Die Neuapostolische Kirche erneuert sich und sucht die Ökumene
Facelifting oder Reform an Haupt und Gliedern?

Von: Kai Funkschmidt
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Die Neuapostolische Kirche sucht in jüngster Zeit verstärkt nach ökumenischen Kontakten und strebt vielerorts in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Kai Funkschmidt zeigt auf, was hinter diesen Entwicklungen steckt, welche ökumenischen ­Implikationen sie für die anderen Kirchen haben und warum der neue »Katechismus der Neuapostolischen Kirche« dabei eine zentrale Rolle spielt.

Anfang des Jahres 2013 erhielten viele Kirchenkreise, Dekanate und Ortsgemeinden Deutschlands unerwartet den druckfrischen, über 500 Seiten starken »Katechismus der Neuapostolischen Kirche« (KatNAK) per Post. Damit trat eine Gemeinschaft an die Kirchen heran, die lange Zeit weitgehend im Verborgenen gelebt hatte. Früher war es gelegentlich vorgekommen, dass eine neuapostolische Ortsgemeinde um einen landeskirchlichen Raum als Aufführungsort für ein Chorkonzert oder ihr Kindermusical »Zachäus« gebeten hatte, Gesprächsversuche waren selten. Oft wussten die betroffenen Gemeinden nicht recht, wie diese unerwarteten Avancen einzuschätzen und wie zu reagieren sei. Die Neuapostolische Kirche (NAK) war eine unbekannte Größe mit spärlichen Außenkontakten. Sie galt als »Sekte«, war ähnlich mysteriös wie Jehovas Zeugen, ja, sie schien mangels Straßenevangelisation fast noch zurückgezogener.

Das dürfte sich nun zunehmend ändern, denn hinter der Katechismus-Versandaktion steht eine längere Geschichte, die eine radikale Neuausrichtung der NAK bedeutet und doch bisher weitgehend unbemerkt vor sich ging. Die NAK will »raus aus der Sektenecke und rein in die Ökumene«. wie es 2008 der Titel einer Fachtagung für Weltanschauungs- und Ökumenereferenten in Frankfurt formulierte. Was steckt hinter diesen Entwicklungen, welche ökumenischen Implikationen haben sie für die anderen Kirchen und warum spielt der neue »Katechismus« dabei eine zentrale Rolle?


1. Geschichte und Verbreitung

Die NAK ist mit über 350.000 Mitgliedern keine Randgruppe, sondern Deutschlands viertgrößte Konfession, größer als alle Freikirchen zusammen. Weltweit hat sie über 10 Mio. Mitglieder, 80% davon in Afrika, in Europa ist sie im deutschsprachigen Bereich konzentriert. Entstanden ist sie wie Mormonen, Jehovas Zeugen und Adventisten in der angelsächsischen Erweckungsbewegung des frühen 19. Jh. In dieser Zeit weit verbreiteten Endzeitfiebers wurden ab 1832 durch prophetische Berufung in England zwölf Apostel eingesetzt, worin die Beteiligten die Wiedererrichtung der apostelgeleiteten Urkirche sahen. Ziel dieser »Katholisch-Apostolischen Gemeinden« war nicht Kirchengründung, sondern Kirchenreform. Bald breitete man sich nach Deutschland aus. Als nach einigen Jahren die ersten dieser Apostel starben, entstand Streit darüber, ob man diese ersetzen solle oder nicht. Der britische Zweig entschied sich dagegen. In Hamburg aber wurden 1863 neue Apostel ernannt, worüber es zur Spaltung kam. Aus dieser Keimzelle entstand nach weiteren Verwicklungen die Neuapostolische Kirche, die demnach 2013 ihr 150-jähriges Bestehen feierte.1

Was als ökumenische Erneuerungsbewegung begonnen hatte, entwickelte sich über die Jahre schrittweise zu einer nach außen abgeschotteten, streng hierarchischen Gemeinschaft, die nur sich selbst als einzige heilbringende Kirche ansah und Sakramente anderer Kirchen ablehnte, weil es dort am heilsnotwendigen Apostelamt fehlte. An ihrer Spitze stand ein »Stammapostel«, der als »Stellvertreter des Herrn auf Erden« galt, neue Offenbarungen von Gott erhielt und Einblicke ins Totenreich hatte. Durch die Ämterhierarchie wurde das geistliche und alltägliche Leben der Mitglieder strikt kontrolliert und auf Naherwartung ausgerichtet. Weltliches Vergnügen war verpönt. Den Höhepunkt dieser Entwicklungen erreichte die Kirche unter dem Stammapostel Johann Gottfried Bischoff, der 1930-1960 amtierte. 1950 erhielt er im Alter von 80 Jahren eine Offenbarung Gottes, derzufolge der Heiland noch zu seinen Lebzeiten wiederkehren werde. Diese sog. »Botschaft« wurde zum Schibboleth neuapostolischen Glaubens erhoben. Wer sich dazu nicht bekannte, gehörte nicht dazu. Dadurch kam es zu vielen Ausschlüssen und Abspaltungen ganzer Gemeindebezirke, die auch fortbestanden, nachdem Bischoff 1960 gestorben war.2

Auch danach blieb in der NAK der Geist Bischoffs lebendig und führte immer tiefer in die Sackgasse. Die Frömmigkeit konzentrierte sich personenkultartig auf die Apostel, »in denen die Gläubigen Jesus begegnen«. Theologie als Reflexion des Glaubens war »tote Buchstabengelehrtheit«,3 die Bibel wurde gegenüber dem Wort der lebenden Apostel abgewertet und Ökumene war ein negativer Begriff. Damit war die Selbstisolierung perfekt. Anders als bei Jehovas Zeugen gab es in der NAK allerdings nie systematische Polemik gegen andere Kirchen. Diese wurden eher ignoriert.

Der selbstgewählten Isolation entsprach eine negative Außenwahrnehmung. In dem seit 1978 erscheinenden Standardwerk »Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen« der VELKD wird die NAK bis in die jüngste Auflage von 2006 unter »Sekten« geführt. Mit diesem diffamierenden Titel versehen verbot sich von Seiten der Großkirchen eine ernsthafte Beschäftigung oder Begegnung mit der NAK quasi von selbst.4 In der evangelischen Kirche befassten sich außer Sektenbeauftragten nur wenige wie der Leipziger Konfessionskundler Helmut Obst auch schon vor den jüngsten Öffnungsprozessen intensiver mit ihr.5

Bis heute betreibt die NAK ihre starke kirchliche Struktur fast nur mit Ehrenamtlichen. Studierte Theologen gibt es so gut wie keine und fast alle Amtsträger haben säkulare Berufe. Nur wenige überregionale Funktionen (z.B. die weltweit derzeit 360 Apostel) sind hauptamtliche Stellen, für die die bisherige Karriere aufgegeben wird. Die Kirche finanziert sich ausschließlich durch Spenden.


2. Anfänge des Reformprozesses in der NAK

Die Selbstisolierung der NAK wurde in den 1990er Jahren durch den damaligen Stammapostel Richard Fehr (1939-2013, im Amt 1987-2005) langsam aufgebrochen. Er richtete eine »Arbeitsgruppe Ökumene« ein und stieß die Überarbeitung der dogmatischen Grundlagen an. Die Lehre der NAK war zuletzt 1992 in dem schmalen katechismusartigen Bändchen »Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben« umfassend dargelegt worden. Nun beschloss man einen grundlegenden Neuentwurf in Angriff zu nehmen – hieraus entstand über Jahre hinweg der eingangs erwähnte »Katechismus«.6

Zentraler und auch von außen unübersehbarer Wendepunkt war der sog. »Info-Abend von Uster« am 24. Januar 2006, benannt nach dem Ausstrahlungsort nahe Zürichs, dem Internationalen Sitz der Kirche. Fehrs Nachfolger, Stammapostel Wilhelm Leber (geb. 1947, im Amt 2005-2013) kündigte dort in einer weltweit per Satellit in die NAK-Gemeinden übertragenen Ansprache an, dass die Kirche sich für ökumenische Kontakte öffnen werde.7 Das ging mit einer Reihe von Lehrveränderungen einher, die bei der Gelegenheit vermittelt wurden:

1. Anerkennung der rite vollzogenen Taufen anderer Kirchen (evangelischerseits war die NAK-Taufe stets anerkannt). Diese ­Anerkennung hatte die NAK Anfang des 20. Jh. aufgegeben.8

2. Anerkennung der Wirkung des Heiligen Geistes in anderen Kirchen und Heilsmöglichkeit für Christen außerhalb der NAK. In diesem Abschnitt zum Verhältnis zu andern Kirchen werden mehrfach Formulierungen aus dem 2. Vatikanischen Konzil übernommen.

3. Relativierung der Heilsnotwendigkeit des Apostelamts.

Was führte zu dieser gravierenden Umorientierung? Von neuapostolischer Seite wird als Auslöser für den Reformprozess neben dem Umdenken führender Amtsinhaber auch auf die zunehmende Unzufriedenheit der eigenen Jugend verwiesen. Im Kontakt mit anderen jungen Christen wird die eigene Isolierung zunehmend unplausibel und wäre nur mit massivem Innendruck der Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Auch der Mitgliederschwund – noch in den 1980er Jahren hatte die deutsche NAK 500.000 Mitglieder – dürfte die Suche nach neuen Wegen erleichtert haben. Zudem eröffnet das Internet neue Möglichkeiten zum Meinungsaustausch kritisch gesonnener Mitglieder. Im Netz waren kritische Berichte ehemaliger NAK-Mitglieder allgemein zugänglich.

Nicht zu unterschätzen sind schließlich auch die Auswirkungen der Parusieverzögerung auf eine Kirche, die seit ihren Anfängen versucht, die Spannung ständiger Naherwartung festzuhalten. Parusieverzögerung hat beginnend mit der Urkirche immer wieder theologische Veränderungen in Reformbewegungen bewirkt.

Ein weiterer, in seinen Dimensionen noch nicht abschätzbarer Faktor ist die Internationalisierung der Kirche. Zwar ist das rasante Wachstum der 1980er und 1990er Jahre zum Stillstand gekommen. Aber schon aus demographischen Gründen ist mit weiterer Gewichtsverschiebung von Europa nach Afrika zu rechnen.

Es war also ein Zusammenwirken innerer und äußerer Faktoren, das zur Öffnung der NAK führte.


3. Ökumenische Dialoge

Schon unter Stammapostel Fehr hatte die NAK den Austausch mit anderen Kirchen gesucht. Nach besagtem Info-Abend von Uster im Januar 2006 sah es auf lokaler Ebene so aus, als hätten manche NAK-Gemeinden schon in den Startlöchern gesessen und nur auf ein solches Signal gewartet. Binnen weniger Monate war in Memmingen die erste NAK-Gemeinde in einer lokalen ACK.9 Zurzeit haben vierzehn NAK-Gemeinden einen offiziellen Status in lokalen ACK (Stand Jan 2014; Gastmitglied: Memmingen, Aschaffenburg, Hameln, Halle/Saale, Göttingen, Hannover, Ludwigsburg, Leonberg, Bruchsal, Pforzheim; Beobachterstatus: Marburg, Friedberg/Wetterau, Freiburg/Sachsen, Aachen). Gespräche über eine eventuelle Gastmitgliedschaft laufen in Leinfelden, Kempten, Darmstadt, Nürtingen, Reutlingen und Dortmund. Zusätzlich gibt es mancherorts projektbezogene ökumenische Kooperationen ohne ACK-Mitgliedschaft.

