Bezahlung nach "Leistung"?

von Pastor Andreas Kahnt / 09.12.2014

Wie kommt es nur, dass in letzter Zeit wieder mal laut darüber nachgedacht wird, ob Pfarrerinnen und Pfarrer nach Leistung bezahlt werden sollten? Noch dazu mit so eindrucksvollen Anreizen wie hier und da ein Blumenstrauß oder ein Abendessen mit Partner/-in für herausragende Leistungen (vgl. "idea" 48/2014). Schon treten Stechuhren und Leistungsnachweise vor mein geistiges Auge; Dokumentationen zu jeder pfarramtlichen Tätigkeit sind regelmäßig mit der Fahrtkostenabrechnung zur Leistungsschau einzureichen. Und ich dachte, wir hätten das Thema in den Diskussionen um das Pfarrerdienstgesetz und das Besoldungsgesetz der EKD überwunden.
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Nein sagen

von Pfarrer Christian Fischer / 31.03.2014

"Ich stehe hier, ich kann nicht anders - manchmal musst Du Nein sagen". Was für ein Motto für den Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Worms in diesem Jahr. Geht´s nicht noch ein bisschen größer? Und sind wir jetzt alle kleine Luthers, die in existenziellen Nöten ans Äußerste denken müssen, die sich mit Fluchtgefahren tragen und auf einen mutigen Helfer hoffen?
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Wenn Pfarrer/innen am Sonnabend krank werden...

...was passiert dann eigentlich? Selbstverständlich springt ein Kollege oder eine Kollegin ein, um den Gottesdienst am Sonntag zu halten. - Ach so, die haben dann auch gerade alle Gottesdienst? Aber es wird sich doch jemand finden...? - Das ist gar nicht so einfach: Ehrenamtliche sind in den Dörfern verstreut im Einsatz und daher auch nicht verfügbar. Was bleibt: man kämpft sich durch. Die vom Körper verordnete Auszeit muss erst einmal ausfallen.
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"Manchmal hasse ich meinen Beruf!"

„Manchmal hasse ich meinen Beruf!“ – schnörkellos, doch mit Ausrufezeichen, hat es meine Freundin auf die Grußkarte gekritzelt, die ich aus meinem Briefkasten im Pfarrhaus ziehe. Wieder einmal klappt es nicht mit unserem „Date“. Dabei hatten wir zwei Pfarrerinnen uns schon lange auf ein Glas Wein miteinander gefreut. Nun kamen „drei Beerdigungen“ dazwischen, also Land unter; in der Schule sind noch die Noten abzugeben, die Kirchengemeinderatssitzung nächste Woche… Nachtschichten angesagt. Eine andere Freundin, Journalistin und vor Jahren aus der Kirche ausgetreten, sagt: „Ihr seid doch immer noch Leibeigene Eurer Kirche – ist doch echt von vorgestern“.
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Glaubwürdigkeit im Amt: Wasser predigen und Wein trinken?

von Thomas Jakubowski / 08.03.2012

Was können sich Amtsträger alles leisten und wo hört die Privatsphäre auf? Pfarrerinnen und Pfarrer werden in den Kirchengemeinden genau beobachtet: Der Ehepartner, die Kinder und die Freunde sind im Blick der Kirchengemeinde und der Öffentlichkeit. Diese Blicke können wohlwollend sein, aber auch argwöhnisch oder gar neidisch.
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Pfarrer per Mausklick bewerten?

Man kann sich den neuen Medien ja kaum mehr verschließen, aber das? Es gibt jetzt ein Hirtenbarometer unter hirtenbarometer.de, in dem Hinz und Kunz Pfarrer/innen bewerten können. Meist scheint das für Gemeindepfarrer/innen gut auszugehen, besser jedenfalls als bei der Prominenz, zu der man mit einem Klick gelangen kann. Aber hat das noch etwas mit Kirche zu tun?
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Internet

Ruhestand erst mit 67 - Haben wir das verdient?

Ich kenne Kollegen, die sind dankbar, wenn sie noch etwas länger als 65 arbeiten dürfen. Aber viele andere streichen schon viel früher die Segel. "Es reicht!", höre ich dann, oder: "Ich kann nicht mehr."

Das kann ich sehr gut verstehen. Nach rund 35 Jahren, in denen sich alles, auch das Privatleben, um den Dienst in der Gemeinde drehte, ist es nur allzu verständlich, wenn man seine(n) Ruhe(stand) haben will. Und so droht für viele der Ruhestand mit 67 zu einer indirekten Pensionskürzung zu verkommen.
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Pfarrdienst

Müssen Pfarrer arm sein?

von Pfarrer Thomas Jakubowski / 24.09.2010

Auf dem deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertag in Rostock wurden auch diese Fragen gestellt: Ist ein evangelischer Pfarrer noch glaubwürdig, wenn er beim Thema "Die Evangelische Kirche und die soziale Frage" in einem Vier–Sterne Hotel übernachtet? Kann nur der jenige Not wirklich verstehen, der selbst Not erlebt hat und sind Pfarrerinnen und Pfarrer zu gut besoldet?

