Pfarrer per Mausklick bewerten?
Man kann sich den neuen Medien ja kaum mehr verschließen, aber das? Es gibt jetzt ein Hirtenbarometer unter hirtenbarometer.de, in dem Hinz und Kunz Pfarrer/innen bewerten können. Meist scheint das für Gemeindepfarrer/innen gut auszugehen, besser jedenfalls als bei der Prominenz, zu der man mit einem Klick gelangen kann. Aber hat das noch etwas mit Kirche zu tun?
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Ruhestand erst mit 67 - Haben wir das verdient?
Ich kenne Kollegen, die sind dankbar, wenn sie noch etwas länger als 65 arbeiten dürfen. Aber viele andere streichen schon viel früher die Segel. "Es reicht!", höre ich dann, oder: "Ich kann nicht mehr."
Das kann ich sehr gut verstehen. Nach rund 35 Jahren, in denen sich alles, auch das Privatleben, um den Dienst in der Gemeinde drehte, ist es nur allzu verständlich, wenn man seine(n) Ruhe(stand) haben will. Und so droht für viele der Ruhestand mit 67 zu einer indirekten Pensionskürzung zu verkommen.
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Müssen Pfarrer arm sein?
Auf dem deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Rostock wurden auch diese Fragen gestellt: Ist ein evangelischer Pfarrer noch glaubwürdig, wenn er beim Thema "Die Evangelische Kirche und die soziale Frage" in einem Vier–Sterne Hotel übernachtet? Kann nur der jenige Not wirklich verstehen, der selbst Not erlebt hat und sind Pfarrerinnen und Pfarrer zu gut besoldet?
Auf diese Fragen gibt es aus meiner Sicht eine klare Antwort: Jeder fachlich ausgebildete Mensch muss in angemessener Weise entlohnt werden.
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Warum Pfarrer nicht auf den Ökumenischen Kirchentag durften
Müssen Pfarrer eigentlich zum Kirchentag – so fragte Martin Senftleben hier vor Jahresfrist, als die "evangelische Welt" sich nach Bremen aufmachte und er - wie viele andere auch – sich nicht freimachen konnte und daheim blieb. Nein, sie müssen natürlich nicht, aber viele fahren auch gerne und regelmäßig und hatten auch meistens das Gefühl, willkommen zu sein. Dürfen Pfarrer eigentlich zum Kirchentag, so fragt man sich jetzt, nach dem Münchner Ökumenischen Kirchentag, bei dem unserem Pfarrverband ein eigener Stand auf der Agora, dem Markt der Möglichkeiten ohne klare Angabe von Gründen verwehrt worden ist.
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Was will die EKD?
Als die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gegründet wurde, hatte man vor, eine Organisation zu schaffen, die es den einzelnen protestantischen Landeskirchen ermöglicht, mit einer Stimme zu reden. Außerdem sollte sie Aufgaben wahrnehmen, die über die landeskirchlichen Grenzen hinausgehen. Inzwischen hat sich die EKD zu einem selbständigen Unternehmen entwickelt, das sich als "die evangelische Kirche" in Deutschland darstellen will. Nur: die evangelische Kirche in Deutschland gibt es ja gar nicht.
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Burnout = Motivationsmangel?
Eins steht fest: "Burnout" (ich will mich hier nicht auf Streitereien um die Bedeutung oder Verwendung des Wortes einlassen - wir wissen ja alle, was gemeint ist) ist ein Thema, das immer mehr auch im kirchlichen Bereich Relevanz entwickelt. Es wird viel gefordert von Pfarrer(inne)n, oft zu viel. Und so kommt es, dass nach einer gewissen Zeit der Hochleistung - oft viele Jahre - plötzlich ein schwarzes Loch entsteht, das alle Energie aufzusaugen scheint.
Immer mehr Pfarrer/innen haben einen "Burnout" schon hinter sich. Was mich ärgert, ist der Umgang der Kirchenleitungen mit diesem Thema.
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Müssen Pfarrer eigentlich auf den Kirchentag?
Bildunterschrift: Vom 20. bis 24. Mai 2009: Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Bremen.
Ich sage es gleich vorneweg: ich gehe nicht. Nicht, dass ich was gegen den Kirchentag hätte. Aber ich finde einfach keine Zeit. Wir sind hier im Pfarramt zu dritt (zweieinhalb, müsste man sagen), einer ist im Urlaub, da bin ich mit dem halben allein und muss also zusehen, dass die über 6000 Gemeindeglieder seelsorgerlich versorgt sind. Aber ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Wäre es nicht wichtig, dabei zu sein? In diesem Kessel mit dem bunten Allerlei, wo jeder etwas für sich findet? Und wo natürlich auch bedeutende Persönlichkeiten hinkommen, die ich schon gerne mal sehen und hören würde? Und täte es mir nicht gut, mal raus zu kommen? Unterzutauchen in der Kirchentagsmasse?
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Über Grafik lässt sich immer streiten
Es ging schon auf der Mitgliederversammlung in Speyer los: Kaum war das neue Logo des Verbandes evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer auf die Leinwand geworfen, begann das Getuschel in den Reihen. "Zu Rot!" sagen die einen, "Wo ist das Violett?" die anderen. Einige können den Pfeil nicht erkennen, anderen ist das Kreuz zu klein. Schon werden Alternativentwürfe auf das Papier gekritzelt. Es ist eigentlich wie immer: Der Streit über die Grafik wird mit einer Leidenschaft geführt, die man sich auch bei manchem Sachthema wünscht.
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