Auf regionaler Ebene hatten auf Initiative der NAK seit 2001 Gespräche mit der ACK Baden-Württemberg begonnen. Deren Ergebnis lag in Gestalt einer »Orientierungshilfe für die Gemeinden in Baden-Württemberg« 2008 vor.10 Ausgehend von der Taufanerkennung empfahl sie relativ liberale Regelungen unter anderem bei gegenseitiger Beteiligung an konfessionsverschiedenen Kasualien und gastweiser Raumnutzung. Zugleich blieb klar: Ökumenische Gottesdienste sind nicht gewünscht und Abendmahlsgemeinschaft besteht nicht. In den Landeskirchen Sachsen und Rheinland fanden sich informelle regionale Gesprächskreise.

Auf nationaler, bzw. internationaler Ebene (D, A, CH) befassten sich seit 2008 Weltanschauungs- und Ökumenebeauftragte aus ACK-Kirchen in einer Reihe von Konferenzen mit kontroverstheologischen Themen (Taufe/Versiegelung, Amt, Verstorbenensakramente usw.). Dies waren stets Gespräche mit der und nicht über die NAK.11

2011 und 2012 schließlich trafen sich NAK, ACK und die Evang. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) zu einer Reihe von sechs Lehrgesprächen. Dies waren keine Aufnahmegespräche und keine theologisch gleichberechtigten Dialoge. Sie sollten die Theologie der NAK ausloten. Es waren also asymmetrische Begegnungen, die dem Kennenlernen der NAK durch die ACK dienten. In der letzten Sitzung (Dezember 2012) konnte diese Gruppe schon den fertigen NAK-Katechismus beraten.


4. Der Katechismus der NAK

Alle genannten Begegnungen und Gespräche standen unter dem Vorbehalt, dass zwar die NAK sich unübersehbar veränderte, sich dabei weniger exklusiv und ökumenisch anschlussfähiger präsentierte, aber nie ganz klar war, welche Lehren aktuell überhaupt noch galten, und was neu formuliert worden war. Eine Kirche ohne schriftliche Theologie, deren letzte verbindliche Grundlagenschrift von 1992 nicht mehr galt, deren Lehrformulierungen sich oft von einem Treffen zum nächsten änderten, machte es den Partnern und sich selbst nicht leicht.12 Die NAK selbst sprach übrigens lieber von »Lehrschärfungen« als von »Lehrveränderungen«.

Die Problemlage war auch den NAK-Vertretern bewusst. Sie verwiesen immer auf die bevorstehende Veröffentlichung des Katechismus. Dieser werde viele Fragen verbindlich beantworten, denn was sich bescheiden »Katechismus« nannte, war eher die erste Grundlagendogmatik neuapostolischer Lehre. Alle ökumenischen Gespräche standen also immer unter dem Vorbehalt, dass man konkrete Schritte erst nach dem Erscheinen des Werkes unternehmen werde. Die 2007 begonnen Gespräche über eine NAK-Gastmitgliedschaft in der Schweizer ACK ließ man 2010 ruhen, um auf den Katechismus zu warten.

Dieser war seit 2008 mehrfach angekündigt und mehrfach verschoben worden, vermutlich Anzeichen eines kooperativ entstehenden Werkes. Schon dies war ein Signal – hier legte nicht ein Stammapostel einsam etwas fest, sondern anscheinend herrschte im Beratergremium eine Diskussionskultur.13 So etwas dauert.

Man kann die Bedeutung des Katechismus kaum überschätzen. Mit seinem Erscheinen beginnt ein neuer Abschnitt im Verhältnis zur NAK. Zum einen durch sein Vorhandensein. Erstmals gibt es eine eindeutige Gesprächsgrundlage. Zum anderen durch seinen Inhalt. Der Katechismus bestätigte die Entwicklungen, die die NAK vorher verstreut mitgeteilt hatte. Zumindest die Hermeneutik des grundsätzlichen Misstrauens konnte man nun ausräumen. Die NAK hatte nicht jahrelang versucht, naiven Gesprächspartnern eine ökumenische Öffnung vorzugaukeln, die sie gar nicht wirklich intendierte. Die Präsentation des Katechismus wurde am 4.12.2012 in einem Info-Abend weltweit in die NAK-Gemeinden ausgestrahlt. Damit ist nicht gleich jede NAK-Gemeinde auf einem neuen Kurs – aber es ging offensichtlich nicht um eine ökumenische Fassade, die man nur aufbaute, um in die ACK hineinzukommen.

Bald nach Erscheinen des Katechismus organisierten EZW und ACK gemeinsam am 20.-22.2.2013 in Fulda eine Tagung zur Verständigung über das Werk. Kritik gab es dort z.B. noch hinsichtlich der inkohärenten Bibelhermeneutik im Katechismus14 und der Sozialgestalt mancher NAK-Gemeinden, wo die ökumenische Öffnung noch nicht angekommen und die alte strikte Sozialkontrolle durch Amtsträger noch immer wirksam sei. Aber insgesamt war das dort vorherrschende Fazit: Die NAK ist ökumenefähig geworden, und die Lehrunterschiede mit ihr sind nicht größer oder von anderer Art als die zwischen jetzt schon in der ACK vertretenen Kirchen. Ihre Entwicklung wurde mit der der Siebenten-Tags-Adventisten verglichen, die sich einst auch aus der Isolation zur Ökumene bewegt hatten und heute in der ACK sind.

Im März 2013 nahm die ACK-Vollversammlung den Bericht der ACK-NAK-Gesprächsgruppe durch deren Vorsitzenden Burkhard Neumann (Adam-Möhler-Institut Paderborn) entgegen. Dieser zog Parallelen zwischen neuapostolischen und katholischen Lehren und mahnte, dass man an die NAK keine anderen Maßstäbe anlegen dürfe als an die bereits existierenden ACK-Mitgliedskirchen. So fragte er angesichts der ACK-Mitgliedschaft von Kirchen, die gar keine Sakramente haben (Quäker und Heilsarmee) und Kirchen, die die Taufen anderer eingeschränkt oder gar nicht anerkennen (Täufer und Orthodoxe): »[K]ann ich [...] einer anderen Kirche, die eine andere Sakramentsauffassung hat [...] allein darauf hin [...] eine Mitgliedschaft in ökumenischen Gremien verweigern?«15 Die ACK-Vollversammlung empfahl die Fortsetzung und Intensivierung der ökumenischen Begegnungen auf verschiedenen Ebenen.

Aufgrund dieses Beschlusses gingen im Februar 2014 in Frankfurt die Gespräche zwischen NAK und ACK in die nächste Runde. Zunächst sollen die Erfahrungen jener lokalen ACK ausgewertet werden, wo die NAK beteiligt ist. Außerdem soll die Arbeitshilfe von 2007 der ACK Baden-Württemberg aktualisiert und für ganz Deutschland überarbeitet werden.


5. Ökumenisch relevante Lehrentwicklungen im neuen Katechismus

Um die Lehre der NAK auf ihre ökumenische Anschlussfähigkeit zu prüfen, muss man nicht nur den Katechismus betrachten, sondern ihn auch mit dem vergleichen, was vorher galt. Nur so zeigen sich Fortschritt und Bewahrung. Das kann an dieser Stelle nur überblicksweise geschehen. Die Lehre der NAK weist einige Punkte auf, die in den ökumenischen Gesprächen von Anfang an umstritten waren. Es handelt sich dabei um die sog. »Sonderlehren«, die der NAK eigentümlich sind und in verschiedenem Grade ihr Selbstverständnis bestimmen. Wie jede andere Konfession auch, hat die NAK Lehren und Traditionen ausgeprägt, die ihr eigen und zum Teil für andere Kirchen fremd oder gar befremdlich sind.


Ekklesiologie, Exklusivität und Eschatologie

Lange Zeit hatte sich die NAK folgendermaßen gesehen: »Die Neuapostolische Kirche ist die Kirche Jesu Christi, gleich den apostolischen Gemeinden zur Zeit der ersten Apostel.«16 Alle anderen Kirchen waren ohne Heiligen Geist und ohne gültige Ämter. Die Kirchengeschichte wurde als Verfallsgeschichte gesehen. Gültige Sakramente (Taufe, Versiegelung und Abendmahl) gab es nur hier, die Apostel waren heilsnotwendig, sie allein führten in den Himmel.

Mit dem Katechismus hat sich hier Wesentliches verändert.17 Heute enthält die Ekklesiologie der NAK exklusivistische und universalistische Elemente. Einerseits spricht man von der unsichtbaren Kirche Christi, zu der alle getauften Gläubigen gehören. Die rite vollzogene Taufe gliedert alle in den Leib Christi ein. Allerdings steht dies unverbunden neben der aus dem neuapostolischen Erbe beibehaltenen Formulierung, wonach die Taufe nur eine »erste Annäherung« sei, während die volle »Gotteskindschaft« erst mit der Versiegelung durch einen NAK-Apostel erworben werde. Demnach gibt es Christen, die nicht Gotteskinder sind.

Früher undenkbar wäre folgende Formulierung gewesen: Es »ist nicht nur dort Kirche Christi, wo das Apostelamt wirkt« (KatNAK 6.5), ebenso neu ist die Aussage, der Heilige Geist wirke auch außerhalb der NAK. Die NAK formuliert den »Mehrwert«, den jede Konfession für sich annehmen muss, will sie nicht in Legitimationsprobleme geraten, nunmehr vor allem sakramental: Nur in der NAK findet die sakramentale Spendung des Heiligen Geistes statt. Aber die Wendungen sind dabei häufig nicht absolut, sondern komparativisch: In der NAK ist die Apostolizität der Urkirche »voll« wiederhergestellt, die Wortverkündigung hat hier eine »erhöhte Autorität« (KatNAK 6.4.2.3), die Kirche Jesu Christi tritt in der NAK »am deutlichsten zutage« (KatNAK 6.5). Hier klingt vieles ähnlich wie in katholischen Dokumenten des 2. Vatikanischen Konzils, ein konzentrisches Modell gestufter Kirchlichkeit.

Andererseits wird dieser »Mehrwert« mit exklusivistischen Elementen versehen, nämlich da, wo es um seine eschatologischen Implikationen geht. Die NAK hat eine genaue Vorstellung vom Fahrplan der Endzeit. Hier wird die »Brautgemeinde«, also alle gläubigen Versiegelten der NAK entrückt, derweil auf Erden eine Zeit der Trübsal anbricht, in der sich Märtyrer bewähren können. Erst später folgen ein Tausendjähriges Friedensreich, die zweite Auferstehung und das Endgericht. Der Exklusivismus der NAK ist eher zeitlicher Art – die Brautgemeinde erspart sich die Zeit der großen Trübsal, und danach richtet Gott dann alle Menschen ohne Vorzug für Neuapostolische.


Apostelamt und neue Offenbarungen

Das Apostelamt ist die raison d’être der NAK. Traditionell lehrte sie, dass der Stammapostel neue Offenbarungen des Heiligen Geistes empfängt, eine Lehre, die ökumenisch kaum tolerierbar wäre. Sie wirkte sich bei Stammapostel Bischoff 1950 fatal aus. Der Katechismus nun formuliert hier vorsichtiger: Der Apostel empfängt »neue Einsichten, die in der Heiligen Schrift zwar angedeutet, aber noch nicht vollständig enthüllt sind« (KatNAK 1.3). Spektakuläre »Offenbarungen« wie Bischoffs »Botschaft« von 1950 hatte es ohnehin weder vorher noch nachher wieder gegeben. In der Praxis ist es heute so, dass der Stammapostel theologische »Einsichten« im Apostelkollegium bespricht. So entstand auch der Katechismus im kollegialen Verfahren. Dabei hat der Stammapostel die Letztentscheidungsbefugnis. Womöglich handelt es sich überhaupt eher um ein semantisches Problem, in dem der anstößige Begriff »neue Offenbarungen« letztlich nur das beschreibt, was alle Kirchen kennen: eine Weiterentwicklung ihrer Lehre für ihre jeweilige Zeit.