Auf diese Fragen gibt es aus meiner Sicht eine klare Antwort: Jeder fachlich ausgebildete Mensch muss in angemessener Weise entlohnt werden.
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Pfarrdienst

Warum Pfarrer nicht auf den Ökumenischen Kirchentag durften

von Pfarrer Andreas Dreyer / 01.06.2010

Müssen Pfarrer eigentlich zum Kirchentag – so fragte Martin Senftleben hier vor Jahresfrist, als die "evangelische Welt" sich nach Bremen aufmachte und er - wie viele andere auch – sich nicht freimachen konnte und daheim blieb. Nein, sie müssen natürlich nicht, aber viele fahren auch gerne und regelmäßig und hatten auch meistens das Gefühl, willkommen zu sein. Dürfen Pfarrer eigentlich zum Kirchentag, so fragt man sich jetzt, nach dem Münchner Ökumenischen Kirchentag, bei dem unserem Pfarrverband ein eigener Stand auf der Agora, dem Markt der Möglichkeiten ohne klare Angabe von Gründen verwehrt worden ist.
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Kirchentag

Was will die EKD?

von Pfarrer Klaus Weber / 08.10.2009

Als die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gegründet wurde, hatte man vor, eine Organisation zu schaffen, die es den einzelnen protestantischen Landeskirchen ermöglicht, mit einer Stimme zu reden. Außerdem sollte sie Aufgaben wahrnehmen, die über die landeskirchlichen Grenzen hinausgehen. Inzwischen hat sich die EKD zu einem selbständigen Unternehmen entwickelt, das sich als "die evangelische Kirche" in Deutschland darstellen will. Nur: die evangelische Kirche in Deutschland gibt es ja gar nicht.
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EKD

Burnout = Motivationsmangel?

Eins steht fest: "Burnout" (ich will mich hier nicht auf Streitereien um die Bedeutung oder Verwendung des Wortes einlassen - wir wissen ja alle, was gemeint ist) ist ein Thema, das immer mehr auch im kirchlichen Bereich Relevanz entwickelt. Es wird viel gefordert von Pfarrer(inne)n, oft zu viel. Und so kommt es, dass nach einer gewissen Zeit der Hochleistung - oft viele Jahre - plötzlich ein schwarzes Loch entsteht, das alle Energie aufzusaugen scheint.
Immer mehr Pfarrer/innen haben einen "Burnout" schon hinter sich. Was mich ärgert, ist der Umgang der Kirchenleitungen mit diesem Thema.
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Pfarrdienst

Müssen Pfarrer eigentlich auf den Kirchentag?

Vom 20. bis 24. Mai 2009: Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Bremen. Bildunterschrift: Vom 20. bis 24. Mai 2009: Der Deutsche Evangelische Kirchentag in Bremen. Ich sage es gleich vorneweg: ich gehe nicht. Nicht, dass ich was gegen den Kirchentag hätte. Aber ich finde einfach keine Zeit. Wir sind hier im Pfarramt zu dritt (zweieinhalb, müsste man sagen), einer ist im Urlaub, da bin ich mit dem halben allein und muss also zusehen, dass die über 6000 Gemeindeglieder seelsorgerlich versorgt sind. Aber ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Wäre es nicht wichtig, dabei zu sein? In diesem Kessel mit dem bunten Allerlei, wo jeder etwas für sich findet? Und wo natürlich auch bedeutende Persönlichkeiten hinkommen, die ich schon gerne mal sehen und hören würde? Und täte es mir nicht gut, mal raus zu kommen? Unterzutauchen in der Kirchentagsmasse?
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Kirchentag

Über Grafik lässt sich immer streiten

von Pfarrer Christian Fischer / 19.05.2009

Es ging schon auf der Mitgliederversammlung in Speyer los: Kaum war das neue Logo des Verbandes evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer auf die Leinwand geworfen, begann das Getuschel in den Reihen. "Zu Rot!" sagen die einen, "Wo ist das Violett?" die anderen. Einige können den Pfeil nicht erkennen, anderen ist das Kreuz zu klein. Schon werden Alternativentwürfe auf das Papier gekritzelt. Es ist eigentlich wie immer: Der Streit über die Grafik wird mit einer Leidenschaft geführt, die man sich auch bei manchem Sachthema wünscht.
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Aus dem Verband