Editorial


Hüte deine Zunge

Von: Peter Haigis
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In den vergangenen Wochen haben Schreckenstaten in den USA und in Deutschland die Medien beherrscht: In El Paso fielen mehr als 20 Menschen den Schießattacken eines Rassisten zum Opfer. In Frankfurt wird ein Kind vor einen Zug gestoßen und in Stuttgart ein Mann mit Schwerthieben tödlich niedergemacht. Näher betrachtet haben diese Ereignisse nichts miteinander zu tun – und doch verbindet sie das merkwürdig aufgeheizte Klima, in das die Öffentlichkeit mancher westlicher Demokratien inzwischen geraten ist: Hassbotschaften sind an der Tagesordnung und immer wieder schlägt verbale Aggression in handgreifliche Gewalt um.

Objektiv gesehen leben wir nicht in Zeiten, die unsicherer wären als früher, aber wir leben in einer Atmosphäre, die permanent vergiftet wird und in der maßgebliche Grundwerte, die für ein friedliches Zusammenleben lebensnotwendig sind, beschädigt, ja zerstört werden. Da hilft es wenig, wenn der amerikanische Präsident nach den Attacken in den USA verkünden lässt, in Amerika sei kein Platz für Hass. Seine Hasstiraden gegen Emigranten in den USA in zahlreichen öffentlichen Auftritten sprechen eine andere Sprache. Und sie stehen in einem merkwürdigen Widerspruch zu einem Land, das es sich auf die Fahnen und in die Verfassung geschrieben hat, Heimstatt für Menschen aller Nationen zu sein.

Auch die Instrumentalisierung von Straftaten zur Hetzjagd auf Ausländer hierzulande sät das tödliche Gift des Misstrauens und der Angst aus. Wer Bilder der Opfer von Gewalttaten postet, macht sich moralisch schuldig. Er missachtet nicht nur die Würde der Opfer, sondern hat auch jedes Ethos zwischenmenschlicher Kommunikation hinter sich gelassen. Man fragt sich, warum etwa nicht Straftaten, die von Deutschen im gleichen Zeitraum begangen wurden, genauso plakativ verbreitet werden. Und auch zu einer gewaltverherrlichenden Verbreitung von Straftaten – man denke an die Enthauptungsvideos des IS – ist es dann nur noch ein kleiner Schritt. Da werden lediglich die Seiten gewechselt, die Mittel sind die gleichen.

Im Jakobusbrief heißt es: »Die Zunge befleckt den ganzen Leib und zündet die ganze Welt an und ist selbst von der Hölle entzündet.« (3,6) Das war wohl nicht nur vor 2000 Jahren ein Problem – wie viel mehr gilt es in einer technologisch entfesselten, aber auch moralisch enthemmten Kommunikationsgesellschaft!

Nachdenklich grüßt Sie Ihr

Peter Haigis.


Pfarrverband

Einladung zur Mitgliederversammlung 2019

Gemäß §7 der Satzung des Verbandes lädt der Vorsitzende Andreas Kahnt die Delegierten aus den Pfarrvereinen ein, zur diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbandes Evangangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland am 23.9.2019 von 9.00 bis 13.00 Uhr ins Hotel Schlossmühle, Kaiser-Otto-Straße 28, 06484 Quedlinburg, Telefon: +49 (0) 3946-787-0, info@schlossmuehle.de.

Im Anschluss an eine Andacht ist folgende Tagesordnung vorgesehen:

TOP  1: Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit und der Tagesordnung

TOP  2: Vorstandsbericht

TOP  3: Aussprache zum Bericht

TOP  4: Erhebung zu den publizistischen Produkten des Verbandes (Bericht und Folgerungen)

TOP  5: Änderung des Namens des Deutschen Pfarrerblattes (ggf. Beschluss)

TOP  6: Erläuterung der Jahresrechnung 2018 und Bericht der Kassenprüfer

TOP  7: Entlastung des Vorstands und des Schatzmeisters für das Rechnungsjahr 2018 (Beschluss)

TOP  8: Auftrag zur Prüfung der Jahresrechnung 2019 und Wahl der verbandseigenen Kassenprüfer (Beschluss)

TOP  9: Haushaltsplan 2020 (Vorstellung und Beschluss)

TOP 10: Anträge (bitte möglichst im Vorfeld der Versammlung ankündigen)

TOP 11: Verschiedenes, Termine

Zu TOP 5: Im Rahmen einer Neugestaltung des Deutschen Pfarrerblattes inklusive verbesserter Lesbarkeit wird überlegt, auch den Namen zu ändern. Die Vorsitzendenkonferenz hat sich im Vorfeld der Mitgliederversammlung mit dem Thema beschäftigt. Die Unterlagen zur Jahresrechnung und zum Haushalt erhalten die Delegierten mit separater Post.

 

Aus: Deutsches Pfarrerblatt - Heft: 8/2019

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