Das Entschlafenenwesen18

Das wichtigste Beispiel für »neue Einsichten« ist das sog. Entschlafenenwesen. Ausgehend von der Totentaufe in Korinth (1. Kor. 15,29) und Andeutungen zum Jenseits (1. Thess. 4,15-17) entwickelte sich eine komplexe und detaillierte Vorstellung der Jenseitswelt und der Gemeinschaft mit den Toten. Das Entschlafenenwesen ist für das gottesdienstliche Leben der NAK außerordentlich wichtig. Es handelt sich dabei um das Teilen der drei Sakramente (Taufe, Versiegelung, Abendmahl) mit den Seelen von Verstorbenen. Dazu werden diese Sakramente im Anschluss an den Gemeindegottesdienst an zwei Stellvertretern vollzogen, wobei der Liturg die unsichtbar anwesenden Toten anspricht. Die Regeln sind die gleichen wie bei Sakramenten für Lebende (Taufe und Abendmahl durch priesterliche Ämter, Versiegelung nur durch Apostel). Anders als die bekanntere mormonische Totentaufe richtet sich die NAK nicht an individuelle Seelen, sondern lädt nur generisch die Verstorbenen ein, sich im Jenseits neuapostolisch taufen und versiegeln zu lassen.19 Es ist also keine Zwangstotentaufe. Das Entschlafenenabendmahl ist eine Weiterentwicklung aus der Entschlafenentaufe.

Die ganze Praxis wirft Fragen auf: Werden nicht apostolische Amtsvollmacht und Bedeutung des Sakraments als Zeichen überschätzt, wenn Gott ihrer auch im Jenseits noch bedarf? Wird der Tod als Grenze und das Leben als Entscheidungs- und Bewährungsraum des Christen nicht unterschätzt? Erlauben die biblischen Belege eine so genaue »Kenntnis« der Jenseitswelt wie sie in der NAK herrscht?

Andererseits kennen Religionswissenschaft und christliche Volksfrömmigkeit viele Beispiele für den Gedanken menschlicher Gemeinschaft über den Tod hinaus. Dass er uns Protestanten so fremd erscheint, liegt wohl auch daran, dass individuelle und universale Eschatologie und damit verbundene Heilsvorstellungen in unseren Kirchen, anders als in der NAK, kaum eine Rolle spielen. Christi »descensus ad inferos«, immerhin jeden Sonntag im Credo bekannt, und Vorstellungen wie 1. Thess. 4,15-17 spielen in der Predigt kaum eine Rolle. Man wird über das Entschlafenenwesen milder urteilen müssen, wenn man es als intensive Hinterbliebenenseelsorge betrachtet, wie sie sich in eng geknüpften Gemeinschaften entwickelt.20


Stichwort »Sonderlehren«

Die genannten Lehren firmieren oft als »Sonderlehren«. Wenn dies nur deskriptiv besagte, dass die Lehre sonst nicht vorkommt, wäre das angemessen. Tatsächlich aber ist die »Sonderlehre« abwertend. Daraus abgeleitet ersetzt heute oft »Sondergemeinschaft« das frühere »Sekte« und nimmt dessen pejorativen Ton an. Dahinter steht die Vorstellung, dass Sonderlehren irgendwie »auf andere Weise anders« seien als andere zwischenkirchliche Lehrunterschiede. Ist das so? Möglicherweise sind uns die Unterschiede zur NAK einfach nur weniger vertraut als die zu anderen Kirchen.

Es hilft dabei, die eigene Tradition versuchsweise von außen zu betrachten, denn »Sekte« sind bekanntlich immer nur die anderen. Aber jede Konfession hat Sonderlehren – ansonsten hätte sie kein ekklesiologisches Existenzrecht. Wer ehrlich ist, erkennt schnell: Protestantische Sonderlehren sind für andere nicht weniger befremdlich als neuapostolische für uns, und die biblische Begründung ist auch bei uns bisweilen recht schwach. Unsere Friedens- bzw. Kriegsethik und die Kindertaufe widersprechen aus täuferischer Sicht der Schrift. Die Frauenordination rückt uns innerhalb der Weltchristenheit an den Rand (zumal wenn man 2000 Jahre Kirchengeschichte als Traditions- und Glaubensgemeinschaft einbezieht). Und unser Umgang mit Homosexualität ist geradezu die typische Sonderlehre einer kleinen Minderheit mit Sendungsbewusstsein. Wir halten sie für biblisch begründbar und stehen damit ziemlich allein, weshalb sie momentan mehrere weltweite Konfessionsfamilien zu zerreißen droht.

Auch ist bei der Bewertung zu bedenken, dass die NAK eine junge Kirche ist, die sich erst seit kurzem (wieder) im theologischen Diskurs übt. Hier treiben Ingenieure, Juristen und Handwerker Theologie. Einige Inkonsistenzen im Katechismus dürften sich auch hieraus erklären. Hinzu kommt, dass gelegentlich neue Gedanken in alter Begrifflichkeit gefasst und dadurch missverständlich werden. Vorschnelle Urteile sind hier unangemessen.


6. Ökumene und ACK-Mitgliedschaft

Erklärtes Ziel der NAK ist die Gastmitgliedschaft in der ACK auf Bundesebene, möglicherweise über den Zwischenschritt regionaler ACK. Die NAK sieht dies zu Recht als logische Folge ihrer Entwicklung. Die bisherigen Erfahrungen in lokalen ACK stehen dem nicht entgegen. Auch aus theologischer Sicht ist dem Anliegen nicht zu widersprechen. Die Unterschiede zu den Lehren der NAK sind nicht größer oder kategorial anders als die Unterschiede, die es bereits jetzt zwischen ACK-Mitgliedskirchen gibt. Die konstruktive Mitarbeit hängt von anderen Faktoren ab.

Die NAK brächte zwei Elemente in die Ökumene ein. Sie zeigt uns ein Kirchenmodell, das starke Strukturen allein mit ehrenamtlichem Engagement unterhält. Ebenfalls NAK-typisch und potentiell ökumenisch befruchtend ist das intensive Ringen um die Frage, was lebendige Messiaserwartung für das Glaubensleben bedeute.

Zwar wird man aus evangelischer Sicht an vielen neuapostolischen Theologumena Kritik üben können. So z.B. an der Abwertung der Taufe, die einer Versiegelung als Vollendung bedarf, und an der Überhöhung des Amtes als Mittler zwischen Gott und Gläubigen, zumal diese Funktion bei dem neuen Stammapostel Jean-Luc Schneider (seit Mai 2013) wieder stärker betont wird. Für Kirchengemeinschaft sind die Unterschiede zu groß und beide Seiten erklären sich offiziell gegen ökumenische Gottesdienste (die dennoch hie und da schon stattgefunden haben). Aber die ACK ist eine Arbeitsgemeinschaft; die Bedingungen für ihre Mitgliedschaft sind minimal bzw. außer durch die ÖRK-Basisformel gar nicht definiert. Sie bieten keine formalen Ausschlusskriterien für die NAK.

Doch auch vor einer ACK-Mitgliedschaft sind schon Kontakte und Kooperationen möglich, indem sich die NAK an multilateralen ökumenischen Projekten beteiligt. Denkbar wären auch ökumenische Arbeit an der Bibel sowie Chor- und Jugendbegegnungen. Auf diese Weise könnte Vertrauen wachsen, das formale Mitgliedschaften auf regionaler und Bundesebene vorbereitet. Denn eine gewisse Zurückhaltung gegenüber einer Kirche, die sich jahrzehntelang für die einzige wahre hielt und kein Interesse an den andern zeigte, ist verständlich. Die Erfahrungen mit den orthodoxen Beitritten der 1990er Jahre lassen eine gewisse Probephase ebenfalls angeraten erscheinen. »Unbedenklichkeitsbescheinigung« per Mitgliedschaft ist nicht Aufgabe der ACK.

Im Blick auf Anstellungsfragen stellt sich die ACK selbst ein Bein und hier liegt ein Grund, warum die NAK möglichst rasch beitreten möchte. Die sog. »ACK-Klausel«, die in vielen Landeskirchen die Anstellungsfähigkeit in kirchlichen Einrichtungen regelt, war als Öffnungsklausel intendiert und ist zunehmend zu einer Ausschlussklausel geworden. Teilweise entsteht der Eindruck, dass die ACK-Mitgliedschaft die Rolle einer schwarz-weiß gemusterten Sektenliste übernimmt: In der ACK ist alles prima, wer nicht drin ist, ist verdächtig oder problematisch. Klassisch sind Fälle neuapostolischer Kindergärtnerinnen, die keine Anstellung oder nicht einmal Praktikumsplätze bekommen können, wenn sie das Pech haben, dass in ihrer Gegend kirchliche Kindergärten den Arbeitsmarkt dominieren. Hier wird das anstellungsrechtliche Privileg des Tendenzbetriebs Kirche zusammen mit dem staatlichen Subsidiaritätsprinzip zur Diskriminierung, ja fast zum Berufsverbot. Diese jungen Frauen können schlecht jahrelang warten, bis die NAK in der ACK ist. Es hat schon Fälle gegeben, wo ein Bewerber als Kartenabreißer an der Domkasse wegen seiner NAK-Mitgliedschaft abgelehnt wurde. In anderen Fällen wird unverhohlen eine Arbeitsstelle nach Übertritt zur evangelischen Kirche in Aussicht gestellt.

Hier wäre ein Umdenken der Kirchenleitungen nötig. Natürlich muss im evangelischen Kindergarten »drin sein, was draufsteht«, also soll die neuapostolische Bewerberin von Petrus erzählen, ohne dabei vom Stammapostel zu schwärmen. Aber das gälte für eine katholische (also ACK-)Bewerberin analog ebenso und wäre in beiden Fällen vorab zu klären. Könnten sich die Kirchen dazu durchringen, im Falle der NAK von einer starren Anwendung der ACK-Klausel abzusehen und den Einzelfall zu prüfen, wäre eine Ungerechtigkeit beseitigt und ein gewisser Druck aus dem Drängen der NAK in die ACK genommen. Dann bekäme der Prozess der Annäherung Ruhe und Zeit, in der nach Jahrzehnten der Abgrenzung Vertrauen wachsen könnte.


7. Ausblick

Es gibt Dutzende apostolische Kirchen in Europa, die meisten sehr klein. Davon ist eine, Gastmitglied der ACK Deutschland (Apostelamt Jesu Christi), eine zweite folgt bald (Apostolische Gemeinschaft). Mit der NAK tritt die größte Kirche dieser Konfessionsfamilie an die Ökumene heran. Noch ist ihre Reform jung, auch der Katechismus wird nicht das letzte Wort sein. Es gibt keine Garantie, dass die ökumenische Öffnung immer geradlinig weitergehen wird. In einer so hierarchischen Kirche könnten künftige Personalwechsel manches in Frage stellen. Aber das sicherste Mittel dagegen wäre eine breite ökumenische Einbindung auf verschiedenen Ebenen der Kirche. Schon jetzt lässt sich auch die NAK nicht mehr einfach gegen den Willen des Kirchenvolks leiten. Eine Mitgliedschaft der NAK in der Bundes-ACK wäre ein Gewinn für beide Seiten.


