Was will die EKD?
Als die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gegründet wurde, hatte man vor, eine Organisation zu schaffen, die es den einzelnen protestantischen Landeskirchen ermöglicht, mit einer Stimme zu reden. Außerdem sollte sie Aufgaben wahrnehmen, die über die landeskirchlichen Grenzen hinausgehen. Inzwischen hat sich die EKD zu einem selbständigen Unternehmen entwickelt, das sich als "die evangelische Kirche" in Deutschland darstellen will. Nur: die evangelische Kirche in Deutschland gibt es ja gar nicht.
Es fing mit dem "Zukunftspapier" (Kirche der Freiheit) an, ging weiter mit einer Zukunftskonferenz in Wittenberg und gerade kürzlich einer Zukunftswerkstatt in Kassel. Letztere schien so etwas wie ein kleiner Kirchentag sein zu wollen, ließ aber doch Manches vermissen, vor allem die Darstellung des kirchlichen Alltags.Was will die EKD? Sie scheint Kirche sein zu wollen. Kirche, die ordiniert, die deutschlandweit gültige Gesetze erlässt (Disziplinargesetz für Pfarrer/innen, Pfarrerdienstrecht), die anstellt und entlässt usw. Nur: was für ein Bekenntnis soll diese Kirche haben? Was für eine theologische und ekklesiologische Bedeutung hat diese Bestrebung? Und wie würde sie sich in die kirchliche Landschaft einfügen? Soll die EKD eine Superkirche werden, die über allen Landeskirchen steht? Oder mogelt sie sich irgendwie dazwischen?
