinen); Sich fremd gehen. Warum Menschen pilgern, Ostfildern Grünewald 2009.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 6/2015

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