Literatur

Bickelhaupt, Jörg: Kirche und christliche Initiation. Lehraussagen im neuen Katechismus der Neuapostolischen Kirche aus der Perspektive Ökumenischer Theologie, in: Funkschmidt, Kai (ed.): Bewahrung und Erneuerung, EZW-Texte 228, a.a.O., 64-75

Fleischmann-Bisten, Walter: Von der Sondergemeinschaft zur Freikirche. Der Weg der Siebenten-Tags-Advenstisten als Vorbild für die Neuapostolische Kirche, in: Funkschmidt, Kai (ed.): Bewahrung und Erneuerung, EZW-Texte 228, a.a.O., 111-126

Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben, Frankfurt a.M. 1992

Fincke, Andreas: Die Neuapostolische Kirche, in: Hempelmann, Reinhard u.a. (edd.), Panorama der neuen Religiosität, Gütersloh 2005, 522-534

Funkschmidt, Kai (ed.): Bewahrung und Erneuerung. Ökumenische Analysen zum neuen Katechismus der Neuapostolischen Kirche, EZW-Texte 228, Berlin 2013

Funkschmidt, Kai: Vom neuen Katechismus der Neuapostolischen Kirche zur Praxis, MDKI 64 (2013), 57-59

Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen, Hans Krech/Matthias Kleiminiger (edd.) im Auftrag der Kirchenleitung der VELKD, Gütersloh 20066, 347-67

Hempelmann, Reinhard (ed.): Die Neuapostolische Kirche und die Ökumene, EZW-Texte 214, Berlin 2011

Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Frankfurt a.M. 2012 [KatNAK]

Kiefer, Reinhold: Entstehung und Intention des Katechismus der Neuapostolischen Kirche, MDKI 64 (2013), 45f

Kick, Annette: Bibelhermeneutik, Christologie und neuapostolisches Glaubensleben im neuen Katechismus der NAK, in: Funkschmidt, Kai (ed): Bewahrung und Erneuerung, EZW-Texte 228, a.a.O., 46-63

Lamprecht, Harald: Ökumenefähig. Die Neuapostolische Kirche nach dem Katechismus, in: Confessio. Informationen über Weltanschauungen und Ökumene, 2013, 8-15

Lenski, Daniel: Über das Diesseits hinaus. Entschlafenenwesen und Endzeitvorstellungen im neuen Neuapostolischen Katechismus, MDKI 64 (2013), 52-55

Münch, Peter: »... für die gesamte Kirche Christi gegeben ...« Tauftheologie und Kirchenverständnis der Neuapostolischen Kirche in Geschichte und Gegenwart, MDKI 64 (2013), 47-52

Neumann, Burkhard: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und Neuapostolische Kirche im Dialog. Ein Bericht von den Gesprächen zwischen ACK, EZW und NAK, in: Funkschmidt Kai (ed.): Bewahrung und Erneuerung, EZW-Texte 228, a.a.O. 9-16

Obst, Helmut: Apostel und Propheten der Neuzeit. Gründer christlicher Religionsgemeinschaften des 19. und 20. Jahrhunderts, Göttingen 2000

Obst, Helmut: Zur Ökumenefähigkeit der Neuapostolischen Kirche, MDKI 64 (2013), 41f

Ranke, Stephan: Die NAK Memmingen als Gastmitglied der ACK. Impressionen einer Zusammenarbeit, in: Hempelmann, Reinhard (ed.): Die Neuapostolische Kirche und die Ökumene, EZW-Texte 214, a.a.O., 40-42


Anmerkungen:

1 Zur Geschichte cf. Obst: Apostel und Propheten.

2 Daraus entsteht u.a. die im Rheinland konzentrierte Apostolische Gemeinschaft (www.apostolisch.de). Die Beziehungen zur NAK sind bis heute aufgrund der oft schmerzhaften Vorgeschichte gespannt.

3 Das Vorläuferwerk des jetzigen Katechismus schrieb über die Kirchengeschichte vor Entstehung der NAK: »[M]an [...] versuchte, die fehlende Kraft des Heiligen Geistes durch eifriges Studium der überlieferten Schriften zu ersetzen.« (Fragen und Antworten 1992, Frage 152)

4 Zur Problematik des Sektenbegriffs R. Hempelmann: Kompakt-Info Was ist eine Sekte?, Berlin 2013, online: http://www.ekd.de/ezw/dateien/ EZW_ Kompaktinfos_Sekte_03_2013.pdf.

5 Obst: Apostel und Propheten, 21-142.

6 Schon der Name »Katechismus« ist ein ökumenischer Schritt. Der Begriff war zuvor abgelehnt worden, weil man damit die großen Kirchen und ihre geistestote Wort-Theologie verband.

7 Ansprache online: www.blickpunkt-nak.de/
Dokumente/Informationsabend%20240106.pdf (3.7.2013).

8 Allerdings begründet die Taufe nur »ein erstes Näherungsverhältnis zu Gott«. Eingliederung in die Brautgemeinde (die NAK), die sakramentale Gabe des Geistes und die »Gotteskindschaft« erhält man erst mit dem Folgesakrament der »Versiegelung«, die nur ein Apostel der NAK spenden kann.

9 Cf. Ranke: Die NAK Memmingen als Gastmitglied.

10 Im Internet auf der Homepage der ACK Baden-Württemberg www.ack-bw.de erhältlich.

11 Organisiert wurden diese Tagungen von der Evang. Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), der EZW Berlin und dem KI Bensheim. Überblick der Gespräche bis 2011 bei Hempelmann: EZW-Texte 214.

12 Außerdem bestand immer die Frage, ob das, was die NAK hier nach außen vortrug, auch künftig nach innen gelten würde. Hier begleiteten Zwischenrufe von NAK-Kritikern die Gespräche. Oft waren dies sog »Aussteiger«. Sie warnten die ökumenischen Gesprächspartner, man habe es mit einer nur angeblichen Öffnung zu tun, die auf öffentliche Anerkennung und ACK-Mitgliedschaft ziele, derweil die Kirche innerlich unreformiert und strikt exklusiv bleibe. Cf. z.B. www.nak-aussteiger.de. Übrigens signalisiert schon das Wort eine polemische Abwertung der NAK. »Aussteigen« kann man aus der Neonazi-Szene, aus der Mafia und aus »Sekten«. Aus der evangelischen oder katholischen Kirche hingegen wird »ausgetreten«, nicht ausgestiegen.

13 Beteiligt war daran mit Reinhold Kiefer der theologische Berater des Stammapostels, ein Neuapostolischer, der evangelische Theologie studiert hat. Man stelle sich vor, Ökumene ginge so weit, dass der theologische Referent eines evangelischen Bischofs katholischer Theologe sein könnte.

14 Cf. Kick: Bibelhermeneutik.

15 Neumann: ACK und NAK im Dialog.

16 Fragen und Antworten 1992, 167.

17 Das Kapitel zur Kirche wurde sogar schon 2010 in der Mitgliederzeitschrift vorab veröffentlicht. Dies führte wegen der noch immer nicht völlig beseitigten Exklusivität zu einer Protestkampagne, an der sich auch eine Reihe Amtsträger beteiligten. Eine solche Basisrevolte war ein bis dahin unerhörter Vorgang in der NAK.

18 Ausführlicher Lenski: Über das Diesseits.

19 Ökumenisch klärungsbedürftig ist allerdings die vereinzelt berichtete Praxis von Entschlafenengottesdiensten, bei denen man sich auf konkrete Menschengruppen bezieht, z.B. die Opfer von Großunglücken. Sollen hier gestorbene Christen anderer Kirchen postmortal zur NAK geholt werden?

20 Auch Überlegungen der Afrikanischen Theologie zum Verhältnis von Ahnenverehrung und Christentum (John Mbiti, John S. Pobee) können helfen, das Phänomen theologisch zu verstehen.

 

Über den Autor

Dr. Kai M. Funkschmidt, Wiss. Referent an der Evang. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen Berlin.

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 3/2014

18 Kommentare zu diesem Artikel

Ein Kommentar von Dr. Wolfgang Welsch / 19.03.2014
Aus dem Beitrag von Dr. Funkschmidt geht nicht hervor, wann er verfasst bzw. eingestellt wurde. Er scheint älteren Datums zu sein, denn im EZW-Newsletter 3/2014 äußert er sich bzgl. des Entschlafenenwesens der NAK deutlich differenzierter im Sinne eines fortwährenden Hindernisses einer von der NAK intendierten (Gast-)Mitgliedschaft in der ACK. Während er der NAK hier noch eine radikale Neuausrichtung unterstellt, in der der neue Katechismus (KatNAK) eine zentrale Rolle spielt, ist (hoffentlich) beim Autor die anfängliche Euphorie der Einsicht gewichen, dass der KatNAK zwar eine systematische Beschreibung neuapostolischen Glaubens dergestalt vornimmt, dass die vormals sichtbare, nicht ökumenefähige Exklusivität neuapostolischer Sonderlehre hinter ökumenefähigem Wording verschwindet. Bei näherer Prüfung kann erkennt man jedoch, dass die ökumenischen Implikationen mit anderen christlichen Kirchen sich in Verbalkosmetik am Lehrkörper der NAK erschöpfen. Folgerichtig spricht auch die NAK von Lehrschärfungen nicht von Lehrveränderungen. Die Hoffnung der evang. u.a. Kirchen auf neue Offenheit und eine Lehre die sich am Evangelium orientiert, werden bitter enttäuscht. Was vorher im vagen lag, wird im KatNAK bewusst gegen die Ökumene formuliert. Neuerungen, wie „der Heilige Geist kann auch in anderen Kirchen wirken“ werden relativiert mit dem Zusatz „andere Kirchen sind defizitär“, ihre Sakramente sind „Schrumpfsakramente“ und anderes mehr. An ihrer Ekklesiologie und fortwirkender Exklusivität hat sich im Kern nichts geändert. Vermeintlich komparativische Formulierungen sind ökumenekompatibles Wording was der Autor bemerkt und festhält, dass der „Mehrwert“ mit exklusivistischen Elementen (weiterhin) versehen ist, „nämlich da, wo es um eschatologische Implikationen geht“. Das aber ist, wenn ich mich nicht täusche, der „springende Punkt“. Lehränderungen wie z.B. die Anerkennung der rite vollzogenen Taufen anderer Kirchen sind Mogelpackungen. Die NAK-Taufe hat eine andere Bedeutung als in anderen Kirchen. Der KatNAK formuliert: „Die Taufgnade wird durch die Heilige Versiegelung vollendet. Sie ist das eschatologische Heilszeichen und bildet zusammen mit der Wassertaufe die Voraussetzung zur Erlangung der Erstlingsschaft.“ Auch die Anerkennung der Wirkung des Heiligen Geistes in anderen Kirchen und die Heilsmöglichkeit für Christen außerhalb der NAK ist reines Wording. Erstlinge und Überwinder sind und bleiben Versiegelte der NAK. Diesbzgl. bleibt die exklusivistische Heilsnotwendigkeit des Apostelamtes unverändert bestehen. Markenkern der NAK ist nach wie vor die immer noch überzogene Naherwartung. Die Parusieverzögerung nach Bischof wird ignoriert. Das Entschlafenenwesen gehört neben Apostelamt und Wiederkunft Christi zu den wesentlichen Merkmalen des neuapostolischen Glaubens. Die biblische Grundlage für diese Lehre findet sich in 1Kor 15,29 und 1Petr 3, 18-20 und 1 Petr 4,6, obwohl diese Bibelstellen aus dem kausalen sozio-kulturellen Zusammenhang gerissen sind. Weshalb das „Apostulat“ dazu übergeht, die Entschlafenenlehre mit einer Neuoffenbarung durch das Apostelamt zu legitimieren. Eine Lehre, die ökumenisch kaum tolerierbar ist. Das ist kein semantisches Problem, sondern Kernstück neuapostolischen Glaubens. Nur das Apostolat kann und hat auch die Aufgabe, die Heilige Schrift verbindlich auszulegen. Eines der Ergebnisse ist dann die „Praxis der Sakramentsspendung an Lebende für Tote (Vikariatstaufe). Natürlich erlauben die biblischen Belege keine derart detaillierte „Kenntnis“ der Jenseitswelt wie die NAK vorgibt. Auch und vor allem steht dieser ans okkulte (Medium) erinnernde, esoterische und traditionelle Ritus der NAK einer Mitgliedschaft in der ACK direkt im Wege. Das ist keine „intensive Hinterbliebenenseelsorge“ wie der Autor in Aussicht stellt, sondern Markenkern der NAK. Das Entschlafenenwesen ist die legitime Tochter der Naherwartung. In ihr wurden Luther, Zwingli, Calvin und neuerdings Elvis Presley und andere neuzeitlich Prominente zu „Neuapostolischen“ gemacht. Das heißt, hier handelt es sich um gezieltes „soulstealing“ aus anderen christlichen Konfessionen. Wenn man bedenkt, das die Apostel der NAK durchweg charismatische Laien sind, deren Selbsterhöhung und Alleinstellungsmerkmal als „göttliche Erwählung“ ausgegeben wird, dann sind wohl die Merkmale einer Sekte erfüllt, nicht aber die Voraussetzung einer Teilhabe an der Ökumene. Der Mangel an Achtung anderer Konfessionen ist immer noch evident. Der ökumenische Gedanke ist in der Gemeindewirklichkeit längst nicht angekommen. In keiner Wortpredigt eines Apostels wird auf die Ökumene verwiesen, sodass sich der Gedanke aufdrängt, bei den Bemühungen der NAK handelt es sich ausschließlich um Anerkennungsökumene. Kritiker werden nach wie vor rabiat ausgegrenzt. Zusammenfassend darf festgestellt werden, dass sich am Markenkern der NAK und damit an der Ökumenefähigkeit nichts geändert hat. Wir haben es hier mit einem Facelift und keiner wirklichen Reform zu tun. Dem Fazit des Autors, dass eine Mitgliedschaft der NAK in der Bundes-ACK ein Gewinn für beide Seiten wäre, kann ich mich nicht anschließen, eben weil ich die Kirche aus ihrem Innern bestens kenne. Es bliebe bei der Anerkennungsökumene für die NAK. Deren einziges Ziel nicht die Zusammenarbeit mit anderen Kirche ist (weil dass der inneren Logik der NAK widerspricht), sondern den weiteren Mitgliederschwund als honoriges Mitglied der ACK zu stoppen. Ich bin der Überzeugung, dass schon die ÖRK-Basisformel formale Ausschlusskriterien für die NAK definiert und bietet.
Ein Kommentar von Gerlinde B / 20.03.2014
Ich hoffe einfach, dass die ACK-Mitgliedskirchen noch frühzeitig erkennen, dass die NAK nicht ökumenefähig ist. Erst kürzlich erschien ein kurzer Gottesdienstbericht auf einer offiziellen NAK-Seite,(NAK in Hof) wo ganz deutlich wird, dass die NAK (Lehre) andere Christen nicht für Gotteskinder hält, solange sie nicht von einem neuap. Apostel versiegelt wurden. Dort heißt es also (Zitat): "In diesem Gottesdienst, zu dem auch die Kirchengemeinde Naila eingeladen war, empfingen vier Seelen das heilige Sakrament der Geistestaufe und wurden somit vom Christen zum Gotteskind." Meine Frage lautet, ob die anderen ACK-Mitgliedskirchen damit leben können, dass ein mögliches (zukünftiges) Mitglied, nämlich die NAK, ihnen und ihren Gläubigen die Gotteskindschaft abspricht, solange sie, die andersgläubigen CHRISTEN sich nicht zur NAK bekannt haben?
Ein Kommentar von Santi / 20.03.2014
Wörtliches Zitat aus einem Gottesdienst des aktuellen Kirchenoberhauptes der Neuapostolischen Kirche, Stammapostel Jean-Luc Schneider, vom 01.09.2013 in Pforzheim: „… Eine siebte und letzte Freude möchte ich noch anführen, das ist die Freude, auch wie der Paulus vom Leib Christi gesprochen hat. Er hat gesagt: „Wenn sich ein Glied freut, dann freuen sich alle anderen mit.“ Ich will das zusammenfassen mit dem Motto oder dem Begriff: „Geteilte Freude.“ Auch eine besonders schöne, tiefe Freude, die geteilte Freude. Wenn es unserem Bruder oder unserer Schwester gut geht, freuen wir uns mit ihnen. Wir sind nicht neidisch, wir sind nicht eifersüchtig, wir freuen uns mit ihm. Geteilte Freude, das ist etwas ganz Besonderes, das ist auch eine Freude im Herrn. Wo der Heilige Geist wirken kann, entsteht die Liebe zu Bruder und Schwester und dann teilt man eben auch die Freude mit dem anderen uneingeschränkt, einfach weil der sich freut, freuen wir uns mit. Nun wissen wir ja, dass für uns der Leib Christi nicht die neuapostolische Kirche ist und es ist unsere Glaubensüberzeugung, dass zum Leib Christi, zur Kirche Christi all die Menschen gehören, die mit Wasser getauft sind, die an den Herrn Jesus wirklich glauben. Dieser Glaube ist Bestandteil ihres Lebens geworden und die den Herrn bekennen. Also die wahrhaftigen Christen, die getauft sind, einen starken Glauben an Jesus Christus haben, danach leben, den Herrn bekennen, die sind durch die Wassertaufe in den Leib Christi eingegliedert. Wenn man das so sieht, sieht man die Sache ganz anders. Als wahre Christen können wir uns eigentlich alle freuen, zu wissen: Gott hat uns lieb! Alle Christen können sagen: Der Sohn Gottes hat mich so lieb, dass er für mich gestorben ist. Alle Christen können sich freuen, dass der Herr Jesus stärker ist als Hölle und Tod. Alle Christen können sich freuen, dass das Evangelium so einfach ist und dass es schlussendlich so einfach und so leicht ist, dem Herrn nachzufolgen. Alle Christen, wenn sie im Namen Jesu beten können, können sie Gebetserhörungen haben und sich darüber freuen. Alle Christen können den Herrn bekennen und ihm dienen in irgendeiner Weise und darum können sie diese Freude erleben. Und schlussendlich können sich alle Christen freuen, dass der Herr Jesus sie erretten will und am Ende allen die Gelegenheit geben will in der ewigen Gemeinschaft und in der neuen Schöpfung zu leben. Das ist ja das Ende der Geschichte. Das ist das endgültige Heil, das der Herr Jesus allen Gläubigen anbieten will. Die Freuden, die wir haben, die können die anderen Christen auch haben. Fazit: Wäre es nicht schöner, wenn wir uns freuen gemeinsam über das, was wir gemeinsam haben, dass das uns eint, anstatt ständig uns zu ärgern über das, was uns teilt oder trennt. Darf ich jetzt ein bisschen offiziell werden. Als Stammapostel hier in Deutschland merke ich immer wieder, dass die Stimmung nicht so ganz gut ist und wir werfen den andern manchmal vor, dass sie nicht neuapostolisch sind und uns wirft man vor, dass wir neuapostolisch sind und nicht was anderes. Ich möchte da mal ganz bewusst einen Appell machen: Lasst uns doch miteinander freuen über das, was uns Christen eint, anstatt ständig uns zu ärgern über das, was uns trennt und unsere Unterschiede. Was wir gemeinsam haben, Jesus Christus ist doch viel wichtiger, das gehört auch zu der Freude im Herrn. Wir wollen den Wunsch vom Apostel Paulus aufnehmen. Es ist uns klar, es geht nicht darum, guter Laune zu sein, gute Stimmung zu haben, es geht um unsere Seele, dass wir als Gotteskinder diese Gabe des Heiligen Geistes haben sind wir ganz besonders aufgerufen: „Freuet euch in dem Herrn.“ – Ich sage es abermals: „Freuet euch in dem Herrn!“ Lasst den Heiligen Geist in euch wirken, nehmt das Wort des Heiligen Geistes in euch auf. Seht alles im Licht des Heiligen Geistes und dann könnt ihr euch freuen im Herrn und bald kommt dann die große Freude, die ewige Freude, auf ewig bei dem Herrn Jesus. Amen.“ (Jean-Luc Schneider am 1.9.2013 in einem Gottesdienst in Pforzheim)
Ein Kommentar von Peter Liebknecht / 20.03.2014
Das wörtliche Zitat aus der Pforzheimer Predigt Jean-Luc Schneiders ist reine Augenwischerei, ein typisches Beispiel für das NAK-Wording von heute. - Ich habe die gesamte Predigt schriftlich vorliegen, die tatsächliche Aussage ist, dass ausschließlich innerhalb der NAK der Zugang zur Braut Christi ermöglicht wird! Und genau das hat er nur wenig später bei einer Ämterversammlung in Luanda zum Ausdruck gebracht und noch ein Tick später, am 15.09.2013 in seiner Predigt in Metz (auch die liegt mir kpl. in Schriftform vor). Um klarzumachen, was Schneider tatsächlich meint, hier seine Ausführungen aus der Ämterzusammenkunft in Luanda (Angola), welches den Amtsträgern der NAK-Gebietskirche NRW im Monatsrundschreiben 13/10 (liegt ebenfalls schriftlich vor) zur Kenntnis gebracht wurde. Ich zitiere: "Die Kirche Christi, so sagte der Bezirksapostel mit Recht, ist die Versammlung der Getauften, die an Jesus Christus glauben und ihn bekennen. Deshalb sagt man: Einen Teil der Kirche Christi kann man gar nicht sehen, sie ist unsichtbar. Um zur Kirche Christi zu gehören kommt es nicht nur auf eine Unterschrift, einen Akt, an. Wir können wissen wer getauft ist, das können wir herausfinden. Wir können aber den Glauben nicht messen, auch das Bekennen nicht. Das weiß nur der liebe Gott. Wer zur Kirche Christi gehört sind die, die getauft sind wirklich glauben und Jesus Christus als ihren Herrn wahrhaftig bekennen. Man kann das in der Versammlung nicht sehen: Man weiß nicht: Gehört er hinein oder nicht? Man kann das nicht sehen, aber wir wissen: Das gibt es. Es ist wohl unsichtbar, aber dennoch Realität. Die Kirche Christi kann man dann nicht vergleichen mit der Institution „Neuapostolische Kirche“ mit ihren Statuten. Es gibt Geschwister, die sind getauft und versiegelt, sind neuapostolisch. Aber sie leben nicht nach dem Evangelium und bekennen nicht den Herrn im täglichen Leben. Es gibt auch Christen anderer Konfessionen, die sind getauft; aber sie leben nicht nach dem Evangelium. Sie gehören also nicht zur Kirche Christi. Aber das kann der Mensch nicht entscheiden, dass weiß nur der Herr. Wir sehen nur die Institution „Neuapostolische Kirche“. Die Institution ist das eine. In dieser Institution gibt es Christen, die gehören zur Kirche Christi. Aber wir können nicht entscheiden: Der gehört dazu, der nicht. Es gibt drei Bedingungen, und wir können nur eine sehen: rite getauft oder nicht. Deshalb ist es auch nicht ganz richtig, wenn wir sagen: Die neuapostolische Kirche ist Teil der Kirche Christi. Innerhalb der neuapostolischen Kirche gibt es Christen, die gehören zur Kirche Christi. Innerhalb der Kirche Christi gibt es das Erlösungswerk Gottes, das von Aposteln geleitet wird. Die Seelen werden vorbereitet auf den Tag des Herrn. Um zum Erlösungswerk Gottes zu gehören, muss man nicht nur getauft, sondern auch versiegelt sein, und man muss nicht nur ein guter Christ sein, also nach dem Evangelium leben, Jesus Christus bekennen, sondern auch eine neue Kreatur in Christus werden und sich auf den Tag des Herrn vorbereiten lassen. Wir können nicht sehen, wer zum Erlösungswerk Gottes eigentlich dazugehört oder wer zur Braut gehören wird. Das weiß nur der liebe Gott, und das ist auch gut so. Also: Auch das Erlösungswerk Gottes ist nicht die neuapostolische Kirche. Es gab die Seelen der ersten Christen. Sie waren getauft und versiegelt, gehörten zum Erlösungswerk Gottes. Bei den ersten englischen Aposteln waren Geschwister, die gehörten zum Erlösungswerk Gottes. Und in der heutigen Zeit gibt es Gotteskinder, die gehören zum Erlösungswerk Gottes. Wenn ich neuapostolische Christen sehe, dann gibt es welche von ihnen, die gehören zur Kirche Christi, zum Erlösungswerk Gottes und zur Braut des Herrn: Sie sind getauft, versiegelt, bereiten sich vor auf den Tag des Herrn. Dann gibt es neuapostolische Christen, die gehören zur Kirche Christi, aber vielleicht nicht zum Erlösungswerk Gottes: Sie glauben an Jesus Christus, setzen das Evangelium um, aber die Vorbereitung auf den Tag des Herrn ist nicht so ausgeprägt. Das sind die Christen, die am Tag des Herrn nicht dabei sein werden, aber zur Sonnenfrau gehören. Dann gibt es neuapostolische Christen, die gehören nicht einmal zur Kirche Christi, weil sie nicht nach dem Evangelium leben. Deshalb können wir nicht sagen: Die neuapostolische Kirche ist die Kirche Christi; denn ein neuapostolischer Christ kann außerhalb der Kirche Christi sein, er kann in der Kirche Christi sein, und er kann innerhalb der Kirche Christi im Erlösungswerk Gottes sein. Das ist der Unterschied zwischen der Institution und der Kirche Christi." So weit das Zitat. Fazit: Nach Neuapostolischem Verständnis (und nur so darf man die Aussagen Schneiders interpretieren) können unter den heute lebenden Menschen ausschließlich Angehörige der Neuapostolischen Kirche alle Bedingungen für die Zugehörigkeit zum Erlösungswerk Gottes und damit zur Braut Christi erfüllen.- Und alle von dieser Feststellung abweichenden Aussagen insbesondere zur Ökumenefähigkeit und Ökumenewilligkeit der NAK sind reine Augenwischerei! Die Neuapostolische Kirche versteht sich als exklusiv seligmachende Kirche, da ausschließlich sie über das exklusiv heilsnotwendige Apostelamt verfügt! Die NAK braucht das Feigenblatt der von den großen Kirchen attestierten Ökumenefähigkeit, um den treuen Kirchgängern vorzugaukeln, die NAK-Lehre sei so toll und wahrhaftig, dass sie auch von der „großen Christenheit“ akzeptiert werde. Sie braucht das Feigenblatt, insbesondere in Form der ACK-Mitgliedschaft, um Bewerbungsnachteile von NAK-Mitgliedern auszugleichen, die sich auf Stellenausschreibungen bewerben wollen, für die die Zugehörigkeit zu einer ACK-Mitgliedskirche vorausgesetzt wird.
Ein Kommentar von Santi / 20.03.2014
Johannes 3, 5 (Schlachter 2000): 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! Das ist reine Jesulehre!! Taufe aus Wasser UND Geist sind zwingend erforderlich! Jean-Luc Schneider hat übrigens nicht gesagt, dass die Taufe im Heiligen Geist (nur) durch Apostel vollzogen wird. Da sich die Ansprache in Angola wohl eindeutig an Mitglieder der Neuapostolischen Kirche richtete, ist ihm kaum zu verdenken, dass Jean-Luc Schneider klar macht, dass nicht alle Mitglieder der NAK zur Braut Jesu Christi zählen. Auf andere Kirchen nimmt er in dem Zitat überhaupt keinen Bezug, daher finde ich es nicht sehr relevant.
Ein Kommentar von Santi / 20.03.2014
PS: Auch die noch folgenden Worte Jesu Christi an Nikodemus sind Wahrheit: Johannes 3, 8 (Schlachter 2000): 8 Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist. Weitere Worte Jesu Christi belegen weiterhin deutlich, dass jeder ehrlich bittende Mensch den Geist Gottes empfangen kann: Man denke nur an das Bild des Vaters, der so gern Gutes gibt (Lukas 11. 13 (Schlachter 2000): "...wie viel mehr wird dann der Vater im Himmel denen den Heiligen Geist geben, die ihn darum bitten.") Dies gilt nicht nur für die NAK und andere Kirchen, die im 19. Jahrhundert durch ernsthaftes Flehen um den Heiligen Geist entstanden sind - dieses Bibelwort gilt heute noch genauso für ernsthaft Flehende. Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Warum sollte Er die Gebete um 1830 erhören und Menschen, die genauso ernsthaft und von ganzem Herzen 2014 beten nicht erhören? Ich fände es schön, wenn wir zu diesen viel grundlegenderen Wahrheiten zurückkehren könnten, als uns an Kleinigkeiten aufzuhängen. Jesus betete (Johannes 17, 20-21 (Schlachter 2000)): 20 Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. Ausnahmslos alle Christen glauben direkt oder indirekt durch "ihr", der ersten Apostel, Wort an Jesus Christus, den Heiland der Welt. Wie sollen wir jemals unserer eigentlichen Aufgabe gerecht werden (Johannes 14,12 oder Markus 16, 15-20) wenn wir unsere Energie auf solche Nichtigkeiten und Haarspaltereien verschwenden? Wie Jesus gebetet hat: An unserer Kraft und Einheit (kein (!) Haus, das gegen sich selbst geteilt ist kann bestehen!!) und LIEBE kann die Welt erkennen, dass Gott Jesus hristus gesandt hat.
Ein Kommentar von Santi / 20.03.2014
Und noch ein "PPS": Möge sich keine Kirche, weder die Neuapostolische Kirche noch irgend eine andere, erdreisten, zu meinen, den Heiligen Geist Gottes für immer oder in irgendeiner Form zu "besitzen", zu "haben", oder gar allein zu besitzen. Der Heilige Geist ist souverän und hat einen Willen. In Apostelgeschichte 4, 31 lesen wir, wie selbst die bereits mit dem Heiligen Geist versiegelten Gläubigen beteten und daraufhin vom Heiligen Geist ERFÜLLT wurden: Apostelgeschichte 4, 31 (Schlachter 2000): 31 Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit. Viele wesentliche, als zu diskutieren wer den Heiligen Geist, Apostel etc. "hat" wäre es, vor jedem Gottesdienst, in jedem Gottesdienst, im ganzen Leben wieder viel mehr um die ERFÜLLUNG mit dem Heiligen Geist GOTTES zu flehen, zu ringen, zu beten!! Das allein bringt weiter! Das allein.
Ein Kommentar von Peter Liebknecht / 21.03.2014
Oh! Da schreibt ein NAK-Amtsträger…! Die Argumentation von Santi entspricht jedenfalls exakt derjenigen, die uns in NRW an die Hand gegeben wurde, um bei Debatten über die Stammapostel-Predigten aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahres nicht zu unterliegen. (NAK-Wording eben!) Diese Argumentation ist jedoch unredlich und untheologisch. Untheologisch (oder zumindest auf lediglich rudimentäres theologisches Wissen hindeutend) deshalb, weil Zitate aus dem Johannes-Evangelium nicht geeignet sind, „reine Jesulehre“ [diese Formulierung ist NAK-Jargon in Reinkultur!) zu vermitteln. Unredlich ist die Argumentation deshalb, weil mit Jesuiten-Taktik argumentiert wird: Tatsache ist, dass Schneider überhaupt nicht darauf hinweisen muss, dass ausschließlich die NAK-Apostel berechtigt und befähigt sind, Gabe Heiligen Geistes zu vermitteln! Credo und Katechismus lassen überhaupt keinen anderen Schluss zu! Eben deshalb habe ich auch erklärt, dass man die Aussagen Schneiders ausschließlich auf Basis der Neuapostolischen Lehre interpretieren darf… Unredlich ist sie aber auch deshalb, weil behauptet wird, bei der Kritik ginge es darum, dass Schneider erklärt habe, nicht alle Mitglieder der NAK gehörten zur Braut Christi und er habe nicht von anderen Kirchen gesprochen… Augenwischerei! Mein Fazit lautete, dass Schneider (analog des NAKatechismus und des NAK-Glaubensbekenntnisses – dessen Kenntnis er voraussetzen durfte) ausführlich dargelegt hat, dass sich diejenigen die zum Erlösungswerk Gottes, der Braut Christi, gehören, bei den heute lebenden Menschen ausschließlich aus den Reihen der Neuapostolischen Christen stammen können. – Und das gilt übrigens solange, wie die NAK-Apostel nicht in der gesamten Kirche Christi wirken. Dass das NAK-Apostolat den Anspruch erhebt, in die gesamte Christenheit gesandt zu sein (was übrigens letztlich bedeutet, dass sich auch Papst Franziskus dem Wirken des Apostolats zu unterwerfen habe), hat Schneider bei seiner Predigt in Metz präzisiert. Ich zitiere einmal mehr wörtlich (aus der Schneider-Predigt vom 15.09.13 in Metz): „[…] Man wird mir sagen: Ja, aber letzten Sonntag hast du von der Kirche Christi gepredigt, dass die Kirche Christi all die mit Wasser getauften sind welche an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen. Und heute, hier nun, spricht er von den Aposteln. Er will nun zeigen, dass die Apostolischen die Besten sind. Die Apostel sind der Kirche im Ganzen gegeben, aber ich habe keine Lust heute Morgen einen Kurs darüber zu halten. Also, all die, die sich Fragen stellen, aber wie ist dieses möglich, empfehle ich die Lektüre des Katechismus der neuapostolischen Kirche. Alles ist darin sehr klar dargestellt und wenn ihr Fragen habt, wendet Euch an die Brüder. Sie können Euch diese sehr gut erklären. Ich habe heute Morgen nichts Neues erfunden, es ist dies ganz einfach die neuapostolische Lehre: Was ist die Kirche Christi, was ist die Aufgabe der Apostel und dass die Botschaft der Aposteln sich an die ganze Kirche Christus richtet. Es ist der Herr, der dieses so wollte. […]“ (Ende des Zitats) Und damit ist auch klar, dass Schneider in Luanda sehr wohl auch auf die anderen christlichen Kirchen Bezug genommen hat. – Und damit ist auch klar, dass das entsprechende Zitat sehr wohl relevant ist. Irrelevant im thematischen Kontext ist hingegen die Predigt über den Heiligen Geist in den vorherigen Kommentaren. - Es geht hier nicht darum, was der Einzelne persönlich über die Wirksamkeit und/oder Verfügbarkeit des Heiligen Geistes denkt. Es geht auch überhaupt nicht darum, ob die Entstehung der KAG im ersten Drittel des 19. Jhdt. auf Wirken des Heiligen Geistes zurückzuführen sei oder nicht, wobei hier völlig außer Acht gelassen wurde, dass die NAK überhaupt nichts mit der KAG zu tun hat (schließlich hat sie sich aus exkommunizierten – also nicht mehr zum Leibe Christi gehörenden – Mitgliedern der auch heute noch bestehenden KAG rekrutiert, sie ist insofern keine Rechtsnachfolgerin der KAG). Es geht hier ausschließlich um die Fragestellung, ob die NAK wirklich okümenefähig und ökumenewillig ist! Und diese Fragestellung ist in beiden Punkten verneinend zu beantworten!
Ein Kommentar von Santi / 21.03.2014
Es ehrt mich ja, dass Sie mir so gute Vorbereitung und solchen Hintergrund unterstellen. Die Wahrheit ist, dass dies in mir einfach in 1 Minute erweckt wurde. Mir kommt die Diskussion hier vor wie die Jesu Christi mit den damaligen "Religiösen", die total am Eigentlichen vorbeigingen und sich daran aufhilten, dass Er am Sabbat heilte etc. Ich werde diese Diskussion nicht mehr weiter verfolgen, hoffe aber, dass Ihr alle die größere Wahrheit, das Große, die Liebe erkennen und annehmen mögt, falls noch nicht geschehen und einend statt teilend wirkt (der Ankläger der Brüder kommt aus einer ganz anderen Ecke).
Ein Kommentar von Santi / 21.03.2014
Um meinen Standpunkt (von meiner Seite aus abschließend) noch ein klein wenig zu präzisieren und zu erläutern: Ich finde das eben angeführte Zitat des Stammapostels Jean-Luc Schneider aus Metz schon bezeichnend. Und falls Sie es überlesen haben: Ich habe oben gesagt, dass KEINE Kirche, weder die NAK noch sonst eine Kirche alleinige Besitzansprüche auf den Himmel geltend machen kann. Und in dem Metz-Zitat (bzw. Katechismus) könnte man so etwas hineininterpretieren bzw. herauslesen, das mag sein! Und das schmeckt mir persönlich auch nicht so ganz gut. ABER: Der Leib Christi wird niemals Seine Aufgabe auf Erden erfüllen können, wenn wir uns die ganze Zeit nur wie Kinder im Sandkasten mit Schmutz bewerfen und Gräben ziehen und trennen etc. KEIN Mensch und KEINE von Menschen geführte Institution kann sagen: Wir oder ihr oder die kommen in den Himmel, und die nicht. KEINE. Das möge sowohl die NAK als auch andere lernen. Ich fände es dennoch schön, wenn wir von dieser Diskussion derer die einerseits Gott auf Erden spielen wollen und derer, die zwecks solcher charakterlicher Schwächen und Tendenzen dieser das Kind mit dem Bad ausschütten wollen Abstand nehmen können und uns wieder auf wichtigere, wesentlichere Aufgaben, das Einen, das Lieben konzentrieren könnten. Sämtliches Ausschließen (sowohl das der NAK als auch das der NAK-Gegner) führt doch kaum weiter im Hinblick auf das Wesentlichere, oder?
Ein Kommentar von Kisch / 21.03.2014
So schön es auch sein mag, dass der Leiter der NAK auf Gemeinsamkeiten der verschiedenen christlichen Kirchen hinweist, die Anlass zur Freude unter den so angesprochenen Mitgliedern jener Kirche sein sollten, so hören diese aus seinem Munde viel öfter doch gerade die Worte, die die Angehörigen der NAK, die durch ihre Apostel 'Versiegelten', als einzig von Jesus erwählte Braut prägen sollen. Letzteres ist eindeutig der permanente 'rote Faden' in den Predigten der NAK-Amtsträgerschaft in den Gemeinden, d.h. die örtliche Seelsorge ist nicht auf die genannten gemeinsamen Freuden mit anderen Christen ausgerichtet, sondern sie festigt die immer schon vorhanden gewesene glaubensmäßige Abgrenzung zum übrigen christlichen Lager weiter und nachdrücklich. Die Pforzheimer Schneider-Predigt ändert daran überhaupt nichts, und ich bezweifele sehr, dass dabei daran gedacht war, die durch den Katechismus festgelegten, dem gewollten exklusiven NAK-Profil dienenden Lehrbestandteile etwa zu nivellieren. Wer den NAK-Katechismus zur christlichen Glaubensmaxime für seine Person gemacht hat, erfreut sich seiner NAK und kommt kaum auf die Idee, noch woanders nach Freuden für seine Seele Ausschau zu halten. Stammapostel Schneider, denke ich mal, wird das auch niemals tun. Jedenfalls ist nicht bekannt, dass er etwa zwecks Erlebens gemeinsamer Freude an Gott persönlichen Kontakt sucht zu den Führungskräften anderer christlicher Gemeinschaften. Offizielle Kontakte zu den 'Anderen', ja die gibt es bestenfalls unterhalb der Führungsebene und bisher seitens der NAK auch nur, wie schon hier erwähnt, um durch Aufnahme in die ACK eine Art breite Anerkennung zu erfahren.
Ein Kommentar von Peter Liebknecht / 23.03.2014
Für alle diejenigen, die immer noch die Falschbehauptung verbreiten, die NAK-Kirchenleitung sei an einer wirklichen Ökumene interessiert, hier noch einmal einige Zitate von Jean-Luc Schneider aus einem am 15.02.2014 in Innsbruck durchgeführten sog. „Stärkungsabend“ für NAK-Amtsträger in Funktionen ab Gemeindevorsteher aufwärts. Aus Schneiders Äußerungen wird deutlich, dass er an der Idee festhält, dass eine Ökumene ausschließlich unter NAK-Führung denkbar ist (früher hieß es in der NAK: „Am neuapostolischen Wesen soll die Christenwelt genesen“), oder dass mit Kirche Christi ausschließlich die NAK gemeint ist! Anders ist seine mehrfach wiederholte Aussage, dass die Kirche Christi von ihm und seinen Mitaposteln geleitet wird nicht zu verstehen: (Zitat) „[…] Es muss weitergehen in jeder Hinsicht, nicht nach unseren Gedanken, sondern wir bemühen uns mit allen Bezirksaposteln herauszufinden, was Gott uns sagt. Ich war in den letzten Wochen in den USA, wo auch gewisse Strömungen offenbar sind. Ich, als einfältiger Mann, habe ihnen aufgezeigt, dass in unserem Katechismus geschrieben steht, dass Jesus seine Kirche leitet, und dass er dafür seine Apostel gesandt hat und heute noch sendet. Also leitet Jesus seine Kirche durch Apostel, die heute arbeiten. Nicht durch Apostel Paulus , nicht durch Stammapostel Schmidt und auch nicht durch Bezirksapostel Kraus, sondern durch die Apostel, die heute an der Arbeit sind. Das gehört zu unserem Glaubensbekenntnis! […] In diesem Rahmen gehört es zu unserem Glauben, dass der Herr Jesus seine Kirche durch die heutigen Apostel leitet. Ich bin sehr dankbar dafür, und verspreche Euch vor Gott, dass wir - der Stammapostel mit den Bezirksaposteln und Aposteln – auch weiter den Weg suchen, den Gott gehen will und nicht unseren Weg. Es geht uns nicht darum, uns an die heutige Gesellschaft anzupassen - das ist mir äußerst wichtig! - Ein katholischer Pfarrer hat einmal geschrieben: „Die Wahrheit Gottes bleibt immer wahr, unabhängig davon, wie viele Menschen daran glauben.“ - Das fand ich sehr weise, das ist ein Grundsatz des christlichen Glaubens. Es ist die Arbeit und der Auftrag des Apostolats, diese Wahrheit zu verkündigen. Dann und wann passt es der Gesellschaft, manchmal auch nicht. Das ist unwichtig. Wir werden auch nicht die Lehre anpassen, damit mehr Leute in unsere Kirche kommen. Jesus hat das auch nicht gemacht. Als er gemerkt hatte, dass er ganz alleine dastand, änderte er nicht plötzlich seine Lehre. Ich vergleiche mich nicht mit Jesus, aber den Sinn könnt Ihr darin erkennen. Auch wenn es den Menschen nicht passt, und nicht mehr soviel daran glauben: Wir können die Wahrheit Gottes nicht ändern und werden sie nicht ändern. […] Es ist aber unsere Aufgabe, die alten Floskeln von früher zu eliminieren, die mit der Wahrheit Gottes nichts zu tun haben. Zum Beispiel: Wir sind die Allerheiligen und die anderen sind Garnichts. Das sehn wir heute anders und sind, so glaube ich das, der Wahrheit Gottes näher gekommen. Lasst uns vertrauen in die Leitung Jesu Christi haben, der seine Kirche durch die lebenden Apostel führt. Ich will nicht mehr sein, als meine Vorgänger. […]“
Ein Kommentar von Rudolf Stiegelmeyr / 23.03.2014
Es wäre müßig, den gesamten Artikel nach Fehleinschätzungen in der Frage, was die NAK ist und was sie will bzw. warum sie dies will, zu analysieren. Es möge genügen, darauf zu verweisen, dass ihre Fehlerhaftigkeit bereits in der Ursachenfrage des Reformprozesses liegt (Punkt 2). So ist es mitnichten so, dass das Aufbrechen der gewollten Selbstisolierung der NAK aus ihr selber heraus entstand. Der Grund Richard Fehrs für eine begrenzte Öffnung lag in der in den 1980er Jahren nicht mehr zu verheimlichenden Erkenntnis, dass die eigene sektenhafte Führungsmentalität weder zeitgemäß noch einer zunehmend mündiger werdenden Glaubensklientel noch vermittelbar war. Die durch das Vatikanum II auf religiöser und durch die 1968er Kulturrevolution auf säkularer Ebene ausgelöste Skepsis in großen Teilen vor allem der jungen Bevölkerung in Fragen autoritärer Führungsstrukturen ließ die Akzeptanz neuapostolischen Denkens zunehmend schwinden. Dies hatte Richard Fehrs Vorgänger im Amt, Stammapostel Hans Urwyler, bereits zu Beginn der 1980er Jahre erkannt und darauf mit einer Reihe von (teilweise heftigen) innerkirchlichen Neuerungen reagiert. Fehr setzte diesen Kurs weniger aus eigener Überzeugung als vielmehr aus der Erkenntnis heraus fort, dass eine Rückkehr in die sektiererischen Abschottungsstrategien der 1960er Jahre aus vielerlei Gründen nicht mehr möglich war. Ihm war zu dieser Zeit (Mitte der 1990er Jahre) noch nicht bewusst, welche medial umwälzenden Ereignisse durch das Aufkommen des Internet und der damit verbundenen und von unten erzwungenen Transparenz auf ihn und seine Kirche zukommen sollten. Einmal in Gang gekommen, ließen die kommunikativen Möglichkeiten des Internet und damit verbunden das immense Aufdeckungspotenzial der zahllosen Irrlehren und innerkirchlichen Missstände die NAK nicht mehr zur Ruhe kommen. Entgegen dem, was der Artikel mehr oder minder unterschwellig suggeriert und was EZW und ACK bis heute leider immer noch zu glauben scheinen, war die Kirchenführung in keiner der daraus entstehenden Entwicklungen der proaktive Handlungsträger, sondern immer nur der reaktive Handlungsgezwungene. Auch wenn die NAK-Kirchenführung dies ebenso naturgemäß wie systemisch blind bis heute leugnet – die Wahrheit ist erwiesenermaßen (in zahllosen Internetartikeln ebenso wie in Büchern, u.a. auch meiner bald mit dem zweiten Band erscheinenden Trilogie zur NAK) die, dass die Verantwortungsträger der NAK immer nur scheibchenweise das eingestanden bzw. zu verändern trachteten, was sich entweder nicht mehr länger leugnen ließ oder aber so offenkundig falsch war, dass ein weiteres Beharren ihrer Glaubwürdigkeit mehr geschadet hätte als ein Eingeständnis in die eigene Fehlerhaftigkeit. So kann im Zusammenhang mit den ständig hinterher hinkenden theologischen wie ekklesiologischen Anpassungen an längst erkannte christliche Wirklichkeiten in keiner Weise von einem Reformprozess, geschweige denn von Ökumenefähigkeit gesprochen werden. Diese würden, neben Reformfähigkeit und -willigkeit, vor allem auch Offenheit und Kritikfähigkeit sowie Wahrheitsfähigkeit voraussetzen, alles Eigenschaften, die der NAK samt und sonders fehlen. Auch der neue Katechismus ist für den, der zwischen den Zeilen zu lesen gelernt hat und das Wording der NAK kennt, nur eine Verklausulierung der altbekannten Sektendenke, nach denen sich das Werk Gottes und alle damit verbunden Heilsexklusivismen und erlösungsorientierten Zukunftsgarantien dank des hauseigenen Apostolats ausschließlich in der NAK befinden, weshalb aus dieser Binnensicht das übrige Christentum zum Schrumpfchristentum herabgewürdigt wird. Daran rütteln auch die vielen schmeichelnden Ergebenheitsadressen und Reformbeteuerungen in Richtung der ökumenischen Dachverbände nichts. Um es in den Worten eines zeitgenössischen Philosophen zusagen: Solang das alte Gift von Drohbotschaft statt Frohbotschaft, von Exklusivismus statt Inklusivismus, von bedingungshaftem statt von universalem Heil, von autoritär-hierarchischem statt partnerschaftlichem Miteinander usw. noch im Glaubensschrank steht, bestimmen lediglich die zeitlichen Verhältnisse bzw. kirchenpolitischen Machtkonstellationen und nicht reformbedingt gewonnene Überzeugungen, ob (und ggfs. wann) das Gift wieder gesellschaftsfähig wird oder nicht. In den Worten der amerik.-luther. Religionswissenschaftlerin Barbara Rossing: Solange es Endzeitgemeinschaften gibt, die eine exklusive (oder gar heimliche) Entrückung zum Ziel ihres Glaubens machen, solange können und müssen solche Gemeinschaften als unchristliche Sekten angesprochen werden. Die traumatische Art der dadurch psychisch Geschädigten lässt keine andere Schlussfolgerung zu. Rudolf Stiegelmeyr, Bad Feilnbach, 23. März 2014
Ein Kommentar von M. Keller / 24.03.2014
Sicherlich: Religiöse Glaubensinhalte wollen -soweit möglich- verbal gefasst sein. Hierbei besteht die Gefahr,vorrangig abstrakt-strukturell zu agieren und u. U. "Wesenhaftes" zu vernachlässigen. Aktivitäten von sogenannten Aposteln sind nicht zwingend gleichzusetzen mit erfahrbarer Apostolizität. Kirche (gleich welcher Konfession) bietet im Idealfalll Raum für göttliche Erlebnisqualitäten, die sich verbalen Ein- grenzungen und Begriffsdefinitionen weitgehend entziehen. Wenn es nicht illusionär sein soll, geschieht dies auf der Grundlage von Liebe, Bescheidenheit, Empfangsbereitschaft und Sensibilität. Desungeachtet: Jedes oekumenische Bemühen ist früher oder später gesichtskreiserweiternd und somit auf Sicht positiv zu bewerten.
Ein Kommentar von M. Keller / 24.03.2014
Sicherlich: Religiöse Glaubensinhalte wollen -soweit möglich- verbal gefasst sein. Hierbei besteht die Gefahr,vorrangig abstrakt-strukturell zu agieren und u. U. "Wesenhaftes" zu vernachlässigen. Aktivitäten von sogenannten Aposteln sind nicht zwingend gleichzusetzen mit erfahrbarer Apostolizität. Kirche (gleich welcher Konfession) bietet im Idealfalll Raum für göttliche Erlebnisqualitäten, die sich verbalen Ein- grenzungen und Begriffsdefinitionen weitgehend entziehen. Wenn es nicht illusionär sein soll, geschieht dies auf der Grundlage von Liebe, Bescheidenheit, Empfangsbereitschaft und Sensibilität. Desungeachtet: Jedes oekumenische Bemühen ist früher oder später gesichtskreiserweiternd und somit auf Sicht positiv zu bewerten.
Ein Kommentar von M. Keller / 24.03.2014
Sicherlich: Religiöse Glaubensinhalte wollen -soweit möglich- verbal gefasst sein. Hierbei besteht die Gefahr,vorrangig abstrakt-strukturell zu agieren und u. U. "Wesenhaftes" zu vernachlässigen. Aktivitäten von sogenannten Aposteln sind nicht zwingend gleichzusetzen mit erfahrbarer Apostolizität. Kirche (gleich welcher Konfession) bietet im Idealfalll Raum für göttliche Erlebnisqualitäten, die sich verbalen Ein- grenzungen und Begriffsdefinitionen weitgehend entziehen. Wenn es nicht illusionär sein soll, geschieht dies auf der Grundlage von Liebe, Bescheidenheit, Empfangsbereitschaft und Sensibilität. Desungeachtet: Jedes oekumenische Bemühen ist früher oder später gesichtskreiserweiternd und somit auf Sicht positiv zu bewerten.
Ein Kommentar von detlef streich / 09.05.2014
Nur ein paar aktuelle Wortzitate aus Predigten sollen angemerkt werden. Möge sie jeder Leser auf die Ökumenefähigkeit der NAK selber prüfen: In seiner Predigt zum Entschlafenen-GD in Aachen führte Stap. Schneider aus: „Die Kirche Christi ist die Schar, die Gemeinschaft derer, die getauft sind, an den Herrn Jesus, den Sohn Gottes, der gestorben und auferstanden ist, der wiederkommt, glauben, und ihm nachfolgen. Also: Die Herde Christi ist nichts anderes als die Kirche Christi…“ „Um das ewige Leben zu haben, muss man das Heilige Abendmahl empfangen, das geht nur in der Kirche. Um Erstlinge im Bereich Gottes zu sein muss man zuvor versiegelt sein mit der Gabe Heiligen Geistes, das geht nur in der Kirche durch die lebenden Apostel.“ Was das bedeutet, definierte Schneider in seiner Ansprache zur Totenversiegelung wie folgt: „Der allmächtige Gott, der euch erwählt und gerufen hat, schenkt euch jetzt diese große Gabe Heiligen Geistes. Nun seid ihr Gottes Kinder, wiedergeboren aus Wasser und Geist. Der Herr Jesus schreibt jetzt eure Namen ein in das Lebensbuch des Lammes, er gibt euch die Anwartschaft, dass ihr die Möglichkeit habt, einmal Erbe Christi zu sein und Priester im Reich des Friedens. Ihr könnt Erstlinge sein im Reich Gottes. Ihr seid jetzt Miterben Christi und Teil der großen Gemeinschaft der Kinder Gottes …“ Oder Bischof Hepp am 9.3. in der Gemeinde Fürstenfeldbruck: Nicht in einer fernen Zukunft, sondern mitten unter uns! Wir sind ein Bestandteil dieses Reiches, durch die Taufe und Versiegelung. Das Reich ist gegenwärtig bei denen die Wiedergeboren sind. Wir haben unseren freien Willen, unseren Glauben und unseren Gehorsam. Gott räumt Hindernisse beiseite, aber nur die Hindernisse die seinem Heilsplan entgegenstehen. Nicht alle Hindernisse! Das Reich Gottes ist nahe und erreichbar für uns!“ Oder Homepage NAK Süddeutschland / Hof vom 15.12. 2013 "Am Sonntag, dem 15.12.13, leitete Apostel Prause den Gottesdienst mit dem Textwort aus Sprüche 10,28 ein: "Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein." Gedanken aus dem Gottesdienst: Zeit der Vorbereitung - je mehr sie genutzt wird, um so größer kann Freude sein. Vorbereitung geschieht durch Wort und Sakrament. Die zehn Jungfrauen haben sich alle vorbereitet – aber nur fünf waren bereit. In diesem Gottesdienst, zu dem auch die Kirchengemeinde Naila eingeladen war, empfingen vier Seelen das heilige Sakrament der Geistestaufe und wurden somit vom Christen zum Gotteskind." Oder Bezirksapostel Brinkmann in einem Interview am 17.2.2014: „Die Ökumene als solche spielt für die Vollendung der Braut Christi eine untergeordnete Rolle. Bei der Ökumene handelt es sich um das gemeinsame Herangehen an die Herausforderungen unserer Zeit. Es ist ein Prozess, der mit Bedacht weitergeführt werden muss – unter deutlicher Wahrung neuapostolischer Identität.“ Halten wir also fest: Laut dieser Aussagen ist "die Herde Christi ist nichts anderes als die Kirche Christi“, und um "Erstlinge im Bereich Gottes zu sein muss man zuvor versiegelt sein mit der Gabe Heiligen Geistes, das geht nur in der Kirche durch die lebenden Apostel.“ Und nur wenn Gott "diese große Gabe Heiligen Geistes " schenkt, zählt man zu Gottes Kindern, denn nur durch "das heilige Sakrament der Geistestaufe" wird man "somit vom Christen zum Gotteskind!" Ferner ist das Reich Gottes schon jetzt "gegenwärtig bei denen die Wiedergeboren sind", also nur bei den Neuapostolischen, für die die "Ökumene als solche für die Vollendung der Braut Christi eine untergeordnete Rolle spielt." Und wenn Ökumene, dann nur "unter deutlicher Wahrung neuapostolischer Identität.“ Und wenn Funkschmidt eingangs meinte, „schon jetzt lässt sich auch die NAK nicht mehr einfach gegen den Willen des Kirchenvolks leiten“, so sei dem Stap Schneider aus der "Stärkungsstunde für Amtsträger (ab Vorsteher aufwärts) am 15.02.2014 in Innsbruck entgegengehalten: "Die Amtsgaben existieren nur in der Gemeinschaft mit dem Apostelamt. Das Amt ist eigentlich das Apostelamt und der Apostel überträgt nur eine gewisse Amtskraft, eine bestimmte Amtsaufgabe seinen Mitarbeitern. Aber ohne die enge Beziehung zum Apostolat gibt es das Amt gar nicht. Ein Bruder, der nicht in der Gemeinschaft mit dem Apostelamt wäre, könnte gar keinen richtigen Dienst verrichten in seiner Gemeinde. Das geht nicht. Wenn ein Vorsteher meint, dass er in seiner Gemeinde bestimmen kann, was ihm gefällt, muss ich ihm sagen: Das geht nicht! Ohne die Gemeinschaft mit dem Apostel – gemeint ist nicht die Person sondern das Amt – gibt es Dich gar nicht. Das muss uns bewusst sein, dass ist unser Glaube."
Ein Kommentar von Jürgen / 11.05.2014
Eigentlich war ich, wie viele andere auch, davon ausgegangen, dass das Streben der NAK in Richtung Ökumene ein Ziel hatte: Die Aufnahme in den ACK und damit den "Ritterschlag" der im ACK arbeitenden Konfessionen. Und dieses Ziel hätte die NAK ja nicht wirklich erreicht, mindestens nicht jetzt. Doch was wäre, wenn das gar nicht das Ziel der NAK gewesen wäre? Was wäre, wenn die NAK in Richtung Ökumene strebt, um seine äusseren Kritiker in Form der anderen Konfessionen loszuwerden? Dann muss man sagen hätte die NAK ihr Ziel erreicht. Es wird zwar von aussen noch Kritik an der NAK geübt, doch diese ist, um den Annäherungsprozess der NAK an den ACK nicht zu gefährden, eher mild und verhalten. Ganz im Gegensatz zu früher. Und das spräche doch eher die Sprache der NAK, bauernschlaue Verschlagenheit. Und dann wäre auch klar warum Jean Luc Schneider jetzt das Schifflein NAK wieder auf den alten Kurs zu bringen versucht. Denn genau das passiert heute. Und der einzige Weg der Mitglieder die damit nicht einverstanden sind, ist die Abstimmung mit den Füssen, die neue neuapostolische Basisdemokratie. In der NAK hat sich nichts geändert. Es hat keine Reform stattgefunden. Man hat nur die Wortwahl geändert und man hat früher kompakt dargestellte Glaubensansichten heute im Katechismus gestreut, so dass ihre alte Lehre nicht mehr als solche Lehre wahrgenommen wird.

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